| M. Joswig, V. Hach-Wunderle, T. v. Holst and
P.P. Nawroth Postmenopausale Hormonsubstitutionstherapie und die Gefäßwand: Epidemiologie und klinische Studien Postmenopausal hormone replacement therapy and the vascular wall: Epidemiology and clinical studies |
Zusammenfassung Summary |
| U. Brunner and Th. Eberlein Erfahrungen mit einer Hydrofaser in der Behandlung von chronischen Wunden, insbesondere beim diabetischen Fuss Experiences with hydrofibres in the moist treatment of chronic wounds, in particular of diabetic foot |
Zusammenfassung Summary |
| C. Fahrig, L. Breitinger and H. Heidrich Vitalkapillarmikroskopische Befunde am Nagelfalz bei Diabetes mellitus Vital capillary microscopic findings in the nailfold of patients with diabetes mellitus |
Zusammenfassung Summary |
| M. H. Seelig, Y. L. Malouf, P .J. Klingler,
W. A. Oldenburg and E. J. Atkinson Die klinische Wertigkeit des routinemäßigen Screenings nach abdominellen Aortenaneurysmen während der Echokardiographie Clinical utility of routine screening for abdominal aortic aneurysm during echocardiography |
Zusammenfassung Summary |
| M. Hirai Prävalenz und Charakteristika von Muskelkrämpfen bei Patienten mit Varikosis Prevalence and characteristics of muscle cramps in patients with varicose veins |
Zusammenfassung Summary |
| W. Vanscheidt, H. Heidrich, M. Jünger
and E. Rabe Richtlinien für klinische Studien bei chronischer venöser Insuffizienz Guidelines for testing drugs for chronic venous insufficiency |
Zusammenfassung Summary |
| H. Bär, G. Pöhlmann und H.R. Figulla Akute akrale Ischämie aller Finger als mögliche Folge einer Borrelieninfektion Acute acral ischemia in all fingers probably due to an infection with borrelias |
Zusammenfassung Summary |
| L.H. Lassen, J. Bismuth, N. Bækgaard
and J.K. Christoffersen Intraluminale Kalkbildung der abdominalen Aorta Intraluminal calcification of the abdominal aorta |
Zusammenfassung Summary |
| Z. Halloul, T. Buerger, R. Grote and F. Meyer Selektive Embolisierung eines Aneurysmas der A. renalis Selective embolization of a renal artery aneurysm |
Zusammenfassung Summary |
| M. Enzler, T. Drobny, U. Franzeck, R. Inderbitzi
and A. Leu Schwellung in der Leiste als Spätkomplikation nach Hüftarthroplastik. Differentialdiagnose und Behandlung aus gefäßchirurgischer Sicht Inguinal mass as a late complication of hip arthroplasty. Differential diagnosis and treatment from a vascular surgical perspective |
Zusammenfassung Summary |
| R. A. Bucek, T. Maca, R. Ahmadi and E. Minar Temporäre Vena-Cava-Filter verhindern nicht immer eine tödliche Pulmonalembolie Temporary vena cava filters do not always protect from fatal pulmonary embolism |
Zusammenfassung Summary |
| A. Bollinger, J. Eckert, B. Rüttimann
and F. Becker Die «galoppierende» Geschichte der Claudicatio intermittens The "galloping" history of intermittent claudication |
Zusammenfassung Summary |
Zusammenfassungen / Summaries
Zusammenfassung
Die klinische Relevanz der akut und verzögert auftretenden
Östrogenwirkungen auf Struktur und Funktion der Gefäßwand
ist unklar. Diese Übersicht versucht
unter Berücksichtigung epidemiologischer Daten und klinischer
Studienergebnisse eine kritische Neubewertung der Östrogenwirkungen
auf die Gefäßwand sowie hieraus abgeleitete Strategien
zur postmenopausalen Hormonsubstitutionstherapie (HRT) aufzuzeigen.
Die Ergebnisse epidemiologischer Studien zeigen ein vermindertes
Risiko kardiovaskulärer Mortalität und Morbidität
unter postmenopausaler HRT. Demgegenüber tritt in der ersten
großen randomisierten, plazebokontrollierten Studie zur
Frage der Sekundärprävention (Heart and Estrogen/progestin
Replacement Study, HERS) während des ersten Jahres der Behandlung
in der Verumgruppe eine höhere Rate kardiovaskulärer
Ereignisse gegenüber der Plazebogruppe auf. Ungeklärt
ist weiterhin der Nettoeffekt der postmenopausalen HRT auf Atherogenese,
das Gerinnungssystem und die Entzündungsantwort. Randomisierte
Studien bezüglich intermediärer Endpunkte, z.B. Lipoprotein-
und Glukosestoffwechsel sowie arterieller Vasomotorik, zeigen
günstige Effekte der postmenopausalen HRT, jedoch ist der
Anteil dieser Effekte an klinischen Endpunkten wie Herzinfarkt
oder Mortalität unklar. Anhand der Erkenntnisse der "evidenced
based medicine" lässt sich zur Zeit keine allgemeingültige
Empfehlung bezüglich der Zielgruppe einer postmenopausalen
HRT geben. Die Entscheidung zur Hormoneinnahme sollte nach einer
individuelle Nutzen-Risikoabschätzung erfolgen.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The clinical relevance of estrogen's multiple acute and more delayed effects on vascular wall structure and function is incompletely understood. This review attempts to reevaluate epidemiological findings and clinical studies concerning the vascular actions of estrogens and gives implications for strategies in postmenopausal hormone replacement therapy (HRT). There is large evidence from observational studies that HRT reduces the risk of cardiovascular mortality and morbidity in postmenopausal women. However, according to the only large randomized, placebo-controlled, secondary prevention Heart and Estrogen/progestin Replacement Study (HERS), women with prevalent cardiovascular disease (CVD) have increased CVD events within the first year after onset of HRT. The net effects of HRT on atherosclerosis, coagulation, fibrinolysis or the inflammatory response are unproven. Randomized trials of intermediate outcomes reveal that HRT has favorable effects on isolated cardiovascular risk factors, e.g. lipoproteins, carbohydrate metabolism and vasodilatation, but the impact of this effects on clinical endpoints is still not clear. The basis of "evidenced based medicine" is currently not sufficient to provide exact recommendation who will benefit from HRT and who might not. Therefore, the decision about hormone use should consider individual benefit-risk profiles.
Key words
Postmenopausal hormone replacement therapy, estrogen, vascular wall, epidemiology
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Hintergrund: Chronische Wunden sind ein Alltagsproblem der
Allgemeinmedizin. Alltagsprobleme sind aber auch deren Hartnäckigkeit,
Schmerzhaftigkeit und Rezidivhäufigkeit, welche die Ausdauer
von Patient und Arzt bis zur Verzweiflung strapazieren. Als wesentlicher
Fortschritt für die Wundbehandlung erwies sich in den letzten
Jahren das Konzept der Feuchttherapie. Mit Einführung innovativer
Wundauflagen in den Neunzigerjahren gelang eine wesentliche Beschleunigung
der Wundheilung mit gleichzeitiger Schmerzlinderung.
Patienten: Im Erfahrungsbereich unserer Equipe ist eines dieser
Produkte die Hydrofaser. Diese Arbeit orientiert über die
Anwendungsmöglichkeiten dieses Materials anhand von 135 Wundsituationen,
44% davon im Rahmen eines Diabetes mellitus.
Ergebnisse: Eine positive Beeinflussung der Wundheilung gelang
in 92%. Dieses Behandlungsresultat wird nach kausalen, topographischen
und ikonographischen Gesichtspunkten analysiert.
Schlussfolgerungen: Auf Grund der Schwerpunkte unseres Krankengutes
kann die Eignung der Hydrofaser für die diabetische Wunde
herausgestellt werden.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Background: Chronic wounds are an everyday problem in general
medicine. Likewise, their persistence, painfulness and frequency
of relapse are everyday problems which strain the stamina of patients
and doctors to the point of desperation. Over recent years, the
moist therapy concept has proven to be a major advance in wound
treatment. The introduction of innovative wound dressings in the
1990's made it possible to substantially accelerate wound healing
and couple it with a simultaneous alleviation of pain.
Patients:In the scope of our team's experience one such product
is the hydrofibre. This paper offers information on the possibilities
for using this material on the basis of 135 wound situations,
44% of which are within the context of diabetes mellitus
Results: There was a positive influence on wound healing in 92%
of the cases. This treatment result is analysed in terms of causal,
topographic and iconographic aspects.
Conclusion: Given the main focal points of our group of patients,
it may be stated that hydrofibres are suitable for diabetic wounds.
Key words
Wound treatment, diabetic foot, hydrofibre
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Hintergrund: Aufgrund von Voruntersuchungen an 100 gesunden
Erwachsenen und 20 gesunden Kindern hatte sich gezeigt, dass die
Wertigkeit von Veränderungen der Kapillarmorphologie korrigiert
werden muss, da bisher als pathologisch angesehene Kapillarveränderungen
auch in hohem Maß bei Gesunden vorkommen. Es wurde daher
jetzt geprüft, inwieweit das kapillarmorphologische Bild
bei Diabetikern vom Normalbefund abweicht, und ob ein Einfluss
der Diabetesdauer, Behandlung oder Folge- bzw. Begleiterkrankungen
auf das kapillarmikroskopische Bild besteht.
Patienten und Methoden: 100 Patienten im Alter von 44 bis 88 Jahren
mit Typ II Diabetes wurden vitalkapillarmikroskopisch im Bereich
der zehn Finger untersucht und die Befunde mit Hilfe von SVHS-Videoaufzeichnungen
dokumentiert. Die Auswertung der Videoaufnahmen erfolgte im Anschluss
an alle Untersuchungen und wurde von zwei Untersuchern ohne Wissen
der klinischen Angaben vorgenommen.
Ergebnisse: Es zeigte sich, dass bei 66% der Patienten ein pathologischer
kapillarmikroskopischer Befund erhoben werden konnte. Es fanden
sich pathologisch vermehrte Scheitel- und Schenkeldilatationen
(32%), hämorrhagische Extravasate (20%) und Verzweigungen
(45%). Zwischen den Therapiegruppen (Insulin orale Medikation)
fanden sich keine Unterschiede, auch konnte kein Zusammenhang
zwischen dem Auftreten von Kapillarveränderungen und der
Diabetesdauer festgestellt werden. Diabetiker mit gleichzeitig
bestehenden diabetischen Folgeerkrankungen (z.B.: Polyneuropathie)
unterschieden sich im kapillarmorphologischen Bild nicht von Diabetikern
ohne Folgeerkrankungen.
Schlussfolgerung: Bei Diabetikern ist gehäuft ein pathologisches
kapillarmorphologisches Bild in Form von vermehrtem Nachweis von
Scheiteldilatationen, Verzweigungen und hämorrhagischen Extravasaten
zu erkennen. Ein Einfluss auf kapillarmikroskopische morphologische
Veränderungen durch die Behandlung, Dauer des Diabetes sowie
diabetische Folgeerkrankungen ließ sich nicht nachweisen.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Background: Preliminary investigation done in 100 healthy adults
and 20 healthy children had shown that the interpretation of significance
of changes in capillary morphology need to be corrected, since
capillary changes previously considered to be pathological are
also to be found in large numbers in healthy subjects. Against
this background, the question has now been investigated whether
the capillary microscopic findings in diabetics deviates from
those found in normals, and whether the duration of the diabetes,
its treatment, its sequelae, or concomitant diseases have any
influence on the capillary microscopic appearance .
Patients and methods: In 100 patients aged between 44 and 88 years
with type 2 diabetes vital capillary microscopy was carried out
on all ten fingers in the usual manner. The evaluation of the
video recordings was done only when all the examinations had been
completed by two examiners blinded to the clinical data.
Results: It was shown that 66% of the patients demonstrated pathological
capillary microscopic findings. These findings included pathologically
increased apical and non-apical dilatations (32%), haemorrhagic
extravasations (20%) and branchings (45%). No differences were
found between the therapy groups (insulin oral medication)
nor was any relationship between the appearance of capillary changes
and the duration of diabetes observed. Diabetics with concomitant
diabetic sequelae (polyneuropathy), demonstrated no differences
in capillary morphology as compared with diabetics with no such
sequelae.
Conclusion: Diabetics are found to have an increased incidence
of pathological capillary morphology taking the form of increased
apical dilatations, branchings and haemorrhagic extravasations.
Neither the treatment, nor the duration of the illness, nor diabetic
sequelae appeared to have any influence on the capillary microscopic
changes.
Key words
Vital capillary microscopy, diabetes mellitus, polyneuropathy, retinopathy, neuropathy, diabetic microangiopathy
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Hintergrund: Ziel der Studie war es, die klinische Wertigkeit
der transthorakalen Echokardiographie (TTE) als Screeningmethode
für abdominelle Aortenaneurysmen (AAA) zu bestimmen.
Patienten und Methoden: Jeder Patient, der zu einer TTE überwiesen
wurde, wurde in die Studie eingeschlossen. Nach der kompletten
kardialen Untersuchung erfolgte die Untersuchung der abdominellen
Aorta. Patienten mit einem bekannten oder einem klinisch vermuteten
AAA wurden ebenso wie Patienten mit einem operierten Aortenaneurysma
von der Studie ausgeschlossen.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 14876 Patienten echokardiographiert.
13166 (88,5%) waren 50 Jahre und älter. Von diesen Patienten
waren 6953 (52,8%) Männer und 6213 (47,2%) Frauen. Insgesamt
wurden 108 (0,82%; 95% Konfidenzintervall (CI) 0,670,99)
klinisch nicht vermutete AAA von mindestens 3 cm Durchmesser (Rang
36,8 cm) während der TTE detektiert. Dabei handelte
es sich um 93 (86%) Männer und 15 (14%) Frauen mit einem
mittleren Alter von 73,8 Jahren (Rang 5990) . Bei 7 Patienten
wurde zwar mittels TTE ein AAA diagnostiziert, bei einem abdominellen
Kontrollultraschall wurde der Befund aber nicht bestätigt,
da der Durchmesser < 3 cm war. Die Prävalenz für
ein AAA war bei Patienten von 50 Jahren und älter 1,34% (95%
CI 1,081,64) für Männer und 0,24% (95% CI 0,140,4)
bei Frauen. Bei Patienten unter 50 Jahren wurde kein AAA entdeckt.
Schlussfolgerungen: Die TTE ist in einem hoch selektionierten
kardialen Patientengut kein nützliches Verfahren zum Screening
für klinisch nicht nachweisbare AAA auf Grund der niedrigen
Prävalenz. Bei Nachweis eines Aneurysmas sollte die Diagnose
durch eine konventionelle Ultraschalluntersuchung bestätigt
werden.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Background: The aim of this study was to determine the clinical
utility of transthoracic echocardiography (TTE) as a screening
method for the detection of abdominal aortic aneurysms (AAA).
Patients and methods: Each patient who was referred to the echocardiography
laboratory TTE was included into the study. After complete cardiac
assessment the abdominal aorta was evaluated. Patients with a
known, a clinically suspected, or a previously operated AAA were
excluded.
Results: During the study period, 14876 patients underwent TTE.
13166 (88.5%) of the patients were 50 years and older. Of these
6953 (52.8%) were men and 6213 (47.2%) were women. A total of
108 (0.82%; 95% confidence interval (CI) 0.670.99) clinically
unsuspected AAA of at least 3 cm in diameter (range 3 cm
6.8 cm) were detected. There were 93 (86.1%) men and 15 (13.9%)
women with a mean age of 73.8 years (range 5990). In 7 patients
an AAA was suspected by TTE but not verified on subsequent abdominal
ultrasound, as the diameter of the abdominal aorta was less than
3 cm. The prevalence of an AAA in patients 50 years and older
was 1.34% (95% CI 1.081.64) for men and 0.24% (95% CI 0.140.40)
for women. In patients less than 50 years old no aneurysm was
detected. Seventeen patients who were found to have an AAA with
a mean diameter of 4.4 cm (range 36 cm) underwent successful
elective conventional AAA repair after a mean interval of 13.9
months (range 0.249 months) following the initial diagnosis.
Conclusions: TTE performed in a highly selected cardiac patient
group in a tertiary referral center is not a useful tool to screen
for clinically unsuspected abdominal aortic aneurysms due to the
low prevalence. The detection of an aneurysm should be confirmed
by conventional abdominal ultrasound.
Key words
Echocardiography, transthoracic, abdominal aortic aneurysm, screening
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Hintergrund: Es wurde darauf hingewiesen, dass die Durchblutung
der Extremitäten bei Patienten mit Muskelkrämpfen auf
Grund der venösen Hypertension gestört sein könnte.
Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung der Inzidenz
und Charakteristika von durch venöse Insuffizienz hervorgerufenen
Muskelkrämpfen.
Patienten und Methoden: Die Inzidenz und Charakteristika von Muskelkrämpfen
wurde mit Hilfe eines Fragebogens untersucht. Dabei verglichen
wir 288 Patienten mit Insuffizienz der Vena saphena magna oder
parva mit 550 altersabgestimmten Personen aus der Allgemeinbevölkerung.
Ergebnisse: Die Inzidenz von Muskelkrämpfen war mit 67% in
der Patientengruppe signifikant höher als die 53% in der
Allgemeinbevölkerung (p < 0.001). Die Häufigkeit
von Wadenkrämpfen war in der Patientengruppe ebenfalls signifikant
höher als in der Allgemeinbevölkerung, nämlich
91% vs. 75% (p < 0.001). Obwohl die meisten Patienten berichteten,
dass die Symptome nur nachts auftraten, war die Häufigkeit
auch hier in der Patientengruppe signifikant höher als in
der Allgemeinbevölkerung, nämlich 78% vs. 52%
(p < 0.001). Hinsichtlich Dauer und Schwere der Muskelkrämpfe
wurde zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede beobachtet.
In der Patientengruppe wurde eine signifikant höhere jährliche
Häufigkeit von 12 Anfällen pro Jahr als in der Allgemeinbevölkerung
beobachtet (p < 0.001).
Schlussfolgerungen: Muskelkrämpfe, insbesondere nächtliche
Wadenkrämpfe, treten in Patienten mit varikösen Venen
häufiger als in der Allgemeinbevölkerung auf.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Background: It has been suggested that limb circulation may
be disturbed in patients with muscle cramps due to leg venous
hypertension. The aim of this study was to examine the incidence
and characteristics of muscle cramps from venous insufficiency.
Patients and methods: The incidence and characteristics of muscle
cramps, which were investigated by a questionnaire, were compared
between 288 patients with incompetence of the long or short saphenous
vein and 550 age-matched individuals from the general population.
Results: The patient group showed a significantly higher incidence
of muscle cramps in the last year than the general population
group, 67% and 53%, respectively (p < 0.001). The incidence
of calf cramps was significantly higher in the patient group than
in the general population group, 91% and 75%, respectively (p
< 0.001). Although most subjects reported symptoms occurring
only at night, the incidence was significantly higher in the patient
group than in the general population group, 78% and 52%, respectively
(p < 0.001). There was no significant difference in the duration
or severity of muscle cramps between the groups. The patient group
showed a significantly higher incidence of more than 12 episodes
per year than the general population group (p < 0.001).
Conclusions: Muscle cramps in patients with varicose veins occur
more frequently and more often at night and in the calf in comparison
with those from the general population.
Key words
Muscle cramps, prevalence, varicose veins, general population
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Key words
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Akute akrale Durchblutungsstörungen der Finger können
sowohl Ausdruck eines embolischen Geschehens als auch Manifestation
einer Vaskulitis oder Kollagenose sein. Häufig ist die Suche
nach der Ursache schwierig. In vielen Fällen führt auch
eine detaillierte serologische Suche nach Gerinnungsstörungen
oder immunologischen Parametern sowie apparative Diagnostik nicht
zu einer Klärung.
Anhand eines Fallbeispiels möchten wir über einen möglichen
Zusammenhang zwischen einer Borrelieninfektion Stadium III und
akralen Durchblutungsstörungen berichten. Außer passager
erhöhten Jo-1- und Skelettmuskel-Antikörper-Titern fand
sich serologisch und klinisch kein Hinweis auf das Vorliegen einer
Autoimmunerkrankung.
Unter multimodaler Therapie (antibiotisch, rheologisch, immunsuppressiv)
gelang es, die schweren akralen Durchblutungsstörungen zu
beseitigen und damit akrale Nekrosen zu verhindern.
Als Konsequenz unserer Beobachtung empfehlen wir bei drohenden
akralen Nekrosen unklarer Genese auch die Bestimmung des Borrelien-Antikörper-Titers,
um eine Borrelieninfektion nicht zu übersehen.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Acute interruption of circulation in the distal fingers can
be both expression of an embolic event as well as the first manifestation
of a vasculitis or collagenosis. The search for its cause is frequently
difficult. In many cases a specialized analysis of the coagulation
system as well as diagnostics such as ultrasound scan of the heart
or a systematic antibody scanning do not reveal the origin of
an embolus or the underlying disorder.
On the basis of a case-report we would like to focus on a possible
context between an infection of Borrelias stage III and consecutive
deterioration of peripheral arterial perfusion in the fingers.
Besides Jo-1- and positive sceleton-muscle-antibodies there were
no serological and clinical indications for an autoimmune disease.
It was possible to avoid acral necrosis by means of an antibiotic,
immunosuppressive and rheological therapeutic concept.
We recommend to control the borellia-antibody-level in cases of
obscure threatening peripheral necrosis caused by arterial perfusion
stop.
Key words
Acral necrosis, Borrelias, urokinase, alprostadil
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Eine Patientin ohne jeden Hinweis auf eine arterio-sklerotische Gefäßerkrankung oder Hypertonie in der Vorgeschichte kam mit Symptomen zur Aufnahme, die auf ein Gallensteinleiden hinwiesen. Eine große intraluminale Verkalkung der juxtarenalen Aorta war möglicherweise die Ursache. Die Aorta war ansonsten frei von jeglichen arteriosklerotischen Veränderungen. Möglicherweise hat sich die Kalzifizierung auf dem Boden eines einzelnen ulzerierten Atheroms ausgebildet.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
A patient who had no evidence of atherosclerotic disease and had never been hypertensive, presented with symptoms usually associated with gallstone disease. A large intraluminal calcification in the juxtarenal aorta was found to be the probable cause of these symptoms. The aorta was otherwise free of atherosclerotic changes. Although it could not be identified with certainty, this calcification could have developed secondary to a single ulcerated atheroma.
Key words
Atherosclerosis, plaques
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Die Behandlungsmöglichkeiten für Nierenarterienaneurysmata haben sich gewandelt. Das Ziel im vorgestellten klinischen Fall war es, die Möglichkeit der endovaskulären Therapie bei einer 52 Jahre alten Frau (Hämaturie als einziges Symptom) mit sakkulärem Aneurysma der rechten Nierenhauptarterie an ihrer ersten Aufteilung zu evaluieren. Die Diagnose wurde mittels Kontrast-verstärkter Computertomographie und Angiographie gesichert. Das Aneurysma wurde mit interventionell-radiologischer, minimal-invasiver supraselektiver Embolisation ausgeschaltet. Es lagen keine postoperativen Komplikationen vor, wie durch die Kontrollangiographie während der Intervention und nach einem Intervall von vier Wochen bestätigt wurde. Die selektive Spiralembolisation als "First-line-Therapie" ist eine geeignete Methode zur Behandlung sakkulärer Nierenarterienaneurysmata. Im vorgestellten Fall sicherte das minimal-invasive Vorgehen dadurch den maximalen Funktionserhalt von Nierengewebe.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The treatment modalities for renal artery aneurysm have changed.
The aim in the presented case was to evaluate the endovascular
therapy in a 52-year-old woman (with hematuria as the only symptom)
with a saccular aneurysm at the first bifurcation of the right
main renal artery, which was diagnosed with contrast-enhanced
computerized tomography and angiography. We approached the aneurysm
with minimally invasive supraselective embolization. There were
no postoperative complications, as confirmed with control angiography,
during the intervention and after an interval
of 4 weeks. In conclusion, selective coil embolization as first-line
therapy to treat saccular renal artery aneurysm is feasible. In
this case, minimally invasive procedure provided maximum functioning
kidney tissue.
Key words
Renal artery, aneurysm, embolization, coil
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Wir berichten über drei Patienten, bei denen nach wiederholten arthroplastischen Eingriffen am Hüftgelenk Schwellungen im Bein und in der Leiste aufgetreten sind. Die Abklärung ergab bei einem Patienten ein falsches Aneurysma und bei zwei Patienten sogenannte «Synovialzysten». Dabei handelt es sich meist um eine pathologisch vergrößerte Bursa iliopsoas. Bei Patienten mit Coxarthrose steht sie oft in Verbindung mit dem Synovialraum des Hüftgelenks. übermäßige Sekretion von Synovialflüssigkeit führt dann zur Ausdehnung mit Verdrängung benachbarter Strukturen. Im Vordergrund steht die Kompression der V. femoralis, welche venöse Abflussstörungen und damit Schwellungen des Beines verursachen kann. Bei der Abklärung stehen konventionell Röntgenaufnahmen des Hüftgelenks und die Ultraschall-Untersuchung der Leistenregion inklusive Duplex-Sonographie der Gefäße im Vordergrund. Symptomatische Zysten müssen meistens operativ über einen inguinalen Zugang entfernt werden. Lose Komponenten künstlicher Gelenke sind oft ursächlich beteiligt und müssen ersetzt werden.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
We report on three patients with a symtomatic inguinal mass as a late complication of repetitive arthroplastic hip surgery. In one case, there was a false aneurysm and in two cases a so-called "synovial cyst". A synovial cyst is usually an enlarged iliopsoas bursa in communication with the capsule of the hip joint. Hypersecretion in arthritic joints may cause expansion of this bursa. Compression of the common femoral and external iliac veins may lead to outflow obstruction and leg swelling. The most important diagnostic tools are plain films of the hip joint and ultrasound of the groin including colour-coded assessment of the femoral vessels. Symptomatic cysts usually need removing by an anterior approach. Loose arthroplastic components can be causative and should be replaced.
Key words
Hip joint ganglion, synovial cyst, arthroplastic hip surgery, false aneurysm
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Wir beschreiben den Fall einer jungen Frau, die während der Lysetherapie einer tiefen Beckenvenenthrombose trotz prophylaktischer Implantation eines temporären Vena-Cava-Filters eine fatale Pulmonalembolie entwickelte. Aus diesem Grund muss die derzeit gültige Meinung, dass infrarenale Vena-Cava-Filter immer eine fatale Pulmonalembolie verhindern können, erneut überdacht werden.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
We describe the case of a young woman who developed fatal pulmonary embolism during thrombolytic therapy of a deep pelvic and leg vein thrombosis, despite the insertion of a temporary vena cava filter. So the opinion that the insertion of inferior vena cava filters always prevents lethal pulmonary embolism caused by thrombi of the deep vein system must be revised.
Key words
Deep venous thrombosis, pulmonary embolism, temporary vena cava filters, thrombolysis, urokinase
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Die Claudicatio intermittens (CI) aufgrund einer arteriellen
Durchblutungsstörung wurde zuerst durch den französischen
Veterinär Jean-François Bouley jeune bei einem Pferd
beschrieben, das eine Kutsche durch Paris zog (1831). Das Tier
wurde mehrmals belastet, wobei es jedesmal nach einer bestimmten
Distanz mit den Hinterläufen zu hinken begann und bei fortgesetzter
Belastung zusammenbrach. Bei der Autopsie wurden ein partiell
thrombosiertes Bauchaortenaneurysma und beidseitige Verschlüsse
der Femoralarterien festgestellt und korrekt als Ursache der Funktionsstörung
interpretiert. 1858 entdeckte der berühmte Pariser Neurologe
Jean-Martin Charcot einen Patienten mit CI, der sich im Algerienkrieg
eine Schusswunde zugezogen hatte und ein traumatisch bedingtes
und thrombosiertes Aneurysma der A. iliaca entwickelte. Er bezog
sich auf die erste Beschreibung in der Veterinärmedizin.
Auch in Deutschland wurde die CI zuerst in der Veterinärmedizin
(Rademacher, 1838) erwähnt. Auf eine Serie von 13 Patienten
machte Heinrich Erb, ebenfalls ein bekannter Neurologe, 1898 und
1904 aufmerksam.
Einige interessante Aspekte des Phänomens der CI werden kurz
dargestellt: Die Rolle der Belastungsintensität, Lokalisation,
soziale Bedeutung, Verlängerung der Relaxationszeit im Achillessehnenreflex,
Verminderung der maximalen Plantarflexionskraft des Fußes
und Bildung des Schmerzfaktors P von Lewis.
Während beim Menschen die Arteriosklerose als wichtigste
Ursache von Obstruktionen der Becken- und Beinarterien anerkannt
ist, liegt beim Pferd die Infektion mit dem Rundwurm Strongylus
vulgaris zugrunde. Die Larven des Parasiten kriechen in die Intima
von kleinen und großen Arterien, verletzen sie und rufen
Aneurysmen und Thrombosierungen des arteriellen Lumens hervor.
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Intermittent claudication (IC) due to arterial occlusive disease
was first diagnosed by the French veterinary surgeon Jean-François
Bouley jeune in a horse drawing a cabriolet in the streets of
Paris as early as 1831. The animal was repeatedly exercised and
always started to limp with the hind legs at similar work loads.
Autopsy revealed partially thrombosed aneurysm of the abdominal
aorta and occlusions of both femoral arteries which were correctly
identified as the cause of IC. In 1858 the famous neurologist
Jean-Martin Charcot working at the Salpêtrière in
Paris first discovered the condition in a patient, who was wounded
by a bullet during the conquest of Algery and developed iliac
artery aneurysm obliterated by a thrombus. He was aware of the
first description in veterinary medicine. In Germany IC was also
first mentioned in horses (Rademacher, 1838). 13 reports of patients
were contributed by the neurologist Heinrich Erb in 1898 and 1904.
Some interesting features of the phenomenon of IC like the amount
of exercise necessary to provoke it, localization, social relevance,
prolongation of the Achilles tendon reflex, decrease of maximal
plantar flexion force of the foot and production of "Lewis
factor p" are summarized.
In human patients arteriosclerosis is the well recognized principal
cause of arterial obstructions, in horses, however, the lesions
are due to infection by the roundworm Strongylus vulgaris. In
the fascinating life cycle the larvae migrate into the intima
of small and large arteries and provoke aneurysms and intravascular
thrombosis.
Key words
Intermittent claudication, Strongylus vulgaris, arteriosclerosis, Jean-François Bouley jeune, Jean-Martin Charcot
VASA, Band 29, 2000, Heft 4, © 2000 Verlag Hans Huber Bern