Zusammenfassung
Mit der Zunahme der Zahl älterer Menschen und dem dadurch
bedingten Anstieg chronischer Erkrankungen ist eine Änderung der
medizinischen Betrachtungsweise notwendig geworden. Epidemiologische
Studien zeigen, daß neben einzelnen Erkrankungen vor allem
funktionelle Defizite für die Aufrechterhaltung einer
selbständigen Lebensführung im Alter eine große Rolle
spielen. Aufgrund der vorhandenen Studien kann gezeigt werden,
daß Altern nicht gleichzusetzen ist mit Gebrechlichkeit und
daß durch eine frühzeitige Erfassung von
Funktionsbeeinträchtigungen, z.B. im Rahmen des geriatrischen
Assessment, wirkungsvolle Interventionen durchgeführt werden
können.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Summary
The improvements in life expectancy have resulted in an
increasing number of people at older ages with specific medical
problems. The «epidemiologic transition» from acute to
chronic diseases makes it imperative to change the focus from the
treatment of different acute diseases to a broader approach. As a
greater proportion of the population survives to very old ages, the
public health impact of the burden of disease and disability and
related utilization of medical care and need for supportive and
long-term care has become an important concern. This requires a
specific approach emphasizing the functional well-being of older
persons. Recent studies have shown that age and frailty are no
synonyms and even a greater proportion of the oldest old have a
potential for improving. Therefore, it is necessary to address this
perspective in the medical care of elderly people.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Ziel der Prävention im Alter ist nicht in erster Linie eine
Lebensverlängerung, sondern die Förderung von
Lebensqualität, die Erhaltung der Selbständigkeit und die
Vermeidung von Behinderungen. Die Prävention im Alter beruht auf
dem Erkennen und dem Beeinflussen von Risikofaktoren, die zu
Behinderung führen können. In mehreren Studien konnte
gezeigt werden, daß präventive Hausbesuche mit
systematischem multidimensionalem geriatrischem Assessment zwecks
Aufdeckung modifizierbarer Risikofaktoren zu einem verbesserten
Überleben, weniger Spitalaufenthalten, weniger
Pflegeheimeinweisungen und zu einem verbesserten funktionellen Status
führen können. Grundlage präventiver Hausbesuche
bildet ein multidimensionales geriatrisches Assessment mit
strukturierter Erhebung der medizinischen, funktionellen, psychischen
und sozialen Probleme der Betagten, ebenso wie der Erfassung von
Ressourcen und Umgebungssituation.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Summary
The major goals of preventive care in the elderly is not to
prolong life, but to optimize quality of life, to preserve
independence and to prevent the onset of disability. Not only the
disease itself, but also extra- and intra-individual risk factors
play an outstanding role in the process of disablement. Prevention in
old age consists of identification and modification of these risk
factors. Studies have shown that preventive in-home visits with
annual geriatric assessments can result in reduced nursing home stay
and improved functional status. This article summarizes the practical
approach for conducting preventive in-home visits with
multidimensional geriatric assessments.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die frühe Differentialdiagnose seniler Demenzen stellt immer
noch ein Problem dar. Dargestellt wird das diagnostische Vorgehen
anhand der Algorithmen des DSM 4 und der ICD 10. Veränderungen
der Gedächtnisleistungen sind dabei nur ein Merkmal unter
weiteren. Zu erheben sind insbesondere auch Veränderungen im
sozialen Bereich anhand der Exploration des Patienten und einer
Fremdanamnese. Die internistische Untersuchung trägt einerseits
zur Differentialdiagnose der Demenz vom Alzheimer-Typ und der
vaskulären Demenz bei, andererseits führt sie auch zu den
sekundären Demenzen, die ca. 10% des Gesamtklientels ausmachen.
Verschiedene psychometrische Verfahren wie SIDAM, SKT, MWT-B und
andere sind in der Demenzdiagnostik hilfreich. Entscheidend in der
Diagnosefindung ist die Synopsis aus den Bereichen
Psychiatrie/Neurologie, Geriatrie, Psychologie und
Sozialwissenschaften.
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Summary
In the near future the number of patients suffering from
cognitive impairment and senile dementia will increase because of the
change in the structure of population. General practioners and
specialists will be confronted with this problem. The early and
differential diagnosis of senile dementia is still a problem.
Corresponding with the diagnostic algorithms of ICD 10 and DSM IV the
diagnostic procedure is discussed with geriatric, neuro/psychiatric,
psychological and psychosocial aspects. The diagnosis also relies on
history obtained from family and friends. Although cognitive loss is
considered a core symptom of senile dementia, loss of behavioral
disinhibition, loss of functional autonomy and mood problems are
considered as more important by clinicians and family and are of
great diagnostic value. Psychometric tests are important but they are
only one out of many different possibilities to find the right
diagnosis. If it is possible different specialists should examine the
patient. Out of the different methods and views of the specialists a
comprehensive image of the patient takes shape and allows a better
understanding of dementia.
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Zusammenfassung
Neben den traditionellen psychodiagnostischen und
neuropsychologischen Tests zur Erfassung kognitiver Funktionen und
eines allfälligen Leistungsabbaus im Alter stehen heute auch
Verfahren zur Verfügung, die eine zuverlässige und valide
Beurteilung des Alltagsverhaltens von Alterspatienten
ermöglichen. Während bei hospitalisierten Patienten vor
allem die Art und das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit
interessieren, sind in der ambulanten Geriatrie neben einfacheren
(ADL) und komplizierteren (IADL) Alltagstätigkeiten auch
Gedächtnisleistungen, Stimmung, Sozialverhalten und
störende Verhaltensweisen von Bedeutung. Mit der NOSGER (Nurses'
Observation Scale for Geriatric Patients) wurde vor einigen Jahren
ein Beurteilungsinstrument eingeführt, das sechs wichtige
Verhaltensbereiche erfaßt und von ungeschulten Angehörigen
wie auch von qualifiziertem Pflegepersonal einfach und
zuverlässig benützt werden kann. In der vorliegenden
Übersicht wird die Anwendung der NOSGER und die graphische
Darstellung von NOSGER-Resultaten beschrieben; außerdem werden
für fünf der sechs in der NOSGER erfaßten
Verhaltensdimensionen Normwerte bekanntgegeben.
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Summary
In addition to traditional psychodiagnostic and
neuropsychological methods used for assessing cognitive performance
and its possible deterioration in the elderly, a number of
instruments are available today that allow reliable and valid
behavioural assessments to be made of geriatric patients' everyday
behaviour. While rating of institutionalized geriatric patients
usually focusses on the type and amount of nursing care needed, other
areas of behaviour, such as activities of daily life (ADL) and
instrumental ADL (IADL), memory, mood, social behaviour and
disturbing behaviours are of primary interest in the case of aged
individuals living in their own homes. The NOSGER (Nurses'
observation scale for geriatric patients), which was introduced a few
years ago, allows assessment of six important dimensions of
behaviour; the scale can be easily and reliably used by professional
nursing personnel as well as by untrained caregivers. The present
paper describes the practical use of the instrument as well as
possible graphic display of NOSGER findings; furthermore, normative
values for five out of six NOSGER dimensions are given.
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Zusammenfassung
Das steigende Interesse für die Erfassung der
Lebensqualität von Patienten führt dazu, daß immer
mehr Forscher ein solches Assessment in ihre Untersuchungen
miteinbeziehen wollen. Unklarheit über das Konzept und eine
beinahe unübersehbare Flut von verschiedenen Definitionen und
Erfassungsmethoden erschweren die Auswahl einer geeigneten
Lebensqualitätsskala. Es werden die verschiedenen Aspekte
dargestellt, die es bei der Auswahl einer Skala zu beachten gilt.
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Summary
Assessment of quality of life (qol) is becoming increasingly
important, particularly as an outcome variable in assessing the
impact of disease, illness and treatment. However, considerable
problems exists in formulation, measurement and interpretation of
qol. There is as yet no agreed-upon definition of qol nor is there a
gold standard measure what complicates the selection of an
appropriate assessment scale. The various aspects for the selection
of a scale are described.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Unter dem Begriff «Emotionalität» lassen sich
unterschiedliche Perspektiven psycho-gerontologischer Forschung
subsumieren. Der erste Teil des Beitrags differenziert fünf
Bedeutungsfacetten von Emotionalität: Emotionalität als
Persönlichkeitsmerkmal, Emotionalität als Merkmal zur
Beschreibung der aktuellen Befindlichkeit oder des subjektiven
Erlebens, Emotionalität als Merkmal zur Beschreibung der
Auseinandersetzung mit Aufgaben und Belastungen oder als Ergebnis der
spezifischen Art der Belastungsverarbeitung, Emotionalität als
Ergebnis selbstregulativer Prozesse sowie Emotionalität als
Merkmal zur Beschreibung des «subjektiven Wohlbefindens» im
Alter. Der zweite Teil baut auf dieser Unterscheidung auf und
beschreibt methodische Zugänge für die unterschiedenen
Bedeutungsfacetten von «Emotionalität». Im dritten
Teil des Beitrags werden zunächst empirische Ergebnisse zu drei
Forschungsfragen zusammengestellt: Wie erleben ältere Menschen
ihr Alter und den Prozeß des Älterwerdens? Gewinnen im
Alter «reifere» oder eher «regressive»
Bewältigungsstile an Gewicht? Welche
Persönlichkeitsdimensionen sind dazu geeignet,
Lebenszufriedenheit und sujektives Alterserleben vorherzusagen?
Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten zu zwei spezielleren Aspekten
von Emotionalität im Alter werden dargestellt. Inwieweit werden
das subjektive Alterserleben und die Lebenszufriedenheit im Alter
durch Schmerzzustände und Einschränkungen der
Selbständigkeit beeinflußt? Wie setzen sich ehemalige
jüdische Lagerhäftlinge mit den im Alter wieder zunehmenden
Erinnerungen an erlittene Traumatisierungen auseinander?
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Summary
The topic of emotionality can be regarded as a frame of reference
for different perspectives in psycho-gerontological research. In the
first chapter five facets of the meaning of emotionality are
distinguished: emotionality as a trait, emotionality as an attribute
describing actual subjective experiences, emotionality as an
attribute describing coping with (stressful) experiences and life
events or as a consequence of coping activity, emotionality as a
result of self-regulating processes and as an attribute describing
feelings of subjective well-being in old age. In a further step
methodological approaches for these different facets of meaning are
described. In the third chapter empirical results of three research
questions are reviewed: How do people perceive old age and how do
they perceive the process of aging? Do well developed or regressive
coping techniques become more important in old age? Which dimensions
of personality are the best predictors of life satisfaction and
perceptions of the process of aging? Results of our own research on
two specific aspects of emotionality in old age are described in
detail in the last part of this contribution: How do sensations of
pain and limits of independent living in old age influence life
satisfaction and perceptions of the process of aging? How do Jewish
extermination camp survivors cope with the increasing reminiscence of
holocaust-traumatization?
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Zusammenfassung
Die Ziele und Erfolgskriterien geriatrischer Rehabilitation
orientieren sich im wesentlichen an der ICIDH-Klassifikation.
Deswegen werden Skalen zur Messung funktioneller Kompetenz sowie des
Handicaps besonders häufig als Kriterien verwendet, z.B. der
Barthel-Index. Weitere wichtige Ziele sind die Verringerung von
Pflegebedürftigkeit und die Vermeidung von
Institutionalisierung. Nach wie vor besteht ein Mangel an
Untersuchungen zum Einfluß geriatrischer Rehabilitation auf die
Lebensqualität.
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Summary
Major aims of rehabilitation in geriatrics are related to the
ICIDH classification. Therefore, scales of functional competence and
measures of handicap are predominantly used for outcome measurements,
the Barthel-Index, for example. Further important aims and criteria
are reductions in the demand of nursing care and institutionalized
care. Studies of the impact of geriatric rehabilitation on quality of
life are still lacking.
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Zusammenfassung
Ältere Menschen leiden sehr häufig unter Schmerzen,
werden oftmals jedoch nicht ausreichend behandelt. Chronische
Schmerzzustände und ihre Behandlung haben erhebliche
Auswirkungen auf die Lebensqualität und auf die Qualität
der Pflege, besonders bei Patienten mit terminalen Erkrankungen und
bei Bewohnern von Pflegeheimen. Ärzte haben häufig nur
ungenaue Vorstellungen zur Diagnostik und medikamentösen und
nichtmedikamentösen Behandlung chronischer Schmerzzustände
bei alten Patienten. Obwohl noch grundlegende Daten über die
Pathophysiologie und Behandlung chronischer Schmerzen fehlen, gibt es
doch ausreichende Erkenntnisse, die eine rationale Diagnostik und
Behandlungsstrategie möglich machen. Einige Richtlinien
können zu einer Verbesserung der Schmerzdiagnostik und -therapie
bei älteren Menschen beitragen und das Problembewußtsein
der Ärzte erhöhen.
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Summary
Pain is extremely common among older people but often
inadequately treated. Chronic pain and its management have major
implications for quality of life and quality of care, especially for
terminal ill patients and residents of long-term-care facilities.
Many physicians lack information about pain assessment and may have
an inaccurate knowledge base about pharmacological agents and
non-pharmacological approaches used in pain control. Although
fundamental data on the pathophysiology and management of chronic
pain is still lacking there is some information to provide a
framework for rational nosology and therapeutic strategy. Some
guidelines may help to improve pain assessment and management in
elderly people and may help to enhance physicians' awareness about
that problem.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die Zunahme des Anteils älterer Menschen an der
Gesamtbevölkerung ist in der Altersgruppe der über
85jährigen besonders stark. Teile der älteren
Bevölkerung haben ein größeres Risiko für
Mangelernährung. Der Ernährungszustand in gesunden,
gebrechlichen oder kranken älteren Personen ist sehr
unterschiedlich. Eine rechtzeitige Bestimmung des
Ernährungszustandes von Betagten hilft, Mangelernährungen,
welche sonst oft unerkannt bleiben, frühzeitig zu erkennen. Ziel
des MNA's ist es, eine Evaluation des Risikos einer
Mangelernährung ohne Beizug eines auf Ernährungserhebungen
spezialisierten Teams durchzuführen. Das MNA besteht aus
unkomplizierten Messungen und aus einem einfachen Fragebogen, welche
in zirka 10 Minuten durchgeführt werden können: a)
Anthropometrische Parameter; b) Allgemeinzustand; c)
Ernährungsgewohnheiten; d) Selbsteinschätzung von
Gesundheits- und Ernährungszustand. Das MNA wurde in drei
Studien an insgesamt über 600 älteren Personen in Toulouse,
Frankreich und Albuquerque, New Mexico, entwickelt und validiert. Die
Resultate zeigen, daß das MNA den Ernährungszustand
älterer Personen mit wenig Aufwand korrekt erfaßt. Es
sollte auch in der geriatrischen Allgemeinpraxis durchgeführt
werden. Dies würde bei der Vorbeugung schwer korrigierbarer
Unterernährung des Geriatriepatienten helfen. Im Falle von
bereits bestehender Unterernährung ist eine rasche
Ernährungstherapie zur Verbesserung des Ernährungszustandes
einzuleiten.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Summary
Frail elderly in the community, in nursing homes or in hospitals
are at increased risk of malnutrition. In many instances, their
existing nutritional disorders go unrecognised and adversely affect
their health, ability to overcome disease, and so is associated with
poor clinical outcome. The prevalence of malnutrition ranges from
5-10% in free-living elderly to 30-85% in homebound, nursing home,
and hospitalised elderly. Possibilities exist to prevent or correct
this malnutrition, but have not been frequently used until now due to
the lack of a specific validated tool to screen for malnutrition.
The goal of the Mini Nutritional Assessment (MNA) is to determine who
is at risk of malnutrition, and hence to permit early nutritional
intervention. It has been designed for easy use by general
practitioners as well as health professionals involved in admitting
patients to hospitals and nursing homes. The test, which comprises
simple measurements and a brief questionnaire, can be performed in
about 10 minutes. It involves:
The MNA has now been validated in three studies involving more than 600 elderly individuals, from the very frail to the very active in free-living and long-term care environments. The MNA was validated against a clinical evaluation and a comprehensive nutritional assessment. It can classify the elderly as well-nourished, undernourished, or at risk of malnutrition. The MNA can be an important tool in evaluating the risk of malnutrition in the elderly, if integrated into geriatric assessment programs.
Therapeutische Umschau, Band 54, 1997, Heft 6 ©; Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Wichtige Voraussetzungen zu einer optimalen
Pflegebedarfsermittlung bei geriatrischen Patienten sind: 1. Ein
möglichst umfassendes und standardisiertes
Patientenbeurteilungsverfahren (Assessment); 2. Das Vorhandensein von
Behandlungs- und Pflegestandards (prozedurale Standards); 3. Konsens
bezüglich Behandlungsqualitätskriterien
(Qualitätsstandards) und 4. Ein Ressourcenallokationssystem, das
möglichst starke Anreize zu guter geriatrischer Behandlung und
Pflege setzt (patientenzentriertes Ressourcenallokationssystem). Ein
System, das diesen Anforderungen weitgehend gerecht wird, ist das
Resident Assessment Instrument (RAI) zur Ermittlung des individuellen
Pflegebedarfs und den darauf aufbauenden, mittels Patientenmerkmalen
gebildeten Pflegebedarfsgruppen: Resource Utilisation Groups (RUGs).
Das RAI besteht aus drei Teilen: 1. Dem Minimum Data Set (MDS) -
einem strukturierten Patientenassessmentsystem, das die Stärken
und Schwächen des Klienten interdisziplinär beschreibt; 2.
einem System von Alarmzeichen, die auf das Vorhandensein von
geriatrischen Problembereichen hinweisen, und 3. einer spezifischen
Abklärungshilfe für jeden dieser 18 Problembereiche in der
im Sinne von prozeduralen, meist impliziten Standards das weitere
Vorgehen bezüglich der pflegerischen Aufarbeitung,
Abklärung und Behandlung beschrieben ist. Mit diesem System sind
etwa 80% der im Langzeitbereich anfallenden Klientenprobleme
umfassend und strukturiert analysierbar und angehbar. Aus der
Klientenbeurteilung MDS lassen sich zur Ressourcenallokation
Isobedarfsgruppen (RUGs) bilden. Diese setzen geriatrisch sinnvolle
Anreize, sie sind transkulturell konsistent und ermöglichen so
interkulturelle Qualitäts- und Systemvergleiche.
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Summary
The ideal prerequisites for the evaluation of care needs in
geriatric patients are mainly four: First a comprehensive assessment
of the status of the geriatric patient. Second the existence of
procedural standards. Third the existence of consensus about what
quality standards in geriatric medicine could be and fourth a
resource allocationsystem that gives some confidence in its capacity
to set clinicly sound incentives and its intention to guarantee
quality and equity. Because of the fact, that the author is convinced
that the US (Omnibus Budget Reconciliation Act (OBRA-87) mandated
Minimum Data Set (MDS) for nursing homes with the connected Resident
Assessment Instrument (RAI) meets some of these criterias, this
system and the Resource Utilisation Groups (RUGs) case-mix
methodology which is based on MDS data is described.
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Zusammenfassung
Die soziale Kompetenz und Urteilsfähigkeit setzt sich aus
einer somatischen und psychischen Kompetenz zusammen. Bei der
psychischen Kompetenz unterscheiden wir die
Einwilligungsfähigkeit von der eigentlichen
Urteilsfähigkeit und Geschäftsfähigkeit. Während
die Einwilligungsfähigkeit im Sinne der Autonomie der Person
auch bei erheblichen kognitiven Störungen gegeben ist, ist die
Geschäftsfähigkeit je nach Komplexität der Materie
bereits bei leichten bis mäßigen kognitiven Störungen
nicht mehr gewährleistet. Entscheidend für die Beurteilung
der Kompetenz ist, daß die betroffene Person über echte
Wahlfreiheit verfügt und ihre Wünsche verständlich und
kohärent kommunizieren kann. Bei kognitiven Störungen sind
deshalb häufig bereits in frühen Stadien Rechtshilfen wie
die Einrichtung einer Beistandschaft angezeigt.
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Summary
Social competence and judgement can be separated in a somatic and
in a mental competence. In mental competence, the capacity to consent
has to be distinguished from the capacity to judge legal or more
complex matters. Autonomy of patients requests that the capacity of
consent is given, even in the presence of considerable cognitive
impairment. On the other hand, competence in legal matters may be not
any longer given in the presence of light to moderate cognitive
impairment. In the assessment of competence, it is important that the
person has the ability to make a choice, the ability to give
directives, and the ability to do for oneself. Cognitively impaired
patients therefore require assistance and protection in legal matters
already at an early stage of the disease.
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