Zusammenfassung
Wegenersche Granulomatose: Histologische Befunde von 216 Patienten mit üblicher und ungewöhnlicher Manifestation Hintergrund: Die Wegenersche Granulomatose ist der Prototyp einer pulmonalen Angiitis und Granulomatose und ein Syndrom mit systemischer vaskulitischer Beteiligung unbekannter Ätiologie. Patienten und Methoden: In dieser übersicht werden die histologischen Befunde von 216 Patienten neben der entsprechenden Literatur mit dem Schwergewicht auf ungewöhnliche Manifestationen der Erkrankung dargestellt. Ergebnisse: Die gewöhnlichen Manifestationen umfassen die klassische Trias von oberen Atemwegen (87%), Lungen (69%) und Nieren (48%). Die weniger häufigen Manifestationen finden sich an der Haut, im ZNS, den Augen und der Orbita, dem Herzen, der Brust, den Speicheldrüsen, im Gastrointestinaltrakt, der Milz und dem männlichen und weiblichen Urogenitaltrakt. Diese Lokalisationen finden sich in weniger als 15% aller Fälle, meist in weniger als 5% der Patienten. Zusammenfassung: Die Wegenersche Granulomatose kann sich in vielen ungewöhnlichen Lokalisationen manifestieren. Die histopathologische Diagnose muss eng mit dem klinischen Befund und dem Labor korreliert werden.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 261 - 270 © Hans Huber AG, Bern
Background: Wegener's granulomatosis is the prototype of pulmonary angiitis and granulomatosis and a systemic vasculitic syndrome of unknown etiology. Wegener's granulomatosis can involve virtually any and often a multitude of organ-tissues. Patients and Methods: This survey of 216 patients provides a histological documentation and pertinent literature review of both the common and uncommon, but with emphasis on the uncommon, manifestations of Wegener's granulomatosis. Results: The common manifestations of the disease include the classic triad of upper airway, lung, and kidney, in 87%, 69%, and 48% of the patients, respectively. The less common manifestations involve the skin, central nervous system, eye and orbit, heart, breast, salivary gland, gastrointestinal tract, spleen, and male and female urogenital tracts; each of these accounts for less than 15% in all cases and below 5% for most of the patients. Conclusions: The manifestations of Wegener's granulomatosis in many of the uncommon anatomical sites of involvement may be distinctive or atypical and, therefore, the histopathological diagnosis must be correlated with clinical and laboratory test findings.
Key words
Wegener's granulomatosis, pulmonary angiitis, systemic vasculitic syndrome
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 261 - 270 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Morphologische und funktionelle Veränderungen der Arterienwand von Patienten mit Arterioskleroserisiko und Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit Hintergrund: Die Dicke des Intima-Media-Komplexes wird als frühe morphologische Veränderung im Rahmen der Arteriosklerose von Patienten mit entsprechendem Risikoprofil angesehen. In dieser Studie haben wir den Intima-Media-Komplex der Arteria carotis sowie Veränderungen des Blutflusses in der Brachialarterie während reaktiver Hyperämie gemessen. Patienten und Methoden: Es wurden vier Gruppen mit jeweils 18 Personen im Alter von 32-56 Jahren gebildet: Raucher, Diabetiker, Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit und Gesunde. Der Intima-Media-Komplex wurde mittels Ultraschall an drei verschiedenen Stellen der Arteria carotis bestimmt. Der Blutfluss in der Arteria brachialis wurde in Ruhe und wÄhrend reaktiver Hyperämie bestimmt. Ergebnisse: Bei den Gesunden betrug der Intima-Media-Komplex aller Segmente 0,65± 0,08 mm, bei den Rauchern 0,65 ± 0,07mm bei den Diabetikern waren die Werte tendenziell höher und erreichten in der A. carotis communis signifikant höhere Werte (0,75 ± 0,08; p < 0,05) als bei den Gesunden. Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit hatten mit 0,77 ± 0,10 mm (p < 0,05) in allen drei Segmenten einen signifikant breiteren Komplex. In allen Gruppen fand sich eine Korrelation zwischen der Dicke des Intima-Media-Komplexes und der Anzahl arteriosklerotischer Plaques (r = 0,6; p < 0,001) sowie zum Body Mass Index (r = 0,32; p < 0,01) und zum Fibrinogenspiegel (r = 0,32; p < 0,05). Alle Gruppen zeigten einen signifikanten Anstieg des Blutflusses in der Brachialarterie wÄhrend HyperÄmie. Dieser war bei den Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit geringer ausgeprägt als bei den anderen Gruppen. Zusammenfassung: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Diabetes mellitus, Fibrinogenspiegel, Body Mass Index und klinisch manifeste Arteriosklerose die wichtigsten Faktoren bei der Verbreiterung des Intima-Media-Komplexes sind. Der Blutfluss während Hyperämie, der überwiegend durch die Vasodilatation der Widerstandsgefässe bestimmt wird, ist bei Patienten mit manifester Arteriosklerose vermindert, aber nicht bei asymptomatischen Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 271 - 276 © Hans Huber AG, Bern
Background: The aim of this study was to determine the intima-media thickness (IMT) of the carotid arteries, which is regarded as the earliest morphological evidence of the atherosclerotic process in subjects with risk factors of atherosclerosis. Changes of blood flow in the brachial artery during reactive hyperemia were also investigated. Patients and methods: In 4 groups of subjects: smokers, diabetics, patients with peripheral arterial occlusive disease (PAOD) and controls, the above mentioned morphological and functional changes were studied by ultrasound. Each group comprised 18 subjects, aged 32 to 56 years. First, IMT was measured at three different sites of the carotid arteries. Then blood flow in the brachial artery was determined at rest and during reactive hyperemia (caused by handgrip test). Results: In the control group the mean IMT (all segments) was 0.65 ± 0.08 mm. IMT of smokers was similar (0.65 ± 0.07 mm), while in diabetics a tendency to IMT increase was detected at all three measuring sites, and in the common carotid artery the IMT was statistically significantly thicker than in the controls (0.75 ± 0.08 mm vs. 0.65 ± 0.08, p < 0.05). PAOD patients showed a significant increase of IMT at all three carotid segments (mean 0.77 ± 0.10 mm p < 0.05). In all groups IMT was related to the number of atherosclerotic plaques (r = 0.6, p < 0.001), and was also correlated with body mass index (BMI) (r = 0.32, p < 0.01) and fibrinogen level (r = 0.32, p < 0.05). All groups demonstrated a significant increase of blood flow in the brachial artery during hyperemia. In PAOD patients this increase was significantly smaller than in the controls and other groups (212 ± 61% vs 275 ± 60%, p < 0.05). Conclusions: The results of our study indicated that the most important factors determining increase of IMT are diabetes, fibrinogen level, BMI and the presence of clinically manifested atherosclerosis. Hyperemic blood flow, which is predominantly determinated by the vasodilation capacity of the resistance vessel, is reduced in patients with clinically manifested atherosclerosis and not in subjects with risk factors and without atherosclerotic manifestation.
Key words
Intima-media thickness, vasodilation, smoking, diabetes mellitus, intermittent claudication
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 271 - 276 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Bedeutung der kutanen Entzündung für die Stauungsdermatose infolge chronisch venöser Insuffizienz Hintergrund: Die Rolle von Entzündungsreaktionen in der Pathogenese der chronischen Veneninsuffizienz und der Unterhaltung venöser Ulzerationen ist bis heute nicht vollständig geklärt und wird kontrovers diskutiert. Ziel der Studie war es, aus dem Grad der Ausprägung des Adhäsionsmoleküls ICAM-1 und der Dichte von Entzündungszellen abzuleiten, ob Entzündungsvorgänge lokal auf die Umgebung des Ulkus beschränkt sind oder ob, als Zeichen eines primären Prozesses, bereits in klinisch unauffälliger Haut des distalen Unterschenkels eine Aufregulation von Adhäsionsmolekülen mit beginnender Infiltration des Gewebes bei Patienten mit CVI zu beobachten ist. Patienten und Methoden: Wir untersuchten bei 10 Patienten mit venösen Ulzerationen zwei Hautareale, eines am Ulkusrand und eines in klinisch unauffÄlliger Haut (Entnahmeort: 12.6 ± 5.1 cm proximal des Ulkus) histologisch und immunhistochemisch hinsichtlich Entzündungszellen (B- und T-Lymphozyten, Makrophagen, Mastzellen) und der Expression des Adhäsionsmolekül ICAM-1. Es wurden ausserdem Hautbiopsien (Entnahmeort: 10 cm proximal des medialen Malleolus) von 10 gesunden Kontrollpersonen untersucht. Ergebnisse: Am Ulkusrand zeigte sich, verglichen mit gesunder Haut, eine sehr starke Expression von ICAM-1. Man beobachtete zumeist eine dichte Infiltration des Gewebes mit überwiegend T-Lymphozyten und Makrophagen, aber auch in einzelnen Fällen von Mastzellen. Dies spiegelt das Bild einer chronischen Entzündungsreaktion wider. Im klinisch unauffälligen Hautareal der Patienten konnte, verglichen mit gesunden Probanden, keine erhöhte Expression von ICAM-1 gefunden werden, und es zeigte sich auch nur vereinzelt eine schwache perivaskuläre T-Lymphozyten-Infiltration. Diskussion und Schlussfolgerungen: Aus diesen Befunden kann man schliessen, dass die Aktivierung endothelialer Adhäsionsmoleküle (ICAM-1) lokal auf die Ulkusregion begrenzt und Teil der sekundären "Abräumreaktion" nekrotischen Gewebes ist. Für die Unterhaltung venöser Ulzerationen und die Rezidiventstehung stellt die lokale chronische Entzündungsreaktion sicherlich einen bedeutsamen Faktor im multifaktoriellen Geschehen dar.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 277 - 281 © Hans Huber AG, Bern
Background: The role of inflammatory reactions in the pathogenesis of chronic venous insufficiency and the persistence of venous ulcerations is still not totally clear and remains a hotly debated topic. An investigation of the intensity and distribution of ICAM-1 expression and different inflammatory cells should help clarify whether inflammatory processes are limited locally to the area of the ulcer or if an upregulation can also be observed in clinically unaffected skin of CVI-III patients, as a sign of a primary inflammatory process. Patients and methods: We examined two skin areas in 10 patients with venous ulcerations. One area was at the border of the ulcer and another in clinically unaffected skin (distance from the ulcer: 12.6 ± 5.1 cm). In addition skin specimens were obtained from the perimalleolar skin of 10 healthy controls. Our histological and immunohistochemical examinations were focused on inflammatory cells (B and T lymphocytes, macrophages, and mast cells) and on the adhesion molecule ICAM-1. Results: A very strong expression of ICAM-1 could be seen at the border of the ulcer. This tissue also showed a dense infiltration, mainly by T lymphocytes and macrophages. In some cases the tissue was infiltrated by an increased number of mast cells. This is the typical picture of a chronic inflammatory reaction. Compared to healthy controls, the clinically unaffected skin of patients showed not an increased expression of ICAM-1 and only in some cases we could find a slight perivascular infiltrate of T lymphocytes. Conclusions: These data imply that the upregulation of endothelial adhesion molecules (ICAM-1) and dermal infiltration by T lymphocytes and macrophages in CVI-III patients is limited to the region of the ulcer, or at least to skin areas with a severe microangiopathy, and is part of a secondary elimination of necrotic tissue (an 'injury and repair' process). These local chronic inflammatory reactions are certainly an important factor in the persistence and recurrence of venous ulcerations.
Key words
Chronic venous insufficiency, venous leg ulcer, adhesion molecules, cutaneous inflammation
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 277 - 281 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Wie lange bewirken elastische Kompressionsstrümpfe einen effektiven Andruck? Hintergrund: Elastische Kompressionsstrümpfe sind ein wichtiger Bestandteil der phlebologischen Therapie. Es gibt bis heute aber keine verlässlichen Daten darüber, wie lange sie tatsächlich einen ausreichenden Andruck gewährleisten. Patienten und Methoden: In dieser Studie haben wir den Druck von Strümpfen der Kompressionsklassen II und III am kleinsten Umfang des Knöchels gemessen, und zwar bei erstmaliger Benutzung sowie nach ein und drei Monaten. Wir haben insgesamt 99 Unterschenkelstrümpfe mit einem TNO-Tester, der von der CEN für diese Art von Messungen akzeptiert ist, untersucht. Ergebnisse: Flach gestrickte Strümpfe der Klasse II hatten einen mittleren Druck von 29,3 (SD 4,9) mmHg zu Beginn der Studie, der bei den folgenden Untersuchungen auf 27,6 (SD 5,2) mmHg und 26,5 (SD 4,4) mmHg abfiel. Rundgestrickte Strümpfe zeigten vergleichbare Ergebnisse. Flachgestrickte Klasse III Strümpfe hatten einen Druck von 47,5 (SD 8,1) mmHg bei Beginn, von 44,2 (SD 7,1) mmHg nach einem Monat und 41,3 (SD 6,7) mmHg nach drei Monaten. Eine Extrapolation dieser Ergebnisse zeigt, dass der mittlere Druck der Klasse II Strümpfe nach vier bis fünf Monaten weniger als 25 mmHg beträgt. Klasse III Strümpfe hatten einen Druck von weniger als 35 mmHg nach sechs Monaten. Die individuelle Regressionsanalyse zeigt, dass nach sechs Monaten 66% der Klasse II Strümpfe einen Druck von weniger als 25 mmHg und 45% der Klasse III Strümpfe von weniger als 35 mmHg haben. Unter Einbeziehung einer 10% Sicherheitsmarge sind es 84% und 63%. Zusammenfassung: Hieraus folgern wir, dass der meistens verwendete Kompressionstrumpf der Klasse II dreimal im Jahr erneuert werden muss, um einen adäquaten Ausdruck zu gewährleisten. Flachgestrickte Strümpfe der Klasse III müssen zweimal jährlich neu angeschafft werden.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 282 - 286 © Hans Huber AG, Bern
Background: Elastic compression stockings are valuable tools in the treatment of many phlebological diseases. As to day no data are available about how long these elastic compression stockings continue to exert enough compression for a proper clinical function. Patients and methods: In this study we measured the pressure at the B level of compression class II and III elastic stockings directly after the patients started to use them, after 1 month, and after 3 months. In total 99 below knee stocking were measured with a TNO-tester, which has officially been accepted by the CEN for measurement of elastic compression stockings. Results: Class II flat knitted stockings showed a mean pressure of 29.3 (SD 4.9) mmHg at the start of the study, declining to 27.6 (SD 5.2) mmHg, and 26.5 (SD 4.4) mmHg, at 1 and 3 months respectively. The round knitted class II had comparable results. In class III flat knitted stockings we measured 47.5 mmHg (SD 8.1) at the start, and 44.2 (SD 7.1) mmHg, and 41.3 (SD 6.7) mmHg, at 1 and 3 months respectively. Extrapolation of the results after 1 and 3 months demonstrate that the mean pressure of class II stocking is less than 25 mmHg after 4 to 5 months. Class III stockings were less than 35 mmHg close to 6 months, if evaluated in the same way. Individual regression analysis show that after 6 months 66% of the pressure class II stockings have a pressure of less than 25 mmHg and 45% of the pressure class III less than 35 mmHg. When considering a 10% safety margin the figures are respectively 84% and 63%. Conclusions: From the results of this study it can be concluded that, especially for the most frequently used compression class II stockings, three new stockings each year are necessary to ensure an effective function of the stocking during the time they are being used by the patient. For compression class III flat knitted stockings two pairs can be considered as sufficient.
Key words
Chronic venous insufficiency, elastic compression stockings, pressure classes, durability
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 282 - 286 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Zirkadianes Auftreten von postoperativen tödlichen Lungenembolien Hintergrund: Es ist unbekannt, ob es einen zirkadianen Rhythmus beim Auftreten von postoperativen tödlichen Lungenembolien gibt. Patienten und Methoden: 100 konsekutive Fälle von Lugenembolien mit zuverlässiger klinischer Dokumentation wurden untersucht (67 Männer, 33 Frauen; mittleres Alter 71 Jahre). Dabei wurden nur die postoperativ aufgetrenen Fälle in die Analyse einbezogen. 78% der Patienten waren elektiv, 22% notfallmässig einem abdominalchirurgischen Eingriff unterzogen worden. Eine gemäss dem Windsor Consensus Statement durchgeführte Thromboseprophylaxe war bei 12% der Patienten erfolgt. Entsprechend dem zeitlichen Auftreten der Emboliezeichen wurden einstündige Intervalle gebildet. Ergebnisse: Die höchste Inzidenz (9%) von tödlichen Lungenembolien fand sich zwischen 9 und 11 Uhr morgens. Im Vergleich mit einer früher in einer medizinischen Klinik durchgeführten Studie fanden sich keine signifikanten Differenzen. Zusammenfassung: Bei operierten Patienten findet sich genauso wie bei internistisch Kranken ein zirkadianes Auftreten von tödlichen Lungenembolien.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 287 - 290 © Hans Huber AG, Bern
Background: The circadian distribution of fatal pulmonary thromboembolism in general surgical patients is unknown. Patients and methods: One hundred consecutive cases of pulmonary embolism, with reliable clinical notes and data, were studied (67 men and 33 women; mean age 71 years). Only post-surgical cases were considered in this analysis. Patients had undergone elective (78%) or emergency abdominal surgery (22%). Correct prophylaxis (according to the Windsor Consensus Statement) had been used in 12%. Cases were grouped according to the time of onset of signs and symptoms related to pulmonary embolism at one hour intervals. Results: The maximum incidence of fatal pulmonary embolism was between 7.00 a.m. and 1.00 p.m. with the highest peaks at 9.00 and 11.00 a.m. 9% of deaths) (P <0.02). When results from this study were compared to a previous study no significant difference was observed between the distribution profile of cases from general medical wards and surgical wards. Conclusion: It appears that in surgical patients there is a circadian pattern in pulmonary embolism as already documented in medical patients.
Key words
Venous thrombosis, pulmonary embolism, surgery, clot, thromboembolism, cardiovascular diseases, sudden death
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 287 - 290 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Entwicklung und Validierung eines krankheitsspezifischen Fragebogens zur Lebensqualität von Patienten mit chronischer Veneninsuffizienz Hintergrund: Die Erfassung von Lebensqualität (LQ) gewinnt auch in der Medizin eine zunehmende Bedeutung. Obwohl LQ nicht direkt gemessen werden kann, haben zahlreiche methodische Arbeiten belegt, dass wichtige Bereiche von LQ durch validierte Fragebögen erfasst werden können. Die vorliegende Studie hatte das Ziel, den Freiburger Fragebogen zur LQ bei Venenerkrankungen (FLQA) als neuen krankheitsspezifischen deutschsprachigen Fragebogen hinsichtlich Reliabilität, Validität und Akzeptanz bei Patienten mit chronischer Veneninsuffizienz (CVI) zu überprüfen. Patienten und Methoden: Der FLQA besteht aus 83 Items und diskriminiert EinschrÄnkungen der LQ in den 7 Skalen: Körperliche Beschwerden, Alltagsleben, Sozialleben, Psychisches Befinden, Therapie, Zufriedenheit, Beruf. Daten wurden von 246 Patienten mit CVI I (n = 107), II (n = 75) und III (n = 64) nach Widmer gewonnen. Ergebnisse: In der psychometrischen Prüfung wiesen die Skalen überwiegend keine oder nur geringe Decken- oder Bodeneffekte auf. Die interne Konsistenz der Skalen lag insgesamt hoch (Cronbachs Alpha in allen Skalen über a = .70, in vier Skalen über a = .90). Die Retest-Korrelationskoeffizienten waren in den meisten Skalen höher als r = .80. Die konvergente Validität mit dem Nottingham Health Profile und dem ALLTAG war in vergleichbaren Skalen hoch. Der FLQA zeigte eine gute diskriminante ValiditÄt und unterschied klinische Stadien der CVI in mehreren LQ-Bereichen signifikant. Auch die Änderungssensitität im Therapieverlauf war gut. In einer feasibility-Testung fanden sich hohe Akzeptanzwerte bei den Patienten hinsichtlich VerstÄndlichkeit und Wiedergabe der für sie relevanten Bereiche von LQ. Die mittlere Ausfüllzeit lag bei 21 ± 6 Minuten. Schlussfolgerungen: Insgesamt erscheint der FLQA geeignet, Merkmale der LQ von Patienten mit CVI in Verlaufs- und Querschnittstudien zuverlässig zu erheben.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 291 - 301 © Hans Huber AG, Bern
Background: Recording of Quality of Life (QoL) is taking on increasing importance in medicine. Although QoL cannot be measured directly, numerous methods studies have demonstrated that important areas of QoL can be addressed by validated questionnaires. The present study was designed to examine a new disease-specific, German-language questionnaire, the Freiburger Questionnaire of QoL in venous diseases (FLQA), with respect to reliability, validity and patient acceptance among patients with chronic venous insufficiency (CVI). Patients and methods: The FLQA consists of 83 items and differentiates between limitations in QoL in 7 scales: physical complaints, everyday life, social life, emotional status, therapy, satisfaction, occupation. Data were collected from 246 patients with CVI stage I (n = 107), II (n = 75) and III (venous ulcer, n = 64) in the Widmer classification. Results: In the psychometric test, the majority of scales showed little or no top or bottom effect. The internal consistency of the scales was generally high (Cronbach's Alpha in all scales more than a = .70 and in 4 scales above a = .90). The convergent validity with the Nottingham Health Profile and the ALLTAG was high in several scales. The FLQA showed good discriminant validity and significantly differentiated between the clinical CVI stages in several areas of QoL. The change sensitivity during the course of therapy was also good. In a feasibility test, the acceptance values among patients were high with respect to ease of understanding and description of the QoL areas relevant to them.The mean time to fill out the questionnaire was 21 ± 6 minutes. Conclusion: Overall, the FLQA appears suitable to reliably record characteristics of QoL in patients with CVI in both course and cross-sectional studies.
Key words
Quality of life, questionnaire, chronic venous insufficiency, leg ulcer, clinical trial
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 291 - 301 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Erfolgreiche Behandlung eines ausgedehnten Ulcus cruris bei systemischer Sklerose Wir berichten über die erfolgreiche chirurgische Behandlung eines ausgedehnten und schmerzhaften Ulcus cruris bei systemischer Sklerose (Sklerodermie). Zusätzlich bestand ein langstreckiger Verschluss der Arteria femoralis superficialis, und der Knöchelarteriendruck betrug 80 mmHg (Knöchel-Arm-Index 0.65). Alle konservativen Behandlungsversuche einschliesslich systemischer Antibiose, Nifedipin, intravenösen Iloprosts, intravenösen Penicillins G und hyperbaren Sauerstoffs blieben ohne Erfolg. Schliesslich waren die Schmerzen unbeherrschbar, so dass eine Unterschenkel-Amputation erwogen werden musste. In einem ersten Versuch zur Rettung der Extremität unterzog sich die Patientin einer femoro-poplitealen Bypass-Operation. Obwohl der Verlauf erfolgreich war und sich der Knöchel-Arm-Index praktisch normalisierte, blieb die grosse Wunde therapieresistent und extrem schmerzhaft. Ein zweiter Rettungsversuch bestand in einem kompletten Debridement des sklerotischen Gewebes bis auf die Unterschenkelfaszie und Spalthauttransplantation. Die Spalthaut ging auf über 90% der Fläche an und die verbleibende WundflÄche heilte spontan. Grosse Beinulzera bei systemischer Sklerose können für die Extremität bedrohlich werden. Ein radikales Debridement kombiniert mit Spalthaut-Deckung scheint ein guter Weg zu sein, um die drohende Amputation abzuwenden.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 302 - 304 © Hans Huber AG, Bern
We report the successful surgical treatment of a large and painful leg ulcer associated with systemic sclerosis (scleroderma). In addition, there was a long occlusion of the superficial femoral artery, and ankle systolic blood pressure was 80 mmHg (ankle-brachial-index 0.65). All conservative treatments including systemic antibiotics, nifedipine, intravenous iloprost, intravenous penicilline G and hyperbaric oxygen failed. Pain was intolerable and below-knee amputation was consered. In a first attempt to save the limb, the patient underwent femoropopliteal bypass surgery. Despite a successful outcome of the bypass operation and normalization of the ankle blood pressure, the large wound remained recalcitrant and extremely painful. A second attempt to save the limb consisted of complete debridement of all sclerotic tissue down to the fascia and split skin grafting. The graft took in over 90% of the surface and the remaining wound healed spontaneously. Large leg ulcers in systemic sclerosis can become limb threatening. Radical debridement combined with a split skin graft seems to be a promising way to avoid amputation.
Key words
Leg ulcer, systemic sclerosis, scleroderma, debridement, split skin graft
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 302 - 304 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Seltene Ursache einer oberen gastrointestinalen Blutung: Perforation eines Vena-Cava-Filters in das Duodenum Die Penetration der Metallspitzen eines Cavaschirmes durch die Gefässwand stellt eine häufige, wenn auch meist asymptomatische Komplikation dieser Filter dar. Wir berichten über eine Patientin, die 11 Jahre nach Implantation eines Mobin-Uddin-Schirmes eine obere Gastrointestinalblutung entwickelte. Endoskopisch kam eine in das Duodenallumen perforierte Metallspitze des Filters zur Darstellung. Die Indikationen zur Implantation eines Cavaschirmes werden diskutiert und den Früh- und Spätkomplikationen dieser Implantate gegenübergestellt. Bei symptomatischen Komplikationen besteht die Indikation zur operativen Entfernung des Filters.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 305 - 307 © Hans Huber AG, Bern
Penetration of vena cava inferior filter spikes through the vessel wall is a frequent but only rarely symptomatic complication of these devices. We report a case of upper gastrointestinal haemorrhage 11 years after implantation of a Mobin-Uddin filter. At gastroduodenoscopy a filter spike protruding from the duodenal mucosa was identified as the cause of the haemorrhage. After removal of the filter the patient made an uneventful recovery. Indications for vena cava filter placement are discussed in the light of their early and late complications. Surgical intervention is strongly recommended for symptomatic perforations.
Key words
Vena cava filter, complications, intestinal perforation, gastrointestinal haemorrhage
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 305 - 307 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Pseudokoarktation der Bauchaorta Wir berichten über einen Fall einer asymptomatischen Pseudokoarktation der Bauchaorta. Die Aortographie zeigte ein ausgeprägtes Kinking der Bauchaorta ohne Nachweis von Stenosen bzw. KollateralkreislÄufen. Es fanden sich unauffällige, aus der Malformation abgehende Nierenarterien. Die Ätiologie der Pseudokoarktation sowie mögliche Therapiekonzepte stehen zur Diskussion.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 308 - 310 © Hans Huber AG, Bern
The case of an asymptomatic pseudocoarctation of the abdominal aorta is reported. Pronounced kinking of the abdominal aorta was seen on angiograms, without stenosis or collateral circulation. Angiography revealed normal renal arteries originating from the malformated aortal segment. The possible etiology and the need for therapeutical intervention are discussed.
Key words
Aorta, pseudocoarctation, congenital malformation, angiography
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 308 - 310 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Bei einem 26jährigen Patienten zeigten sich Parästhesien bei überkopfarbeiten in der rechten Hand. Unter der Verdachtsdiagnose eines Karpaltunnel-Syndroms wurde nach Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit eine operative Sanierung durchgeführt. Sich anschliessend entwickelnde Fingerendgliednekrosen wurden nachfolgend bei Nachweis einer Halsrippe einem Thoracic-outlet-Syndrom zugeordnet. Wie diese Kasuistik und die Literatur zeigt, ist eine sichere Trennung des Karpaltunnel- und des Thoracic-outlet-Syndroms allein durch elektrophysiologische Nervenuntersuchungen nicht möglich. Die Operation eines Karpaltunnel-Syndroms sollte daher nicht ohne vorherige Beurteilung der arteriellen Perfusionsverhältnisse durchgeführt werden.
Key words
Carpal-tunnel-syndrome, thoracic-outlet-syndrome, electrophysiological diagnosis
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 311 - 313 © Hans Huber AG, Bern
Upper extremity ischemia with finger necrosis: carpal-tunnel syndrome or thoracic outlet syndrome? A 26-year-old male patient complained of pain and paraesthesia in the right upper extremity while working with the arm elevated. After electrophysiological diagnosis of a carpal-tunnel-syndrome the patient received surgical treatment. Following this treatment he developed acral necrosis at the fingers. Additional diagnostic effort let to the diagnosis of a thoracic-outlet-syndrome due to a cervical rib. This case report and a review of the literature show that electrophysiological investigations alone can not differentiate the carpal-tunnel-syndrome from the thoracic-outlet-syndrome. Thus an operative release of a carpal-tunnel should not be performed until the arterial perfusion of the upper extremity has been judged.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 311 - 313 © Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die Organisation eines intravenösen Thrombus hat entscheidenden Einfluss auf die therapeutischen Möglichkeiten und den postthrombotischen Schaden. Sonographisch liessen sich bisher nur Änderungen der Echogenität beschreiben. Bei sieben Patienten mit einer Jugularvenenthrombose untersuchten wir die Thormbosen auf Gefässe, die bei der Organisation gebildet werden. Bei drei Patienten konnten zwischen dem 12. und 17. Tag arterielle Gefässe im Thrombusmaterial nachgewiesen werden. Sie traten nur in kurzen Zeiträumen auf und waren nur in umschriebenen Thrombusanteilen nachweisbar. Der intra-vitam-Nachweis arterieller Gefässe im sich organisierenden Thrombus lässt möglicherweise Rückschlüsse auf die Thrombusentstehung und den Grad der Organisation zu.
Key words
Duplexsonography, thrombus organisation, thrombus vascularisation
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 314 - 316 © Hans Huber AG, Bern
Vascularisation of venous thrombosis The degree of organisation of an intravenous thrombus is important for therapeutic interventions and the postthrombotic damage. Changes in echogenicity have already been described in B-mode sonography. We investigated 7 thrombosis in the jugular vein looking for intra-thrombotic vessels that occur during the organisation. In 3 thrombosis arterial vessels were found from the 12th to the 17th day. Such arterial vessels appeared only in a short range of time and only in circumscript areas of the thrombus. The intra-vitam documentation of arterial vessels in an organisating intravenous thrombus may give information about the mechanism of thrombogenesis and about the degree of organisation.
VASA, Band 26, 1997, Heft 4, Seite 314 - 316 © Hans Huber AG, Bern