| R.B. Holzer Schutz gegen Stechmücken Protection against mosquito bites |
Zusammenfassung Summary |
| Ch.F.R. Hatz und die Mitglieder der erweiterten
Schweizerischen Arbeitsgruppe für Reisemedizin (SAR) B. Beck, Basel, J. Blum, Basel, M. Funk, Zürich, H. Furrer, Bern, B. Genton, Lausanne, B. Holzer, Thun, L. Loutan, Genève, K. Markwalder, Zürich, P.-A. Raeber, Bern, P. Schlagenhauf, Zürich, G. Siegl, St Gallen, R. Steffen, Zürich, D. Stürchler, Bern, R. Wyss, Zürich Malaria-Chemoprophylaxe 2001 Malaria chemoprophylaxis 2001 |
Zusammenfassung Summary |
| T. Löscher, H.D. Nothdurft Malaria-Schnelltests und Notfall-Selbsttherapie Malaria - rapid diagnostic tests and stand-by treatment |
Zusammenfassung Summary |
| M. P. Stürchler, R. Steffen Impfungen für Auslandreisende - Neue Evidenz und Empfehlungen Vaccination for travellers - new evidence and recommendations |
Zusammenfassung Summary |
| K. Markwalder Reisedurchfall Travelers' Diarrhea |
Zusammenfassung Summary |
| G. Schubiger Reisen mit Kleinkindern Travelling with young children |
Zusammenfassung Summary |
| K. Markwalder Reiseapotheke First aid kit for travellers |
Zusammenfassung Summary |
| M. Rossi, H. Furrer Reisemedizinische Aspekte bei HIV-infizierten Patienten Travel medicine for HIV-infected persons |
Zusammenfassung Summary |
| M. Maggiorini Trekking und die Höhenkrankheit Trekking and high altitude illness |
Zusammenfassung Summary |
| T. Junghanss, M. Bodio Giftschlangenbisse: Prävention - Erste Hilfe - ärztliche Versorgung Snakebites - prevention, first aid, clinical management |
Zusammenfassung Summary |
| R. Wyss, U. Stössel, S. Muff Flugreisen - ein Krankheitsrisiko? Risk of medical condition affected by air travel |
Zusammenfassung Summary |
Zusammenfassungen / Summaries
Zusammenfassung
Der Schutz gegen Stechmücken, die Malaria-Parasiten und
andere Erreger übertragen können, wird
immer wichtiger, da sich die Probleme bei der Behandlung und Prophylaxe
der Malaria nicht mit Medikamenten allein lösen lassen. Plasmodium
falciparum, der Erreger der gefährlichen Malaria tropica,
ist gegen verschiedene Malariamittel resistent geworden. Einige
dieser Arzneimittel weisen solche unerwünschte Wirkungen
auf, dass sie nicht oder nur unregelmäßig eingenommen
werden. Die in Endemiegebieten lebende Bevölkerung ist zudem
nicht in der Lage, diese Medikamente zu bezahlen. Ein Schutz vor
Insektenstichen, eine sogenannte Expositionsprophylaxe, kann mit
Repellentien, Insektiziden oder physikalischen Maßnahmen
durchgeführt werden. Repellentien sind Substanzen, welche
auf die Haut aufgetragen, Mücken wirksam fernhalten sollen.
Goldstandard ist noch immer das gut wirksame und am besten dokumentierte
Diäthylmethylbenzamin (DEET). Die neue seit 1998 erhältliche
Substanz Bayrepel® (Hydroxyäthyl Isobutyl Piperidin Carboxylat)
scheint ebenso wirksam zu sein. Insektizide hingegen wirken direkt
toxisch auf das Nervensystem der Insekten. Meistens werden synthetische
Pyrethroide angewendet, die biologisch abbaubar sind und kaum
ökologische Probleme aufweisen. Sie können als Spray,
in Form von Verdunstersystemen oder als Räucherspiralen eingesetzt
werden. Einen entscheidenden Fortschritt hat die Kombination von
Insektiziden mit physikalischen Maßnahmen ergeben. Die Anwendung
von Bettnetzen, die mit Pyrethroiden imprägniert sind, kann
während mehrerer Monate das Risiko einer Malariainfektion
erheblich reduzieren. Ultraschallgeräte, Lichtfallen und
Vitamin B1 erfreuen sich seit Jahrzehnten bei den Konsumenten
großer Beliebtheit, obwohl deren Wirkungslosigkeit wissenschaftlich
gut dokumentiert ist.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
The protection against arthropods especially disease transmitting mosquitoes is becoming more and more important. The problems with drugs used for treatment and prophylactic of malaria are rapidly growing due to emergence of resistant parasites and unwanted side effects. Furthermore the population living in endemic area often can't afford the new expensive drugs. A safe and effective way of preventing insect bites is needed. One can prevent arthropod born diseases by avoiding insect bites through physical and chemical means or a combination of both. Repellents are substances applied to the skin, which effectively prevent insects from biting. The gold standard is still Diethylbenzamine (DEET), which is highly effective, well documented and in use for more than 50 years. The new repellent Bayrepel® (hydroxyethyl isobutyl piperidin carboxylate) available to the consumer since 1998, seems to have an efficacy comparable with DEET. Insecticides have a direct toxic effect on the nervous system of arthropods. Mainly synthetic pyrethroids, which produce less ecological problems than the older products, are used. They are supplied in form of sprays, vaporising mats or coils. An important progress is the combination of insecticides with physical means. Insecticide treated bed nets or clothes give an excellent protection. Topical or systemic Vitamin B1, acoustic devices and electrocuters are still sold and widely used although their complete ineffectivity is documented in many studies.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Jährlich werden 20000 bis 30000 importierte Fälle von Malaria in industrialisierten Ländern diagnostiziert, in der Schweiz sind es rund 700 Erkrankungen. Neben der Expositionsprophylaxe wird in Hochrisikoländern eine Chemoprophylaxe empfohlen. Darunter versteht man die regelmäßige Einnahme eines Malariamedikamentes in sub-therapeutischer Dosierung zur Unterdrückung einer symptomatischen Infektion. Die Einnahme der aktuell gebräuchlichen Medikamente beginnt in der Regel eine Woche vor der Abreise und wird bis einschließlich vier Wochen nach der Ausreise aus einem Malariagebiet fortgesetzt. In der Schweiz stehen Mefloquin, Doxycyclin, Chloroquin plus Proguanil sowie vermutlich bald Atovaquone plus Proguanil für die Chemoprophylaxe zur Verfügung.Bedeutung sind.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
An estimated 20000 to 30000 cases of imported malaria are annually diagnosed in industrialised countries. Some 700 of them concern Swiss travellers and foreign guests. Exposure prophylaxis and chemoprophylaxis for high risk destinations lower the risk of malarial disease. The latter is defined as regular intake of antimalarial drugs in subtherapeutic dosage in order to suppress the development of clinical disease. Drugs are usually taken from one week before travel until four weeks after return from an endemic area. Mefloquine, doxycycline, chloroquine plus proguanil, and presumably soon also atovaquone plus proguanil are available in Switzerland for chemoprophylaxis.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Die Empfehlungen der WHO enthalten die Option der Notfall-Selbsttherapie
(NST) für Reisende in Malariagebiete, in denen eine medizinische
Versorgung innerhalb von 24 Stunden nicht erreichbar ist. Indikation
und Auswahl geeigneter Medikamente zur NST hängen ab von
der Durchführung einer Chemoprophylaxe und den hierzu angewandten
Medikamenten, der Resistenzsituation vor Ort und Kontraindikationen
und Unverträglichkeiten beim einzelnen Reisenden.
Die Diagnose einer Malaria allein aufgrund des klinischen Bildes
ist jedoch unzuverlässig. Andererseits ist Fieber ein häufiges,
bei Tropenreisenden auftretendes Symptom. Die Möglichkeit
einer Malaria muss bei allen unklaren fieberhaften Erkrankungen
erwogen werden, die nach dem siebten Aufenthaltstag in Malariagebieten
auftreten. Untersuchungen bei europäischen Reisenden zeigen,
dass nur 0,5 bis 1,4% aller Reisenden, denen Medikamente zur Mitnahme
für eine NST verschrieben wurden, diese auch tatsächlich
eingenommen haben. Bei Reisenden mit Fieber (8,1 bis 10,4% aller
Reisenden) lag die NST-Anwendungshäufigkeit bei 4,9 bis 17%,
wobei nur in 10,8 bis 16,7% der NST-Fälle retrospektiv eine
Malaria bestätigt werden konnte.
Nach der Einführung von Malaria-Schnelltests liegt es nahe zu überlegen,
dem Reisenden derartige Tests mitzugeben, um die Entscheidungsgrundlage für
eine notfallmäßige Selbstbehandlung zu verbessern. Allerdings erwies
sich die Anwendung der zur Zeit verfügbaren Schnelltests durch Reisende
als problematisch. Gesunde Testpersonen waren zwar in der Lage, die Durchführung
des Tests zu erlernen, insbesondere, wenn die schriftliche Testanleitung durch
mündliche Information ergänzt wurde (75 vs. 90% erfolgreiche Durchführung).
Die Interpretation der Testergebnisse war jedoch unbefriedigend und ergab
eine hohe Rate falsch negativer Befunde (14,1%). In einer Studie bei europäischen
Touristen mit fieberhaften Erkrankungen in Kenia waren nur 68% der Patienten
in der Lage, den Test korrekt durchzuführen und zehn von elf Patienten
mit mikroskopisch bestätigter Malaria tropica gelang es nicht, eine Selbstdiagnose
mittels Schnelltest zu stellen.
Daher sind neben einer adäquaten Testeinweisung vor Abreise
technische Verbesserungen der Malariaschnelltests erforderlich,
bevor diese zum Selbstgebrauch für Reisende empfohlen werden
können.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
WHO recommendations have adopted the option of stand-by emergency
treatment (SBT) for travellers to areas where malaria is endemic
and medical attention may not be obtained within 24 hours after
onset of symptoms. Indication and choice of drugs for SBT depend
on use and kind of a chemoprophylactic regimen, situation of plasmodial
resistance at the destination, and contraindications and tolerability
in the individual traveller.
However, the diagnosis of malaria on clinical grounds alone is
unreliable, and fever occurs frequently during travel to malaria
endemic areas from various reasons. The possibility of malaria
has to be considered in all cases of unexplained fever that starts
after the 7th day of stay in an endemic area. Studies in European
travellers have shown that only 0.5-1.4% of all travellers to
whom SBT medication has been prescribed, will finally use it.
SBT use in febrile travellers (8.1-10.4% of all travellers) has
been 4.9-17%, but plasmodial infection could be confirmed retrospectively
in 10.8-16.7% of SBT-users only.
The recent introduction of rapid diagnostic tests (RDT) for malaria
has provided a potential tool to self-diagnose and treat a possible
malaria attack when medical attention or microscopic diagnosis
is not available. However, the utilisation of currently available
RTDs by travellers has been shown to be technically problematic.
Healthy volunteers were able to learn how to perform the tests,
especially when standard written instructions were supplemented
with verbal information (75 vs. 90% successful performance). But
their interpretation of test results was unsatisfactory, with
a high rate of false-negatives (14.1%). In another study in febrile
European tourists in Kenya, only 68% of patients were able to
perform the RDTs correctly, and 10 out of 11 with microscopically
confirmed malaria failed to diagnose themselves accurately. Thus,
besides appropriate training before departure, technical improvements
are required before such RDT kits can be recommended for self-use
by travellers.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Impfungen sind einfache und effektive Maßnahmen zur Verhinderung
von Reisekrankheiten. Compliance-Probleme sind gering, da alle
Impfungen noch vor Abreise verabreicht werden und bei manchen
Impfungen nur eine Dosis für den zuverlässigen Schutz
nötig ist. Für jeden Reisenden sind die Hepatitis A-
und die Diphtherie-Tetanus-Impfung empfohlen, für Asien und
Afrika auch die Polioimpfung. Bei Reisen >30 Tagen, jüngeren
Personen und Reisenden mit Risikoverhalten sollte immer auch eine
Hepatitis B-Impfung, eventuell als Kombination mit Hepatitis A
in Betracht gezogen werden. Je nach Reisestil, -destination und
-dauer können auch weitere Impfungen wie z.B. die Typhus-,
Tollwut-, Zeckenenzephalitis-, Grippe-, Masern-Mumps-Röteln-,
Gelbfieber-, Meningokokkenmeningitis- und die Japanische Enzephalitis-Impfung
in Frage kommen. Mehrere Impfungen können gleichzeitig verabreicht
werden - eine Staffelung ist nicht nötig.
i BAG Supplementum VI, Stand Juli 2000 «Impfungen für
Auslandreisende»;
http://www.admin.ch/bag/infekt/prev/reisemed/index.htm;
Safetravel http://www.safetravel.ch; Tropimed
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Vaccinations are an easy and highly effective way to keep travellers healthy. There are few problems with compliance, as all vaccinations are administered pre-travel and many vaccines offer protection rates >95% after a single dose (e.g. hepatitis A, yellow fever). Vaccination of hepatitis A and diphtheria-tetanus are recommended for all developing countries. Polio is still indicated for Asia and Africa. Hepatitis B, if possible in combination with A, is recommended for persons travelling for > 30 days, travellers < 35 years, and for people showing special risk behaviour (e.g. high-risk sports, unprotected sexual intercourse). Depending on destination and kind and duration of travel, further vaccinations have to be considered, e.g.: yellow fever (endemic areas, rule of entry), rabies (trekking, travel in remote areas), typhoid fever (Indian sub-continent), meningococcal meningitis (meningitis belt, pilgrims to Saudi-Arabia), tick-borne encephalitis (endemic areas in Europe and Asia), influenza (persons at special risk of complications), Japanese encephalitis (low standard travel in rural areas of Southeast Asia > 30 days), measles (particularly endemic in Africa). Cholera vaccination is virtually never indicated. Several vaccines can be delivered at the same time.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Durchfall ist die häufigste Gesundheitsstörung bei
Reisenden nach tropischen Destinationen mit einer Inzidenz von
bis zu über 50%. Gleichzeitig stellen Durchfälle den
häufigsten Grund zur Arztkonsultation nach einer Tropenreise
dar.
Da oral aufgenommene infektiöse Pathogene die überwiegende
Ursache darstellen, sind präventive Verhaltensregeln hinsichtlich
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene einfach zu definieren,
aber nur schwer konsequent einzuhalten.
Während bakterielle Enteropathogene, allen voran enterotoxigene
Escherichia coli (ETEC), die häufigsten Verursacher von Durchfällen
während kürzeren Tropenreisen darstellen, fallen bei
den nach Rückkehr auftretenden, persistierenden oder rezidivierenden
Motilitätsstörungen der Verdauung Protozoeninfektionen
und postinfektiöse Regulationsstörungen vergleichsweise
stärker ins Gewicht.
Obwohl Antibiotika sich in zahlreichen Studien sowohl präventiv
als auch therapeutisch als wirksam zur Reduktion der Dauer von
Reisedurchfällen im
engeren Sinne (während der Reise) erwiesen haben, ist bei
dieser praktisch immer selbstlimitierenden und selten bedrohlichen
Erkrankung ein zurückhaltender Einsatz derselben zu postulieren.
Wesentlich dürftiger ist die Datenlage bei Durchfällen
von Tropenrückkehrern. Dementsprechend - und der Erfahrung
entsprechend - ist bei diesen von einer voreiligen Antibiotikaverordnung
deutlich abzuraten.
Motilitätshemmer (Loperamid) sind geeignet, die Entleerungsfrequenz
auf ein erträgliches Maß zu senken, sollen aber bei
febrilen Durchfällen und Kindern zurückhaltend eingesetzt
werden. Bei Kleinkindern < 2 Jahren ist deren Anwendung kontraindiziert.
Die Einnahme von Probiotika hat in Studien widersprüchliche
Resultate gezeigt.
Als in jedem Fall imperative überbrückende Maßnahme
bis zur Genesung - erfolge diese spontan oder durch eine mehr
oder weniger spezifische Therapie begünstigt - ist der Rehydratation
und dem laufenden Flüssigkeitsersatz die größte
Aufmerksamkeit zu schenken.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Diarrhea is the most common health problem of travelers to
tropical destinations, affecting up to over 50%, with however
considerable regional and seasonal variation. Orally acquired
bacterial pathogens, particularly enterotoxigenic Escherichia
coli, are the most frequent etiology of travelers' diarrhea occuring
during the first three weeks of travel.
Protozoal infections, e.g. giardia and Entamoeba histolytica,
are more often the cause of diarrhea and prolonged problems of
intestinal motility of the returning traveler as are postinfectious
irritable bowel syndromes.
Prevention seems theoretically simple by avoiding any potentially
contaminated food and drinks, but the principle of 'cook it, boil
it, peel it, or avoid it' is obviously a goal difficult to achieve.
Several antibiotics have shown to be able to prevent diarrhea
for a short period of time, but the potential of adverse effects
and selection of resistant pathogens calls for a restrictive use
for short trips of particularly vulnerable subjects only. The
use of probiotics e.g. Saccharomyces boulardi, Streptococcus
faecium - gave conflicting results - both in prevention and treatment.
The basics of treatment is appropriate fluid replacement - mostly
by the oral route. Although this measure can safely bridge the
time until spontaneous remission, it fails to reduce the duration
of illness.
Appropriate antibiotics are fairly effective to reduce the duration
of travelers' diarrhea, especially if combined with loperamid.
The administration of the latter is contraindicated in small children.
The most commonly used and well documented antibiotics
belong to the fluoroquinolones. Alternatives for pediatric use
are azithromycine and cotrimoxazole. Considering the mostly short
duration of travelers' diarrhea the administration of antibiotics
can be limited to cases of acute febrile dysentery and violent
diarrhea when rapid relief is essential.
In cases of febrile diarrhea malaria must be considered if the
patient has been exposed to the risk of transmission.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Reisen mit Kindern werden nicht selten zu Krisenauslösern. Möchte man dies vermeiden, so muss sich die Planung an den Bedürfnissen des jüngsten Teilnehmers orientieren. Die ärztliche Beratung muss entsprechend erfolgen. Kleinkinder tolerieren die meisten bekannten Transportmittel. Lange Autofahrten brauchen festgelegte Spielregeln und öfters eine antiemetische Vorbereitung. Auch in den Ferien gibt es bezüglich Verkehrssicherheit keine Kompromisse. Flug- und Zugreisen sind bei richtiger Vorbereitung stressärmer. Als Beraterin oder Berater muss man die Alterseinschränkungen für selten eingesetzte Impfungen und Medikamente zur Malariaprophylaxe kennen. Die modernen Regeln zur oralen Rehydratation bei Brechdurchfall sind allgemein noch zu wenig bekannt. Wenn immer möglich, sollen Reisen mit Kleinkindern in riskante Regionen vermieden werden.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Travelling with young children can lead to difficult situations.
Accordingly, travel preparations should be geared towards the
needs of the youngest with appropriate medical advise. Young children
tolerate most means of transportation. When travelling long distances
by car, clear rules ought to be established, and many children
require antiemetic measures. With regards to traffic safety, compromises
during family vacation are not acceptable. Travelling by plane
or train is less stressful than travelling by bus or car.
As a medical advisor, one ought to be familiar with age limits
for certain immunisations and medications (particularly antimalarial
agents). Parental knowledge of modern rules for oral rehydration
in cases of traveller's diarrhoea is frequently insufficient.
Whenever possible, travelling with young children to high risk
regions should be avoided.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Eine Reiseapotheke erfüllt in erster Linie den Zweck, dem Reisenden für häufige und banale Gesundheitsstörungen eine Selbstbehandlung zu ermöglichen. Für Reisen in Gebiete ohne gesicherte medizinische Versorgung sind einzelne ergänzende Präparate oft handelt es sich ausschließlich um ein Antibiotikum vorzusehen. Deren Verordnung durch den Arzt orientiert sich einerseits an den zu erwartenden Risiken, andererseits an der Fähigkeit des Reisenden, die ihm übertragene Verantwortung zur Selbstbehandlung korrekt wahrzunehmen. Dies verlangt insbesondere für alle rezeptpflichtigen Medikamente eine sorgfältige ärztliche Beratung.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
The first aid kit for travellers is essentially thought to permit symptomatic self-treatment of common and mostly trivial health problems abroad. If professional medical assistance is likely not to be accessible a few additional items e.g. an antibiotic must be considered. The indications and proper handling of any medication which requires a physician's prescription have to be carefully explained to its potential user. The decision as to recommend drugs other than those in the basic first aid kit must take into account not only the risk of particular diseases but also the ability of the traveller to applicate a drug in the correct way for defined indications.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Viele HIV-Infizierte reisen jährlich aus entwickelten Ländern in (sub-) tropische Gebiete. Bei der Beratung dieser Patienten muss auf organisatorische Schwierigkeiten wie Einreisebeschränkungen, Problematik des Mitführens vieler Medikamente und Schwierigkeiten der medizinischen Versorgung geachtet werden. Die Abwehrschwäche und die Komedikation dieser Reisenden müssen bei reisemedizinischen präventiven Maßnahmen wie Impfungen und Chemoprophylaxe beachtet werden. Insbesondere bei der Verwendung von Lebendimpfstoffen ist Vorsicht geboten. Verschiedene darmpathogene Erreger können bei abwehrgeschwächten HIV-Infizierten zu schweren Krankheitsverläufen führen. Deshalb ist auf eine gute Beratung bezüglich Nahrungsmittelhygiene besonders Wert zu legen und die Indikation zur Verschreibung eines Notfallantibiotikums großzügig zu stellen. Eine antiretrovirale Therapie soll nicht kurz vor einer Tropenreise begonnen werden, und die Möglichkeit der Fortführung einer etablierten Therapie während der Reise muss sorgfältig evaluiert werden. Dank einer guten Reiseberatung haben die meisten HIV-Infizierten ein geringes Risiko ernsthafte gesundheitliche Schäden zu erleiden.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Many HIV-infected persons travel from temperate zones to (sub)tropical destinations. HIV-specific immigration issues, medical resources abroad and problems regarding travelling with multiple medications have to be anticipated. When prescribing immunisations and specific chemoprophylaxis, the stage of immunodeficiency as well as drug interactions with antiretrovirals and medicaments against opportunistic infections have to be taken into account. Live vaccines may be contraindicated. Immunocompromised HIV-infected travellers have a higher risk for serious courses of diseases by entero-pathogens. Therefore a good information about food hygiene is important and a prescription of an antibiotic to take in case of severe diarrhea may be indicated. A new antiretroviral combination therapy should not be started immediately before travelling to the tropics. The possibility to continue an established HIV treatment during travel has to be evaluated cautiously. With good pre-travel advice the risk of severe health problems is low for most HIV-infected travellers.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Jeder zweite Trecker oder Bergsteiger, der rasch (> 300 m/Tag) auf Höhen über 4000 m steigt, hat nach 6 bis 12 Stunden Symptome der Höhenkrankheit. Wir unterscheiden zwei Formen der Höhenkrankheit: die akute Bergkrankheit und das Höhenlungenödem. Die milde und benigne Form der akuten Bergkrankheit äußert sich mit Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, seltener mit Erbrechen, Schwindelgefühl und Schlaflosigkeit. Die schwere und maligne Form der akuten Bergkrankheit wird Höhenhirnödem genannt und präsentiert sich mit den Symptomen der milden akuten Bergkrankheit mit einer zusätzlichen Gangataxie bis zur Stehunfähigkeit und/oder einer Beeinträchtigung des Bewusstseins bis zum Koma. Die Ursache der akuten Bergkrankheit ist eine zerebrale Dysfunktion, die pathophysiologischen Mechanismen bleiben aber unklar. Das Höhenlungenödem gehört zur Höhenkrankheit, unterscheidet sich aber pathophysiologisch von der akuten Bergkrankheit. Das Höhenlungenödem präsentiert sich klinisch mit stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Müdigkeit, retrosternalem Druckgefühl, Atemnot, Orthopnoe, Husten, Rasseln in den Atemwegen und blutig tingiertem Auswurf. Pathognomonisch für das Höhenlungen-ödem ist eine Hypoxie-induzierte schwere pulmonal-arterielle Hypertonie. Zweidrittel der Patienten mit Höhenlungenödem hat wegen der schweren Hypoxämie Symptome der malignen akuten Bergkrankheit. Die Behandlung der Höhenkrankheit besteht primär in der Beseitigung der Hypoxie. Acetazolamid (Diamox®), ein Karboanhydrasehemmer, stimuliert die Ventilation und eliminiert die für die Höhe charakteristische periodische Atmung, es eignet sich gut für die Prophylaxe und Behandlung der benignen akuten Bergkrankheit. Die schwere akute Bergkrankheit wird mit Dexamethason (Decadron®) behandelt. Nifedipin (Adalat®), ein wirksamer pulmonaler Vasodilatator, ist das Medikament erster Wahl zur Prophylaxe und Behandlung des Höhenlungenödems.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6 © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Almost every second trekker or climber develops two to three symptoms of the high altitude illness after a rapid ascent (> 300 m/day) to an altitude above 4000 m. We distinguish two forms of high altitude illness, a cerebral form called acute mountain sickness and a pulmonary form called high altitude pulmonary edema. Essentially, acute mountain sickness is self-limiting and benign. Its symptoms are mild to moderate headache, loss of appetite, nausea, dizziness and insomnia. Nausea rarely progresses to vomiting, but if it does, this may anticipate a progression of the disease into the severe form of acute mountain sickness, called high altitude cerebral edema. Symptoms and signs of high altitude cerebral edema are severe headache, which is not relieved by acetaminophen, loss of movement coordination, ataxia and mental deterioration ending in coma. The mechanisms leading to acute mountain sickness are not very well understood; the loss of cerebral autoregulation and a vasogenic type of cerebral edema are being discussed. High altitude pulmonary edema presents in roughly twenty percent of the cases with mild symptoms of acute mountain sickness or even without any symptoms at all. Symptoms associated with high altitude pulmonary edema are incapacitating fatigue, chest tightness, dyspnoe at the minimal effort that advances to dyspnoe at rest and orthopnoe, and a dry non-productive cough that progresses to cough with pink frothy sputum due to hemoptysis. The hallmark of high altitude pulmonary edema is an exaggerated hypoxic pulmonary vasoconstriction. Successful prophylaxis and treatment of high altitude pulmonary edema using nifedipine, a pulmonary vasodilator, indicates that pulmonary hypertension is crucial for the development of high altitude pulmonary edema. The primary treatment of high altitude illness consists in improving hypoxemia and acclimatization. For prophylaxis a slow ascent at a rate of 300 m/day is recommended, if symptoms persist, acetazolamide at a dose of 500 mg/day is effective. Mild acute mountain sickness may also be treated with the same dose acetazolamide. Glucocorticoids are the first line treatment of the malignant form of acute mountain sickness. Nifedipine is effective only for the prophylaxis and treatment of high altitude pulmonary edema.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Terrestrische Giftschlangenbisse sind bei Reisenden in die Tropen und Subtropen eine extreme Seltenheit. Das geringe Risiko kann durch Präventivmaßnahmen praktisch komplett kontrolliert werden. Dagegen sind derartige Unfälle ein unterschätztes Gesundheitsproblem der ländlichen Bevölkerung in diesen Regionen. Es werden die Grundzüge der Prävention, Ersten Hilfe, Diagnostik, symptomatischen und spezifischen (Antivenin) Therapie von terrestrischen Giftschlangenbissen dargestellt.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Envenomation due to terrestrial snakes is a rarity in travellers and tourists and can be readily controlled by preventive measures. It is a widely underestimated health problem of the rural population in tropical and subtropical countries, however. Prevention, First Aid, diagnostic procedures, symptomatic and specific (antivenom) treatment regimens of envenomation due to terrestrial snakes are presented.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Verkehrsflugzeuge bewegen sich in Höhen, die für den Menschen ohne entsprechende technische Hilfsmittel lebensfeindlich sind. Niedrige Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit, reduzierter Luft- und Sauerstoffdruck, je nach Route und Jahreszeit hohe Ozonkonzentrationen und kosmische Strahlung sind Faktoren mit Risikopotenzial. Auf Langstreckenflügen kommen Jetlag, Economy Class Syndrom, Kontakt mit dem Desinsektionsmittel Permethrin bei Abflügen aus Tropengebieten als unangenehme Reisebegleiter hinzu. Ziele einer Airline sind, optimale Kabinenverhältnisse zu schaffen, gute Luftqualität, Komfort und Sicherheit anzubieten, damit die Flugreise für Passagiere, ob gesund, betagt, behindert oder krank, möglichst angenehm und sicher wird. Medizinische Zwischenfälle an Bord nehmen zu, und Flugpassagiere erwarten moderne Maßnahmemöglichkeiten wie Doctor's Kit und Defibrillatoren.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Civil air traffic moves in an altitude that is dangerous for human beings without technical aids. Low temperature and humidity, reduced air pressure combined with oxygen pressure, seasonal depending high concentration of ozone and cosmic radiation may also be risk factors. Further risks on long haul flights may be jet lag, risk of economy class syndrome and contact with permethrin, because of disinsection before take-off out of tropical regions.The aim of an airline is to offer good cabin air quality, comfort and security for all passengers, may they be healthy, old, disabled or sick. Medical incidences on board arise and passengers expect modern equipment such as doctor's kit and defibrillators.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 6, © 2001 Verlag Hans Huber Bern