| A. Cavigelli, A. Curt Differentialdiagnose der akuten Rückenmarkerkrankungen Differential diagnosis in acute spinal cord diseases |
Zusammenfassung Summary |
| A. Cavigelli Toxisch-metabolisch und physikalisch induzierte Myelopathien Toxic-metabolic and physical induced myelopathies |
Zusammenfassung Summary |
| A. Curt Spinale Kompressions-Syndrome und Durchblutungsstörungen Disorders due to spinal cord compression |
Zusammenfassung Summary |
| A. Curt Neurologische Diagnostik spinaler Erkrankungen Neurological diagnosis of spinal cord disorders |
Zusammenfassung Summary |
| V. Dietz Grundlagen und Therapie der Spastik Pathophysiology and treatment of spasticity |
Zusammenfassung Summary |
| B. Schürch Blasendysfunktion nach spinalen und peripheren Nervenläsionen Bladder dysfunction following spinal and peripheral nerve disease |
Zusammenfassung Summary |
| B. Rodic, A. Cavigelli Schmerztherapie nach Rückenmarkläsion Peripheral and central neuropathic pain syndromes |
Zusammenfassung Summary |
Zusammenfassungen / Summaries
Zusammenfassung
Es werden die wichtigsten Differentialdiagnosen akut auftretender Querschnittlähmungen nicht-traumatischer Ursache besprochen. Zur Behandlung dieser Patienten muss ein breites diagnostisches und therapeutisches Spektrum berücksichtigt werden. Nicht-traumatische Rückenmarkläsionen umfassen entzündlich, vaskulär, tumor und metabolisch bedingte Ursachen, die rasch diagnostiziert und spezifisch behandelt werden müssen. Die weitere Rehabilitation dieser Patienten wird ähnlich wie bei traumatischer Rückenmarkläsion durch das neurologische Defizit und die Prognose der Erkrankung bestimmt.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
We discuss the most important differential diagnosis in acute non traumatic spinal cord lesions. To therapy these patients, a large diagnostic and therapeutic spectrum must be considered. Nontraumatic spinal cord lesions include inflammatoric, immunologic, toxic-metabolic and physical reasons, tumours, bleedings, myelomalazies, neurodegenerative myelopathies and spinal deformities. The aimes of rehabilitation of these patients are almost similar to patients with tramatic spinal cord injured.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Myelopathien können auch durch Drogen, Mutterkorn-Alkaloide, Kichererbsen, Avitaminosen und durch Strahlenexposition verursacht werden. Nebst den Zeichen der gestörten Sensomotorik soll auch die Klinik der neurovegetativen Störungen wie Blasen-, Darm-, Sexual- und Kreislaufstörungen beachtet werden.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The differential diagnosis in patients with spinal cord disorders is sometimes very difficult. There is an overview about important toxic-metabolic myelopathies, like drugs, ergotamines, Kichererbsen, avitaminosis, diving accidents and radiation exposition. Beside the cause- and the senso-motoric therapy, disturbances bladder-, bowel-, sexual and cardiovascular disorders needs a specialised therapy.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Spinale Kompressionssyndrome und Durchblutungsstörungen zählen zu den häufigsten nicht-traumatischen Krankheitsprozessen, die zu einer akuten Querschnittlähmung mit Para- und Tetraplegie führen. Im Besonderen die spinalen Kompressionssyndrome bedürfen einer raschen Diagnose, da hier die rechtzeitige operative Dekompression von großer prognostischer Bedeutung für die neurologische Entwicklung des Patienten ist. Selbst bei den malignen spinalen Erkrankungen ist aus rehabilitations-medizinischer Sicht in frühen Stadien für den Patienten noch eine wesentliche Beeinflussung der Lebensqualität zu erzielen. Bei den chronischen Kompressionssyndromen liegt der Schwerpunkt auf der frühzeitigen Begrenzung der weiteren Progredienz von neurologischen Ausfällen, da die Rehabilitation eines Defektstadiums immer mit erheblichen funktionellen Defiziten verbunden bleibt. Die Differentialdiagnose der spinalen Kompressionssyndrome ist sehr weitgespannt und bedarf einer interdisziplinären Abklärung. Die Diagnose von spinalen Durchblutungsstörungen ist oft im Sinne einer Ausschlussdiagnose zu erzielen und die Behandlung ist auf die Vermeidung zusätzlicher kardio-vaskulärer Komplikationen und spinaler Minderdurchblutungen ausgerichtet.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Disorders due to spinal cord compression or ischemic spinal cord lesions represent the most relevant non-traumatic spinal cord injuries causing acute para- and tetraplegia. In acute spinal cord compression early diagnosis is most reasonable to indicate early operative intervention with decompression to prevent progressive neurological deficits. In patients suffering from malignant disorders the indication for operation is directed to maintain quality of life in an appropriate level (pain treatment, mobility by wheelchair). In chronic spinal cord compression operations are aimed to prevent the development or progression of neurological deficits, as the outcome of rehabilitation is very much dependent to the neurogenic damage. In ischemic spinal cord lesion therapy is restricted to prevent further cadio-vascular complications which addionally induce spinal cord dysfunction.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Die standardisierte klinisch-neurologische Untersuchung bei
Patienten mit Rückenmarkerkrankungen ist die wichtigste Voraussetzung,
um weitere neurophysiologische, neuroradiologische und neuroorthopädische
Untersuchungen gezielt einsetzen zu können. In Ergänzung
zur klinischen Untersuchung ermöglicht die neurophysiologische
Diagnostik die Schwere und Ausdehnung einer Funktionsstörung
im Bereich des Rückenmarks zu objektivieren. Dies ist von
besonderer Bedeutung bei auffälligen spinalen (neuro-)radiologischen
Befunden, deren funktionelle Bedeutung aus der Bildgebung oftmals
nicht eindeutig zuordbar ist.
Die standardisierte klinisch-neurologische Untersuchung legt die
motorische und sensible Läsionshöhe getrennt fest und
erfasst die neurologischen Ausfälle semiquantitativ, um Verlaufsuntersuchungen
zur Beurteilung der spinalen Ausfälle zu ermöglichen.
Untersuchungen der somatosensibel evozierten Potentiale (SSEP),
der motorisch evozierten Potentiale (MEP) und die Elektroneuromyographie
(ENMG) ermöglichen zusätzlich bei eingeschränkt
kooperationsfähigen Patienten eine Beurteilung der Rückenmarkläsion
und Störungen des peripheren oder zentralen Nervensystems
zu unterscheiden.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The clinical assessment of neurological deficits using a standardized protocol in spinal cord disorders is most important for indicating further (neuro)-radiological, neurophysiological and orthopedic examinations. By neurophysiological technics the clinical examinations can be supplemented not only in patients, who are not able to cooperate. Furthermore the latter technics are able to assess in how far findings in neuroradiological examinations can be related to clinically complained symptoms. The clinical examination should define the spinal level of lesion for motor and sensory function separately and use a semiquantitative scoring system of neurological deficits, which is most relevant for follow-up examinations. Performing motor evoked potentials (MEP), somato-sensory evoked potentials (SSEP) and electromyographic recordings allows to distinguish between lesions of the central and peripheral nervous system and to assess disturbances of spinal cord function.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Nach einer akuten zentralen Läsion kommt es zuerst zu einer «Schock»-Phase mit schlaffem Muskeltonus, danach entwickelt sich ein spastisches Syndrom. Dieses ist klinisch durch eine Muskeltonuserhöhung und gesteigerte Reflexe sowie eine charakteristische Bewegungsstörung gekennzeichnet. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die spastische Bewegungsstörung wesentlich durch sekundäre Veränderungen der Antigravitations-Muskulatur verursacht ist, die eine spezifische Behandlung erfordert. Die gesteigerten Muskeleigenreflexe spielen eine nur untergeordnete Rolle.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11 © 2000 Verlag Hans Huber Bern
An acute central nervous system lesion is followed by a phase of «shock» with flaccid muscle tone. After some weeks the syndrome of spastic paresis develops which is characterized by increased muscle tone and exaggerated tendon tap reflexes. During the last years it could be shown that the characteristic spastic movement disorder is mainly due to secondary changes of muscle properties which require a specific treatment. Exaggerated reflexes do only little contribute to the movement disorder
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Blasenfunktionsstörungen können als Folge von multiplen
Schäden entlang der Neuraxis entstehen, von kortikalen Läsionen
bis zu distalen muskulären Innervationsstörungen.
Die neurogenen Blasenstörungen führen, wenn nicht adäquat
versorgt, zu einer Reduzierung der Lebensqualität, z.B. dem
Auftreten einer Harninkontinenz. Mittel- und langfristig können
daraus bei einigen Patienten lebensbedrohliche und lebensverkürzende
Funktionsstörungen entstehen.
In diesem Artikel wird bewusst nur auf Blasenstörungen nach
Schädigungen spinaler Nervenbahnen und peripheren Nervenausfälle
eingegangen und auf die Beschreibung der Miktionsstörungen
nach kortikalen Läsion verzichtet.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Disturbances in bladder function might occur as consequence of multiple neurological diseases involving any neurological pathways connecting the brain to the peripheral organ. Bladder dysfunction, especially resulting incontinence leads to impaired quality of life, if not adequately treated. Moreover, impaired voiding function might result in renal damage and finally in renal insufficiency. In this paper various causes of neurogenic bladder dysfunction, resulting from spinal cord disease or peripheral nerve damages are described. Neurogenic voiding disorders secondary to cortical lesions or diseases at the level of the basal ganglia or brainstem have been voluntarily omitted.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Ein bedeutender Teil der rückenmarkgeschädigten Patienten leidet an chronischen Schmerzen. Besonders belastend und invalidisierend ist das neuropathische Schmerzsyndrom. Der Schmerz hat hier nicht mehr die Funktion eines protektiven Warnsignals, sondern stellt sich als dominierendes Symptom der Rückenmarkläsion dar. Es ist nicht selten mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden. Der Weg zur Diagnose und die zur Verfügung stehenden therapeutischen Maßnahmen werden aufgezeichnet.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
An important part of patients with spinal cord disorder suffers chronic pain. Especially the neuropathic pain syndrome is a problem. The pain lost his function of a protective warning sign, it can reduce the quality of life dramatically. We show the diagnosis and pharmacotherapy in neuropathic pain syndromes in patients with spinal cord disorder.
Therapeutische Umschau, Band 57, 2000, Heft 11, © 2000 Verlag Hans Huber Bern