| Th. Dorn Klassifikation und Genetik Classification and genetics |
Zusammenfassung Summary |
| A. Ebner EEG bei Epilepsie EEG and epilepsy |
Zusammenfassung Summary |
| P. Hilfiker, I.W. Mothersill Long-Term Monitoring Long-Term Monitoring in der Epileptologie |
Zusammenfassung Summary |
| F.G. Wörmann Stellenwert der Bildgebung in der Diagnostik der Epilepsien The role of neuroimaging in epilepsy |
Zusammenfassung Summary |
| H. Jokeit Neuropsychologische Diagnostik bei Patienten mit Epilepsie Neuropsychological diagnostics in patients with epilepsy |
Zusammenfassung Summary |
| A. Bauerfeind Epilepsie und Schlaf Epilepsy and sleep |
Zusammenfassung Summary |
| H. Vogt Neue Antiepileptika New epileptic drugs |
Zusammenfassung Summary |
| M. Schmutz, A. Toygar Psychiatrische und psychotherapeutische Aspekte in der Epileptologie Psychiatric and psychotherapeutic issues in epilepsy |
Zusammenfassung Summary |
| H.G. Wieser Temporallappen-Epilepsiechirurgie Surgical treatment of temporal lobe epilepsies |
Zusammenfassung Summary |
| A.M. Siegel Epilepsiechirurgie extratemporaler Epilepsien Epilepsy surgery of extratemporal epilepsy |
Zusammenfassung Summary |
| G. Krämer Epileptische Anfälle und Epilepsien im höheren Lebensalter Epileptic seizures and epilepsy in the elderly |
Zusammenfassung Summary |
Zusammenfassungen / Summaries
Zusammenfassung
Gemeinsames Symptom von Epilepsien sind wiederkehrende unprovozierte epileptische Anfälle. Diese können den Kategorien fokal oder generalisiert zugeordnet werden und begründen die Einteilung der Epilepsie in fokale und generalisierte Formen. In Zusammenschau mit der übrigen Anamnese, Befunden im EEG und in der Bildgebung wird die Epilepsie darüber hinaus den Kategorien idiopathisch, symptomatisch oder kryptogen (= wahrscheinlich symptomatisch) zugeordnet. Mit dieser seit Ende der 80er Jahre gültigen Klassifikation ist in den meisten Fällen die Festlegung einer Therapiestrategie und auch eine gewisse Prognoseabschätzung möglich. Der von den Neurowissenschaften beflügelte Erkenntnisgewinn in der Epileptologie im vergangenen Jahrzehnt macht jedoch eine Erweiterung dieser Klassifikation erforderlich. So soll künftig der Semiologie des einzelnen Anfalles mehr Beachtung geschenkt werden, was zum einen wichtig ist für die prächirurgische Epilepsiediagnostik, bei der es ja darum geht, den Entstehungsort eines Anfalles und seine Ausbreitung im Gehirn genau zu erfassen, zum anderen aber auch, um die sich aus Anfällen ergebenden sozialen Konsequenzen (z.B. für die berufliche Tätigkeit) besser einschätzen und ihnen besser begegnen zu können. Weiterhin soll künftig die Ätiopathogenese einer Epilepsie genauer erfasst werden, da zunehmend deutlich wird, dass Behandelbarkeit und Prognose sehr stark von der zugrunde liegenden Pathologie mitbestimmt werden. Ursächlich sind erworbene und/oder genetisch bedingte Hirnaffektionen. Bei letzteren wird es zunehmend möglich, einzelne Syndrome zu identifizieren und in ihrem Pathomechanismus zu verstehen. Die genaue Kenntnis der einer Epilepsie zugrunde liegenden genetischen Erkrankung ist nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern auch wichtig für eine umfassende Betreuung des Patienten und seiner Angehörigen. Dabei geht es nicht nur um eine adäquate genetische Beratung, sondern auch um die Auswahl von Antiepileptika oder die Entscheidung, ob eine chirurgische Therapie in Frage kommt.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
A common symptom of epilepsies are recurrent unprovoked epileptic
seizures. These can be classified as focal or generalised. Thus,
we can speak of focal or generalised epilepsies. Considering the
rest of the medical history and the results of EEG and brain imaging
the terms idiopathic, symptomatic and cryptogenic (i.e. probably
symptomatic) are used to further characterise an epilepsy in a
single patient. These classification scheme which is used since
the end of the eighties allows decision making in therapy and
an estimation of prognosis. Due to progress in epileptology during
the last decade a more sophisticated approach is required. Thus,
semiology of the single seizure becomes more important. The evolution
of signs and symptoms during a seizure tells us something about
the seizure onset zone and the mode of seizure propagation. The
knowledge of them is a prerequisite for surgical treatment. Furthermore,
semiology of seizures should determine social implications of
epilepsy by far more than the fact that they are epileptic. Beside
seizure semiology we have to consider the underlying neuropathological
condition since it determines treatment and prognosis. Epilepsy
is a consequence of acquired or genetic brain diseases. In case
of the latter it becomes more and more possible to characterise
and diagnose the genetic syndromes and to understand their pathophysiology.
In epileptology the exact knowledge of an underlying genetic disease
is not only of scientific interest.
Beside being a conditio sine qua non for adequate genetic counselling
it influences the choice of antiepileptic drugs and determines
whether surgical treatment is indicated. Thus genetics are an
important part of comprehensive care in epilepsy.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
In dieser Übersichtsarbeit werden die Indikationen zu einer EEG-Ableitung bei Patienten, die an einer Epilepsie leiden, dargestellt. Weiter wird eine Definition der Potentialformen gegeben, die als epilepsietypisch gelten und eine Unterscheidung anderer Wellenformen, die hiermit verwechselt werden können, erlauben. Es folgt ein Überblick über die interiktalen und iktalen EEG-Muster, die bei fokalen und generalisierten Epilepsien vorkommen.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
This review discusses indications for an EEG-recording in patients suffering from epilepsy. Furthermore, a definition is given for those potentials which can be regarded as epileptiform. This is followed by an overview of interictal and ictal EEG findings observable in focal and generalized epilepsies.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Das Elektroenzephalogramm (EEG) spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle in der Differentialdiagnostik epileptischer und nicht-epileptischer Anfälle und der Klassifizierung der verschiedenen Epilepsie-Formen, da das EEG als einzige klinische Methode eine epileptische Funktionsstörung im Gehirn direkt nachweisen kann. Das Routine-EEG misst in der Regel das EEG zwischen den Anfällen (interiktuales EEG) und hat seinen unbestrittenen Stellenwert als eine kostengünstige, sehr spezifische, aber nicht sehr sensitive Methode in der Epileptologie. Eine richtige Diagnose aufgrund von Klinik und Routine-EEG kann trotzdem schwierig sein. 20 bis 30% von Patienten, die mit «therapierefraktären» Anfällen Epilepsie-Zentren zugewiesen werden, haben keine Epilepsie. Die verschiedenen Methoden des Long-Term Monitorings (Radio-/Kabel-Telemetrie, mobiles Langzeit-EEG) erlauben es, das EEG und andere Biosignale über viele Stunden bis Tage ununterbrochen aufzuzeichnen und ermöglichen damit eine direkte Untersuchung von Anfällen (iktuales EEG). Zusammen mit der videoregistrierten Klinik eines Anfalles erlaubt dies in den meisten Fällen eine genaue Diagnostik und Verlaufskontrolle unklarer anfallsartiger Störungen. Obwohl personell und technisch relativ aufwendig, sind bei qualifizierter Durchführung diese Methoden effektiv, anerkannt und ökonomisch vertretbar.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
The electroencephalography (EEG) keeps its essential role in the differential diagnosis of epileptic and non-epileptic seizure disorders and in the classification of the different types of epilepsies and epileptic seizures, mainly due to its unique capability to directly show epileptic malfunction. The routine EEG usually records the EEG between seizures (interictal EEG) and remains a cost effective, highly specific, but not very sensitive method in epileptology. However, a diagnosis based on clinical data and routine EEG alone if often difficult and 2030% of patients referred to an epilepsy centre due to medical refractory seizures do not have epilepsy. The different methods of long-term monitoring (cable and radio telemetry, ambulatory EEG monitoring) can continously record EEG and other biosignals for many hours up to several days and allow a direct assessment of seizures (ictal EEG). In combination with the video-recorded symptomatology, these methods establish a precise diagnosis and follow-up of uncertain seizure disorders in the majority of cases. Although technical and personnel investment is relatively high the method used in expert hands is efficient, accepted and cost effective.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Seit ihrer Einführung Mitte der 80er Jahre hat die Magnetresonanztomographie
(MRT) in der Diagnostik der Epilepsien einen festen Platz. MRT
kommt als nichtinvasive Methode ohne den Einsatz ionisierender
energiereicher Strahlen aus und hat keine bekannten biologischen
Nebenwirkungen. Die Bedeutung anderer Bildgebungsmodalitäten
(CT, PET, SPECT) für die Diagnostik der Epilepsien muss auf
dem Hintergrund der Fortschritte im Bereich «MRT»
laufend relativiert werden.
Zur Zeit ist die MRT die sensitivste und spezifischste neuroradiologische
Bildgebungsmodalität zum Nachweis von Läsionen bei Patienten
mit Epilepsie. Der Nachweis einer Läsion im MRT eines Patienten
mit Epilepsie ermöglicht ein spezifisches ärztliches
Vorgehen. Es erlaubt die diagnostische Einordnung einer Epilepsie
und eröffnet Patienten, ihren Verwandten und Ärzten
eine genauere Prognose.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Neuroimaging examines the relationship between abnormalities
of brain function in epilepsy patients (seizures, impaired cognitive
function, psychiatric co-morbidity etc.) and focal or more widespread
brain pathology.
Since the mid-1980s, the introduction of magnetic resonance imaging
(MRI) into clinical neurology has had an impact on the diagnosis,
treatment, and research of epilepsy only comparable with the advent
of the electroencephalography (EEG) fifty years ago. MRI plays
the important role of identifying single or multiple structural
lesions responsible for the epileptic seizures. Thus, visual assessment
of MRI plays an important role in the differentiation between
symptomatic, cryptogenic, and idiopathic epilepsies. This diagnostic
step leads to therapeutic decisions (medical treatment vs. surgery)
and prognostic evaluations. If a structural lesion identified
with MRI correlates with seizure-type, EEG and other clinical
data, the likelihood of rendering the patient seizure free with
epilepsy surgery is increased.
Clinical research into epilepsy uses quantitative MRI (volumetry,
T2-relaxometry, magnetic resonance spectroscopy [MRS], voxel-based
morphometry) to reduce those cases initially labeled as cryptogenic.
Quantitative MRI questions the belief that there is epilepsy without
structural brain abnormality at all.
Functional MRI (fMRI), positron emission tomography (PET) and
single photon emission computed tomography (SPECT) demonstrate
changes associated with epileptic seizures and pathology, and
changes associated with EEG abnormalities and their cessation.
Functional neuroimaging is also used for the identification of
functional brain tissue before surgery. Physiologically or pathologically
active neuronal tissue is believed to be identified by glucose
or oxygen consumption (PET), cerebral blood flow (PET, SPECT,
perfusion MRI), and cerebral blood oxygenation (blood oxygenation
level dependent [BOLD] fMRI). PET also offers the opportunity
to visualize the in-vivo distribution of neuronal receptors which
are implicated in the generation, the spread, and the cessation
of seizures.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Eine Vielzahl von Faktoren (Anfälle, interiktale epileptische Aktivität, postiktale Phänomene, Antiepileptika, morphologische Läsion) können psychische Funktionen von Patienten mit Epilepsie beeinträchtigen. Da Epilepsie nahezu alle Hirnregionen betreffen kann, gibt es keine per se epilepsiespezifischen Defizite höherer Hirnfunktionen. Andererseits sind kognitive Beeinträchtigungen relativ häufig und können die Lebensqualität mindern. Nicht bei jedem Patienten lassen sich die Ursachen für spezifische Funktionsbeeinträchtigung definieren, wohl aber die Qualität und Schwere. Die neuropsychologische Untersuchung sollte mit einer klaren Fragestellung durch qualifizierte Neuropsychologen vorgenommen werden. Eine Interpretation der Testergebnisse muss im Kontext anamnestischer, elektrophysiologischer, pharmakologischer und bildgebender Daten erfolgen. Es ist zu empfehlen, dass risiko- und nebenwirkungsbehaftete Therapiemaßnahmen hinsichtlich ihrer neuropsychologischen Auswirkungen untersucht werden. Bei Fragen der Rehabilitation und Ausbildung von Epilepsiepatienten ist eine ressourcenorientierte neuropsychologische Untersuchung oft unumgänglich, um fundiert beraten und Entscheidungen treffen zu können.
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Patients with epilepsy are at higher risk to demonstrate cognitive impairment compared with the normal population. A variety of interacting epilepsy related factors (e.g. lesion, epileptic activity, and antiepileptic medication) may influence the cognitive profile of patients. Neuropsychological tests provide information about the individual quality, severity, and dynamics of attentional, perceptual, mnestic, cognitive, mental speed, and psychomotor speed impairments. The interpretation of test data has to consider the etiology, the localisation of an underlying pathology, the frequency and severity of seizure activity, status epilepticus, the frequency and distribution of epilepsy typical discharges, antiepileptic drugs, the age at seizure onset, the duration of epilepsy, education, and possible effects of epilepsy surgery. Longitudinal studies allow the description of natural courses and of therapeutic effects including side-effects. Especially patients who are confronted with high professional and educational cognitive demands and who are at considerable risk of side effects may benefit from neuropsychological diagnostics prior to and following therapy decisions.
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Zusammenfassung
Zwischen Epilepsie und Schlaf bestehen Wechselwirkungen, die
schon lange Zeit bekannt sind. Die Einflüsse moderner Antiepileptika
auf den Schlaf, aber auch die von primären Schlafstörungen
und von nächtlichen Anfällen selbst stellen jedoch eine
besondere Herausforderung für den klinisch tätigen Epileptologen
dar.
Die klinische Manifestation nächtlicher Störungen stellt
oft schwierige differentialdiagnostische Aufgaben, die eine sorgfältige
Anamnese und polysomnographisch-neurophysiologische Abklärung
in einem Schlaflabor unentbehrlich machen.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Epilepsy and sleep are intricately associated. Influences of epilepsy on sleep as a result of drug treatment and the vigilance altering effects thereof as well as the temporal distribution and presentation of seizures are considered. The effect of sleep quality on seizure frequency is well known and must play a part in the management of patients with epilepsy. A careful scrutiny of potential sleep disturbing factors such as primary sleep disorders is equally important to the successful management of seizure frequency and of excessive daytime somnolence, which may be a confounding comorbidity in this patient population. The occasionally difficult differential diagnosis of epilepsy and parasomnias is a field in which an interdisciplinary approach between epileptologists and sleep specialists is necessary, video-EEG-polysomnography being an indispensable diagnostic instrument.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Im letzten Jahrzehnt wurden in der Schweiz acht neue Antiepileptika zur Behandlung von Epilepsien zugelassen, weitere werden in den nächsten Jahren folgen. Ihre Wirksamkeit als Zusatztherapie im Vergleich zu Placebo wurde in kontrollierten Studien belegt. Direkte Vergleichsstudien der neuen Antiepileptika fehlen bislang. In der täglichen Anwendung stellte sich nach der Markteinführung heraus, dass der beste Einsatz der neuen Wirksubstanzen nicht immer den in den Zulassungsstudien empfohlenen Indikationen entsprach. Andere Anfallsformen und Epilepsiesyndrome zeigten teilweise ein besseres Ansprechen. Daneben stellte sich in der Anwendungsbeobachtung heraus, dass die empfohlenen Dosen und Eindosierungsgeschwindigkeiten teilweise entweder zu tief oder zu hoch angegeben waren. Konsequenzen waren teilweise eine suboptimale Behandlung oder das Auftreten einer hohen Nebenwirkungsrate. Seltene, aber unter Umständen schwerwiegende, unerwünschte Wirkungen, die eine strenge Indikation für das entsprechende Medikament erfordern, zeigten sich erst nach einer größeren Anzahl Behandelter. In dieser Übersicht soll vor allem auf die pharmakologischen Eigenschaften und Interaktionen, auf den heute empfohlenen und erprobten Einsatz, wichtige Nebenwirkungen sowie gewichtend auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Substanzen eingegangen werden.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Eight new antiepileptic drugs were licensed in the last decade in Switzerland for the treatment of epilepsies, more will follow. Their efficacy as add-on in comparison with placebo was shown in controlled studies. Comparative studies with the new anticonvulsive drugs are lacking. In the daily work after bringing into the market there was shown that the best indications were not always recommended in the approval studies. Other seizure types or epilepsy syndromes showed partially a better response. Also was detected that the recommended dosages and titration velocities were either too slow or too high. Consequences were partially a suboptimal treatment or too much side effects. Rare in some circumstances severe side effects which require a strong indication are seen only after a lot of patients are treated. In this review I deal with the pharmacological properties and interactions, the actual indications, important side effects and strength and weakness of the single compounds.l treatment approaches. All patients with antimicrobial treatment failures must be comprehensively reevaluated.
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Zusammenfassung
Bei einer Zahl von Epilepsiepatienten liegen psychische Störungen vor, welche zugunsten einer erfolgreichen Epilepsiebehandlung psychiatrisch-psychotherapeutisch adäquat zu behandeln sind. Im Wesentlichen handelt es sich um Störungen aus dem Bereich der Depressionen und Psychosen. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen psychogene nicht-epileptische Anfälle. Neben einem Überblick über Klassifikation und Formen werden Richtlinien zur medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung formuliert.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Many patients with epilepsy suffer also from co-existing psychological problems. The simultaneous treatment of the epileptic and the psychiatric disorder is necessary for a sufficient anticonvulsant management. Among those psychiatric disorders depressions, psychosis and psychogenic non-epileptic attacks are the most common. The paper presents an overview of classification and the relation between seizures and psychological symptoms and provides some guidelines for psychopharmacological and psychotherapeutical treatment.
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Zusammenfassung
Die wesentlichen Kategorien der Epilepsiechirurgie, der Bedarf und der derzeitige Stand der Epilepsiechirurgie hinsichtlich Anerkennung als Pflichtleistung in der Schweiz werden kurz besprochen. Qualitätssichernde Maßnahmen und zukünftige Entwicklungen werden erwähnt. Bei der epilepsiechirurgischen Behandlung der Temporallappenepilepsie wird auf die Indikation und die Operationsmethoden eingegangen. Die Langzeitergebnisse der Zürcher selektiven Amygdala-Hippokampektomie werden beispielhaft angeführt, wobei auch der neue Vorschlag der ILAE-Kommission für die Klassifikation des postoperativen Ergebnisses hinsichtlich der Anfälle berücksichtigt wird.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
The need for and the most important categories of epilepsy surgery, as well as the evaluation of this kind of treatment by health care authorities in Switzerland is shortly discussed. Means for quality control and future developments of epilepsy surgery are mentioned. Indications and methods for the surgical treatment of the temporal lobe epilepsies are reviewed. Long-term results of the Zurich selective amygdalohippocampectomy series are briefly reported taking also into account the recently published proposal for a new classification of outcome with respect to epileptic seizures following epilepsy surgery.
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Zusammenfassung
Epilepsie gehört zu den häufigsten neurologischen
Erkrankungen. Obwohl bei den meisten Patienten die Erkrankung
mit Medikamenten zufriedenstellend eingestellt werden kann, bleiben
rund 30 bis 40% der Patienten mit fokaler Epilepsie therapierefraktär.
Bei diesen Patienten stellt die Epilepsiechirurgie eine wichtige
Behandlungsoption dar.
Bei der operativen Epilepsiebehandlung der häufigsten fokalen
Epilepsieform, der Temporallappenepilepsie, zeigen sich sehr gute
Resultate bezüglich postoperativer Anfallsfreiheit. Extratemporale
Epilepsien sind hingegen sowohl in der prächirurgischen Diagnostik
als auch in der operativen Behandlung meist anspruchsvoller und
die Resultate waren lange Zeit weniger gut. Neue diagnostische
Entwicklungen als auch verfeinerte operative Techniken führten
in den letzten Jahren zu besseren Operationsergebnissen. In diesem
Artikel werden sowohl die diagnostischen Schritte als auch die
Operationsergebnisse besprochen.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Epilepsy is one of the most common neurologic diseases. Although
in the vast majority of patients the epilepsy can be controlled
by antiepileptic drugs, seizures remain medically refractory in
about 30 to 40% of patients with focal epilepsy. In the latter
patients, epilepsy surgery is an important therapeutic option.
Epilepsy surgery in temporal lobe epilepsy has proven to achieve
good seizure outcome. In extratemporal lobe epilepsy, however,
both presurgical evaluation and surgical techniques are more challenging
and, hereby, the results have been less favourable. In the last
years, improved presurgical evaluations and sophisticated surgical
techniques yielded to better seizure outcome. In this review,
we discuss the diagnostic procedures and seizure outcome in extratemporal
lobe surgery.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Entgegen früherer Auffassungen sind die Inzidenzraten inzwischen nach dem 65. Lebensjahr höher als in der Kindheit und Jugend, und epileptische Anfälle und Epilepsien stellen eines der häufigsten neurologischen Probleme im höheren Lebensalter dar. Die häufigsten Anfallsformen bei im höheren Lebensalter beginnenden Epilepsien sind bei rund zwei Drittel primär fokale Anfälle, die sekundär generalisieren können, die häufigsten Ursachen bestehen nach vaskulären Störungen in Hirntumoren, Traumen und degenerativen Erkrankungen. Relativ häufig sind Toddsche Paresen oder andere länger dauernde postiktale Störungen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diagnostischen und therapeutischen Aspekten und dabei in erster Linie mit der Bedeutung von Begleitkankheiten (speziell der Leber- und Niere).
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern
Contrary to former views the incidence rate of epilepsies after age 65 are higher than in childhood and adolescence and epileptic seizures are one of the most common neurological problems in the elderly. The most common seizure types are primary focal with possible secondary generalization in about two thirds of the patients, the most common etiology are cerebrovascular disturbances, brain tumors, head injuries and degenerative diseases. Todd's pareses or other postictal disturbances are quite common. This article covers diagnostic and therapeutic aspects with special consideration of the influence of accompanying diseases (especially of the liver and kidneys) on the pharmacotherapy.
Therapeutische Umschau, Band 58, 2001, Heft 11, © 2001 Verlag Hans Huber Bern