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Therapeutische Umschau 8/95
Ernährungsberatung und -therapie


Strategien der praktischen Ernährungsberatung
Strategies for practical dietary counselling

C.M. Weberhofer1 und C. Held2

1 Ernährungsberatung Kantonsspital Liestal
2 Ernährungsberatung Kantonsspital Basel

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Die Ernährungsberatung hat zum Ziel, bei Patienten Veränderungen des Essverhaltens herbeizuführen, welche ernährungsbedingte Risiken mindern oder aufheben. Im personenzentrierten Gespräch erfolgt unter Einbezug von verschiedenen Hilfsmitteln die Problemdefinition und -analyse. Dem Ist/Soll-Vergleich und der Zielsetzung folgt die konkrete Massnahmenplanung. Dabei werden Informationen vermittelt, Lösungsmöglichkeiten besprochen und Hinweise zur Verhaltenskorrektur gegeben. In den Folgeberatungen wird die Umsetzung in den Alltag überprüft und unterstützt, bis sich die Veränderungen dauerhaft gefestigt haben. Für bestimmte Ernährungsprobleme eignet sich auch die Beratung in Gruppen.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

The primary goal nutritional advices is to change the eatingbehaviour of the patients to diminish or abolish the nutrition related risks. Personal conversations define and analyse the problem for specific patient advices. This information should help to change the eating behaviour of the patients and to solve the primary nutritional problem. Follow-up appointments supervis the given advices and support the patients until the nutritional problem is solved. For several nutrition-related diseases the advices are best given in interactive group session (group therapy).

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Woran scheitert die Ernährungstherapie bei nicht-insulinabhängigem Diabetes? Welche Massnahmen bringen Erfolg?
Why is nutritional therapy in non-insulin dependent typ II diabetes so often failing? - Which measures are successful?

U. Keller

Abteilung für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel, Kantonsspital Basel

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Es herrscht oft die Meinung, dass die Ernährungstherapie bei nicht-insulinbedürftigem Typ-II-Diabetes unwirksam ist und sich viele Patienten nicht an Empfehlungen halten. Bei Misserfolg wird relativ schnell dem Patienten die Schuld zugeschoben. Dies führt zu Frustrationen, Ablehnung und Misserfolg der weiteren Therapie. Eine erfolgreiche Ernährungsberatung bei adipösen Typ-II-Diabetikern muss positiv angelegt sein, mit realistischen Vorstellungen zum erreichbaren Ziel. Ein ideales Körpergewicht anzustreben oder ein einseitiges Verbieten von kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln sind häufig gemachte Fehler. Das Aufteilen der Mahlzeiten über den Tag, die Verteilung der verschiedenen Energieträger (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiss) auf mehrere Mahlzeiten pro Tag und die Reduktion von sichtbaren und unsichtbaren Fetten sind Schlüsselemente bei der Beratung. Am besten wird ein konkretes Tagesbeispiel angegeben. Die sogenannten Austauschtabellen sind bei Typ-II-Diabetes meist ungeeignet - sie sind zu kompliziert und zu stark kohlenhydratorientiert. Schon eine relativ geringe Gewichtsreduktion (<2,3 kg) bringt oft eine wesentliche Blutzuckerverbessserung. Bei einem Teil der Typ-II-Diabetiker sinkt der Blutzucker bei einer Gewichtsabnahme jedoch nicht ab. Sie benötigen eine zusätzliche medikamentöse antidiabetische Therapie. Bei übergewichtigen Typ-II-Diabeteikern sind verhaltenstherapeutische Massnahmen wichtig, ebenso eine Langzeitbetreuung. Oft wird eine Ernährungsberaterin zugezogen werden müssen, da nur sie über die nötige Zeit und Erfahrung verfügt, um diese langwierige Therapie durchführen zu können.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

It is a common belief among physicians that nutritional therapy in type II diabetics subjects is inefficient the patients do not comply with the recommendations. Failure of a therapeutic response leads to feelings of guilt in patients, followed by frustration, and refusal of further treatment. The physician rapidly starts with drug or insulin therapy before the effects of diet treatment are assessable. Nutritional recommendations for diabetics. Successful dietary treatment of obese type II diabetic subjects requires realistic goals regarding weight loss. Frequent mistakes are that an ideal body weight is aimed for, and that the patients are asked to omit only carbohydrates in the diet. Splitting of the meals, and distribution of carbohydrate-containing foods to individual meals during the day are important components of a meal plan. The patient should also be concilled how to avoid visible and invisible dietary fats. Exchange lists are frequently administered, but the fail, because they are too complicated. Only a part of decompensated type II diabetic subjects respond to weight loss. The response is evident already after a few (2,3 kg) weight loss. Other diabetic subjects fail to improve their glucose control after weight loss. These patients require an alternative treatment, i.e. oral antidiabetic agents or insulin. Frequently behavior therapy is of advantage in obese type II diabetic subjects, in addition to longterm dietary treatment. Dieticians should be involved in all difficult cases since they have the necessary experience to perform this longterm treatment.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Nutrition in lipid disorders
Ernährung bei Dyslipidämien

R.P. Mensink

Departement of Human Biology, Limburg University, Maastricht

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Nahrungsfette und -öle haben deutliche Einflüsse auf die Konzentrationen der Serumlipide und Lipoproteine. Im Vergleich zu Nahrungskohlenhydraten haben vor allem Fette mit gesättigten Fettsäuren. (Laureat, Myristat und Palmitat) eine steigernde Wirkung auf Gesamt- und LDL-Cholesterin. Auch Transfettsäuren von hybrierten Ölen und Fetten sind cholesterinsteigernd. Gesättigte Fettsäuren mit weniger als 12 oder mit mehr als 18 Kohlenstoffatomen haben eine geringe Wirkung auf das Serumcholesterin. Auch die einfach ungesättigte Fettsäure Oleat ist cholesterinneutral. Werden Kohlenhydrate durch die mehrfach ungesättigte Fettsäure Linolsäure ersetzt, so nimmt das LDL-Cholesterin leicht ab. Diese Wirkung ist jedoch weniger stark, als in den sechziger Jahren vermutet wurde. Werden Kohlenhydrate durch Fette ersetzt, so steigt auch das HDL-Cholesterin an, und die Triglyzeride sinken. Transfettsäuren sind jedoch eine Ausnahme und senken das HDL-Cholesterin im Vergleich zu anderen Fettsäuren. Die hoch ungesättigten N-3-Fettsäuren, enthalten in Fischöl, steigern geringgradig das LDL-Cholesterin und senken spezifisch die Serumtriglyzeride, was bei hypertriglyzeridämischen Patienten therapeutisch ausgenützt werden kann.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

When various fats and oils are given to humans, marked differences in the concentrations of serum lipids and lipoproteins will be observed. Relative to dietary carbohydrates, lauric, myristic and palmitic acid, which are saturated fatty acids, but also trans fatty acids from hydrogeneated fats elevate the serum total and LDL cholesterol level. Saturated fatty acids with less than 12 carbon atoms or with 18 carbon atoms - stearic acid - have little effect on the serum cholesterol level. This is also true for oleic acid, a monounsaturated fatty acid. Replacement of linoleic acid for carbohydrates leads to slightly lower LDL cholesterol levels; however, recent studies suggest that this effect is less than predicted by studies performed in the early sixties. Substitution of carbohydrates by fat will increase the level of HDL cholesterol but decrease that of fasting serum triglyceride. Trans fatty acids, though, are an exception and lower the level of HDL cholesterol relative to other fatty acids. The fish oils may have a small LDL-cholesterol-elevating effect in hypertriglyceridemic patients but have a very specific triglyceride-lowering effect.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Proteineinschränkung in der Ernährung bei chronischer Niereninsuffizienz
Protein-restricted diets in chronic renal failure

J.B. Rosman

Abteilung für Nephrologie, Westeinde Ziekenhuis, Den Haag

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Im letzten Jahrzehnt wurde die diätetische Behandlung chronisch Nierenkranker mittels einer eiweissreduzierten Diät Mittelpunkt einer wichtigen Entwicklung in der Nephrologie. Das Dogma, dass eine chronische Niereninsuffizienz obligat progredient ist, scheint heute durchbrochen zu sein. In der Klinik hat sich diese Therapieart im frühen Stadium der Niereninsuffizienz bereits bewährt. Zu diskutieren bleiben aber ihre Indikationen ("Müssen alle Patienten mit chronischem Nierenversagen eine eiweissarme Diät einhalten?"), und ihre pathophysiologischen Hintergründe sind auch noch ungenügend erklärt. Das grösste Problem ist ausserdem die Therapietreue. Viele von diesen Fragen müssen durch Studien, welche zurzeit laufen, beantwortet werden. In diesem Beitrag wird der Stand der Niedereiweissdiät bei chronischer Niereninsuffizienz praxisorientiert erörtert, und es werden Argumente dargelegt, die für eine breitere Anwendung dieser physiologischen Behandlung sprechen.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Dietary protein restriction represents an important new development in the treatment of chronic kidney disease during the last ten years. The dogma that chronic renal failure is always progressive appears to be broken. In clinical practice this mode of therapy is now established in early stages of renal failure. The precise indications, however, remain to be discussed ("Are all patients with chronic renal failure candidates for low-protein diets?"). The pathophysiological background of the diets is only partly elucidated. The main problem with low-protein diets is the compliance of the patients which is frequently insufficient. Studies are underway to answer some of these remaining open questions. This review summarises the current views on practical aspects of low-protein diets in chronic renal failure, and arguments for a more widespread application of this physiologic therapy are presented.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Ernährung im Alter
Nutrition in aging

G. Schlierf, D. Volkert und P. Oster

Geriatrisches Zentrum Bethanien, Heidelberg

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Ähnlich wichtig wie eine ausgewogene und nicht zu üppige Ernährung in den Lebensphasen vor dem Altwerden ist eine ausreichende Ernährung im Alter. Wenn die Abnahme körperlicher Aktivität den Energiebedarf herabsetzt, geht es um eine bewusste Wahl nährstoffdichter Lebensmittel; auch das Trinken orientiert sich immer weniger am Durstgefühl und besser an eingeübten guten Gewohnheiten. Warnsignale für Mangelernährung, wie sie häufig im Gefolge von Krankheiten und Behinderungen auftreten, sind unbeabsichtigte Gewichtsabnahme und Appetitlosigkeit. Risikofaktoren für Mangelernährung sollen bekannt sein, beachtet und, wenn möglich, eliminiert werden. Ein schlechter Ernährungszustand im Alter erhöht Morbidität und Mortalität. Ausreichende Ernährung ist umgekehrt eine wichtige Voraussetzung für eine ordentliche Lebensqualität.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

A balanced diet before one gets old is relevant for the prevention of the diseases of affluence in old age. With decreasing physical activity the energy requirement decreases, and foods with high nutrient density are required to still supply all essential nutrients. Thirst may become a poor guide to sufficient fluid intake, which should be maintained by good drinking habits. As a consequence of disease or functional impairments, malnutrition may develop. Weight loss and anorexia are warning signals. Risk factors for malnutrition should be known and, if possible, eliminated. A poor nutritional status in the elderly increases morbidity and mortality: good nutrition in the last decades, on the other hand, is an important determinant of the quality of life.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Ernährungstherapie bei Gicht
Nutritional care in gout

G. Wolfram

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Bei Gicht ist eine wirksame Diät wichtig, um Komplikationen und Kosten einer Arzneimitteltherapie zu senken oder zu vermeiden. Die wichtigsten Massnahmen einer Ernährungstherapie sind die Verminderung der Purinaufnahme, des Alkoholkonsums und eine Normalisierung des Körpergewichts. Der Puringehalt von Lebensmitteln kann quantitativ und qualitativ durch die Lagerung und durch die Zubereitung verändert werden. Das hat Konsequenzen für die Verdauung und die Resorption der Purine. Das moderne Konzept einer Diät bei Gicht berücksichtigt den Puringehalt in Lebensmitteln, bezogen auf das Gewicht, auf die Portionsgrösse wie auch auf den Energiegehalt.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

In gout, an effective diet is important to avoid or to lower complications and expenses of drug treatment. Most important dietary measures are reduction of purine uptake and alcohol consumption and normalization of body weight. Purine content of food can be altered quantitatively and qualitatively by storage and cooking with consequences for digestion and absorption of purines. The modern concept of diet in gout takes into consideration the purine content of food per weight, per portion and per energy.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Ernährungstherapie bei akuten und chronischen Lebererkrankungen
Nutrition in acute and chronic liver disease

M.J. Müller

Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde, Christian-Albrechts-Universität, Kiel

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Die Ernährung ist ein grundlegender Bestandteil der Behandlung leberkranker Patienten. Spezielle Ernährungsempfehlungen berücksichtigen die zahlreichen Komplikationen der Lebererkrankung wie beispielsweise die Aszites, die Enzephalopathie, ein hepatorenales Syndrom, den sekundären Diabetes mellitus oder das Leberversagen. Die Ernährung dient der Prävention und Behandlung der Lebererkrankung bei häufiger Malnutrition. Bei hepatischer Enzephalopathie ist die Ernährung auch eine mögliche Therapie. Bei Leberversagen ermöglicht die künstliche Ernährung den Erhalt der Stoffwechselhomöostase. Empfehlungen zur Ernährung von Leberkranken müssen eine wissenschaftliche Basis haben. In diesem Artikel werden die zurzeit aufgrund der Literaturbefunde vertretbaren Nährstoffempfehlungen gegeben.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Nutrition is an essential part of the therapy of patients with acute and chronic liver diseases. Special recommendations are given for patients with ascites, hepatorenal syndrome, encephalopathy, liver failure and secondary diabetes. Nutrition is an essential treatment in patients with hepatic encephalopathy. In acute liver failure, parenteral nutrition is basic for the restoration of homeostasis. This article provides detailed recommendations for nutrient supply for patients with acute and chronic liver diseases.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Ernährungstherapie des immungeschwächten Patienten am Beispiel der HIV-Infektion
Nutritional therapy in the immuno-compromised patient, e.g. in patients with HIV-infection

U. Süttmann

Abteilung Klinische Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammnenfassung

Eine spezielle Ernährungstherapie des immungeschwächten Patienten gibt es nicht. Vielversprechende Ansätze für eine Immunernährung ("Immunonutrition") lassen aber für die nächste Zeit gesicherte Ergebnisse und damit gezielte Empfehlungen erwarten. Im Falle der HIV-Infektion ist eine individuell adaptierte Ernährungstherapie notwendig. Die Optionen der Ernährungstherapie sollten nicht erst im finalen Stadium der Erkrankung genutzt werden. Sie verbessert die Lebensqualität und wahrscheinlich auch die Prognose der Erkrankung. Frühzeitige, die übrige Therapie "begleitende" ernährungsmedizinische Massnahmen mit einem vorher vereinbarten Therapieziel werden auch von den Patienten viel besser akzeptiert als solche, die nach "Versagen" aller anderen Therapieformen palliativ versucht werden.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Presently, there is no special nutrition for HIV-infected patients; however, there exist preliminary data suggesting that immunonutrition may have benefits in patients with AIDS. Nutritional assessment and nutritional counceling are mandatory in every patient with HIV infection. Both strategies are part of supportive care and should be done as early as possible during the course of the disease. There is evidence that improving the nutritional state will also improve the prognosis of the patients.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Neue Möglichkeiten der künstlichen Ernährung
New aspects of enteral nutrition

R.F. Meier

Abteilung für Gastroenterologie, Kantonsspital Liestal

(Zusammenfassung, Summary)

Zusammenfassung

Die enterale Ernährung mit Nährsonden ist heute immer mehr die bevorzugte Methode der künstlichen Ernährung. Sie ist grundsätzlich bei Patienten indiziert, die Zeichen einer Mangelernährung aufweisen oder eine solche infolge einer Erkrankung zu entwickeln drohen und nicht in der Lage sind, sich oral genügend zu ernähren. Es hat sich gezeigt, dass beispielsweise Patienten mit Sepsis, Polytrauma, Verbrennungen und solche nach grossen Abdominaloperationen von einer enteralen Ernährung profitieren. Eine Minimum an Magen-Darm-Funktion (Digestion und Absorption) muss vorhanden sein. Die Dauer der voraussichtlichen Ernährung und die Art der Therapie bestimmen die Sondenwahl. Nasoenterale Sonden werden für einen kurzzeitigen Einsatz bevorzugt. Für eine Langzeiternährung werden vorteilhafter Perkutan endoskopische Gastrotomie- oder chirurgisch eingelegte Jejunalsonden verwendet. Die Selektion der Diät basiert auf der Digestions- und Absorptionskapazität des Gastrointestinaltrakts. Die enterale Sondenernährung ist eine einfache, nebenwirkungsarme, kostengünstige und für den Patienten meist gut tolerierbare Form der künstlichen Ernährung.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

The enteral route is today more and more the preferred method of artificial nutrition. The enteral nutrition support by tube feeding should be used in appropriate patients who are or will become malnourished and in whom oral feedings are inadequate to maintain nutritional status. Furthermore, there is increasing evidence, that enteral nutrition provides significant benefits to patients who are critically ill and after major gastrointestinal surgery. The selection of a nutrition support regimen should be a logical stepwise process. The integrity and function of the GI-Tract must be assessed to determine if nutrition can be administered enterally. The lenght of nutrition helps to determine the type of feeding access. The use of nasoenteric tubes are sufficient in patients needing short term nutrition support. Long-term nutrition requires percutanously or surgically placed feeding tubes. Formula selection providing adequate liver and renal function depends on the patients ability to digest and absorb intact nutrients. Enteral tube feeding is a simple, safe and well tolerated method of artifical nutrition.

Therapeutische Umschau Band 52, 1995, Heft 8 © Verlag Hans Huber AG, Bern


wwwadmin@hanshuber.com, 26. Juni 1997