Abteilung für Pneumologie, Kantonsspital Basel
(Summary)
Zusammenfassung
Diese Übersichtsarbeit diskutiert Pathogenese, klinische Charakteristika, diagnostische Methoden und Therapiestrategien von Patienten mit COPD. Hauptmerkmal der COPD ist eine chronische exspiratorische Atemflußbehinderung, sie schließt Patienten mit chronischer Bronchitis und/oder Emphysem ein. Zigarettenrauchen ist der wichtigste Risikofaktor, daneben sind inhalative Noxen und genetische Faktoren ätiologisch bedeutsam. Nikotinentwöhnungsprogramme können die Entwicklung bzw. Progredienz der Erkrankung verhindern. Bei manifester COPD zielt der Einsatz von Bronchodilatatoren auf eine Reduktion der Symptome, Erhaltung der optimalen Lungenfunktion und Steigerung der Lebensqualität. Insbesondere die neuen langwirksamen b2-Mimetika haben die antiobstruktive Inhalationstherapie wesentlich verbessern können. Der Stellenwert von Steroiden und Theophyllin dagegen ist noch immer umstritten, ihr sinnvoller Einsatz wird diskutiert.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
COPD is a disorder characterized by chronic exspiratory airflow limitation in patients with chronic bronchitis and/or emphysema. The obstruction is generally progressive, but may be partially reversible and may be accompanied by airway hyperreactivity. In this review we discuss the epidemiology, pathophysiology, clinical features, diagnostic approaches and therapeutic management in patients with COPD. Cigarette smoking is the main risk factor for the development and progression of COPD; environmental or occupational exposure to dust or fumes and genetic factors are further contributing factors. Therefore, smoking cessation is the most important therapeutic approach. Better knowledge of neutrophilic inflammation led to the development of new drugs for the treatment of COPD. The new long-acting inhaled b2-agonists fundamentally improved antiobstructive therapy. They are useful to control night-time or early morning symptoms. The role of steroids and theophylline is still unclear. Their value and efficient use are discussed.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Thurgauer Schaffhauser Höhenklinik Davos
(Summary)
Zusammenfassung
Die Pulmonale Rehabilitation (PR) ist ein wichtiger Bestandteil
der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten (COPD und
Emphysem). Es ist heute wissenschaftlich erwiesen und durch
Metaanalysen bestätigt, daß diese Programme die
Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität verbessern sowie
die Symptome reduzieren. Weiterhin bestehen Hinweise, daß durch
die PR der Medikamentenverbrauch reduziert und das Überleben
verbessert werden kann.
Die PR ist multidisziplinär. Von zentraler Bedeutung sind neben
der Medizinischen Trainingstherapie (Ausdauer/Kraft) Physiotherapie,
Patientenschulung, psychosoziale Betreuung und
Ernährungsberatung. Die PR scheint besonders geeignet für
Patienten mit geringer Leistungsfähigkeit, Muskelschwäche,
ausgeprägten subjektiven Symptomen und schlechter
Lebensqualität. Der Ort der Rehabilitation richtet sich nach dem
Schweregrad der Symptome, den Anforderungen an das Reha-Team und den
lokalen Möglichkeiten.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Pulmonary rehabilitation (PR) is an important tool in the
treatment of COPD patients. It is now clearly established that PR
improves exercise capacity, reduces symptoms and improves quality of
life in COPD patients. There is further evidence that the programms
also improve survival and reduce medical consumption.
Pulmonary rehabilitation programmes are multidisziplinary and consist
of exercice training (endurance, power), chest physiotherapie,
education, psychosocial and nutritional support. Patients with poor
exercice capacity, peripheral muscle weakness, severe complaints and
poor quality of life seem to profit most from in- and outpatiens
rehab programms. The type of rehabilitation depends on the severity
of symptoms, the competence of the rehab-team and the local
possibilities.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Praxis für Pneumologie, Zürich1, Abteilung für Pneumologie des Universitätsspitals2, Zürich
(Summary)
Zusammenfassung
Eine korrekt und konsequent durchgeführte Sauerstoff-Langzeittherapie kann die Lebensqualität und das Überleben von Patienten, die an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, die mit einer Hypoxämie einhergeht, leiden, verbessern. Diese Therapieform, deren Gelingen von der Dauer der täglichen Sauerstoffzufuhr abhängt, scheitert nicht selten daran, daß der mit einer Nasenbrille an die Sauerstoffquelle gebundene Patient Hemmungen hat, sich außerhalb des Hauses zu bewegen. Damit wird ein zentrales Ziel, nämlich die Mobilität des Patienten, nicht erreicht. Ein wesentlicher Fortschritt ist die seit Jahren erfolgreich eingesetzte Zufuhr von Sauerstoff über einen transtrachealen Katheter, welcher mit großer Effizienz und kosmetisch befriedigend einen größeren Bewegungsradius ermöglicht.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Modern and accurately performed long term oxygen therapy improves quality of life and life expectancy in patients with chronic obstructive lung disease suffering from hypoxemia. This type of therapy often fails since the patient is bothered by the nasal prongs and fears to dwell outside his home. As a consequence, the major goal of this form of therapy, namely enhanced patients mobility is not attained. Oxygen can be delivered at a high efficiency by a transtracheal catheter. This mode of application may considerably improve the patients comfort and hence his compliance and mobility.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Abteilung Pneumologie, Departement Innere Medizin, Universitätsspital Zürich
(Summary)
Zusammenfassung
Der wichtigste pathogenetische Mechanismus bei der Entstehung des
Lungenemphysem ist das Ungleichgewicht zwischen der proteolytisch
wirkenden Elastase aus Granulozyten und ihres endogenen Inhibitors
(Elastasen/Antielastasen-Hypothese). Diese Hypothese wird klinisch
durch das Krankheitsbild des a1-Antritrypsin-Mangels
(a1-Proteaseinhibitor-Mangel), das bei Rauchern zur frühzeitigen
Entwicklung eines Lungenemphysems führt, gestützt.
a1-Proteaseinhibitor ist ein strukturell und molekulargenetisch
charakterisiertes Akutphasenprotein, das in der Leber synthetisiert
wird und über die Blutzirkulation in die Lunge gelangt. Seine
zentrale Funktion ist die Inaktivierung überschüssiger
Neutrophilen-Elastase im Lungengewebe, die bei Entzündungen
freigesetzt wird und Elastin und andere Bestandteile der
extrazellulären Bindegewebsmatrix zerstört.
Wir beschreiben die seit der Entdeckung des API-Mangels im Jahr 1963
gewonnenen Erkenntnisse über Epidemiologie, Klinik, Genetik und
Molekularbiologie dieser Krankheit.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
The dysbalance between proteolytic neutrophil elastase and its
endogeneous inhibitor seems to be a pathogenetic key mechanism in the
origin of pulmonary emphysema (elastase-antielastase hypothesis).
This hypothesis is supported by the observation, that low serum
levels of a1-antitrypsin can be observed in smokers with premature
pulmonary emphysema.
a1-proteinase inhibitor is an acute phase protein with known
structural and moleculargenetic aspects, which is synthesized by the
liver and reaches the lung by the circulation. Its role is the
inactivation of excessive neutrophil elastase in the pulmonary
parenchyma, which is liberated during inflammation and destroys
elastin and other components of extracellular connective tissue
matrix.
This is an overview on epidemiology, clinical aspects, genetics and
molecular biology of this particular disease, which was described in
1963.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Abteilung für Pneumologie, Departement Innere Medizin, Universitätsspital Zürich
(Summary)
Zusammenfassung
Unter nichtinvasiver Beatmung versteht man eine mechanische Unterstützung der Atmung ohne endotrachealen Zugang. Die nichtinvasive Überdruckbeatmung, welche über Gesichts-, Mund/Nasen oder Nasenmasken appliziert wird, kann bei Patienten mit akuter respiratorischer Insuffizienz im Rahmen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung die Notwendigkeit zur Intubation und die damit verbundenen Komplikationen reduzieren, die Hospitalisationsdauer verkürzen und das Überleben verbessern. Im Gegensatz zur chronischen Ateminsuffizienz bei neuromuskulären Erkrankungen und Thoraxdeformitäten, wo die nichtinvasive intermittierende Langzeit-Heimventilation etabliert ist, ist die Rolle dieser Therapie bei der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit zur Zeit noch kontrovers und zeigt keine eindeutigen Vorteile gegenüber der üblichen Behandlung mit Medikamenten und Sauerstoff. Die Einleitung einer nichtinvasiven Beatmung erfordert eine engmaschige Überwachung, Geduld, spezielle Fachkenntnisse und Erfahrung. Solche Faktoren sind für den Erfolg dieser vielversprechenden, neuartigen Therapiemodalität von großer Bedeutung.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Noninvasive mechanical ventilation is provided without establishing an endotracheal airway. In acute respiratory failure due to chronic obstructive lung disease, noninvasive positive-pressure ventilation delivered through a nasal or face mask may eliminate the need for intubation and related complications, reduce the duration of hospitalisation and improve survival compared to assisted ventilation through an endotracheal tube. In chronic respiratory failure related to neuromuscular diseases and thoracic deformities, the advent of noninvasive intermittent longterm ventilation is well established. However, it is not clear, whether addition of noninvasive ventilation to standard treatment with medication and longterm oxygen improves symptoms and survival in chronic respiratory failure due to chronic obstructive lung disease. During introduction of noninvasive ventilation, patients must be monitored closely. Patient selection and information, meticulous optimization of the ventilator settings and delivery system, education and experience of the personnel have an important impact on the success of this novel way of providing mechanical ventilatory support.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Abteilung für Pneumologie, Departement Innere Medizin, Universitätsspital Basel
(Summary)
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit bespricht generell die Risikofaktoren
für postoperative Komplikationen, unter spezieller
Berücksichtigung von pulmonalen Komplikationen, welche vermehrt
bei Patienten mit einer chronisch obstruktiven Pneumopathie (COPD)
auftreten. In einem zweiten Teil erfolgt die Besprechung der
funktionellen Evaluation von Lungenresektionskandidaten.
Postoperative pulmonale Komplikationen (PPK) sind häufig von
klinischer Relevanz und beeinflussen entscheidend die postoperative
Morbidität und Mortalität. PPK sind bei COPD-Patienten
signifikant häufiger. Risikofaktoren für PPK
umschließen vorbestehende Lungenerkrankungen, insbesondere eine
COPD, eine Raucheranamnese, die Dauer und die Art der
Anästhesie, obere abdominale und thorakale Eingriffe, das Alter
sowie eine Adipositas. Die präoperative Evaluation dieser
Risikopopulation wird besprochen. Eine präoperative
Lungenfunktionsprüfung und eine Thorax-Röntgenaufnahme sind
nur bei Risikopatienten sowie bei Patienten vor einer
Lungenresektionsoperation gerechtfertigt. Es gibt keinen absoluten
lungenfunktionellen Wert, welcher eine klare Kontraindikation
für einen nichtthorakalen chirurgischen Eingriff darstellt,
allerdings sollte insbesondere bei COPD-Patienten ein möglichst
schonender Eingriff (z.B. laparaskopisches Vorgehen versus offenem
Eingriff) erwogen werden, auch zeigt eine epidurale
Anästhesieform gegenüber einer Intubationsnarkose deutlich
weniger PPK. Die Prävention von PPK umfaßt ein Sistieren
des Rauchens (mindestens 8 Wochen vor einem elektiven Eingriff) und,
falls indiziert, eine präoperative Therapie mittels Antibiotika,
Beta2-Agonisten, Steroiden (steroid-trial) sowie eine intensive
perioperative Atemtherapie.
Die funktionelle Evaluation von Lungenresektionskandidaten erfolgt
aufgrund eines Algorithmus, welcher sich hauptsächlich auf das
forcierte exspiratorische Erstsekundenvolumen (FEV1), die
Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid (DLCO) und auf die
maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung (V.O2max) stützt.
Bei kritischen Patienten wird aufgrund einer seitengetrennten
Perfusionsszintigraphie die verbleibende Funktion abgeschätzt,
welche in Abhängigkeit des Resektionsausmaßes noch zu
erwarten ist.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
In this overview general risk factors for postoperative
complications are discussed with special reference to pulmonary
complications, which frequently occur in patients with chronic
obstructive pulmonary disease (COPD). In a second part the functional
evaluation of lung resection candidates is presented.
Pulmonary complications are the most frequent cause of postoperative
morbidity and mortality. Risk factors include: underlying respiratory
disease, especially COPD, current smoking, duration of anaesthesia,
type of surgical procedure (upper abdominal or thoracic surgery), age
and obesity. The preoperative evaluation of patients at risk is
discussed. For non-thoracic surgery preoperative pulmonary function
testing and a preoperative chest radiograph are indicated for
high-risk patients only, whereas they are mandatory for all lung
resection candidates. There are no cut-off values in pulmonary
function testing which would preclude nonthoracic surgical
procedures. In patients with COPD, laparascopic procedures are
recommended; and regional or epidural anaesthesia have less adverse
effects on pulmonary function than general anaesthesia. Prevention of
postoperative pulmonary complications includes smoking cessation at
least eight weeks before surgery, and, if indicated preoperative
treatment with antibiotics, beta2-agonists, steroids (steroid-trial)
and intensive perioperative chest physiotherapy (incentive
spirometry). The functional reserves of lung resection candidates is
assessed with an algorithm based on the forced expiratory volume in
one second (FEV1), the transfer factor of the lung for carbon
monoxide (DLCO), and the maximal oxygen uptake on exercise (V.O2max).
In critical patients additional split function studies are necessary
to estimate the remaining pulmonary function depending on the extent
of resection.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Abteilung für Pneumologie und Klinik für Viszeralchirurgie, Universitätsspital Zürich
(Summary)
Résumé
Die chirurgische Lungenvolumenreduktion (LVR) ist ein neuartiges
operatives Behandlungskonzept für ausgewählte Patienten mit
fortgeschrittenem Lungenemphysem, die trotz optimaler Therapie schon
bei geringer Anstrengung an Atemnot leiden und funktionell erheblich
eingeschränkt sind.
Mittels beidseitiger videoassistierter thorakoskopischer Resektion
werden die am meisten vom Emphysem betroffenen Lungenabschnitte
reseziert. Dadurch wird die stark überblähte Lunge
verkleinert und die Atemmechanik verbessert. Dieses Verfahren, das an
spezialisierten Zentren eine überraschend geringe perioperative
Mortalität und Morbidität hat, führt bei der Mehrheit
der operierten Patienten zu einer deutlichen symptomatischen
Verbesserung, die durch eine Besserung der Lungenfunktion und der
körperlichen Belastbarkeit bedingt ist. Die maximale
funktionelle Verbesserung wird innert drei Monaten nach der Operation
erreicht und nimmt nach ein bis zwei Jahren langsam ab.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Lung volume reduction surgery is a novel operative concept, which
may be applied in certain patients, who are severely handicapped by
advanced pulmonary emphysema and suffer from dyspnea at minimal
exercise despite optimal medical therapy.
The most destroyed lung parts are resected by videoassisted
thoracoscopy. This type of surgery has a surprisingly low morbidity
and mortality at specialized centers. It improves symptoms by
ameliorating lung function and exercise tolerance. Maximal functional
improvement is observed and lung function starts to decline slowly
within one to two years thereafter.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Departement Innere Medizin1 und Chirurgie2, Universitätsspital Zürich
(Summary)
Zusammenfassung
Die isolierte Lungentransplantation hat sich innerhalb der letzten 15 Jahre von einer experimentellen Technik zu einer etablierten Therapie für Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem entwickelt. Die wesentlichen Gründe für diesen Fortschritt sind genauere Selektionskriterien, eine standardisierte Operationstechnik und Organpräservation, ein optimiertes peri- und postoperatives Management, die Prophylaxe von infektiösen Komplikationen sowie die verfeinerte Abstimmung der Immunsuppression. Indikation, Technik, Therapie und Resultate der Lungentransplantation bei Lungenemphysem werden dargestellt.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern
Over the last 15 years lung transplantation developed from an experimental technique to a valid therapy for patients with end-stage pulmonary emphysema. The main reason for this progress are better defined selection criteria, improved operative technique and organ preservation, optimized peri- and postoperative management, and a more precise immunosuppressive and anti-infective therapy. Indications, technique, treatment and results of lung transplantation in emphysema patients are discussed.
Therapeutische Umschau, Band 56, 1999, Heft 3, © 1999 Verlag Hans Huber Bern