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Therapeutische Umschau 1/98
Pädiatrische Infektiologie

Routineimpfungen im Kindesalter
Routine vaccinations in childhood

D. Desgrandchamps

Pädiatrische Universitätsklinik, Basler Kinderspital

(Summary)

Zusammenfassung
Im Frühling 1996 wurden einige wesentliche Änderungen am bisher empfohlenen Schweizerischen Impfplan vorgenommen:
1. Die Impfung gegen Pertussis mit den neuen azellulären Impfstoffen, welche weniger Nebenwirkungen verursachen. Dies erlaubt die Gabe einer vierten und fünften Dosis im Alter von 2 respektive 4 bis 7 Jahren.
2. Die Berücksichtigung von Kombinationsimpfstoffen, die neben der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis auch den Impfstoff gegen invasive Erkrankungen durch Haemophilus influenzae Typ b enthalten.
3. Zur Erhöhung des individuellen Impfschutzes wird eine Zweitimpfung mit MMR empfohlen, die vorzugsweise mit 4 bis 7 Jahren verabreicht wird.
Mit der Einführung der generellen Hepatitis-B-Impfempfehlung im Adoleszentenalter darf im Verlaufe des Jahres 1998 gerechnet werden.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
Some major modifications of the recommended Swiss vaccination schedule have been introduced in spring 1996:
1. The vaccination against pertussis using the new acellular vaccines, which cause fewer side-effects. This allows the administration of a forth and a fifth dose at the age of 2 and 4 to 7 years, respectively.
2. The consideration of combination vaccines, which contain the vaccinations against diphtheria, tetanus and pertussis as well as the vaccine against invasive diseases caused by Haemophilus influenzae type b.
3. In order to increase the individual vaccination protection, a second dose of MMR vaccine is recommended, preferably at the age of 4 to 7 years.
A general recommendation for hepatitis B vaccination during adolescence may be expected in 1998.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Otitis media und Angina tonsillaris - zwei der häufigsten pädiatrischen Diagnosen
Otitis media and tonsillopharyngitis - two of the most common infectious diseases in clinical practice in pediatrics

R. Berner

Universitäts-Kinderklinik Freiburg

(Summary)

Zusammenfassung
Otitis media und Angina tonsillaris gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der pädiatrischen Praxis. Während es sich bei der Otitis media um ein umschriebenes Krankheitsbild handelt, das in aller Regel einer antibiotischen Behandlung bedarf, ist die Differentialdiagnose der Angina tonsillaris erheblich breiter. Hier ist nur bei Nachweis von b-hämolysierenden Streptokokken, dann allerdings zwingend, eine konsequente antibiotische Behandlung erforderlich. Differentialdiagnostisch sind die infektiöse Mononukleose und andere virale Ursachen in Erwägung zu ziehen, die sich klinisch von der Streptokokken-Tonsillitis nicht sicher unterscheiden lassen. Im Einzelfall ist auch an die Diphtherie zu denken.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
Acute otitis media and tonsillopharyngitis are two of the most common diseases in pediatric clinical practice. Careful examination of the ears and the tonsils are mandatory in the evaluation of a febrile child. Acute otitis media usually can be diagnosed by a carefully taken history and examination alone. The infection usually requires antibiotic treatment, with amoxicillin being still recommended as the first choice drug. Pharyngitis and tonsillitis are more variable in their origin, the majority of cases is caused by different viruses. However, clinical examination alone is not specific enough to rule out the most important bacterial pathogen, group A streptococcus, which still has to be treated by penicillins. Thus, rapid test methods and classic bacteriological culture are used to assess group A streptococcus infections. Infectious mononucleosis and diphtheria are the most important diseases to be considered carefully in each patient.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Die verminderte Penicillin-Empfindlichkeit der Pneumokokken
Intermediate penicillin-resistance of pneumococci

R. Zbinden

Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universität Zürich

(Summary)

Zusammenfassung
Die verminderte Penicillin-Empfindlichkeit der Pneumokokken beruht auf veränderten Penicillin-bindenden Proteinen (PBP), welche am Aufbau der Zellwand beteiligt sind. Normalerweise können die PBP durch Penicillin blockiert werden; die veränderten PBP haben eine reduzierte Affinität zu Penicillin, können aber weiterhin Zellwandvorstufen in die Zellwand einbauen. Die Pneumokokken mit verminderter Penicillin-Empfindlichkeit haben die Gene der PBP vorwiegend durch Aufnahme von fremder DNA und deren Einbau in die eigenen Gene verändert. Die so entstandenen Resistenzgene können dann durch Transformation an andere empfindliche Pneumokokken horizontal weitergegeben werden. Pneumokokken mit hoher Penicillin-Resistenz haben mehrere veränderte PBP, sind gelegentlich resistent gegen Dritt-Generations-Cephalosporine und oft auch resistent gegen andere Antibiotikaklassen. Es können weiterhin solche resistente Pneumokokkenstämme entstehen, welche sich klonal ausbreiten können. In Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz sind noch um die 95% der Pneumokokken Penicillin-empfindlich. Eine weitere Zunahme der Penicillin-Resistenz wird aber die empirische Therapie der Pneumokokkeninfektionen verändern. Die zurückhaltende Anwendung von Antibiotika kann dazu beitragen, den Selektionsdruck zu reduzieren und die Ausbreitung resistenter Stämme zu bremsen.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
The mechanism of penicillin-resistance of Streptococcus pneumoniae involves the development of altered forms of penicillin-binding proteins (PBPs) that have a decreased affinity for penicillin. PBPs are involved in the assembly of the cell wall. Normal forms of PBPs are inhibited by penicillin but altered forms are not. It appears that the altered PBP genes arose by interspecies recombinational events in which segments of the PBPs structural genes had been replaced by regions derived from PBP genes of oral streptococcal species. Altered PBP genes of penicillin-resistant pneumococci can be spread horizontally to sensitive pneumococci by transformation. Highly resistant pneumococci have several altered PBPs and also show resistance to the third-generation cephalosporins and other antibiotics. Some clones of resistant pneumococci seem to have an increased epidemic potential to spread. In Austria, Germany, Italy, and Switzerland approximately 95% of pneumococci are still penicillin-sensitive. However, an increase of the highly resistant pneumococci would change the empirical therapy of severe pneumococcal infections in the near future. Reasonable use of antimicrobials might reduce the selective antimicrobial pressure and the spread of pencillin-resistant strains.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Pertussis: Aktuelles zu Diagnostik, Therapie und Prävention
Pertussis: update on diagnosis, therapy and prevention

J. E. Hoppe

Universitätskinderklinik Tübingen

(Summary)

Zusammenfassung
Die Pertussis (Keuchhusten) kann Menschen jeden Lebensalters befallen. Neben dem typischen Verlauf in drei Stadien sind atypische Verläufe nicht selten, insbesondere bei Erwachsenen. Bei frühem Keuchhusten stellt die Anzüchtung von Bordetella pertussis aus Nasopharyngealsekret die diagnostische Methode der Wahl dar. Die Polymerase-Kettenreaktion ist eine vielversprechende, aber noch experimentelle Methode. Bei langdauerndem Husten ist die Serologie die Methode der Wahl. Die antibiotische Behandlung der Pertussis erfolgt mit hochdosiertem Erythromycin über zwei Wochen. Zur Prävention der Erkrankung sind die neuen azellulären Impfstoffe vorzuziehen.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
Pertussis (whooping cough) may occur at any age. Beside the typical course of the disease in three stages, atypical courses are observed not infrequently, particularly in adults. In early pertussis, isolation of Bordetella pertussis from nasopharyngeal secretions is the diagnostic method of choice. The polymerase chain reaction is a promising, albeit still investigational diagnostic method. In longstanding cough, serology is the method of choice. Pertussis is treated with erythromycin in high doses for two weeks. For prevention of the disease, the new acellular vaccines are to be preferred.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Tuberkulose
Tuberculosis

M.H. Schöni

Kindermedizinische Poliklinik der Universitätskinderklinik, Bern

(Summary)

Zusammenfassung
Die Zunahme der Tuberkulose in den westlichen Industrienationen ist an Hand epidemiologischer Daten gesichert: Sie hängt mit der höheren Prävalenz für HIV-Infektionen, mit dem vermehrten Auftreten von städtischer Gettosituation, mit schlechterer medizinischer Versorgung von Erwachsenen, mit zunehmender (Reise-)Mobilität und ansteigender Multiresistenz von Mykobacterium tuberculosis zusammen. Kinder werden vorwiegend durch Erwachsene infiziert, Diagnostik und Therapie wurden laufend verfeinert, die Prognose «quad vitam» wurde dauernd verbessert. Prophylaktische Maßnahmen wie BCG-Impfung, Tuberkulintestung und INH-Behandlung bei nachgewiesenem Kontakt unterliegen wiederholten Neubeurteilungen, die auf laufend erhobenen epidemiologischen und sozioökonomischen Daten basieren. Die moderne Therapie stützt sich auf die gleichzeitige Verabreichung von mehreren Medikamenten, die über eine längere Zeitperiode unter guter Kontrolle der Compliance verabreicht werden.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
Tuberculosis is a continuous threat for health in all parts of the world. In industrialized centers an emerging increase of tuberculosis is observed due to low health standards, poor health education and control, increasing migration and the HIV epidemic. This should alert the pediatrician, since most tuberculosis infections in childhood start with contacts of infected adults with children. There is still a good response to most drugs against tuberculosis, but in some parts of the world the resistance to conventional treatment is an emerging problem. In general incidence, morbidity and mortality of tbc in children of the western world is low and has good prognosis. However, the diagnostic principles and the education of pediatricians for recognizing tbc is still of outmost importance.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Harnweginfektionen in der pädiatrischen Praxis - welche neuen Aspekte müssen berücksichtigt werden?
Children with urinary tract infections - what is new?

R. Laux-End1, S. Marchand2, M. G. Bianchetti3

Ostschweizerisches Kinderspital St. Gallen1, Chirurgische Universitäts-Kinderklinik Bern2 und Medizinische Universitäts-Kinderklinik Bern3

(Summary)

Zusammenfassung
Eine Harnweginfektion bedeutet die Anwesenheit von Mikroorganismen und Leukozyten in den Harnwegen und ist der Oberbegriff für zwei Krankheitsbilder, die untere Harnweginfektion und die Pyelonephritis. Ist die Diagnose Pyelonephritis wahrscheinlich, so empfiehlt sich eine parenterale Antibiotikatherapie bestehend aus einem Aminopenicillin und einem Aminoglycosid. Bei unteren Harnweginfekten und eventuell auch bei größeren Kindern mit Pyelonephritiden werden primär Cotrimoxazol oder Coamoxyclav per os eingesetzt. Die Abklärungen bei häufigen Infekten zielten bisher auf den Ausschluß urologischer Fehlbildungen hin. In den letzten Jahren wurde klar, daß diese Abklärungen allein vor allem bei größeren Kindern mit häufigen Harnweginfekten nicht genügen. Viele Kinder mit Harnweginfekten zeigen funktionelle Störungen in der Blasenentleerung als Ursache für die rezidivierenden Harnweginfekte. Nach Anamnese und urodynamischem Befund kann die Blasendysfunktion in mindestens 4 Formen eingeteilt werden: die instabile oder unreife Blase, die Detrusor-Sphincter Dyskoordination (oder dysfunctional voiding), der Miktionsaufschub, und die sogenannte «lazy bladder». Bei allen Kindern, die älter als 4 Jahre sind, soll im Anschluß an Harnweginfekte gezielt nach funktionellen Störungen in der Blasenentleerung gesucht werden. Dies geschieht mittels einer ausgedehnten Anamnese, einem Miktionsprotokoll, einer Sonographie mit Beurteilung der Blasenwanddicke und Bestimmung von Restharn sowie einer Uroflowmetrie. In einigen Fällen ist eine Zystomanometrie zur Sicherung der Diagnose notwendig. Die Prognose der Blasendysfunktion ist bei frühzeitiger Therapie gut. Wird die Diagnose nicht gestellt, so besteht ein erhebliches Risiko für häufig rezidivierende Harnweginfekte, in einigen Fällen die Entwicklung oder Persistenz eines Refluxes mit Refluxnephropathie und möglicher chronischer Niereninsuffizienz.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
The prevalence of urinary tract infections varies markedly with sex and age. They are caused mainly by colonic bacteria. Acute cystitis should be promptly treated either with cotrimoxazol or coamoxyclav to prevent its possible progression to pyelonephritis. In acute febrile infections suggestive of pyelonephritis, the initial use of broad-spectrum antibiotics capable to reaching significant tissue levels is advised, mostly amoxycillin with an aminoglycoside. A variety of functional voiding disorders including bladder instability, detrusor-sphincter dyscoordination, postponing syndrome or lazy bladder syndrome have been identified since the early 1970s, each with its own characteristics and clinical importance. Functional voiding disorders are nowadays a major cause of recurrent urinary tract infections in children. A careful investigation to confirm or exclude functional voiding disorders is warranted in children with recurrent urinary tract infections. Management will vary according to the type and severity of the dysfunction present.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Die infektiöse Diarrhoe im pädiatrischen Alltag
Infectious diarrhea
Infectious diarrhea

S. Lugauer

Klinik für Kinder und Jugendliche der Universität Erlangen, Deutschland

(Summary)

Zusammenfassung
Die infektiöse Enteritis im Kindesalter kann zu einem bedrohlichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen. Der Schwerpunkt der Diagnostik und Therapie liegt daher in der Beurteilung der Dehydratation und dem raschen kontrollierten Ausgleich der Defizite. Hierbei ist die orale Rehydratation der Infusionstherapie vorzuziehen, soweit dies das klinische Bild zuläßt. Eine erregerspezifische Diagnostik und Therapie ist nur in klar definierten Einzelfällen nötig.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
Diarrhea, caused by infectious agents in childhood leads to dangerous loss of fluid and electrolytes. So the main issues in diagnosis and therapy are the evaluation of dehydration and the rapid compensation of deficits. The oral rehydration is superior to the parenteral as long as the clinical course allows. A infectious agent specific diagnosis and therapy is necessary only in well defined instances.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Lyme-Borreliose
Lyme borreliosis

M. Weiss

Abteilung für Antimikrobielle Therapie und Infektionsimmunologie, Dr. von Haunersches Kinderspital der Universität München

(Summary)

Zusammenfassung
Die durch Zeckenstiche übertragene Lyme-Borreliose beinhaltet im Kindesalter eine Vielzahl von Symptomen in verschiedenen Organsystemen. Es überwiegen die dermatologischen Manifestationen mit Erythema migrans und Borrelien-Lymphozytom. Als typische Symptome einer Neuroborreliose treten ein- oder doppelseitige periphere Fazialisparesen und eine seröse Meningitis mit lymphozytärer Pleozytose auf. Die akut oder chronisch-rezidivierend beobachtete Lyme-Arthritis muß diagnostisch von vielen anderen Arthritisformen im Kindesalter abgegrenzt werden. Nach der auf klinischen Symptomen und Laborbefunden beruhenden Diagnose einer Lyme-Borreliose erfolgt eine systemische antibiotische Therapie. Beim Erythema migrans und dem Borrelien-Lymphozytom wird eine orale Gabe von Amoxicillin vorgeschlagen, während bei den generalisierten Manifestationen mit Fazialisparese, Meningitis, Arthritis und anderen Organbeteiligungen eine intravenöse Therapie mit Penicillin G oder einem Cephalosporin der 3. Generation indiziert ist. Die Prognose der akuten Lyme-Borreliose im Kindesalter ist gut. Als wichtigste prophylaktische Maßnahme für die Zukunft werden zur Zeit Impfstoffe gegen Subeinheiten der verschiedenen Borrelienarten entwickelt und in ersten klinischen Studien untersucht.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
Lyme borreliosis in childhood is a tick-borne disease that includes a variety of clinical symptoms in different organs. Most frequently dermatological mani-festations such as erythema migrans and borrelial lymphocytoma are observed. Uni- or bilateral peripheral facial palsy and meningitis with lymphocytic pleocytosis represent typical symptoms of neuroborreliosis. Lyme arthritis occurs as an acute or chronic manifestation that should only be diagnosed after careful consideration of other causes of arthritis in childhood. After clinical and/or laboratory diagnosis of Lyme borreliosis, systemic antibiotic treatment should be initiated. Oral treatment with amoxicillin can be recommended for the treatment of erythema migrans and borrelial lymphocytoma. In contrast, the intravenous administration of 3rd generation cephalosporins is indicated for all generalized manifestations including facial palsy, meningitis, arthritis or involvement of other organ systems. Lyme borreliosis in childhood is characterized by a good prognosis. At the present time, many efforts are given to the development of vaccines using subunits of the different genospecies of Borrelia burgdorferi. First clinical trials with Lyme borreliosis vaccines have been started

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


Bekanntes und Neues zur Epstein-Barr-Virusinfektion
Update on Epstein-Barr virus infection

D. Nadal

Infektiologie, Universitäts-Kinderklinik Zürich

(Summary)

Zusammenfassung
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) persistiert nach Primoinfektion im menschlichen Wirt. Über 90% der Erwachsenen sind mit EBV infiziert. Es wird meist im Kindesalter oder in der Adoleszenz erworben. Klinisches Vollbild ist die infektiöse Mononukleose. Komplikationen sind selten, jedoch vielfältig. Die Therapie ist meist symptomatisch. Mit EBV assoziierte Tumoren stellen insbesondere beim Immunkompromittierten ein medizinisch relevantes Problem dar.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
The Epstein-Barr virus (EBV) persists after primoinfection in the human host. Over 90% of the adult population carries EBV, which is mainly acquired during childhood or adolescence. The full-blown clinical picture is infectious mononucleosis. Complications are rare but manifold. Symptomatic treatment is sufficient in most instances. Tumors associated with EBV represent a problem of medical relevance especially in the immunocompromised.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


HIV-Infektion: Relevante pädiatrische Aspekte
Pediatric HIV infection - new practical aspects

Ch. Rudin

Pädiatrische Universitätsklinik, Basler Kinderspital

(Summary)

Zusammenfassung
Die letzten drei Jahre haben uns im Kampf gegen die HIV-Infektion ein entscheidendes Stück weitergebracht. Durch eine antiretrovirale Prophylaxe während der Schwangerschaft können heute bereits zwei Drittel der HIV-Infektionen bei Neugeborenen verhindert werden. Mit der quantitativen Messung der Plasma-HIV-RNA (Viruslast) steht endlich ein taugliches Instrument zur Beurteilung des Infektionsverlaufes und der Wirksamkeit antiretroviraler Therapien zur Verfügung. Mit einer neuen Gruppe von hochwirksamen Medikamenten (Proteinase-Inhibitoren) kann die Virusvermehrung praktisch vollständig und auf Dauer unterdrückt werden. Heute haben wir dank dieser Fortschritte endlich auch eine realistische Vorstellung von der Pathogenese und Dynamik der HIV-Infektion. Erstmals besteht die berechtigte Hoffnung, den Verlauf der HIV-Infektion mit wirksamen Mitteln entscheidend beeinflussen zu können.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern

Summary
After 15 years of intense AIDS research several fascinating new findings have recently produced real hope for people infected with HIV and new optimism among scientists. A second group of powerful antiretroviral drugs (proteinase inhibitors) has been introduced. These drugs can virtually stop viral replication when used in combination with other drugs (nucleoside or non-nucleoside reverse transcriptase inhibitors), which also almost totally eliminates the emergence of HIV-resistance. New moleculargenetic methods (plasma HIV-RNA assays) made a new marker to quantify and survey therapeutic effects and to accurately predict individual progression of HIV infection available. These new instruments also provided us with a more realistic imagination about pathogenesis and viral dynamics in HIV infection. In neonates prophylactic antiretroviral treatment of pregnant women already prevents two thirds of vertically acquired infections, and the vertical transmission rate may well continue to decline with new prophylactic regimens and/or other interventions (e.g. cesarean section). Given these splendid innovations, a huge impact on prognosis can well be anticipated in the near future.

Therapeutische Umschau, Band 55, 1998, Heft 1, 1998 © 1997 Verlag Hans Huber Bern


wwwadmin@HansHuber.com, 15. Januar 1997