| P.C. Colombani, Ch. Mannhart Ernährung im Sport Sport nutrition |
Zusammenfassung Summary |
| B.K. Ballmer-Weber Die hypoallergene Diät The hypoallergenic diet |
Zusammenfassung Summary |
| H. Kappeler Diabetesdiät 2000 Diabetes diet in theyear 2000 |
Zusammenfassung Summary |
| P. Horinger, R. Imoberdorf Junk food Revolution oder die Cola-Kolonisation Junk food revolution or the cola-colonization |
Zusammenfassung Summary |
| Ch. Wahl, B. Hess Nierensteine ist die Ernährung Trigger oder Therapeutikum? Kidney stones nutrition as trigger or treatment? |
Zusammenfassung Summary |
| M. Eichholzer Ernährung und Krebs Nutrition and cancer |
Zusammenfassung Summary |
| B. Morselli, B. Neuenschwander, R. Perrelet,
K. Lippuner Osteoporose-Diät Nutrition and osteoporosis |
Zusammenfassung Summary |
| T.B. Drüeke, P.M. Suter Die salzarme Diät Low salt diet |
Zusammenfassung Summary |
| P.E. Ballmer Mediterrane Diät gesund und trotzdem gut Mediterranean diet healthy and delicious |
Zusammenfassung Summary |
Zusammenfassungen / Summaries
INW Ernährungsbiologie, Eidgenössische Technische
Hochschule Zürich1
Sportwissenschaftliches Institut, Bundesamt für Sport, Magglingen2
(Summary)
Zusammenfassung
Die Basisernährung im Sport unterscheidet sich qualitativ kaum von der Ernährung eines gesunden Erwachsenen. Die energetische Verteilung der Makronährstoffe in bezug zur gesamten Energieaufnahme sollte 55 bis 60% Kohlenhydrate (hauptsächlich aus Lebensmittel mit tiefem glykämischem Index stammend), 10 bis 15% Protein und 25 bis 30% Lipide betragen. Im Breitensport richtet sich das Hauptaugenmerk in der Ernährung auf eine optimale Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsaufnahme, den zwei wichtigsten leistungsbestimmenden Faktoren. Bei den Kohlenhydraten dürfte eine Aufnahme von 5 bis 7 Gramm pro Kilogramm Körpermasse genügen. In den Tagen vor und nach einer intensiven physischen Belastung sollte die Einnahme jedoch auf 10 g pro Kilogramm Körpermasse erhöht werden, um eine optimale Vorbereitung sowie Regeneration der Belastung sicherzustellen. Die basale Flüssigkeitsaufnahme beträgt etwa 2 bis 3 Liter pro Tag. Sie muß aber durch eine den schweißbedingten Verlusten entsprechenden Aufnahme von 1,2 bis 1,5 Liter pro Liter Schweiß ergänzt werden.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
A sports diet is qualitatively similar to a diet of a healthy adult. Its main aspects are meeting the energy and fluid requirements, which in contrast to sedentary people can vary to a large degree in sportsmen. The relative contribution of the macronutrients to the energy consumption should make up 55 to 60% carbohydrates (mainly derived from low glycemic food), 10 to 15% protein, and 25 to 30% fat. The main focus of a diet for most recreational sport activities should be on an optimal carbohydrate and fluid intake, which are the two main limiting factors of most physical activities. Related to the body mass, the carbohydrate intake should amount to 5 to 7 grams per kilogram. During the days before and after an intense exercise session or competition, however, the intake should be raised to about 10 grams per kilogram body mass to ensure an optimal energetic preparation of and regeneration from the exercise bout. The water intake should be about 2 to 3 liters per day with an extra 1.2 to 1.5 liters to balance each liter of exercise-induced sweat loss.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
(Summary)
Zusammenfassung
Die hypoallergene Diät schlechthin gibt es nicht. Diätverordnungen im Rahmen einer Allergie oder Intoleranzreaktion leiten sich rational von der zugrundeliegenden allergologischen Diagnose ab. Nach einer Begriffsdefinition und Erläuterung zur Einteilung unerwünschter Reaktionen auf Nahrungsmittel wird auf die Krankheitsbilder aus dem allergologischen Formenkreis im weitesten Sinne eingegangen, bei denen der Einsatz einer Diät sinnvoll ist.
Bei einer echten, also IgE-vermittelten Allergie wird eine einfache Eliminationsdiät verordnet. Bei chronischen Beschwerden (z.B. chronische Urtikaria oder chronische Abdominalbeschwerden) kann nur selten eine Nahrungsmittelallergie als Krankheitsursache gefunden werden. Die Relevanz einer Sensibilisierung (Nachweis von spezifischen IgE auf Nahrungsmittel) kann hier mittels einer diagnostischen Eliminationsdiät und nachfolgenden oralen Provokationen mit verdächtigen Nahrungsmitteln belegt werden.
Bei Risiko-Kindern (ein oder beide Elternteile respektive Geschwister mit atopischer Erkrankung) ist eine präventive Diät während des ersten Lebensjahres empfehlenswert. Diese umschließt Stillen bis zum 6. Lebensmonat, spätes Einführen von solider Kost und Vermeiden von allergenen Proteinen (Kuhmilch, Eier, Fisch etc.) während des ersten Lebensjahres. Bei Intoleranzreaktionen stehen je nach Diagnose
eine additiva-freie Diät oder eine Diät arm an biogenen Aminen zur Verfügung. Da Patienten mit chronischer Urtikaria oder atopischem Ekzem zum Teil eine verminderte Histamintoleranz aufweisen, kann eine Diät arm an biogenen Aminen bei diesen Patienten allenfalls eine Verbesserung ihrer Beschwerden bewirken.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
A hypoallergenic diet in a proper sense does not exist. The prescription of a dietary treatment for allergic diseases or intolerance reactions is highly dependant on an exact allergologic diagnosis. An IgE-mediated allergy to food is treated by an elimination diet. In chronic disease, e.g. chronic urticaria or chronic abdominal symptoms, the relevance of specific IgE to food allergens can be proved by a diagnostic elimination diet, which is followed by oral provocation.
In children at risk for atopic diseases (one or both parents or siblings with atopic diseases) a preventive diet during the first year of life is recommended. The cornerstones of such a diet are breast feeding during the first six months of life, late introduction of solid food and the avoidance of allergenic proteins such as cow's milk, eggs and fish during the first year of life. In intolerance reaction an additiva free diet or a
diet with low content of biogenic amines may be recommended. Patients with chronic urticaria or atopic dermatitis may suffer from an intolerance to histamine. A diet with a low content of biogenic amines may improve the condition of these patients.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
(Summary)
Zusammenfassung
Die Diabetesdiät 2000 enthält zum größten Teil Kohlenhydrate. 50% bis 60% der Energieaufnahme sollen in Form von Kohlenhydraten eingenommen werden. Bei den Kohlenhydraten sind die nicht zu schnell resorbierbaren Formen zu bevorzugen. Dies wird an Hand des glykämischen Indexes erklärt. Der Anteil von Eiweiß und Fett soll je 20% der Gesamtenergiemenge nicht übersteigen. Fette sollen vor allem als Pflanzenfette und -öle eingenommen werden. Typ II B-Diabetiker, die abnehmen sollen, müssen vor allem bei der Fettaufnahme sparen. Insulinspritzende Diabetiker können durch gezielten Einsatz von schnell wirksamen Insulinen eventuelle «Diätsünden» korrigieren. Dies setzt aber ein sehr genaues Wissen über Diät- und Insulinwirkungsweise voraus
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Diabetes diet in the year 2000 consists essentially of carbohydrates. 50% to 60% of the total caloric intake has to be taken in form of carbohydrate. Slowly metabolised forms of carbohydrate should be preferred. Fat and proteins should not exceed more than 20% of the respective total caloric intake. Vegetable fats should be preferred compared to animal fats. Patients with type 2 diabetes who should loose weight have to be extremely careful regarding the fat intake. Insulin-dependent diabetics can correct mistakes in the carbohydrate intake by injecting fast insulins provided that they have in-depth knowledge of the mode of action of insulin and dietary experience.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Ernährungsberatung1 und Medizinische Klinik2, Kantonsspital Winterthur
(Summary)
Zusammenfassung
Existierte früher die Not der Menschen, sich Nahrung zu suchen, besteht heutzutage die Notwendigkeit sich für oder gegen Nahrungsmittel zu entscheiden. In den westlichen Industrienationen konnte unter diesen Überflußbedingungen sehr bald beobachtet werden, daß Menschen anders essen, als sie sich ernähren sollten.
Das war früher anders! Immer wieder kam es zu Fehlernten oder in Kriegs- und Nachkriegszeiten zu Hungerperioden. In solchen Zeiten besaß der sparsame Futterverwerter, der «thrifty genotype», einen deutlichen Überlebensvorteil.
Inzwischen hat sich die ehemals günstige genetische Konstellation in einen Nachteil verwandelt. Der ungefährdete Zugang zu Nahrungsmitteln führt zusammen mit einer Reduktion der körperlichen Aktivität in allen industrialisierten Ländern zu einer stetigen Zunahme von Übergewicht. Die Industrialisierung oder «Cola-Kolonisation» führt auch in den Entwicklungsländern zu einer dramatischen Zunahme von Übergewicht und Diabetes mellitus Typ II.
Die weltweite Verbreitung von Fast food Ketten hat die Ernährung grundlegend verändert. Bereits im frühen Kindesalter beginnt die systematische Beeinflussung. Mit ausgeklügelten Werbefeldzügen wird so ein ubiquitär vorhandenes Produkt zum Standard erhoben, an dem alles andere gemessen wird. Fast food ist gekennzeichnet durch einen hohen Fettanteil. Dabei werden auch eine beträchtliche Menge an trans Fettsäuren zugeführt. Die daraus resultierenden metabolischen Veränderungen führen zu einer Zunahme der Inzidenz und Mortalität an koronarer Herzkrankheit.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
In ancient times, the main problem was to get food. Nowadays the difficulty is to decide for or against some foodstuff. In industrialized countries, this abundance led to the fact that people eat differently from what they should. Traditional populations were subject to periods of feast and famine. Those with a metabolism which stored energy with high energetic efficiency had a survival advantage. This is called the 'thrifty' genotype hypothesis. With the secured supply of calories, coupled with a sedentary lifestyle, the thrifty genotype becomes disadvantageous, causing obesity. Industrialization or 'cola-colonization' also leads to a dramatic increase in obesity and non-insulin dependent diabetes mellitus in developing countries. The spread of fast food restaurants all over the world has changed modern nutrition fundamentally. Influence begins early in childhood. Advertising concentrates on the selling of image over substance. However, fast food contains high levels of fat, especially trans fatty acids. Higher consumption of trans fatty acids was associated with a higher incidence of and mortality from coronary heart disease.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Medizinische Klinik, Abteilung für Nephrologie,
Kantonsspital, Winterthur1, und
Medizinische Klinik, Spital Zimmerberg, Wädenswil2
(Summary)
Zusammenfassung
Nierensteine treten in bis zu 15% der Bevölkerung im Laufe des Lebens auf. Jährlich erkranken pro 100000 Einwohner 100 bis 400 Patienten an Nierensteinen. Innert 10 respektive 20 Jahren kommt es in 52% respektive 75% der Steinträger zu einem Rezidiv. Da die Urinübersättigung, welche die treibende Kraft jeglicher Kristallisation und Steinbildung im Harntrakt darstellt, direkt von den Ernährungsgewohnheiten abhängt, drängen sich bei Nierensteinpatienten Umstellungen der Ernährung auf. Allerdings können falsche Ernährungsempfehlungen, wie sie z.B. jahrzehntelang in Form der kalziumarmen Diät erfolgt sind, das Steinleiden auch fördern! Nebst dem allgemein anerkannten Nutzen einer hohen Flüssigkeitszufuhr (Harnmenge mindestens 2,5 Liter pro Tag) ist es deshalb heute entscheidend, daß die früher propagierte Einschränkung der Kalziumzufuhr bei Patienten mit kalziumhaltigen Nierensteinen endlich zu Gunsten einer genügenden Kalziumzufuhr (täglich 1200 mg) verlassen wird. Prospektive Studien an Zehntausenden haben einwandfrei bestätigt, daß
eine vermehrte Kalziumzufuhr mit einem geringeren Risiko der Steinbildung einhergeht! Aufgrund epidemiologischer Studien mit gehäufter Steinbildung unter proteiicher Ernährung ist zudem eine Einschränkung der Eiweißzufuhr auf ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich indiziert; dies entspricht auch allgemein gültigen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung. Schließlich haben neuere Untersuchungen gezeigt, daß die Ausscheidung von Zitrat, einem steinprotektiven Faktor, unter vermehrter Zufuhr von Gemüse und Früchten ansteigt. Die nachfolgenden Ausführungen geben eine Übersicht über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Steinbildung im Harntrakt und zeigen einfache und kostengünstige Maßnahmen auf, mit denen Steizidive verhindert werden können.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Kidney stones occur in up to 15% of the population. The incidence of stone disease is 0.10.4%, i.e. 100 to 400 out of 100000 people form a kidney stone every year. The recurrence rate is high, reaching 52% within 10 years and 75% within 20 years, respectively. Since urinary supersaturation, the driving force for crystallisation and stone formation, directly depends on nutritional habits, dietary recommendations are an important part of stone treatment. The benefit of urine dilution by means of a high fluid intake (urine volume at least 2.5 L/d) has been established by several studies. On the other hand, incorrect dietary recommendations, such as the restriction of calcium as advocated for decades, can even promote stone formation! Indeed, large prospective trials have clearly demonstrated that the risk for stone formation decreases with increasing daily calcium intake. It is therefore mandatory that low-calcium diet is finally abandoned in patients with calcium kidney stones and replaced by a sufficient calcium consumption, i.e. 1200 mg per day. Furthermore, epidemiological studies confirm that a diet rich in meat protein carries an increased risk for forming upper urinary tract stones; thus, daily protein intake should not exceed 1g/kg body weight, which corresponds with general recommendations for a healthy diet. Last but not least, more recent studies have shown that the consumption of high quantities of fruits and vegetables may protect against kidney stone formation, since it raises urinary excretion of citrate, an important inhibitor of crystallization. The present review emphasizes on the relations between nutrition and stone formation in the urinary tract and offers convenient and inexpensive measures for the prevention of recurrence of nephrolithiasis.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich
Bundesamt für Gesundheit, Fachstelle Ernährung, Bern
(Summary)
Zusammenfassung
Die Krebsentstehung wird wesentlich durch Umweltfaktoren beeinflußt und ist damit der Prävention zugänglich. Ernährung ist für etwa 35% der Krebsfälle (mit-)verantwortlich. Hier wird die Ernährungsepidemiologie der vier häufigsten Krebsarten der Schweiz besprochen. In der Brustkrebsentstehung scheint die lebenslange Östrogenexposition eine Rolle zu spielen. Hoher Alkoholkonsum, Übergewicht und Gewichtszunahme (Postmenopause) sind wahrscheinliche ernährungsbedingte Risikofaktoren. Für (tierisches) Fett/Fleisch sowie Früchte und Gemüse (invers) sind die Zusammenhänge schwächer. Hormonelles Ungleichgewicht scheint auch beim Prostatakrebs eine Rolle zu spielen. Von den untersuchten Ernährungsfaktoren erreicht keiner eine überzeugende Beweislage. Eine fett- und fleischreiche Ernährung erhöht, Gemüse senkt möglicherweise das Prostatakrebsrisiko. Selen und Vitamin E haben sich in Interventionsstudien als protektiv erwiesen. Lungenkrebs ist vor allem Folge des Zigaretteuchens. Hoher Gemüse- und Früchtekonsum reduziert den Lungenkrebs, aber es bleibt unklar, welche Inhaltsstoffe für die protektive Wirkung verantwortlich sein könnten. Interventionsstudien sprechen eher gegen einen protektiven Effekt von b-Karotin, und lassen in Hochrisikogruppen sogar einen krebsfördernden Effekt vermuten. Die Beweislage ist überzeugend, daß hoher Gemüsekonsum und körperliche Aktivität das Risiko des kolorektalen Krebs verringern. Alkohol und (rotes) Fleisch erhöhen wahrscheinlich das Risiko, an diesem Krebs zu erkranken. Insgesamt wird zur Krebsprävention empfohlen, in der Ernährung pflanzliche Produkte zu bevorzugen, den Konsum von Alkohol, Fett, (rotem) Fleisch und Salz zu reduzieren, Übergewicht zu vermeiden, nicht zu rauchen und körperlich aktiv zu sein. Die Ernährungstherapie von Krebskranken soll vor allem die Lebensqualität verbessern; die Prognose kann sie nur begrenzt beeinflussen.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The complex process of carcinogenesis is mainly due to environmental factors and therefore preventable. Diet may account for about 35% of cancer. This review presents the nutritional evidence for the development of the four most common cancers in Switzerland. The clearest risk factors for breast cancer are those associated with hormonal and reproductive factors. In relation to dietary factors, high alcohol intake, weight gain and adipositas (postmenopausal breast cancer) probably increase the risk of breast cancer. The evidence is less clear for the consumption of (animal) fat, meat, fruit and vegetables (inverse association). Hormones may also play an important role in the development of prostate cancer. There is no convincing evidence that any dietary factors modify the risk of prostate cancer. Diets high in vegetables are possibly protective, regular consumption of fat and meat possibly increase the risk. Intervention trials revealed protective effects of supplementation with selen or a-tocopherol. The main cause of lung cancer is cigarette smoking, and smokers whose diet is protective nevertheless remain at high risk. The evidence that diets high in vegetables and fruit protect against lung cancer is convincing, but it is not clear what constitutents are responsible for this effect. Intervention trials revealed no protective effect of b-carotene, and in high risk groups, lung cancer risk was even increased. There is convincing evidence that diets high in vegetables decrease the risk of colorectal cancer. The same is true for regular physical activity. Alcohol and consumption of diets high in (red) meat, probably increase the risk of colorectal cancer. For cancer prevention it is recommended to choose a predominantly plant-based diet, to avoid obesity, to reduce the intake of fat, (red) meat, alcohol and salt, not to smoke and to be physically active. The main aim of nutritional therapy of cancer patients is to improve quality of life, whereas the effect on life expectancy is very limited.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Einheit für Osteoporose, Universitätsspital/Inselspital Bern
(Summary)
Zusammenfassung
Um zur Prävention der Osteoporose beizutragen, sollte eine Diät idealerweise folgende Kriterien erfüllen: Osteoporosediät ist keine Kalorieduktionsdiät, da Körpergewicht und Knochenmasse positiv miteinander assoziiert sind. Die Osteoporosediät soll den jeweiligen Calciumbedarf, der unter anderem vom Alter abhängt, voll abdecken. Fasern der Weizenkleie, Phytat und Oxalat aus Bohnen, Spinat und Rhabarber sowie Koffein sollten mit Vorsicht genossen werden, da sie die gastro-intestinale Calciumabsorption beeinträchtigen. Eine chronische nutritiv-bedingte Säurebelastung des Körpers äußert sich in einer gesteigerten Calciurie und kann sich insbesondere in Kombination mit einer geringen Calciumzufuhr ungünstig auf den Knochen auswirken. Ausschlaggebend ist dabei die PRAL (Potential Renal Acid Load) eines Nahrungsmittels, d.h. dessen Potential, während der Verstoffwechselung Säure zu produzieren. Fleischprodukte, aber auch proteiiche Käsesorten haben eine hohe PRAL, Milch und Joghurt eine niedrige. Früchte und Gemüse (mit Ausnahme von Spargeln) weisen eine negative PRAL auf, wirken also alkalisierend und sind demzufolge günstig für den Knochenmetabolismus. Die Osteoporosediät verbietet eine hohe Kochsalzzufuhr, da diese via pH-Verschiebung ebenfalls zur erhöhten Calciumausscheidung im Urin führt. Eine ausreichende Eiweißzufuhr muß andererseits gewährleistet sein, damit die für die Knochenmatrix-Synthese essenziellen Aminosäuren zur Verfügung stehen. Das Verhältnis Calcium (mg) zu Protein (g) sollte dabei möglichst 20:1 nicht unterschreiten. Wesentliche Bestandteile der Osteoporose-Diät sind außerdem Magnesium sowie die Vitamine B6 (Kollagenbildung), B12 (Osteoblastenaktivität), C (Kollagensynthese), D (intestinale Kalziumabsorption, Osteoblastenaktivität), E (Knochenwachstum) und K (Gammacarboxylierung von Osteokalzin und Matrixproteinen). Eine exzessive Zufuhr von Vitamin A wirkt sich schädlich auf den Knochen aus. Die Spurenelemente Kupfer, Mangan und Zink sind unentbehrlich für das Knochenwachstum. Phytoöstrogene haben in der vom Menschen aufgenommenen Menge kaum Auswirkungen auf den Knochen.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Bone requires a wide variety of nutrients to develop normally and to maintain itself after growth. Most important in the sense that bony abnormalities are associated with their deficiencies are protein, calcium, phosphorus, vitamin D, C and K, zinc, manganese and copper. The nutrients most likely to be deficient in citizens of industrialized countries are calcium and vitamin D. In this review of the current literature about nutritional aspects of osteoporosis, we have focused on factors influencing calcium requirement: the principal interacting nutrients are sodium, protein, caffeine, fiber, oxalate, phytate, and the acid/alkaline ash character of the overall diet. Fiber and caffeine decrease calcium absorption from the gut and typically exert relatively minor effects, while sodium, protein and the acid/alkaline balance of the diet increase urinary excretion of calcium and are of much greater significance for the calcium homeostasis. Alkali buffers, whether vegetables or fruits reverse this urinary calcium loss. As long as accompanied by adequate calcium intake, protein-rich diet is not deleterious to bone: a calcium-to-protein ratio of 20:1 (mg calcium/g protein) is recommended. Whether a nutrition-based therapeutic approach to osteoporosis is feasible in the near future is yet unclear: at least there are some recent promising data from in-vitro as well as from rat studies showing that extracts taken from various vegetables, mainly from the onion family inhibit bone resorption in a dose-dependent manner.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Unité 507 de l'INSERM und Service de Néphrologie, Hôpital Necker, Paris
Medizinische Poliklinik, Universitätsspital Zürich, Zürich
(Summary)
Zusammenfassung
Die Debatte über die Rolle der Salzzufuhr bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des Bluthochdrucks hält an. Dies ist darauf zurückzuführen, daß Natriumchlorid einer der ersten Faktoren war, dem eine solche Rolle zugeschrieben wurde. Eine weitere Ursache liegt darin, daß in den vergangenen Jahren eine Vielzahl anderer, die sogenannte «essentielle» Hypertonie begünstigender oder aufrechterhaltender Faktoren gefunden wurde, ohne daß aber einem einzigen Faktor alleine eine vorrangige Bedeutung zugeschrieben werden konnte. Diese Faktoren sind sowohl genetischer Natur als auch von der Umwelt abhängig. Häufig müssen mehrere dieser Faktoren gleichzeitig vorhanden sein, um die Blutdruckregulation ins Ungleichgewicht zu bringen. Da Natriumchlorid bei mehreren Krankheitszuständen die Retention von Natrium und Wasser fördert (z.B. bei Herz-, Leber- und Niereninsuffizienz) und da bei rund 40% der Patienten mit essentieller Hypertonie die Blutdruckwerte durch hohe Natriumchloridzufuhr gesteigert werden können, wird häufig voreilig gefolgert, daß eine relative hohe Salzeinnahme bei den meisten gesunden Menschen zur Hypertonie führen müsse und dies durch eine salzarme Diät verhindert werden könne. Hierfür gibt es aber keine überzeugenden Beweise, wenn auch eine kleine Zahl von Wissenschaftlern seit Jahrzehnten das Gegenteil behauptet. Zwei vor kurzem erschienene Meta-Analysen zeigten, daß die von der Allgemeinbevölkerung in den hochentwickelten Ländern der westlichen Welt verzehrte Salzmenge beim Hochdruck nur eine verhältnismäßig geringe Rolle spielt. Wenn man der Entstehung des Bluthochdrucks oder seiner Förderung entgegenwirken möchte, sollte man sich auf andere modifizierbare Umweltfaktoren konzentrieren, wie z.B. eine höhere Zufuhr von anderen Nahrungselementen wie Kalium, Kalzium und Magnesium oder die Förderung der körperlichen Aktivität, die Kontrolle des Übergewichts und der Adipositas sowie den exzessiven Alkoholkonsum.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The debate about the importance of salt in the pathogenesis and treatment of hypertension is still ongoing. The importance of salt is rooted on several factors. First, salt is one of the first factors who has been identified to be of potential importance in blood pressure regulation. Second, during the last decades several other pathogenetic risk factors for essential hypertension have been identified, however, without the identification of one single predominant risk factor. These risk factors include different genetic factors and predispositions as well as modifiable environmental factors. For the development of hypertension usually several of these risk factors have to be present. In miscellaneous disease conditions, such as heart failure, salt induces a sodium and volume retention. Accordingly it is often falsely concluded that salt will lead to a volume retention and hypertension in all subjects and that a salt restriction will lead to a normalization of an elevated blood pressure. Although about 40% of the patients with essential hypertension are salt sensitive, the concept of salt sensitivity is not valid for all subjects of a population. Accordingly one can not conclude that a general salt restriction would be a cure for hypertension. The therapeutic priority in the non-pharmacological prevention and/or therapy of hypertension lies usually in the control of other risk factors than salt intake. These risks include overweight and obesity, alcohol consumption and physical inactivity. These concepts are supported by several recent meta-analysis.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
(Summary)
Zusammenfassung
Die mediterrane Ernährungsweise ist charakterisiert durch einen hohen Anteil an einfach-ungesättigten Fettsäuren (speziell Olivenöl) bei geringer Zufuhr gesättigter Fettsäuren (Fette tierischer Herkunft außer Fisch). Große Mengen an Früchten, Gemüsen, Cerealien (Getreideprodukte, vor allem Brot) und mäßiger (aber auch regelmäßiger) Weinkonsum sind weitere typische Merkmale. Entgegen landläufiger Meinungen spielt dabei die Art des Olivenöls eine untergeordnete Rolle, d.h. kaltgepreßte, extra virgine Olivenöle scheinen keine zusätzlichen günstigen Gesundheitseffekte gegenüber üblichen Olivenölen mit sich zu bringen. Eine Alternative zum Olivenöl ist das Rapsöl, welches eine ähnliche Zusammensetzung hat. Aufgrund neuester wissenschaftlicher Arbeiten führt die mediterrane Ernährungsweise, sekundärprophylaktisch eingesetzt nach Myokardinfarkt, zu einer signifikanten Erniedrigung der Gesamtmortalität, des kardialen Todes und nicht tödlicher Reinfarkte. Neben der günstigen Wirkung auf die Blutlipide (Erniedrigung des LDL-Cholesterins und Erhöhung des HDL-Cholesterins) durch einfach-ungesättigte Fettsäuren werden weitere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe der mediterranen Diät diskutiert. Antioxidative Vitamine (Vitamin E, C und Betakarotin) und phenolische Substanzen (z.B. Flavonoide, wie Quercetin und Resveratrol) führen neben anderen Wirkungen zu einer verminderten Oxidationsrate des LDL-Cholesterins, welches erst in oxidierter Form atherogen wirkt.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Mediterranean diets are characterised by a high portion of monounsaturated fatty acids (in particular olive oil) and a low intake of saturated fatty acids (from animal origin apart from fish). Moreover, high intakes of fruits, vegetables, cereals (in form of bread), and moderate (regular) wine consumption are typical for the mediterranean diet. Contrary to the current opinion, extra virgine olive oil has no advantage compared to ordinary olive oil. Canola oil is an alternative to olive oil because of its similar fatty acid composition. Based on the new medical literature, mediterranean diet has strong secondary preventive effects after myocardial infarction resulting in a decrease of total mortality, cardiac death and non fatal reinfarction. The high portion of monounsaturated fatty acids in olive oil cause a decrease in LDL cholesterol and an increase in HDL cholesterol. In addition, antioxidative vitamins such as vitamin E, C and betacarotene and phenolic substances such as the flavonoids, e.g. quercetin and resveratrol, decrease the oxidation of LDL cholesterol and thus atherogenicity. Mediterranean diet has at least no negative effects in the initiation and promotion of cancer, however, its potential positive effects are so far less well known.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 3, © 2000 Verlag Hans Huber Bern