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Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases 1997, Heft 1


Standardisierung der Nagelfalz-Kapillarmikroskopie in der Routinediagnostik
Standards for nailfold capillary microscopy in routine diagnostics

J. A. Schmidt1, 2, L. Caspary1, A. von Bierbrauer1, A. M. Ehrly1,4, M. Jünger2, 3, F. Jung4 und H. Lawall1,4

 1 Sektion Mikrozirkulation der Deutschen Gesellschaft für Angiologie
2 Gesellschaft für Mikrozirkulation
3 Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Angiologie
4 Deutsche Gesellschaft für klinische Mikrozirkulation und Hämorrheologie

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Nagelfalz-Kapillarmikroskopie hat sich mittlerweile wissenschaftlich etabliert und ist in der klinischen Routine als diagnostisches Werkzeug anerkannt. Sie wird bisher jedoch nur in wenigen Zentren durchgeführt.Methoden: Um bei der zu erwartenden weiteren Verbreitung einen orientierenden Standard für die klinische Anwendung dieser Methode zu etablieren, wurde ein Konsensustreffen, zu dem alle deutschsprachigen Kliniker und Wissenschaftler, die sich mit Kapillarmikroskopie beschäftigen, eingeladen waren, abgehalten. Hierbei wurden die technisch-apparativen Voraussetzungen, der Untersuchungsgang und die wichtigsten morphologischen Parameter erarbeitet und nach klinisch praktikablen Gesichtspunkten definiert.
Ergebnisse und Schlußfolgerung: In dem Konsensustreffen wurde ein Musterbefundbogen mit Erläuterungen erstellt. Der Schwerpunkt der Befundung liegt bei morphologischen Parametern wie Kapillardichte, Dilatation, avaskuläre Felder, perivaskuläres Ödem, Mikroblutung, Torsion, atypische Kapillaren und Megakapillaren, die semiquantitativ erhoben werden.In einem späteren Schritt soll dieser Bogen u.a. durch Bestimmung der Inter-Observer-Varianz validiert werden
Zudem soll ein illustrierter praktischer Leitfaden herausgegeben werden.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 5-10; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Nailfold capillary microscopy is scientifically established and recognized as a diagnostic tool in clinical routine. It is, however, practiced in only a few centres.
Methods: But since a more widespread use of the method is to be expected for the near future, a consensus-meeting was held, where all German-speaking clinicians and scientists, involved in capillary microscopy, were invited.
Here, the technical procedure and the most important morphological parameters were evaluated and defined according to practical clinical aspects.
Results and conclusion: The main task of the consensus-meeting was to develop a standard evaluation sheet, accompanied by an explanation sheet. This standard evaluation sheet focusses on semiquantitative registration of morphological parameters like density, dilation, avascular fields, perivascular edema, microbleeding, torsion, atypical capillaries and giant capillaries.
This standard evaluation sheet is to be validated by determining the inter-observer-variance.
Later-on an illustrated practical guideline will be published.

Key words

Capillary microscopy, microcirculation, consensus-meeting, clinical application

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 5-10; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Nicht-invasive Bestimmung von Sauerstoffsättigung und Konzentration des dermalen Hämoglobins bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit
Non-invasive determination of dermal hemoglobin oxygenation and concentration in patients with peripheral arterial occlusive disease

J. Thum, L. Caspary, A. Creutzig, T. Stappler and K. Alexander

Department of Angiology, Medical School of Hannover

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Sauerstoffsättigung (SHB) und Konzentration (CHB) des dermalen Hämoglobins sind für die suffiziente Hautversorgung essentiell. Diese Parameter können mit Hilfe eines Reflexionsphotometers nichtinvasiv bestimmt werden, da sich das Absorptionsspektrum des dermalen Hämoglobins dem Hautreflexionsspektrum aufprägt.
Methoden und Ergebnisse: Wir leiteten bei 20 Gesunden und 61 Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit dermale Reflexionsspektren von der Mitte des Vorfußes und der Kuppe des großen Zehes ab. Aus den Spektren wurde iterativ SHB und CHB bestimmt. Die Werte wurden mit dem tcPO2 (44ºC) vom Vorfuß verglichen. Alle drei Parameter waren bei Gesunden höher: SHB betrug am Vorfuß 63,8 gegenüber 54,5% bei Patienten mit einem Knöcheldruck über 50 mmHg (p < 0,05), CHB betrug 0,89 versus 0,62 aU (p < 0,01). In der Zehenhaut betrug SHB 92,9 versus 59,9% (p < 0,001), CHB war mit 2,21 versus 0,92 aU ebenfalls signifikant höher (p < 0,001). Aufheizen der Haut am Vorfuß auf 44ºC zeigt die lokale Perfusionsreserve der Haut: SHB und CHB stiegen bei allen Gesunden auf durchschnittlich 96,4% bzw. 1,44 aU an. Dagegen zeigte sich am Vorfuß bei 14 und am Zeh bei 18 von 21 Patienten mit einem Knöchelverschlußdruck von unter 50 mmHg ein Sättigungsabfall. Betrachtet man nur den Großzeh, fand sich bei 50 von 61 Patienten ein Abfall von SHB (Sensitivität 82%, Spezifität 100%).
Schlußfolgerungen: Die lokale Reservekapazität der Hautdurchblutung ist bei Patienten mit AVK in Abhängigkeit vom Verschlußdruck vermindert. Sie sollte insbesondere bei Patienten mit schwerer AVK bestimmt werden.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 11-17; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Oxygen saturation (SHB) and concentration (CHB) of dermal hemoglobin are important parame-ters for the supply of the skin. They may be non-invasively assessed by means of reflection photometry as hemoglobin is predominantly contributing to the skin reflection spectrum.
Methods and Results: Dermal reflection spectra from the middle of the forefoot and from the tip of the toe of 20 healthy subjects and 61 patients suffering from peripheral arterial occlusive disease (PAOD) were recorded and compared to transcutaneous oxygen pressure (tcPO2). SHB, and tcPO2 were significantly higher in controls: compared to patients (ankle pressure (AP) > 50 mmHg) SHB in the skin of the forefoot was 63.8 vs. 54.5% (p < 0.05), CHB was 0.89 vs. 0.62 aU (p < 0.01). In the great toe SHB was 92.9 vs. 59.9% (p < 0.001), CHB was 2.21 vs. 0.92 aU (p < 0.001). Heating the skin of the forefoot to 44ºC yields local dermal vascular reserve capacity: SHB and CHB increased in all healthy subjects (96.4%; 1.44 aU, respectively). SHB decreased at the forefoot in 14 and at the toe in 18 of 21 patients with AP < 50 mmHg. At the toe decrease was found in 50 of 61 patients (sensitivity 82%, specificity 100%).
Conclusions: Local vascular reserve capacity of dermal perfusion is reduced in patients with PAOD, depending on AP. It should be determined preferably in patients with severe PAOD.

Key words

Reflection photometry, microcirculation, hemoglobin oxygenation, peripheral arterial occlusive disease, vascular reserve capacity

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 11-17; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Gewebeoxygenierung und Mikrozirkulation bei Dermatoliposklerose mit unterschiedlich stark ausgeprägtem Erythem im Randbereich venöser Ulzera
Tissue oxygenation and microcirculation in lipodermatosclerosis with different extent of erythema around venous ulcers

W. Schmeller, S. Roszinski und M. Huesmann

Klinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität zu Lübeck

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Bei chronisch Venenkranken wurden gerötete Bereiche (Hypodermitis) und nicht gerötete Bereiche auf Dermatoliposklerose im Ulkusrandbereich untersucht.
Methoden: Bei 13 Patienten mit venösen Ulzera wurden 32 Meßlokalisationen im indurierten und z.T. geröteten Ulkusrandbereich untersucht. Die Stärke der Rötung wurde als Indikator für den Ausprägungsgrad der Hypodermitis angesehen. Bestimmt wurden das Hauterythem mittels Colorimetrie (a-Wert), die Hauttemperatur (t), der Laser-Doppler-Flux (LDF), der transkutane (tcpO2) und der intrakutane Sauerstoffpartialdruck (icpO2). Der mittlere a-Wert der Colorimetrie am Ulkusrand lag bei 14,2. Entsprechend diesem Wert wurden die Meßlokalisationen zwei Gruppen zugeordnet: Bereiche mit einem a-Wert kleiner als 14,2 wurden als Dermatoliposklerose ohne bzw. mit schwachem Erythem, Bereiche mit einem a-Wert größer als 14,2 als Dermatoliposklerose mit starkem Erythem bezeichnet. Zusätzlich wurden sämtliche Parameter auf klinisch gesunder Haut unterhalb des Knies untersucht.
Ergebnisse: Hauttemperatur und Laser-Doppler-Flux waren an den Ulkusrändern mit starkem Erythem höher als in Bereichen mit schwachem Erythem. Der transkutane Sauerstoffpartialdruck bei 44ºC lag demgegenüber in Bereichen mit starker Rötung deutlich niedriger als in blassen Hautarealen; bei 37ºC waren die Unterschiede zwischen starkem und schwachem Erythem im Ulkusrandbereich nicht signifikant. Der intrakutane Sauerstoffpartialdruck (icpO2) von schwach und von stark geröteten Ulkusrändern wies keine Unterschiede auf.
Schlußfolgerung: Die Ergebnisse zeigen deutliche Differenzen der Mikrozirkulation zwischen Dermatoliposklerose mit und ohne Hypodermitis. Auf die Gewebeoxygenierung in tieferen dermalen Schichten (icpO2) hatten diese Unterschiede jedoch keinen Einfluß.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 18-24; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

A contribution to the acute form of lipodermatosclerosis
Background: In patients with chronic venous insufficiency erythematous areas in indurated skin (hypodermitis) and non erythematous areas of lipodermatosclerosis were examined.
Methods: In 13 patients with venous ulcers a total of 32 localizations in more or less erythematous and indurated ulcer edges were measured. The amount of erythema was taken as an indicator for the extent of hypodermitis. The parameters examined were erythema (a-value), skin temperature (t), laser Doppler flow (LDF), transcutaneous (tcpO2) and intracutaneous oxygen tension (icpO2).
According to the amount of erythema the different localizations were separated into two groups: areas with a-values lower than 14,2 were classified as lipodermatosclerosis without or with little erythema, areas with a-values higher than 14,2 were classified as areas of lipodermatosclerosis with extensive erythema. Identical measurements were also performed in healthy looking skin below the knee.
Results: Skin temperature and LDF were higher in areas with much erythema compared to those with little or no erythema. TcpO2, measured with an electrode temperature of 44ºC, was lower in areas with inflammation; tcpO2-values at 37ºC and icpO2-values showed no differences in ulcer edges with different amounts of inflammation.
Conclusion: The results show differences of microcirculation between areas of lipodermatosclerosis with and without hypodermitis. These differences did not influence the actual tissue oxygenation in deeper parts in the dermis.

Key words

Lipodermatoclerosis, erythema, hypodermitis, microcirculation, tissue oxygenation

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 18-24; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Szintigraphische Untersuchungen des Lymphtransportes in gelähmten oberen Extremitäten
Lymphoscintigraphy in paralysed upper limbs

G. T. Werner, W. Gerhards, H. Ingrisch und B. Schütten

Abteilung für Physikalische Medizin und Medizinische Rehabilitation und Abteilung für Röntgenologie und Nuklearmedizin, Städtisches Krankenhaus München-Bogenhausen

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: In gelähmten Extremitäten entwickeln sich oft Ödeme, die für die Rehabilitation bedeutsam sind. Um die Genese dieser Ödeme zu klären erfolgte diese Studie.
Methoden: 48 Patienten mit zentralbedingter Halbseitenlähmung und Ödem der gelähmten Extremität wurden untersucht; bei 40 Patienten wurde eine statische und dynamische Lymphszintigraphie durchgeführt.
Ergebnisse: Bei der seitenvergleichenden Untersuchung (gelähmter im Vergleich zum nicht-gelähmten Arm) war der Lymphtransport im gelähmten Arm in 80% der Fälle deutlich beschleunigt. Je stärker das Ödem war, desto mehr war der Lymphabfluß beschleunigt. Die Unterschiede waren statistisch hochsignifikant (p < 0,01).
Schlußfolgerung: Bei Ödemen in gelähmten Gliedmaßen handelt es sich nicht um Lymphödeme. Es sind vielmehr veränderte Mechanismen von Filtration und Reabsorption anzunehmen, die durch eine Dysfunktion des vegetativen Nervensystems bedingt sind.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 25-28; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: In paralysed limbs quite often edemas are seen, which might pose problems during rehabilitation. The origin of these edemas is not fully understood.
Methods: 48 patients with hemiplegia and edema of the paralysed arm were studied; in 40 patients lymphoscintigraphic studies (static and dynamic lymphography) were performed.
Results: In 80% of these cases lymphatic flow in the paralysed arm was increased compared to the healthy arm. If there was marked edema in the paralysed arm, the increase of lymph flow was considerable (p < 0,01).
Conclusions: Edemas in hemiplegic extremities are not due to lymphedema, as in lymphedema the lymph flow usually is very slow. They most likely are caused by disorders of filtration and reabsorbtion, due to a dysfunction of the autonomic nervous system.

Key words

Hemiparesis, edema, lymphoscintigraphy

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 25-28; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Wertigkeit der Impedanzrheographie als Screeningmethode im Vergleich zum Doppler-Index bei peripherer arterieller Verschlußkrankheit
Impedance rheography compared to Doppler ultrasound screening method for peripheral arterial occlusive disease

M. Quittan, O. Schuhfried, J. Kollmitzer und E. Preisinger

Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Wien

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Zum Ausschluß hämodynamisch relevanter arterieller Gefäßveränderungen ist ein prägnanter und einfach anzuwendender Screening Test unentbehrlich. Die derzeitige Methode der Wahl ist die Bestimmung des Doppler-Index (DI) mittels Ultraschallsonde. Die Wertigkeit der Ergebnisse ist jedoch von der Erfahrung des Untersuchers und der Komprimierbarkeit der Gefäße abhängig. Die Durchführung der Impedanzrheographie (IR) ist wesentlich einfacher und damit nicht vom Ausbildungsstand des Untersuchers abhängig. Diese Studie soll zeigen, inwieweit die Ergebnisse der IR mit denjenigen der Ultraschall-Doppleruntersuchung vergleichbar sind.
Methodik: In einer Querschnittstudie wurden 56 konsekutive Patienten (62,8 ± 13 Jahre, m = 37, w = 19) aufgenommen. Unter standardisierten Bedingungen wurden zunächst die IR des Unterschenkels (bipolare Ableitung; Meßfrequenz: 90 kHz; Meßspannung: 2,5 Vpp) abgenommen. DI wurde mittels einer 8 Mz Ultraschall Sonde bestimmt. Korrelationskoeffizienten, Sensitivität und Spezifität der rheographischen Parameter mit DI wurden berechnet.
Ergebnisse: DI < 0,85 zeigen eine signifikante Beziehung (p < 0.0001) mit der Gipfelzeit (GZ, r = 0,67), dem Pulswellenanstieg (PA, r = 0,82), dem relativen Pulsvolumen (RP, r = 0,82) sowie rheographischen Quotienten (RQ, r = 0,86). DI > 0,85 zeigen lediglich für RP einen losen Zusammenhang (r = 0,56). Bei DI < 0,85 ergeben sich für rheographische Grenzwerte von GZ = 159 ms, PA = 3,3, RP = 0,43 vp/s sowie RQ = 0,4 vp folgende Sensitivitäten und Spezifitäten: GZ: 68% und 100%, PA: 84% und 88%, RP: 68% und 92%, RQ: 77%.
Schlußfolgerung: Die IR stimmt in ihrer Treffsicherheit mit den Ergebnissen des DI gut überein. Sie ist somit gut für ein arterielles Gefäßscreening im Bereich der unteren Extremitäten geeignet.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 29-32; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Determination of the ankle-arm-index (AAI) by Doppler ultrasound is the method of choice as a screening test for peripheral arterial occlusive disease (PAOD). The easily performed Impedance Rheography (IR) may serve as an alternative screening method. This study investigates the correlations between parameters obtained by IR curve to the AAI.
Methods: 56 patients (62,8 ± 13 years, m = 37, f = 19) were included in the study. IR was performed on both shanks using ring electrodes below the knee and above the ankle (bipolar leads, frequency 90 kHz, test voltage 2,5 Vpp). The AAI was obtained by a 8 Mz ultrasound probe.
Results: AAI < 0,85 showed significant correlations (p < 0.0001) to parameters of the IR curve: Crest Time (GZ, r = 0,67), Rise of the Pulse Wave (PA, r = 0,82), Relative Pulse Volume (RP, r = 0,82) and the Rheographic Quotient (RQ, r = 0,86). AAI > 0,85 showed no or only weak correlations to RI parameters.
Underlying the following limits for rheographic parameters (GZ = 159 ms, PA = 3,3, RP = 0,43 vp/s and RQ = 0,4 vp), sensitivity and specifity was determined: GZ: 68% and 100%, PA: 84% and 88%, RP: 68% and 92%, RQ: 77% and 88%.
Conclusion: Impedance rheography correlates significantly with the AAI. Therefore this method seems to be well suited as a screening test for PAOD.

Key words

Impedance rheography, Doppler pressure, screening test

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 29-32; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Die Reaktion der Gefäßwand auf mikroporöse endovaskuläre Prothesen
Tissue response in microporous endovascular prostheses

B. Marty1, O. Dirsch2, L. K. von Segesser1, J. Schneider2 und M. Turina1

Klinik für Herz- und Gefässchirurgie1 und Departement Pathologie2, Universitätsspital Zürich

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Endovaskuläre Prothesen ermöglichen den transluminalen Ausschluß von Aneurysmen, Fisteln und arteriellen Verletzungen. Gegenstand der vorliegenden Arbeit stellt die Evaluation einer neu entwickelten, mikroporösen Gefäßprothese im porzinen Model aufgrund angiographischer und histologischer Befunde dar.
Methode: Die Endoprothese besteht aus einem selbstexpandierenden Stent mit einem geflochtenen drahtigen Maschenwerk und mikroporösem Polyurethan zur Abdichtung. Stents mit Durchmesser 6 und 10mm werden unter Durchleuchtung in die infrarenale Aorta implantiert. Die Implantationsdauer beträgt einen Monat. Angiographien werden vor und nach der Stentimplantation sowie vor der Explantation durchgeführt. Die Gewebsreaktion auf die Implantate wird lichtmikroskopisch, immunzytochemisch und elektronenmikroskopisch evaluiert. Die einzelnen Gewebsschichten und der Gehalt an Elastin und Polyurethan werden quantitativ erfaßt.
Ergebnisse: Die Angiographien zeigen unveränderte Lage der Implantate und durchgängige Lumina ohne Stenosierung. Die thrombusfreie Stentinnenfläche beträgt 67%. Histologisch sind die Stents vollständig in die Gefäßwand integriert. Die mikroporöse Stentwand ist ausgefüllt von glatten Muskelfasern. Eine dünne Neointima (273 ± 225 mm) zeigt fokale Endothelialisierung (19 ± 19%). Die Polyurethanschicht wird von riesenzelligen Infiltraten durchsetzt. Die Tunica media ist ausgedünnt (von 767 ± 146 mm zu 312 ± 132 mm, p = 0.0001) bei unverändertem Elastingehalt (von 3.63 ± 1.25% in normaler Media zu 3.74 ± 2.54%, p = 0.9221). Der Gehalt an Polyurethan bleibt stabil (19.4 ± 0.9% vor Implantation zu 18.3 ± 3.2%, p = 0.6098).
Schlußfolgerung: Während der Implantationsdauer weist sich der Stent im porzinen Modell durch eine sichere Verankerung, eine Integration in die Gefäßwand und eine dünne Neointima mit fokaler Endothelialisierung aus.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 33-38; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Sealing endovascular prostheses enable transluminal exclusion of aneurysms, fistulas and arterial leakage. This study investigated the tissue response towards a newly developed microporous stent within the unaffected porcine aorta in respect to angiographic and histologic findings.
Methods: The device consisted of a self-expandable stent of wire filaments with integrated polyurethane. Under fluoroscopic guidance the stents (diameter 6 and 10 mm) were deployed into the infrarenal aorta of 3 animals. Follow-up was scheduled for 1 month. Radiographs and angiographies were performed before, immediately after stent deployment and before the explantation procedure. The grafts were examined by light microscopy, immunocytochemistry and both scanning and transmission electron microscopy. Quantitative analysis was performed in respect to the tissue layers and the amount of polyurethane and elastin.
Results: Angiographic findings revealed stable stent position and patency without luminal narrowing. The trombus-free luminal stent surface was 67%. The tissue response consisted in total tissue ingrowth through micropores forming an even neointimal lining (273 ± 225 mm). Restricted to the polyurethane a moderate foreign body reaction of giant cells was observed. The luminal surface showed focal endothelialization (19 ± 19%). The tunica media was diminished (from 767 ± 146 mm to 312 ± 132 mm, p = 0.0001). The amount of elastin of the tunica media underlying the stent did not decrease essentially (from 3.63 ± 1.25% in normal aorta to 3.74 ± 2.54%, p = 0.9221). The amount of polyurethane did not change in comparison to pre-implantation (19.4 ± 0.9% and 18.3 ± 3.2%, respectively, p = 0.6098).
Conclusion: Reliable stent anchorage, incorporation of the stents in the underlying artery and a thin neointimal lining with focal endothelialization were obtained after the implantation of the covered microporous self-expandable stents in the procine model.

Key words

Endovascular, stent, histology, artery, interventional procedures

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 33-38; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Diabetes mellitus stellt keine Kontraindikation für gefäßchirurgische Eingriffe am ischaemischen Bein dar
Diabetes mellitus is not a contra-indication for peripheral vascular intervention in patients with leg ischaemia

D. Th. Ubbink, I. I. Tulevski, D. A. Legemate and M. J. H. M. Jacobs

Department of Vascular Surgery, Academic Medical Centre, Amsterdam

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Der Einfluß von Diabetes mellitus auf die Durchgängigkeitsrate nach rekonstruktiven gefäßchirurgischen Eingriffen am Bein aufgrund von peripherer arterieller Verschlußkrankheit in der Zeitspanne von 1993 bis 1995 wurde in einer retrospektiven Studie untersucht.
Methoden: 124 Rekonstruktionen an 65 Patienten ohne und 34 mit Diabetes wurden analysiert.
Ergebnisse: Bei Diabetikern waren häufiger Ulzera vorhanden und es wurden mehr distale Bypass-Verfahren angewendet. Bezüglich Bypass-Durchgängigkeitsrate, Zahl der Reinterventionen und der Amputationen wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen festgestellt. Alter und Rauchen waren signifikante Faktoren, die die Bypass-Durchgängigkeit beeinflußten.
Schlußfolgerung: Diabetes mellitus bei Patienten mit kritischer Bein-Ischaemie stellt daher keine Kontraindikation gegenüber gefäßchirurgischen Eingriffen dar.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 39-42; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: The effect of diabetes mellitus on the patency of peripheral vascular interventions was investigated in patients with arterial insufficiency of the leg in a retrospective follow-up study performed between 1993 and 1995.
Methods: In 65 patients without and 36 with diabetes 124 vascular reconstructions were performed because of rest pain and/or ulceration.
Results: In diabetic patients ulcers were found more frequently and more distal bypasses were performed. No significant differences were observed between diabetics and non-diabetics as to bypass patency, number of re-interventions and amputations. Smoking and age were significant factors influencing bypass patency.
Conclusion: Diabetes mellitus in patients with critical leg ischaemia appears to be no reason to refrain from vascular surgery.

Key words

Diabetes, vascular surgery, critical ischaemia

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 39-42; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Betaadrenorezeptorenblocker und Nitrate bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit - Langzeitergebnisse
Beta-blockers and nitrates in patients with peripheral arterial occlusive disease: long-term findings

J. Schweizer, R. Kaulen, A. Nierade and E. Altmann

2. Medizinische Klinik, Klinikum Dresden-Friedrichstadt

(Summary)

Zusammenfassung

Methodik: An 56 Patienten mit chronisch-ischämischer Herzerkrankung und peripherer arterieller Verschlußkrankheit im Stadium IIb wurde doppelblind und randomisiert untersucht, wie Celiprolol, Atenolol und Isosorbitdinitrat nach 6 Monaten die periphere arterielle Verschlußkrankheit beeinflussen und ob Betaadrenorezeptorenblocker generell bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit kontraindiziert sind.
In die Untersuchungen wurden der standardisierte Gehtest, der dopplersonographisch bestimmte Resistanceindex über der Arteria femoralis und der crurobrachiale Quotient einbezogen.
Ergebnisse: Im Ergebnis zeigten sich bei den Patienten unter Atenololmedikation eine signifikante Verkürzung der Claudicatiodistanz und bei den Patienten unter Celiprololmedikation und Isosorbitdinitratmedikation eine signifikant verlängerte Claudicatiodistanz im Vergleich zur Placebogruppe. Unter Isosorbitdinitrat und Celiprolol zeigte sich nach 6 Monaten eine signifikante Abnahme des Resistanceindex über der Arteria femoralis auf der stärker erkrankten Seite im Vergleich zur Placebogruppe.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 43-46; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Methods: The effect of 6 months' administration of celiprolol, atenolol and isosorbide dinitrate on peripheral arterial occlusive disease (PAOD), double-blind and placebo-controlled, was investigated in 56 patients with chronic ischaemic heart disease and stage IIb PAOD, using as criteria the walking distance and the change in resistance index in the femoral artery. The placebo group consisted of 14 patients with chronic ischaemic heart disease and the same stage of PAOD.
Results: Patients on 50 mg/day atenolol showed a significant reduction in both pain-free and maximal walking range compared with the controls. In contrast, those taking 200 mg/day celiprolol and those on 80 mg/day isosorbide dinitrate demonstrated significant increases in pain-free and maximal walking distance compared with the control group. The colour duplex sonographically measured Doppler flow through the femoral artery showed a significant decrease both in the patients taking celiprolol and in those on isosorbide dinitrate, while in those receiving atenolol the resistance index increased significantly.
Conclusion: The study shows that the beta-adrenoceptor blocker celiprolol also possesses a nitrate-like vasodilatory property and can be used in patients with chronic ischaemic heart disease and impaired peripheral arterial blood flow.

Key words

Peripheral arterial occlusive disease, beta-adrenoreceptor blockers, nitrate, resistance index, walking distance, long-term findings

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 43-46; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Lungenembolie nach Entfernung eines Femoralvenen-Katheters
Pulmonary embolus as a complication of femoral venous catheter removal

J. L. Cracowski1, J. L. Bosson1, M. Riachi1, S. Pendlebury3, P. D. Buffaz2, P. Carpentier1, A. Franco1

Vascular medicine1, nuclear medicine2, pneumology department3, Grenoble University Hospital

(Summary)

Zusammenfassung

Es wird über eine 31jährige Frau berichtet, die im Anschluß an die Entfernung eines Femoralvenen-Katheters eine asymptomatische Lungenembolie erlitt. Bereits vor der Entfernung war eine tiefe Venenthrombose in Assoziation mit dem Katheter festgestellt worden. Speziell bei Hoch-Risikopatienten in bezug auf Thrombose sollte bei der Katheterentfernung größte Sorgfalt angewendet werden, und die Durchführung einer Untersuchung der Femoralvene mittels Duplex vor der Katheterentfernung könnte nützlich sein.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 47-48; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

The case of a 31 year old woman who developed asymptomatic pulmonary emboli after removal of a femoral venous catheter is reported. A deep venous thrombus had previously been shown to be associated with the catheter. Therefore it is argued that care should be taken when removing femoral lines especially in patients at high risk of thrombosis and that femoral venous duplex scan may be warranted prior to line removal in these high risk patients.

Key words

Deep venous thrombosis, duplex scan, pulmonary embolism, venous catheter, venous thromboembolic disease

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 47-48; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Rechtsventrikuläres Myxom als überraschende Ursache für rezidivierende Lungenembolien nach Bandnaht im Sprunggelenk
Right ventricular myxoma mimicking recurrent pulmonary embolism after primary ligament reconstruction

M. Zuber, D. Evéquoz, P. Stulz and P. Erne

Division of Cardiology, Kantonsspital, Luzern and Cardio-Thoracic Surgery, University Hospital, Basel

(Summary)

Zusammenfassung

Eine 27jährige, bis anhin gesunde Frau erleidet nach Naht eines Seitenbandes des oberen Sprunggelenkes eine ernsthafte, szintigraphisch dokumentierte Lungenembolie und wird bei vermuteter tiefer Phlebothrombose oral antikoaguliert. Fünf Monate später muß sie wegen erneuter massiver Lungenembolie hospitalisiert werden. Nach negativer Phlebographie beidseits, normaler Sonographie des Abdomens und unauffälliger Gerinnungsabklärung wird sie mit intensivierter Antikoagulation wieder entlassen. Echokardiographisch wird im Rahmen einer kardiologischer Abklärung wegen zunehmender Dyspnoe und Tachykardien nach weiteren vier Monaten ein rechtsventrikuläres Myxom dargestellt und der Tumor ohne weitere Abklärung am nächsten Tag erfolgreich reseziert.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 49-51; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Recurrent pulmonary emboli may be due to numerous causes and deep vein thrombosis are not an unusual source of pulmonary emboli following surgery. In this case report, the diagnostic approach and implications of a right ventricular myxoma as a rare source in a young patient is described.
A 27-year old healthy woman presented scintigraphically proven recurrent pulmonary emboli after primary ligament reconstruction. Following a long period of diagnostic work-up for thromboembolism after surgery, a transthoracic and transoesophageal echocardiography was performed to document a right ventricular myxoma.
Both transthoracic and transoesophageal echocardiography are powerful diagnostic means in a cardiac work-up and were used in this patient for the documentation of a right ventricular myxoma mimicking deep vein thromboembolism after surgery.
As consequence of this case report we recommend to investigate patients with recurrent pulmonary embolism and no detectable venous thrombosis by echocardiography and a need for cardiac catheterization is restricted to patients with possible coexisting coronary artery disease. Furthermore, this case report demonstrates a myxoma in the right ventricle occurring only in 3 - 4% of all myxomas.

Key words

Right ventricular myxoma, pulmonary emboli, echocardiography

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 49-51; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Veno-lymphatische Angiodysplasie als Ursache einer inguinalen Rezidivvarikose
Veno-lymphatic angiodysplasia as a possible cause of inguinal recurrent varicose veins

A. Kohler1, O. Dirsch1 und U. Brunner1

Abteilung für periphere Gefässchirurgie, Departement Chirurgie1, Deapartement Pathologie2, Universitätsspital Zürich

(Summary)

Zusammenfassung

Die veno-lymphatische Angiodysplasie kann eine Varikose der Beinvenen verursachen. Anhand zweier klinischer Beispiele wird der Zusammenhang zwischen dieser Angiodysplasie und der Rezidivvarikose ab Leiste beschrieben. Die Angiodysplasie ist in der Einteilung der morphologischen Typen der Rezidivvarikose ab Leiste bisher nicht berücksichtigt. Bei richtiger Operationstaktik mit initialer Darstellung der Vena femoralis communis und anschließend retrograder Präparation der subcutanen Zuflüsse kann der pathologische Befund ohne Gefahr einer großvaskulären Komplikation in toto reseziert werden.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 52-54; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Veno-lymphatic angiodysplasia may be the reason for the development of varicose leg veins. This form of angiodysplasia is illustrated by two case reports. Until now, angiodysplasia as possible cause of recurrent varicose veins after surgical treatment has not been included in the classification of the morphological types of recurrent varicose veins. The surgical approach exposing the common femoral vein in a first step and secondly performing a complete resection of the malformation with careful consideration of the adjacant femoral vessels is recommended as the treatment of choice.

Key words

Recurrence varicose veins, angiodysplasia, surgery

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 52-54; © Verlag Hans Huber AG, Bern


Das Rektusscheidenhämatom - Nachweis einer Blutung eines rupturierten Aneurysmas der A. epigastrica im CT
Rectus sheath hematoma - Detection of a still active bleeding from an aneurysm of the epigastric artery by CT

D. Weishaupt und N. Goebel

Institut für Röntgendiagnostik, Stadtspital Triemli Zürich

(Summary)

Zusammenfassung

Wir beschreiben einen Fall eines Rektusscheidenhämatoms, wo als Ursache im CT eine noch aktive Blutung aus einem Aneurysma im Bereich der Anastomose zwischen A. epigastrica superior und inferior gefunden wurde. Der Nachweis der aktiven Blutung trug entscheidend zu einem sofortigen chirurgischen Vorgehen bei.

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 55-57; © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

A case of rectus sheath hematoma is described. Computed tomography demonstrated a still active bleeding from an aneurysm which was situated at the junction of the inferior and superior epigastric artery. The recognition of a continuous hemorrhage contributed to the decision of an immediate surgical intervention.

Key words

Hematoma, rectus abdominis, computed tomography

VASA, Band 26, 1997, Heft 1, Seiten 55-57; © Verlag Hans Huber AG, Bern


wwwadmin@hanshuber.com, 26. Juni 1997