Zusammenfassung
Stickstoffmonoxid (NO) ist das biologisch aktive Prinzip des Endothelialen Relaxierenden Faktors (EDRF). Es wird durch das Enzym NO-Synthase aus der Aminosäure L-Arginin gebildet. Im gesunden Blutgefäß bewirkt die konstitutive, dauerhafte Freisetzung kleiner Mengen von NO einen kontinuierlichen vasodilatierenden Tonus, eine plättchenaggregationshemmende, leukozyten-adhäsionshemmende und antiproliferative Wirkung im Gefäß. In arteriosklerotischen Arterien ist die Bildung und/oder biologische Wirksamkeit von NO vermindert. Diese Abschwächung der NO-Wirkung wird auch beim hypercholesterinämischen Patienten beobachtet und stellt offenbar einen frühzeitigen Defekt in der Pathogenese der Arteriosklerose dar. Es ist bislang unklar, ob eine verminderte Synthese oder eine vermehrte (oxidative) Inaktivierung von NO im arteriosklerotischen Gefäß für die verminderte biologische Wirkung verantwortlich ist. Bei Cholesterin-gefütterten Kaninchen bewirkt die Gabe von L-Arginin eine Verlangsamung der Progression der Arteriosklerose. Eigene Untersuchungen an gesunden Probanden zeigen, daß intravenöse Infusion von L-Arginin eine NO-abhängige Vasodilatation und Hemmung der Thrombozytenaggregation induziert. Bei Patienten mit pAVK bewirkt die i. v.-Infusion von L-Arginin eine periphere Vasodilatation in der schwerer erkrankten Extremität. L-Arginin kann somit beim Menschen die NO-Synthese steigern und über eine Abnahme des peripheren Gefäßwiderstands zur Verbesserung der peripheren arteriellen Durchblutung beitragen. Ob sich hieraus eine therapeutische Wirksamkeit der Stimulation des endogenen L-Arginin-NO-Stoffwechselweges für die Behandlung der Extremitätenischämie ableiten läßt, bleibt vorerst ungeklärt.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
L-arginine is the physiological precursor of nitric oxide (NO) which is formed in endothelial cells by the activity of the constitutive NO synthase isoenzyme. NO is tonically released from the endothelium, thus maintaining an active vasodilator tone and inhibiting platelet aggregation, leukocyte adhesion, and vascular smooth muscle cell proliferation. In experimental hypercholesterolemia and atherosclerosis as well as in hypercholesterolemic patients, NO-mediated responses have been shown to be impaired. Whether decreased formation and/or enhanced oxidative inactivation are involved in this process, is still unclear. Chronic dietary administration of L-arginine has been shown to exert anti-atherosclerotic effects in hypercholesterolemic rabbits. Intravenous infusion of L-arginine induces NO-dependent peripheral vasodilatation and inhibits platelet aggregation in healthy humans as well as in patients with severe limb ischemia and generalized atherosclerosis. Whether L-arginine may induce therapeutic effects in peripheral vascular disease, still remains unclear.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Ausgehend von einem Fall von Kawasaki-Erkrankung bei einem 3 Monate alten Kind, das 17 Jahre später einen Rückfall erlitt, wird eine Literaturübersicht über diese Erkrankung vorgelegt. Die Erkrankung, die in der Regel Kinder unter 5 Jahren befällt, ist als nekrotisierende Arteriitis mit Bildung von Aneurysmen der Koronarien und anderer mittelgroßer Arterien anzusehen, auch wenn Ätiologie und Pathogenese nicht unumstritten sind. In der Literatur sind insgesamt 115 000 Fälle mit einer jährliche Frequenz von 6 - 11/100 000 Kindern beschrieben. Die Häufigkeit der Koronaraneurysmen beträgt 20 - 30%, periphere Aneurysmen sind seltener. Es sind 18 Fälle von peripherer Ischämie beschrieben, von denen die meisten zur Amputation geführt haben. Die Diagnose wird aufgrund der klinischen Befunde gestellt und die Therapie ist symptomatisch. Beim akuten Infarkt wird thrombolytisch und antikoagulatorisch behandelt, bei chronischen Veränderungen werden Bypass-Operationen durchgeführt. Ein Aneurysmarückgang wird in 60% der Fälle beobachtet, aber ein Rückfall kann Jahre bis Jahrzehnte später noch möglich sein. Todesfälle sind auf Koronarthrombosen oder Aneurysmaruptur zurückzuführen. Aus diesem Grunde ist eine regelmäßige Nachkontrolle der jungen Patienten gemäß den Richtlinien der Behandlung der Kawasaki-Erkrankung angezeigt.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
A review of the literature was carried out on the occasion of one
case of Kawasaki disease in a small infant aged 3 months which
relapsed 17 years later.
Kawasaki disease is of unknown aetiology and mainly affects children
under 5 years of age. It is manifested as a necrotizing vasculitis
with aneurysms of the coronary arteries and the proximal medium size
arteries.
One hundred and fifteen thousend cases have been reported up to the
present date, an incidence of 6 - 11/100 000 children.
The evidence of coronary aneurysms range from 20 -30%, while
peripheral aneurysms are rare. Eighteen cases of peripheral ischemia
have been reported in the international literature.
The diagnosis is clinical and treatment remains symptomatic
(anti-inflammatory and anticoagulant). Thrombolytic and anticoagulant
management is applied in acute heart attack, and surgical bypass in
chronic ischemia.
Reversion of the aneurysms is observed in 60% of the cases, while
relapse of the disease is possible years or decades later.
Death is due to thrombosis of the coronary or rupture of the coronary
or distal aneurysm. For this reason, regular fellow-up of the
patients is recommended, according to the guidelines for long-term
management of patients with Kawasaki disease.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
An insgesamt 20 gesunden Probanden wurden mittels farbkodierter Duplex-Sonographie Lichtevozierte Durchblutungsänderungen in der A. cerebri posterior untersucht. Hierzu wurden die Doppler-Kurven vor, während und nach Lichtexposition (LE) registriert und die jeweiligen Widerstandsindizes (RI) berechnet. Es fanden sich sowohl im Vergleich vor-während, als auch im Vergleich während-nach LE hoch signifikante (p = 0.0001) Änderungen des Gefäßwiderstandes. Der RI betrug im Mittel vor LE 0.61, bei LE 0.50 und nach LE 0.62. Diese Befunde zeigen, daß die FKDS eine sensitive Methode ist, um selbst kleine Änderungen der hämodynamischen Situation im Gehirn nachzuweisen. Dieser Licht-Test könnte bei kortikalen Störung des Sehens klinisch eingesetzt werden.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
In 20 healthy volunteers light evoked changes in blood flow of the posterior cerebral artery were studied with color coded Doppler sonography. Doppler flow profiles of the PCA were recorded before, during and after exposition with light. Under the treatment with light the RI decreased in the mean fom 0.61 down to 0.50, indicating an increase of flow. After redarking the RI increased again up to a mean of 0.62. The applied test could be a helpful tool to clarify the pathophysiological mechanism in defect seeing.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die Gefäßanatomie des distalen Unterschenkels und
proximalen Fußes wurde durch 16 Korrosionspräparate mit
Anfärbung von Arterien und Venen abgeklärt. Besonders
beachtet wurden die arteriellen Anastomosen, die auch bei 14
Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit und
Verschlußprozeß im Unterschenkel- und Fußbereich
anhand der digitalen Subtraktionsarteriographie beurteilt wurden.
Der anatomisch-arteriographische Vergleich weist auf die wesentliche
Bedeutung präformierter arterieller Anastomosen im Bereich der
Malleolen und des proximalen Fußes zur Kompensation arterieller
Verschlüsse hin. Wichtige Rollen spielen dabei der Ramus
communicans posterior, der Ramus perforans der A. fibularis und
das Rete calcaneare. An anderen Orten dominiert die Bedeutung von
Kollateralen, am Knöchel diejenige der präformierten
Anastomosen.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
The vascular anatomy of the distal calf and proximal foot was
studied in 16 preparations obtained by corrosion. Arterial
anastomoses between the different vessels are frequently observed and
were also detected by digital subtraction arteriography in 14
patients with peripheral arterial occlusive disease.
The comparison between anatomy and arteriography revealed that
performed anastomoses in the malleolar and proximal foot region are
important for compensating crural arterial occlusions. The Ramus
communicans posterior, the Ramus perforans of the fibular artery and
the Rete calcaneare play an important role. Whereas in other vascular
territories collaterals dominate for compensation of occlusions
performed anastomoses are of crucial importance at the malleolus.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Weibel-Palade-Körperchen (endothelspezifische zytoplasmatische Organellen) kommen in den Kapillarendothelzellen der menschlichen Zahnpulpa in großer Zahl vor. Im Falle von Entzündung wird ihre Anzahl nahezu verdoppelt. Diese Beobachtung steht im Einklang mit dem Nachweis von P-Selektin und von Willebrand-Faktor in den Weibel-Palade-Körperchen der mesenterialen Lymphkapillaren. Die Zunahme der Anzahl dieser Organellen bei Entzündung der Zahnpulpa steht im Zusammenhang mit der Rolle der Lymphkapillaren und der Adhäsiv-Moleküle bei entzündlichen Prozessen.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
The Weibel-Palade bodies, cytoplasmic organelles characterizing
endothelial cells, are abundant in lymphatic capillary endothelium of
human dental pulp. Their number almost double in the lymphatic
vessels of inflamed dental pulps. The data were discussed and
compared with others concerning the demonstration of the presence of
von Willebrand factor and P-selectin in the Weibel-Palade bodies of
lymphatic vessels in mesentery. It is suggested that the increase in
the number of Weibel-Palade bodies observed in dental pulp may be
connected along with those in the lymphatic vessels to the function
that these adhesive molecules play during inflammatory states.
This research was supported by grants from the Italian Ministry of
University and Scientific and Technological Research (MURST). The
author acknowledges dr A. Icaro Cornaglia, dr M. Reguzzoni, mrs
A. Farina and mr D. Cappellini for their precious technical
assistance.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Chronische Veneninsuffizienz geht mit der Ausbildung einer kutanen
Mikroangiopathie einher, die auch den Regelkreis zwischen den
transmuralen Drucken in den postkapillären Venulen und den
Arteriolen, die den präkapillären Widerstand und damit den
Kapillarblutfluß bestimmen, betrifft. Die daraus resultierende
Luxusperfusion der Haut beeinträchtigt eine bedarfsadaptierte
Durchblutungsregelung. Führt die Abheilung venöser Ulzera
zu einer Normalisierung dieser Regulation? Der Laser Doppler Flux
wurde deshalb bei 6 Patienten im venösen Ulcus (U) und ein
zweitesmal nach Abheilung der Ulzera in der vormaligen Ulcusregion
(H) gemessen, außerdem in der gesunden retromalleolären
Haut von 12 Kontrollpersonen (C). Erfaßt wurde der Spitzenflux
nach einem dreiminütigen arteriellen Stau sowie während
einer dreiminütigen Beinhochlagerung, der minimale Flux
während Tieflagerung des Beines und während eines
dreiminütigen venösen Staus. Nach Bereinigung der
Meßwerte um den "biologischen Nullwert" wurden die
relativen Fluxveränderungen berechnet. Im Ulcus und nach der
Ulcusabheilung ließ sich der Flux kaum steigern, weder durch
eine Abnahme des transmuralen Drukkes während Hochlagerung (U:
LDF = - 9%, H: LDF = 3,1%, C: LDF = 80%)
noch postokklusiv (U: LDF = 1,3%, H: LDF = 0%; C:
189,6%). Bei Zunahme des transmuralen Druckes wurde jedoch eine
Fluxabnahme ausgelöst, so durch Beintieflagerung (U: - 46,4%, H:
- 36,8%) oder durch einen venösen Stau (U: - 77,6%, H: - 66,2%),
die im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe (C: - 65,8% respectively
- 84%) nur tendenziell abgeschwächt war.
Im venösen Beinulkus herrscht demnach eine ausgeprägte
Störung des posturalen Regelkreises vor. Trotz Abheilung des
Ulkus bleibt diese Regulationsstörung der kutanen Durchblutung
in der epithelisierten Ulkusregion weiterhin bestehen.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Cutaneous blood flow regulation is disturbed in severe chronic
venous insufficiency (CVI). The feedback system between the
transmural pressure in the postcapillary venules and the precapillary
resistance regulating arterioles has gone awry. The upregulated
control system causes "luxus"-hyperperfusion. In this study
laser Doppler fluxmetry was performed in 6 patients' florid venous
ulcers (U) and later in the former ulcer area after healing (H) and
in the inner ankle area of 12 healthy volunteers (C). Laser Doppler
flux (LDF) changes were measured with the leg elevated and lowered as
well as after arterial and during venous occlusion. The results
proved a diminished (p < 0.01) flux increase with the
leg elevated (U: LDF = - 9%, H: LDF = 3.1%, C:
LDF = 80%) and after arterial occlusion (U:
LDF = 1.3%, H: LDF = 0%; C: 189.6%) in severe CVI
both in florid ulcers and after healing. The ability to reduce flux
when transmural pressures were increased remained. Leg lowering
reduced flux by 46.4% in ulcers and by 36.8% after healing. This
postural response to high transmural pressures, however, seemed
weakened compared to controls, where LDF decreased by 65.8%.
Our findings suggest that the postural feedback system remains
disturbed and upregulated even after a venous ulcer has healed.
Acknowledgement: The authors are indebted to Mrs. Annegret Einspanier
and Mrs. Ursula Huhn for their skilful technical assistance, to Mrs.
Diane Blaurock for her valuable help with the manuscript.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die Angioskopie als intraoperative Kontrollmethode nach gefäßchirurgischer Rekonstruktion von Nieren- und Viszeralarterien wurde bei 15 Patienten eingesetzt. Durch die Angioskopie wurden relevante Befunde erhoben, die teilweise in sofortigen Korrekturen resultierten. Die Angioskopie erwies sich als sensitive Kontrollmethode, deren Befunde leicht zu interpretieren waren.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Angioscopy was applied as a way of intra-operative assessment after surgical reconstruction of renal and visceral arteries in 15 patients. Angioscopy resulted in relevant findings, which in part, demanded immediate intra-operative consequences. Angioscopy turned out to be a sensitive way of surveillance, the findings were easy to interpret.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT)
(Osler-Rendu-Weber-Krankheit) ist durch die Kombination von
mukokutanen Gefäßmalformationen mit Blutungsneigung und
familiärer Häufung gekennzeichnet. Selten werden hepatische
Beteiligungen unter den viszeralen Affektionen dieser Erkrankung
beschrieben. Wir stellen hier eine 53jährige Patientin mit HHT
vor, deren erste Symptome einer hyperzirkulatorischen
Herzinsuffizienz etwa 1,5 Jahre vor der Erstdiagnose der HHT
auftraten. Das echokardiographisch ermittelte Herzminutenvolumen lag
bei Aufnahme bei 14 - 15 l/min., der dopplersonographisch ermittelte
Fluß in der A. hepatica propria bei 5 - 9 l/min.
Arteriographisch ließen sich multiple intra- und
extrahepatische sowie gastrale Gefäßmalformationen
nachweisen. Mit Ivalon- und Konturpartikeln sowie Spiralketten wurden
Äste der A. hepatica propria und A. gastrica sinistra
suffizient fraktioniert embolisiert.
So konnte der Volumenfluß in der A. hepatica propria von 5
- 9 l/min. auf 1,5 l/min. sowie das Herzzeitvolumen auf minimal 9,8
l/min. reduziert werden und zumindest das Fortschreiten der
hyperzirkulatorischen Herzinsuffizienz zunächst aufgehalten
werden.
Wir danken Herrn Dr. med. J. Niedermeyer und Herrn Dr. med.
Riedel für die Durchführung der echokardiographischen
Untersuchungen.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Hereditary hemorrhagic teleangiectasia (HHT)
(Osler-Weber-Rendu-disease) is characterized by a combination of
muccocutaneous vascular malformations with recurrent spontaneous
bleeding and a familiar predisposition. Among visceral manifestations
of this disease are only a few descriptions of hepatic involvement.
We describe a 53-year-old woman with HHT whose first symptoms of
hypercirculatory heart failure developed 1,5 years before the final
diagnosis of HHT. We measured a heart-time-volume of 14 - 15 l/min.
by echocardiography and a flow-volume of 5 - 9 l/min. in the proper
hepatic artery by dopplersonography on admission. We were able to
demonstrate multiple intra- and extra-hepatic and gastric
arteriovenous malformations by arteriography. Branches of the proper
hepatic artery and the left gastric artery were embolized in three
serial sessions.
By this procedure we were able to reduce the flow-volume in the
proper hepatic artery from 5 - 9 l/min. to 1,5 l/min. and the
heart-time-volume to a minimum of 9,8 l/min. and thus stop
progression of the hyperdynamic heart failure.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Es wird über eine traumatisch verursachte chronische Lymphfistel am Unterschenkel einer 66jährigen Patientin berichtet. Mit der Fluoreszenz-Mikrolymphographie wurde die Fistel innerhalb des Ulkus präzis lokalisiert. Der Farbstoffaustritt aus dem Fistelgang erfolgte rhythmisch. Wahrscheinlich bewirken die rhythmischen Kontraktionen der tiefen Lymphgefäßsegmente einen Rückfluß durch insuffiziente Präkollektoren und erschweren die Abheilung des Ulkus.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
A 66-year-old woman with a chronic traumatic lymph fistula is described. Using the almost atraumatic fluorescence microlymphography the fistula could be precisely localized within the ulcer. Lymph flow from deep channels was rhythmic. This previously unknown phenomenon of rhythmic retrograde flow in a lymphatic fistula is probably due to the activity of contractile segments of lymph collectors and an important factor for the non-healing of ulcers.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Wir stellen einen 92jährigen Patienten mit einem seit 1990 bekannten Aneurysma der linken A. carotis interna vor. Das Aneurysma zeigt an der Carotisgabel einen Durchmesser von 4 cm und verdrängt die Weichteile des Halses nach medial. Insbesondere das linke Gaumensegel ist bis zum Zungengrund vorgewölbt, so daß eine Passage von Nahrung nur noch links möglich ist. Seit 1990 besteht eine wahrscheinlich auch nerval verursachte Dysphagie, seit 1991 treten in ungefähr jährlichen Abständen Aspirationspneumonien auf. 1990 wurde eine Operation des Aneurysmas wegen des hohen Operationsrisikos abgelehnt. Bemerkenswert ist, daß von 1990-1995 das Aneurysma keine Größenzunahme zeigte, und daß das Aneurysma trotz seiner Größe keine teilthrombosierten Wandabschnitte aufweist. Bis dato hat der Patient auch keine embolischen Komplikationen erlitten, obwohl ein Aneurysma der Carotisbifurkation ein hohes Risiko darstellt, eine transitorische ischämische Attacke oder einen Insult zu erleiden. Es besteht ein genereller Konsensus, daß chirurgisch zugängliche Aneurysmen operiert werden sollten. Ein konservatives Vorgehen bei extracraniellen Carotisaneurysmen scheint vertretbar, wenn durch Computertomographie wandständige Thromben ausgeschlossen werden können.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
A now 92-year-old patient presented in 1990 with a massive 6 x 4 x 4 cm aneurysm of the left internal carotid artery which completely occluded the left oro- and nasopharynx. The main complaint of dysphagia was not only a consequence of the narrowed pharynx but was also due to a palsy of the glossopharyngeal nerve and caused one to two episodes of aspiration pneumonia per year. The patient could not be operated on because the aneurysm extended to the base of the skull. Remarkably the patient never experienced a cerebral ischemic event and during a follow-up of five years the aneurysm did not increase in size and partial thrombosis of the aneurysm was never detected. Thus conservative management seems feasible, when partial thrombosis of the aneurysm can be ruled by CT-examination.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die Vaskulopathie ist eine seltene und unterbewertete Komplikation der Neurofibromatose. Histopathologische Veränderungen der Gefäßwand können zu einer funktionsrelevanten Nierenarterienstenose führen. Wir berichten über einen 17 Jahre alten Neurofibromatose-Patienten mit einer schweren arteriellen Hypertonie, verursacht durch eine Nierenarterienstenose. Nach einem erfolglosen Versuch einer perkutanen transluminären Angioplastie wurde der Entschluß zur operativen Revaskularisation gefaßt. Durch Implantation eines aortorenalen reversed Saphena Bypasses konnte eine Normalisierung der Blutdruckwerte ohne antihypertensive Medikation erreicht werden. Auf der Basis der eigenen Erfahrungen und einem Literaturüberblick empfehlen wir bei einer Neurofibromatose mit Nierenarterienstenose die operative Rekonstruktion.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Vasculopathy is a rare and undervalued complication in neurofibromatosis. Histopathological changes of the vascular wall may lead to relevant renal artery stenosis. We report a case of a 17-year-old patient with neurofibromatosis and severe renovascular hypertension resulting from a proximal renal artery stenosis. Attempted percutaneous renal angioplasty was unsuccessful and the patient was referred for operative revascularization. After insertion of an aortorenal bypass with a reversed saphenous vein graft the patient became normotensive without medication. Based on our own experience and a review of the literature we recommend operative reconstruction of stenotic renal arteries in neurofibromatosis.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Eine 74jährige Frau mit Polymyalgia rheumatica stirbt
plötzlich und unerwartet an einer Riesenzell-Koronariitis mit
thrombotischem Verschluß des Ramus interventricularis anterior
und Myokardinfarkt. Obschon rückblickend nahezu alle
diagnostischen Kriterien der Riesenzellarteriitis erfüllt sind,
blieb das Grundleiden bis zur Autopsie verborgen, weil typische
Symptome der Temporalarteriitis fehlten und die Prednisontherapie die
Symptome der Polymyalgie nicht behob.
Der Fall belegt eindrücklich, daß die Riesenzellarteriitis
zwar meist ihren Schwerpunkt in der Temporalarterie hat, aber eine
Systemerkrankung ist, die nicht auf die kraniellen Arterien
beschränkt bleiben muß und in seltenen Fällen
tödlich verlaufen kann.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
The autopsy findings of a 74-year-old women who unexpectedly died
are presented. She had suffered from polymyalgia but typical symptoms
of temporal arteritis had been absent and tentative treatment with
prednisone had not improved the polymyalgic pain. The autopsy
revealed a generalized giant cell arteritis involving the left
temporal artery, the left common carotid artery, the ascending aorta,
a submucosal artery of the ileum and the left anterior descending
branch of the coronary arteries. Histology showed typical
granulomatous infiltrates including giant cells, followed by
thrombotical occlusion of the coronary artery branch and subsequent
myocardial infarction.
Giant cell arteritis is a systemic vasculitis of aged subjects with
predominant localisation in the cranial arteries, but occasional
involvement of any type of visceral and peripheral arteries. Coronary
involvement with sudden cardiac death is not a commen complication of
giant cell arteritis but has occasionally been described in the
literature.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Iatrogene Gefäßverletzungen bei Bandscheibenoperationen sind ungewöhnliche Ereignisse. Ihre Inzidenz ist zwar niedrig, wird aber wahrscheinlich unterschätzt, denn die klinischen Manifestationen können sehr variabel sein und hängen von der Ausdehnung des Traumas ab. Die Diagnose wird vermutet, wenn frühe Symptome einer retroperitonaealen Blutung auftreten. Eine verzögerte Diagnose nach Wochen oder Jahren kann durch die Ausbildung eines Pseudoaneurysmas oder einer arteriovenösen Fistel bedingt sein, die langsam entstehen und anfänglich wenig Symptome verursachen. Die prompte Erkennung und ein aggressives Vorgehen können die übliche Mortalitätsrate von über 50% verbessern. Es werden 2 Fälle vorgestellt, die das ganze Spektrum der akuten und chronischen Manifestationen solcher Verletzungen illustrieren. Der eine Fall betraf eine akute Blutung wegen arterieller Verletzung und wurde sofort erkannt, der zweite Fall mit Bildung einer arteriovenösen Fistel wurde erst mehrere Jahre nach der Operation festgestellt.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern
Iatrogenic vascular injuries are unusual complications of lumbar disc surgery. The incidence of such injuries is very low but probably underestimated because clinical manifestations may be extremely variable depending on the extension of trauma. Diagnosis is suspected when early signs of retroperitoneal haemorrhage appear, but may often be delayed for weeks or years due to formation of a pseudoaneurysm or an arteriovenous fistula which may be of gradual onset and produce initially only a few symptoms. Prompt diagnosis and aggressive treatment can improve the current mortality rate of more than 50%. Two cases are described that illustrate the full spectrum of acute and chronic manifestations of such injuries. One case of acute haemorrhage due to arterial trauma was immediately detected and the other case with arteriovenous fistula was recognized several years post-operatively.
Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases Heft 4, 1996; © Hans Huber AG, Bern