Verlag Hans Huber

Therapeutische Umschau 2, 2000:
Depression

Contents/Inhalt

H. R. Wacker
Epidemiologie und Komorbidität von Depressionen
Epidemiology and comorbidity of depressions
Zusammenfassung
Summary
J. Schöpf
Diagnose der Depression
Diagnosis of depression
Zusammenfassung
Summary
W. Zogg
Übersicht über einige Psychotherapien zur Depressionsbehandlung
Overview of different forms of psychotherapy for the treatment of depressions
Zusammenfassung
Summary
A. Wirz-Justice, P. Graw
Lichttherapie
Light therapy
Zusammenfassung
Summary
H.-J. Haug, E. Fähndrich
Antidepressive Therapie durch Beeinflussung des Schlafes
Antidepressant treatment by modulation of sleep
Zusammenfassung
Summary
B. Woggon
Pharmakologische Depressionsbehandlung
Pharmacological treatment of depression
Zusammenfassung
Summary
H. Folkerts
Elektrokrampftherapie bei depressiven Erkrankungen
Electroconvulsive therapy for depressive illness
Zusammenfassung
Summary
H. Gutzmann
Diagnostik und Therapie der Depression im höheren Lebensalter
Diagnosis and therapy of late life depression
Zusammenfassung
Summary
S. Odermatt-Edelmann
Fallbeispiel Maßgeschneiderte Therapie der Depression
Tailored therapy of depression
Zusammenfassung
Summary



Zusammenfassungen / Summaries



Contents/
Inhalt
   

Epidemiologie und Komorbidität von Depressionen
Epidemiology and comorbidity of depressions

H. R. Wacker

Psychiatrische Universitätspoliklinik Basel

(Summary)

Zusammenfassung

Neuere epidemiologische Erhebungen an Allgemeinbevölkerungen in verschiedenen Ländern unserer Erde wiesen nach, daß zwischen 3,3% und 17,1% der untersuchten Personen in ihrem Leben mindestens einmal eine schwere depressive Episode («Major Depression») durchgemacht hatten, und 2­7% der Befragten litten lebenszeitlich mindestens einmal unter einer wenigstens zwei Jahre lang dauernden depressiven Verstimmung mit mindestens zwei depressiven Begleitsymptomen («Dysthymie»). Frauen weisen in der Regel deutlich höhere Prävalenzen für Major Depressions und Dysthymien auf als Männer. Bipolare Störungen, die lebenszeitlich bei etwa 1% der Personen in einer Allgemeinbevölkerung vorkommen, scheinen bei den Männern etwas häufiger als bei den Frauen vorzukommen. Geschiedene und getrennt lebende Personen weisen ein erhöhtes Risiko für Major Depressions auf, und es wird vermutet, daß Major Depressions in unteren sozialen Schichten häufiger als in der Oberschicht vorkommen. Ein säkularer Trend in Richtung Häufigkeitszunahme der Major Depression in den westlichen Industrienationen wird kontrovers diskutiert und kann lediglich vermutet, jedoch nicht eindeutig belegt werden.
Major Depressions sind unter anderem überzufällig häufig mit Angststörungen, Zwangsstörungen, Eßstörungen, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Störungen der Impulskontrolle, Abusus und Abhängigkeiten von Alkohol und anderen Drogen, Spielsucht sowie mit Migräneanfällen, Fibromyoalgie und Colon irritabile vergesellschaftet («Komorbidität»), ein Phänomen, das in der Diagnostik und während der Therapie beachtet werden soll.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Recent epidemiological surveys in general populations of different countries of the world found lifetime prevalence rates of major depressions between 3.3% and 17%. For dysthymia (depressed mood over a period of at least two years with at least two concomitant depressive symptoms) the prevalence rate was found to be between 2% and 7%. The prevalence rates of major depressions and dysthymia are usually higher for females than for males. Bipolar disorders can be observed in about 1% of a general population over lifetime, and they seem to be somewhat more common among males than females. Divorced and separated persons have a higher risk of suffering from major depressions than married persons. Major depressions are thought to be more common among members of the lowest social class than among people belonging to the upper classes. Major depressions usually start between the age of 25 and 30 years, and the age of onset of bipolar disorders is between the age of 18 and 30 years. For western industrial nations a secular trend towards an increase in the prevalence of major depressions may be presumed. However, such a secular trend has not yet been confirmed, owing to biases associated with methodological problems. A notable comorbidity of major depressions can be observed with all anxiety disorders, obsessive-compulsive disorders, eating disorders, posttraumatic stress disorder, disorders of impulse control, abuse and dependence of alcohol and of other legal and illegal drugs, pathological gambling, migraine, fibromyalgia and irritable bowel syndrome. This observation has led to the concept of an «affective spectrum». This phenomenon has to be kept in mind during the diagnostic process and treatment.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Diagnose der Depression
Diagnosis of depression

J. Schöpf

 

(Summary)

Zusammenfassung

Eingangs wird die Wichtigkeit betont, Depressionen in der klinischen Praxis festzustellen. Der Autor weist auf die moderne Diagnostik mit operationalisierten Kriterien hin und zeigt Schwierigkeiten auf, die sich bei der Diagnosestellung ergeben können. Besonders atypische Symptome und komorbide psychische Störungen können dazu führen, daß das depressive Syndrom übersehen wird. Gelegentlich bleibt es unsicher, ob eine Depression vorliegt oder nicht. In solchen Fällen soll man im allgemeinen eine Depressionsbehandlung versuchen.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

The importance of the identification of depressions in clinical practice is emphasised. The author suggests the use of modern operationalised diagnostic criteria. In atypical depressions and depressions with comorbid psychiatric disorders the diagnosis is sometimes missed. Occasionally, it is impossible to decide if a depression is present or not. In such cases it is in general indicated to try antidepressive treatment.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Übersicht über einige Psychotherapien zur Depressionsbehandlung
Overview of different forms of psychotherapy for the treatment of depressions

W. Zogg

(Summary)

Zusammenfassung

er vorliegende Artikel ist der Versuch, in Kurzform einige ausgewählte Psychotherapieformen zur Depressionsbehandlung vorzustellen; zur Darstellung gelangen dabei die Verhaltenstherapie (VT), die Kognitive Therapie (KT), die Interpersonelle Psychotherapie (IPT) und die psychoanalytisch orientierte oder inspirierte Therapie, in der Folge Psychodynamische Therapie genannt (PT). Der Versuch, diese Therapiemethoden kurz darzustellen folgt im wesentlichen den Beschreibungen von Elisabeth Schramm in ihrem Buch «Interpersonelle Psychotherapie», was mit der freundlichen Genehmigung der Autorin geschieht, wofür wir ihr herzlich danken.
Es ist uns dabei ein Anliegen, den Leser in die Lage zu versetzen, wesentliche Merkmale und Unterschiede dieser Therapieformen kennenzulernen, um dem depressiven Patienten im Sinne eines Ratgebers bei der Auswahl einer Psychotherapie zu helfen. Die ersten drei Kurzzeittherapien sind spezifisch für die Depressionsbehandlung entwickelt worden. Der psychodynamisch (psychoanalytisch) orientierte Ansatz wird nach wie vor am häufigsten angewendet.
Vor allem der KT, VT, IPT ist gemeinsam, daß sie zeitlich limitierte, klar strukturierte Therapieprogramme im Sinne von Manualen anbieten und somit kosteneffizient, lern- und vermittelbar werden. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß zwischen den einzelnen Therapieformen Kombinationen möglich sind, und daß die strenge Trennung der einzelnen Verfahren hier mehr didaktischen Nutzen hat. In allen Therapieansätzen ist eine empathische und unterstützende Beziehung zum Patienten wesentlich. Man soll eine aktive Rolle einnehmen und die Hoffnung vermitteln, daß man ihm helfen kann.
Alle hier beschriebenen Therapieansätze eignen sich zur Behandlung von leichten bis mittelgradigen Depressionen, mit oder ohne begleitende Psychopharmakotherapie. Tendenziell wird im psychodynamischen Ansatz auf eine Medikamentenabgabe möglichst verzichtet, während die VT, KT und IPT Medikamenteneinsatz zum Teil sogar in ihre Behandlungspläne integrieren. Unseres Erachtens darf man auf keinen Fall auf eine medikamentöse Therapie bei schweren Depressionen und bei Suizidgefahr verzichten. Es sei noch kurz darauf hingewiesen, daß die IPT und KT spezifische Gruppenprogramme bei der stationären Behandlung von depressiven Patienten anbieten.
Im folgenden werden die vier Therapiearten kurz beschrieben (theoretischer Hintergrund, Indikation zur Therapie, Durchführung, Wirksamkeit). Anschließend folgen eine kurze Übersicht über wesentliche Merkmale und Unterschiede aller Ansätze sowie Kontaktadressen.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

The present article endeavours to introduce, in a concise form, selected forms of psychotherapy for the treatment of depressions. In particular behaviour therapy (BT), cognitive therapy (CT), interpersonal psychotherapy (IPT) and a psychoanalytically oriented and inspired therapy, subsequently named psychodynamic therapy (PT), are described. The attempt to offer a brief presentation of these treatment methods follows essentially the descriptions of Elisabeth Schramm in her book "Interpersonelle Psychotherapie". We thank the author for giving her kind consent to our publication.
Our main concern is to enable the reader to recognize the essential characteristics and differences between these treatment forms, so that he can give the depressive patient advice on the choice of an adequate treatment. The first three brief psychotherapies have been developed specifically for the treatment of depressions. The psychodynamically (psychoanalytically) oriented approach is the most frequently used. CT, BT and IPT in particular have in common that they offer a temporally limited, clearly structured treatment programme in the sense of a manual, and are thus teachable and conveyable and efficient with respect to costs. We would point out, however, that combinations between the different treatment forms are possible and that a strict distinction between the separate methods is chiefly of didactic value. Essential to all treatment methods is the empathic and supporting relation to the patient. The therapist should play an active role and should convey the hope that the patient can be helped.
All the described treatment forms are suited for the treatment of light to moderately severe depressions, with or without concomitant psychopharmacological therapy. In psychodynamic therapy the tendency is to dispense with medication, whereas CB, CT and IPT tend to integrate the use of psychoactive drugs in their treatment schedules. In our opinion psychopharmacological treatment should on no account be renounced to in severe depressions and where there is risk of suicide. We would also point out that IPT and CT offer specific group programmes for the in-patient treatment of depressive patients.
The four treatment forms are briefly reviewed (theoretic background, treatment indications, monitoring, effectiveness), followed by a short overview of the most essential characteristics and differences between the separate treatment forms and by contact addresses.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Lichttherapie
Light therapy

A. Wirz-Justice, P. Graw

Abteilung Chronobiologie, Psychiatrische Universitätsklinik Basel

(Summary)

Zusammenfassung

Empfehlungen für die Durchführung einer Lichttherapie
Prävalenz: die Saisonal Abhängige Depression (SAD) betrifft etwa 2% der Erwachsenen-Population in Mitteleuropa (Frauen 4¥ häufiger als Männer).
Diagnose: regelmäßige Wiederkehr von depressiven Episoden vom Ausmaß einer Major Depression in den Wintermonaten mit voller Remission im Sommer.
Dauer der Lichttherapie: bei Tischlampen mit 10000 Lux 30 Minuten pro Tag, bei 2500 Lux Lampen 1­2 Stunden.
Zeitpunkt: wenn möglich am Morgen nach dem Aufwachen, sonst zu einem Zeitpunkt, wo eine regelmäßige tägliche Lichttherapie durchführbar ist. Lichttherapiewirkung: oft schon nach einer Woche (2­4 Wochen Behandlung bringt einen stabilen antidepressiven Effekt).
Nebenwirkungen: eher selten, oft hilft eine Reduktion der Lichtdosis.
Augenschäden: unter normalen Umständen keine. Durchführung einer ophthalmologischen Untersuchung bei vorbestehenden Augenschäden oder Risiken (z.B. photosensibilisierende Medikamente) wird empfohlen.
Licht oder Psychopharmaka: Licht ist die Therapie der Wahl für die SAD. Bei fehlender oder nur teilweiser Wirkung sind Kombinationen des Lichts mit SSRI's nützlich.
Lichttherapie als Adjuvanz bei saisonalem Verlauf anderer psychiatrischer Erkrankungen: Bulimie, Zwangsstörungen, Panikstörungen, prämenstrueller dysphorischer Störung; auch für die klassische Depression gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit des Lichts.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Recommendations for a light therapy
Prevalence of seasonal affective disorder (SAD): ca. 2% of the adult population in Europe; female to male ratio 4:1.
Diagnosis: recurrent major depressive episodes in winter with full remission in summer.
Duration of light therapy: for 10000 lux light boxes 30 minutes/day, for 2500 lux light boxes 1­2 hours/ day.
Time of day: if possible in the morning after awakening, otherwise at a time of day when a regular daily light therapy is practicable.
Onset of light therapy effect: often already after a week (2­4 weeks treatment produces a stable antidepressant effect).
Side effects: rare, can be avoided by reducing the light dosis.
Ophthalmological risks: none under normal conditions. Patients with ocular risk factors (e.g. photosensitizing medications) or preexisting retinal diseases should undergo ophthalmologic examination.
Light or antidepressant drugs: light therapy is the first line treatment for SAD. For partial or non-response, combination of light with SSRIs is recommended.
Light therapy may be an adjuvant treatment for other psychiatric illnesses with a seasonal time course: bulimia nervosa, obsessive-compulsive disorder, panic disorder; there is some preliminary evidence for usefulness in premenstrual dysphoric disorder and also for non-seasonal major depression.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Antidepressive Therapie durch Beeinflussung des Schlafes
Prostate cancer: early detection ­ when and what

H.-J. Haug1, E. Fähndrich2

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich1 und
Psychiatrische Abteilung am Krankenhaus Berlin-Neukölln2

(Summary)

Zusammenfassung

Das depressive Syndrom kann Teil ganz unterschiedlicher psychischer Erkrankungen sein. Verbunden mit dem depressiven Syndrom sind häufig Störungen des Schlafs. Naheliegend ist deswegen, daß sich Wissenschaftler und Kliniker schon früh mit dem Versuch auseinandergesetzt haben, über die Beeinflussung des Schlafs auch das depressive Syndrom zu behandeln. Durchgesetzt hat sich hier vor allen Dingen die Schlafentzugstherapie, bei der die Patienten entweder auf eine ganze Nacht Schlaf oder auf die zweite Hälfte des Schlafes in der Nacht verzichten. Dieses Wachbleiben hat bei etwa 60% aller depressiven Patienten eine deutliche antidepressive Wirkung. Nachteil der Schlafentzugstherapie ist die kurze Wirkdauer. Meist tritt das depressive Syndrom in voller Ausprägung nach dem nächsten Erholungsschlaf wieder auf. In kurzen Zeiträumen wiederholte Schlafentzüge vor allen Dingen der jeweils zweiten Nachthälfte und Schlafverschiebungstherapien sind neue Ansätze mit vielversprechenden Hinweisen, daß dadurch der therapeutische Effekt verlängert werden kann. Nicht bewährt haben sich dagegen der Verzicht auf die erste Hälfte des Nachtschlafes, der experimentelle Entzug unterschiedlicher Schlafstadien, z.B. des REM-Schlafes, oder auch die pharmakologische Induktion von Schlaf. Diese von Patienten als Schlafkur häufig geforderte Therapie birgt mehr Risiken als Vorteile und sollte heute nicht mehr angewendet werden. Neben depressiven Syndromen bei affektiven Störungen sind positive Schlafentzugseffekte auch bei schizophrenen Patienten mit depressivem Syndrom oder Negativsymptomatik sowie bei Patientinnen mit prämenstruellem Syndrom beschrieben worden. Nebenwirkungen der Schlafentzugstherapien sind sehr selten und dann nicht gravierend. Trotz vieler geprüfter Hypothesen ist die Ursache der antidepressiven Wirkung von Schlafentzug bisher nicht ausreichend geklärt.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Depressive symptoms are unspecific and occur in several psychiatric disorders. Sleep disturbances are also frequently present in depressed patients. As a consequence, it has been established that a number of modulations of the sleep-wake cycle can have an antidepressive effect. Total sleep deprivation or deprivation in the second half of the night have proven successful. The main limitation of the otherwise well tolerated treatment is the short duration of the antidepressive effect, which is mostly reversed in nearly all patients after the following night's sleep. New approaches are to shift the timing of sleep to earlier to ensure a possible longer-lasting effect. In clinical praxis the following manipulations should not be used: sleep deprivation in the first half of the night (not successful), REM-sleep deprivation (experimental setting), induced sleep prologation (negative risk-benefit-ratio). In addition to patients with affective disorders sleep deprivation has proved relevant in patients with schizophrenia (depressed and/or with predominantly negative symptoms) and premenstrual dysphoric disorder. Very few side effects have been reported. Although many hypotheses have been tested, the mechanism of action underlying the antidepressive effect of sleep deprivation is still unknown.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Pharmakologische Depressionsbehandlung
Pharmacological treatment of depression

B. Woggon

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich

(Summary)

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt der pharmakologischen Depressionsbehandlung steht die Anwendung von Antidepressiva. Durch die Entwicklung verschiedener antidepressiv wirksamer Substanzgruppen mit unterschiedlichen Wirkungskomponenten und Nebenwirkungsprofilen ist eine differenziertere Behandlung möglich geworden. Durch die Kombination von Antidepressiva mit anderen Medikamenten (Lithium, Carbamazepin, Benzodiazepine, Stimulantien, Neuroleptika, Schilddrüsenhormone, Östrogene) kann die Behandlung noch mehr verfeinert und wirksamer gestaltet werden. Die Kombination mit anderen biologischen Depressionsbehandlungen eröffnet zusätzliche therapeutische Möglichkeiten. Der Einbezug nicht-biologischer Therapien rundet das reichhaltige Angebot von nachgewiesenermaßen wirksamen Behandlungen ab.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

The pharmacological treatment of depression is focussed on antidepressants. Different substance groups with different biochemical mechanisms and side effects have antidepressant effects. Based on these different substances the pharmacological treatment of depression has become more and more differentiated. The combination of antidepressants and other drugs (lithium, carbamazepine, benzodiazepines, stimulants, antipsychotics, hormones) offers additional possibilities. The combination with other biological treatments of depression enlarges the spectrum of treatments. The inclusion of non-biological therapies makes the therapeutic possibilities with proven antidepressant efficacy rich and powerful.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Elektrokrampftherapie bei depressiven Erkrankungen
Electroconvulsive therapy for depressive illness

H. Folkerts

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Reinhard-Nieter-Krankenhaus, Wilhelmshaven
Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität, Göttingen

(Summary)

Zusammenfassung

Die Elektrokrampftherapie (EKT) ist auch heute eine der effektivsten Behandlungsmöglichkeiten schwerer depressiver Störungen. Allerdings hat die EKT in der Vergangenheit erheblich an der kontroversen und zum Teil bizarren Darstellung in den Medien gelitten. Auch viele Psychiater waren und sind verunsichert, ob die EKT trotz der Fortschritte der Pharmakologie ein notwendiges und sinnvolles Therapieverfahren ist. Die EKT ist aber heute nach vielen Verbesserungen eine sichere, effektive, schmerzlose und zuweilen lebensrettende Behandlungsmöglichkeit schwerer psychiatrischer Erkrankungen. Die Elektrokrampftherapie hat sich einem grundlegenden Wandel seit ihrer Einführung vor 65 Jahren unterzogen. Moderne Anästhesieverfahren, kontrollierte Oxygenierung, Überwachung mit Pulsoxymetrie und Muskelrelaxierung reduzieren die Risiken der Behandlung so sehr, daß die Risiken der EKT geringer sind als die der Pharmakotherapie. Für bestimmte Patientengruppen (ältere Patienten, Patienten mit medizinischen Begleiterkrankungen und schwangere Patientinnen) ist die EKT sogar sicherer als jede Alternative.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Electroconvulsive therapy (ECT) is the most effective treatment in all types of major depression. On the other side ECT has long suffered from controversial public image, a reputation that has effectively removed it as treatment option for many patients. Today ECT is an effective and safe treatment for those with severe mental illness. Electroconvulsive therapy has undergone fundamental changes since its introduction 65 years ago. It is no longer a memory-modifying, fearsome treatment pictured in films. Anesthesia, controlled oxygenation, and muscle relaxation make the ECT so safe that the risks are less as those which accompany the use of several psychotropic drugs. Indeed, for the elderly, the systematic ill, and pregnant women, electroconvulsive therapy is a safer treatment for mental illness than any alternative.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Diagnostik und Therapie der Depression im höheren Lebensalter
Diagnosis and therapy of late life depression

H. Gutzmann

Abteilung für Gerontopsychiatrie am Krankenhaus Hellersdorf, örtlicher Bereich
Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus, Berlin

(Summary)

Zusammenfassung

Die häufigste psychische Erkrankung im Alter ist die Depression. Wesentliche Prädiktoren sind körperliche Erkrankungen, Mangel an sozialem Kontakt und Behinderungen. Oft ergeben sich diagnostische Schwierigkeiten, weil das affektive Kernsymptom der Depression gegenüber somatischen Beschwerden zurücktritt. Die Zahl der behandelten Patienten nimmt mit dem Alter deutlich ab, obwohl psycho- wie pharmakotherapeutische Interventionen beim alten Patienten eine vergleichbare Erfolgsquote wie bei jüngeren aufweisen.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Depressive symptoms and dementia are the most frequent psychiatric disorders in late life. Somatic diseases, social isolation, and functional disability, interfering with the activity of daily life and social participation are among the relevant risk factors. The elderly are particularly prone to subsyndromal depression because of their increased tendency to alexithymia and somatisation, which masks the depression. There is a strong association between comorbid physical illnesses and depressive symptoms for a number of common medical disorders. Antidepressive therapy is proven to be as effective as in younger age groups. Medical treatment should consider the special pharmacological features of old age and should be combined with psychotherapy. When the notion that depression in older people is «justified» is no longer common sense, then successful treatment will be more likely.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


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Fallbeispiel
Maßgeschneiderte Therapie der Depression
Tailored therapy of depression

S. Odermatt-Edelmann

(Summary)

Zusammenfassung

Die maßgeschneiderte Depressionsbehandlung ist integrativ, sie bezieht alle für den Patienten wichtigen Therapiemöglichkeiten mit ein, in der Regel: Psychotherapie, Psychopharmakotherapie, Betreuung durch den Hausarzt und aktive Hilfe bei sozialen Schwierigkeiten. Bei vielen Patienten muß das Therapieangebot noch sehr viel breiter sein, z.B. Physiotherapie, Maltherapie, Nachhilfestunden, Tanz- und Bewegungsunterricht. Dieser integrative Ansatz ist nicht methoden-, sondern patienten-zentriert. Es ist sehr wichtig, die verschiedenen Methoden zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Tailored therapy means an integrative strategy, including all therapeutic possibilities important for the patient, usually: psychotherapy, psychopharmacotherapy, help of the general physician and active support for social problems. Many patients need far more therapies, for example physiotherapy, art therapy, help with homework, dance lessons. This integrative strategy is not focussed on a single therapeutic method but on the patient himself. It is very important, to choose for every method the right moment.

Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern


wwwadmin@HansHuber.com, 24. Januar 2000