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Zeitschrift für Gefässkrankheiten / Journal of Vascular Diseases 1998, Heft 1


Differenzierte Lokaltherapie chronischer Wunden mit modernen Wundauflagen
Differentiated local therapy of chronic wounds with modern wound dressings.

D. Eich und R. Stadler

Hautklinik Klinikum Minden

(Summary)

Zusammenfassung

Die Therapie chronischer Wunden umfaßt neben der Behandlung der Grunderkrankung, z.B. Kompressionstherapie und Phlebochirurgie beim venösen
Ulcus cruris, die moderne differenzierte Lokaltherapie. Die konventionelle Wundtherapie umfaßt in erster Linie Farbstoffe, diverse Topika, lokale antimikrobielle Substanzen und sterile Kompressen. Trotz nachweislich heilungshemmender Eigenschaften gegenüber modernen Wundauflagen sind die konventionellen Verfahren noch weit verbreitet. Demgegenüber bildet heute das Prinzip der feuchten Wundheilung die Grundlage der modernen differenzierten Wundtherapie.
Vor diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahren eine fast unüberschaubare Zahl moderner Verbandssysteme etabliert. Da nicht jede Wundauflage für jeden Wundtyp gleichermaßen geeignet ist, erfordert die Auswahl der im jeweiligen Fall geeignetsten Wundauflage die Kenntnis der verfügbaren modernen Wundverbände: in der Exsudations-/Reinigungsphase sind primär Polyurethanschaumstoffe, Alginate und aktivkohlehaltige Wundauflagen indiziert, die phasenübergreifend auch noch in der Granulationsphase Anwendung finden. Die Granulationsphase ist Hauptindikation für Hydrokolloide und Hydrogele. Diese werden neben nichthaftenden Wundauflagen und Alginaten auch in der Epithelisierungsphase eingesetzt.
Neben den genannten synthetischen Wundauflagen halten zunehmend auch Zytokine und biologische Hautäquivalente Einzug in die moderne Wundtherapie. Biologische Hautäquivalente umfassen Epidermisäquivalente, Dermissubstitute und in neuerer Entwicklung befindliche kombinierte Epidermis-Dermisäquivalente. Diese führen möglicherweise zu einer noch höheren Effektivität beim Wundverschluß.
Der phasenadaptierte Einsatz moderner Wundverbände ermöglicht meist eine rasche und komplikationslose Heilung von akuten und chronischen Wunden der Haut. Der Stellenwert von Zytokinen und neuerer vitaler Hautsubstitute wird derzeit klinisch geprüft, wobei sich interessante Möglichkeiten in der weiteren Verbesserung der Wundbehandlung bieten.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 3 ­ 9, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

The therapy of chronic wounds comprises besides treating the underlying disease, for instance compression therapy and phlebosurgery with venous ulcus cruris modern differentiated local therapy. Conventional wound therapy comprises primarily of colour solutions, various ointments, local antimicrobial agents, and sterile pressure bandages. Although it has been proven that conventional methods impede wound healing compared with modern wound dressings they are still widely used. In comparison the principle of moist wound healing is the basis of modern differentiated wound therapy.
Therefore a vast number of modern wound dressings has been established in the last years. As not every wound dressing is suitable for every type of wound the knowledge of available modern wound dressings is essential in order to choose the wound dressing which is most suitable for the individual case. In the exsudation/cleaning phase polyurethane foams, alginates and dressings containing activated charcoal are indicated. They can also be used in the granulation phase. The granulation phase is main indication for hydrokolloids and hydrogels. They are also used beside non-adhesive dressings and alginates in the epithelialisation phase.
Besides the above synthetic wound dressings cytokines and biological skin equivalents are increasingly used in modern wound therapy. Biological skin equivalents comprise of epidermis equivalents, dermis substitutes and combined epidermis-dermis equivalents which are being developed at present. These will possibly be more effective on wound closure.
Phase adapted use of modern wound dressings enables acute and chronic wounds to heal quickly and without complications. Present clinical studies are evaluating the importance of cytokines and new vital skin substitutes, which might offer interesting possibilities for further improvement in wound treatment.

Key words

Moist wound healing, modern wound dressings, phase adapted wound treatment, synthetic wound dressings, biological skin equivalents, cytokines

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 3 ­ 9, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Vergleich von hämostaseologischen Parametern im arteriellen und venösen Blut bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit
Comparison of haemostatic parameters in arterial and venous blood from patients with peripheral arterial occlusive disease

T. Woller, H. Lawall, B. Amann and B. Angelkort

Medizinische Klinik Nord, Städtisches Klinikum Dortmund, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: In zahlreichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, daß die periphere arterielle Verschlußkrankheit (pAVK) mit einer Hyperkoagulabilität einhergeht. Obwohl es sich bei der pAVK um eine Erkrankung der Arterien handelt, werden im klinischen Alltag hämostaseologische Parameter fast ausschließlich im venösen Blut bestimmt. Es soll ermittelt werden, ob es hinsichtlich der Gerinnungsaktivität signifikante Unterschiede zwischen dem venösen und arteriellen Blut gibt und ob die Bestimmung dieser Parameter aus dem venösen Blut repräsentativ ist.
Patienten und Methoden: Bei 22 Patienten mit pAVK im Stadium II nach Fontaine in einem mittleren Alter von 63,1 ± 10,8 Jahren wurden venös und arteriell aus der klinisch führenden Extremität die Konzentrationen von Thrombin-Antithrombin-III-Komplex (TAT), Prothrombinfragmenten (F1+2) und D-Dimeren bestimmt. Die aus beiden Proben ermittelten Konzentrationen dieser Parameter wurden miteinander verglichen und korreliert.
Ergebnisse: Die mittleren Konzentrationen von TAT und F1+2 waren arteriell signifikant höher als venös. Der TAT-Komplex erwies sich dabei als empfindlichster Parameter zur Quantifizierung der Thrombinbildung. Bei den D-Dimeren zeigten sich keine Unterschiede zwischen den arteriell und venös ermittelten Konzentrationen. Signifikante Korrelationen zwischen den gemessenen Werten aus beiden Blutproben konnten bei den D-Dimeren, jedoch nicht bei TAT und F1+2 nachgewiesen werden.
Schlußfolgerungen: Es wird gefolgert, daß die Messung von TAT bzw. F1+2 im venösen Blut zur Beurteilung der lokalen Gerinnungsaktivierung im arteriellen System nicht repräsentativ ist. Als Indikator einer Hyperkoagulabilität sind die D-Dimere weniger empfindlich als TAT und F1+2, die venöse Bestimmung der D-Dimere repräsentiert jedoch deren lokale Konzentration in den Arterien.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 10 ­ 14, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Several studies proved the co-existence of peripheral arterial occlusive disease (PAOD) and hypercoagulability. However, in practice coagulation parameters are mainly determined from venous blood samples. In this study several coagulation parameters in arterial and venous blood were examined for differences and the validity of coagulation parameters determined in venous blood was investigated.
Patients and methods: In 22 patients with peripheral artery disease venous and arterial blood samples from vessels of the diseased leg were examined for the concentration of thrombine-antithrombine III-complex (TAT), prothrombin fragments (F1 and F2) and D-dimers, and results were compared.
Results: Mean concentrations of TATs and prothrombin fragments F1 and F2 were significantly higher in arterial than in venous blood. TAT-complex was the most sensitive parameter for quantification of thrombin generation. D-dimer levels did not differ in arterial and venous blood. TAT and F1 and F2 concentrations in arterial and venous blood did not correlate in individual patients whereas D-dimer concentration did.
Conclusion: The determination of TAT and F1+F2 in venous blood does not adequately reflect the degree of the local coagulation activation in the arterial system. As indicators for hypercoagulability, D-Dimer values are less sensitive than F1+2, but venous D-dimer concentrations mirror arterial levels

Key words

Peripheral arterial occlusive disease, hypercoagulability, thrombine-antithrombine III-complex, prothrombine fragments, D-Dimer in arterial and venous blood

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 10 ­ 14, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Impedanzsphygmografie zur Messung des hydrostatischen Zehenblutdruckes: eine neue Methode zur Bestimmung einer kritischen Extremitätenischämie
Bioelectrical impedance sphygmography for hydrostatic toe pressure measurement: a new non-invasive method to assess limb ischaemia

B. Beyenal-Ögmen

Diabetes-Fußambulanz, MNR-Klinik, Heinrich-Heine-University Düsseldorf, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Die hydrostatische Blutdruckmessung der Großzehenarterien wurde bisher mit der 8-MHz- Dopplersonde zum Nachweis arterieller Pulsationen durchgeführt. Alternativ könnte die Impedanz-Sphygmografie (ISG) in Betracht kommen.
Fragestellungen: Ist die ISG zur Darstellung der digitalen Arterienpulsationen ebenso zuverlässig wie 8-MHz-Doppler-Ultraschall? Korreliert der hydrostatische systolische Zehenblutdruck (HSZBD), gemessen mit der ISG, mit dem Ausmaß der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (PAVK), gemessen an der Zahl der verschlossenen Beinarterien?
Methoden: Bei 30 gesunden Probanden wurde der Knöchelblutdruck mittels 12 cm Blutdruckmanschette sphygmomanometrisch bestimmt, und die arterielle Pulsation mittels Ultraschall und ISG (Fa. Medis GmbH, Ilmenau/Deutschland) simultan nachgewiesen. 50 Beine mit Fußläsionen bzw. PAVK wurden parallel mittels Arteriografie sowie Messung des HSZBD (unter Verwendung von ISG) untersucht.
Ergebnisse: Bei den Gesunden zeigten Ultraschall und ISG das Erscheinen der Pulswelle bei nahezu identischen Druckwerten an (r = 0.99, p < 0.001), die Differenz betrug 2.4 (SEM 0.6) mmHg. Bei den arteriografierten Beinen war ein HSZBD < 50 mmHg mit > 1 verschlossenen Ober- und/oder Unterschenkelarterie assoziiert, die Sensitivität betrug 68% , die Spezifität 89%. Ein HSZBD > 50 mmHg war dagegen mit 0­1 verschlossene Arterie assoziiert (Chi-Quadrat p < 0.02).
Schlußfolgerung: ISG ist brauchbar zur Messung des hydrostatischen systolischen Zehenblutdrucks. Ein systolischer Zehenblutdruck von < 50 mmHg weist auf schwergradige PAVK (Mehrfachverschlüsse) hin

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 15 ­ 18, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Hydrostatic measurement of systolic toe blood pressure (HSTBP) is reliable in feet with calcified arteries, when sphygmomanometry fails. When leg is lifted above heart level, weaning of the big toe's arterial pulsations indicates HSTBP.
Patients and methods: Electrical bio-impedance was assessed to monitor the weaning of arterial pulsations (Medis GmbH, Ilmenau,Germany). In a pilot study in 30 healthy volunteers, a 12 cm cuff was placed above the ankle and inflatet to 200 mmHg; ultrasound (8 MHz) and impedance sphygmography (ISG) were used simultaneously to detect arterial pulsations in the big toe, in the sitting and supine position after deflating the cuff. In a clinical study, HSTBP was assessed by big toe ISG in 50 legs (43 of diabetic patients) with suspected peripheral arterial occlusive disease, subjected to arteriography before vascular surgery.
Results: In the pilot study, ultrasound and ISG signals were detected at nearly identical systolic pressure levels (difference 2.4 [SEM 0.6] mmHg, r = 0.99, p < 0.001). In the clinical study, HSTBP < 50 mmHg was associated with multiple occlusions (2 legs with < 1, 9 legs with 2, and 13 legs with > 2 arteries occluded); by contrast, HSTBP > 50 mmHg indicated single occlusions (16 legs with < 1, 8 legs with 2, and 2 legs with > 2 occluded arteries; c2 contingency p < 0.02).
Conclusions: assessment of big toe arterial pulsation by ISG was reliable. HSTBP < 50 mmHg indicates severe peripheral arterial disease occusive (> 2 arteries occluded)

Key words

Toe pressure, ankle-brachial index, diabetes, amputation, diabetic foot

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 15 ­ 18, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Einfluß verschiedener Kompressionstherapien auf den Reflux in den tiefen Venen beim postthrombotischen Syndrom
Effect of different compression therapies on the reflux in deep veins with a post-thrombotic syndrome

E.-J. Evers and Th. Wuppermann

Department of Angiology, Klinikum Darmstadt, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Ein wesentlicher pathophysiologischer Faktor beim postthrombotischen Syndrom ist der Reflux in den tiefen Venen, welcher selektiv mit dem Farbduplex erfaßt werden kann. Die Studie befaßt sich mit der Frage, wie sich eine Kompressionstherapie auf die Refluxgeschwindigkeit in der V.poplitea beim postthrombotischen Syndrom meßbar auswirkt.
Patienten und Methoden: 60 Patienten mit phlebographisch gesichertem postthrombotischen Syndrom nach Oberschenkelthrombose wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: In der Gruppe A erhielten 30 Patienten (Alter 58 ± 10 Jahre) einen Kompressionsstrumpf (Unterschenkel Klasse II und III, Oberschenkel Klasse II), in der Gruppe B 30 Patienten (Alter 58 ± 14 Jahre) einen Unterschenkelverband mit Kurzzugbinden nach Sigg. Als Maß für den Reflux wurde bei allen Patienten die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des größten Refluxes Vmax (cm/sek) in der V.poplitea mit dem Farbduplex in stehender Position mit Hilfe eines Manschettentests ohne und mit Kompressionstherapie erfaßt. Die Refluxgeschwindigkeiten wurden in gering-, mittel- und hochgradig eingeteilt.
Ergebnisse: In beiden Gruppen ließ sich unter allen angewandten Kompressionstherapien eine signifikante Abnahme der Refluxgeschwindigkeit um mindestens 45% nachweisen. Die Abnahme der Refluxe in Gruppe A (Durchschnitt 47,9%) unterschied sich jedoch nicht signifikant von der in Gruppe B (Durchschnitt 55,8%) gemessenen. Bei hochgradigen Refluxen fand sich jeweils in beiden Gruppen die größte Reduktion der Refluxgeschwindigkeiten.
Schlußfolgerungen: Mit dem Farbduplex läßt sich beim postthrombotischen Syndrom selektiv auf einfache Art und Weise sowohl unter verschiedenen Kompressionsstrumpfklassen als auch unter einem Kompressionsverband mit Kurzugbinden eine signifikante Reduktion der Refluxgeschwindigkeit in der V.poplitea nachweisen

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 19­ 23, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Reflux in deep veins is an important pathophysiological factor of post-thrombotic syndrome which can be demonstrated by colour-coded duplexsonography. This study investigates the effect of different compression therapies on the reflux velocity in deep veins in patients with a post-thrombotic syndrome.
Patients and methods: Sixty patients with a post-thrombotic syndrome ­ confirmed by phlebography, in the deep veins of the calf and the thigh were investigated in two groups: In group A, 30 patients (mean age 58 ± 10 years) received compression stockings (calf compression class II and III, thigh compression class II) and in group B 30 patients (mean age 58 ± 14 years) received a Sigg short traction bandage of the calf. The velocity at the time of the greatest reflux in the popliteal vein was determined as reflux parameter with the colour-coded duplex sonography using a cuff applied at the calf. All patients stood upright and were measured with and without different kinds of compression therapies. The reflux velocities were graded as low, moderate and high.
Results: A significant decrease of the reflux velocity by about more than 45% with compression therapy was found in both groups. The decrease of the refluxes in group A (mean 47.9%) did not differ significantly from the decrease of refluxes in group B (mean 55.8%). The greatest decrease of the reflux velocity under compression therapy was found in high-grade refluxes in both groups.
Conclusion: A significant decrease of the reflux velocity in post-thrombotic syndrome can be readily demonstrated with different kinds of compression stockings as well as with bandages by means of colour-coded duplex sonography

Key words

Post-thrombotic syndrome, colour-coded duplex sonography, compression therapy, bandage, compression stocking

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 19­ 23, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Die Bedeutung der Klaudikationsstrecke für Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit der Beine
Relevance of claudication pain distance in patients with peripheral arterial occlusive disease

U. Müller-Bühl1, I. Kirchberger2 and A. Wiesemann1

Department of General Medicine, University of Heidelberg1
QUALI-team, Research & Consulting in Health and Social Sciences, Augsburg2, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Bestimmung der schmerzfreien und maximalen Gehstrecke gehört zum Routineprogamm der angiologischen Untersuchung eines Patienten mit AVK. Unklarheiten bestehen darüber, welchem der beiden Parameter mehr Krankheitsrelevanz zukommt.
Patienten und Methoden: Bei 150 Patienten mit einer stabilen Claudicatio intermittens wurden die schmerzfreie Gehstrecke (CPD) und maximale Gehstrecke (MPD) auf dem Laufbandergometer bei 3,0 km/h und 12% Steigung ermittelt. Die Ergebnisse wurden mit dem angiographischen Befund, den Dopplerdruckwerten und der subjektiven Lebensqualität (PAVK-86-Fragebogen) verglichen.
Ergebnisse: Die durchschnittliche schmerzfreie Gehstrecke betrug 89 ± 71m, die maximale Gehstrecke 198 ± 141m. Keine Korrelation bestand zwischen beiden Gehstrecken und dem angiographischen Atherosklerose-Score. Mit dem Dopplerdruck und Knöchel/ Arm-Index des klaudikationsführenden Beines korrelierte nur die MPD (r = 0.16, p < 0.05 bzw. r = 0.20, p < 0.01). Sowohl die CPD als auch MPD hatten einen signifikanten Einfluß auf die Lebensqualität der Patienten (CPD: r = ­0.41, p < 0.001; MPD: r = ­0.47, p < 0.001). In der multiplen Regressionsanalyse erwies sich für die krankheitsrelevanten Lebensqualitätsdimensionen Schmerz, Beschwerden und funktioneller Status die MPD neben dem Body-mass-Index als stärkster Prädiktor.
Schlußfolgerungen: Die maximale Gehstrecke korreliert besser als die schmerzfreie Gehstrecke mit objektiven und subjektiven Bewertungskriterien der AVK. Ihr kommt daher in Hinblick auf Krankheitsstadium und Lebensqualität der Patienten eine größere Bedeutung zu. Dieser Tatsache sollte im klinischen Alltag und bei der Durchführung klinischer Studien mehr Beachtung geschenkt werden

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 25­ 29, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Determination of both the pain-free and the maximum walking distances is part of a routine program in the angiological examination of patients with PAOD. It is however as yet not clear which of these two parameters is more relevant in determing a patient's pathological condition.
Patients and methods: In 150 patients with stable intermittent claudication, the claudication pain distance (CPD) and the maximum pain distance (MPD) were determined on a treadmill at 3,0 km/h and 12% inclination. The results were compared with the angiographic findings, the Doppler pressure values and the subjective quality of life (PAVK-86-Questionnaire).
Results: The average pain-free walking distance was 89 ± 71m, and the maximum walking distance was 198 ± 141 m. There was no correlation between both walking distances and the angiographic extent of PAOD. Only the MPD correlated with the ankle systolic Doppler pressure and the ankle/brachial pressure index of the claudicating leg (r = 0.16, p < 0.05 and r = 0.20, p < 0.01). Both the CPD and the MDP had a significant influence on the life quality of the patients (CPD: r = ­0.41, p < 0.001; MPD: r = ­0.47, p < 0.001). In the multiple regression analysis, beside the body mass index, the MPD was found to be the greatest predictor for the pathologically relevant quality of life dimensions pain, complaints and functional status.
Conclusions: The maximum walking distance correlated in a better way than pain-free walking distance with the objective and subjective assessment criteria of PAOD. Therefore, as regards the stage of the disease and the life quality of the patient, this parameter has a greater importance. This fact deserves to receive greater attention in everyday clinical practice and when conducting clinical trials

Key words

Peripheral arterial occlusive disease, walking distance, quality of life, intermittent claudication

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 25­ 29, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Das rupturierte infrarenale Aortenaneurysma ­ eine kritische Analyse
Ruptured infrarenal aortic aneurysm ­ a critical evaluation

Th. Bürger, F. Meyer, J. Tautenhahn and Z. Halloul

Klinik für Chirurgie, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Magdeburg, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Es erfolgt eine kritische Darstellung des prästationären und stationären Managements von Patienten mit einem rupturierten infrarenalen Aortenaneurysma und ein Vergleich der eigenen Behandlungsergebnisse mit denen anderer Autoren.
Patienten und Methodik: Berichtet wird über 52 Patienten, die mit einem rupturierten infrarenalen Aortenaneurysma (Altersdurchschnitt: 70,3 Jahre; Rang: 56­89 Jahre; SD 7,8) zwischen Januar 1993 und März 1998 stationär aufgenommen wurden. Retrospektiv wurden Einsatzprotokolle, Epikrisen und Verlaufsdaten ausgewertet. Der APACHE II Score wurde bei Einlieferung und am 5. postoperativen Tag ermittelt.
Ergebnisse: Der Beginn der klinischen Erstsymptomatik lag bei 37 Patienten (71%) mehr als fünf Stunden zurück. 38 Patienten (73%) wiesen zum Aufnahmezeitpunkt Zeichen einer Schocksymptomatik auf. Als erster differentialdiagnostischer Schritt erfolgte in 81% eine abdominelle Sonographie. Der häufigste Perforationsort war linksseitig retroperitoneal (87%). Als intraoperative Komplikationen traten bei vier Patienten ein akutes Linksherzversagen sowie zweimal ein Herzstillstand auf. Wesentliche Komplikationen entwickelten sich bei 34 Patienten, wobei insgesamt 19 Patienten (36,5%) verstarben. Der APACHE II Score konnte bei 35 Patienten erfaßt werden. Hier zeigte sich eine Sterbewahrscheinlichkeit bei fünf Patienten von über 40%, während sie für 17 Patienten unter 30% lag. Alle Patienten (n = 7), die am fünften Tag ein prognostisches Letalitätsrisiko von über 75% hatten, überlebten nicht.
Zusammenfassung: Die Indikation zur Operation eines rupturierten Aortenaneurysmas ist abolut. Die Ergebnisse werden erheblich durch das prästationäre und anästhesiologische Management beeinflußt. Mit Hilfe des APACHE II Scores können die Behandlungsergebnisse eines polymorphen Krankengutes im Vergleich bewertet und eine Einschätzung des möglichen Endergebnisses der Therapie abgeleitet werden

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 30­33, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: Objective evaluation of the management of patients with ruptured infrarenal aortic aneurysm in emergency situations has been described rarely.
Patients and methods: Fifty-two consecutive patients with ruptured infrarenal aortic aneurysm (mean age, 70.3 years; range, 56­89 years; SD 7.8) were admitted between January 1993 and March 1998. Emergency protocols, final reports, and follow-up data were analyzed retrospectively. APACHE II scores at admission and fifth postoperative day were assessed.
Results: The time between the appearance of first symptoms and the referral of patients to the hospital was more than 5 hours in 37 patients (71%). Thirty-eight patients (71%) had signs of shock at time of admission. Ultrasound was performed in 81% of patients as the first diagnostic procedure. The most frequent site of aortic rupture was the left retroperitoneum (87%). Intraoperatively, acute left ventricular failure occurred in four patients, and cardiac arrest in two others. The postoperative course was complicated significantly in 34 patients. The overall mortality rate was 36.5% (n = 19). In 35 patients, APACHE II score was assessed, showing a probability of death of more than 40% in five patients and lower than 30% in 17 others. No patient showing probability of death of above 75% at the fifth postoperative day survived (n = 7).
Conclusions: Ruptured aortic aneurysm demands surgical intervention. Clinical outcome is also influenced by preclinical and anesthetic management. The severity of disease as well as the patient's prognosis can be approximated using APACHE II score. Treatment results of heterogenous patient groups can be compared

Key words

Aortic aneurysm, APACHE II score, aortic rupture, perioperative management, aortic rupture surgery, aortic rupture complications

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 30­33, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Die Bedeutung des Flußvolumens sowie des peripheren Abflußwiderstandes für die Frühfunktion von infrainguinalen arteriellen Rekonstruktionen
The importance of graft blood flow and peripheral outflow resistance for early patency in infrainguinal arterial reconstructions

K.D. Wölfle, H. Bruijnen, A. Morski, U. Kugelmann, P. Campbell and H. Loeprecht

Department of Vascular and Thoracic Surgery, Zentralklinikum, Augsburg, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Bedeutung funktioneller Parameter als Determinanten der Bypassoffenheit wird zur Zeit widersprüchlich beurteilt. Aus diesem Grund wurde an unserer Klinik eine prospektive Studie durchgeführt, um die Wertigkeit des Flußvolumens im Bypass sowie der gegenwärtig zur Bestimmung des peripheren Abflußwiderstandes verwendeten Meßverfahren für die frühe (< 30 Tage) Transplantatfunktion zu untersuchen.
Patienten und Methoden: Die Studie umfaßte 101 Revaskularisationen mit infragenualem Transplantatanschluß. Nach Ausschluß technischer Defekte erfolgte zunächst am ausgeklemmten Bypass die Erfassung des totalen Abflußwiderstandes (TOR) nach dem Ohm'schen Gesetz durch Perfusion des Transplantates mit NaCl-Lösung (Flowraten 25, 50, 100 und 150 ml/min vor und nach Gabe von Papaverin) und simultaner Druckregistrierung im Bereich der distalen Anastomose. Daneben wurde nach Freigabe des Blutstromes der totale Blutfluß (TBF) im Bypass elektromagnetisch erfaßt und wiederum mit Hilfe des in der distalen Anastomose abgeleiteten Mitteldruckes der von uns so bezeichnete Flowindex (FI) ebenfalls als Druck-/Flußrelation errechnet. Die Bypassoffenheit nach 30 Tagen wurde duplexsonographisch bestimmt.
Ergebnisse: Keiner der erfaßten funktionellen Parameter ließ eine signifikante Unterscheidung der Graftfunktion nach 30 Tagen zu: Die bei jedem Patienten zusammengefaßten TOR-Werte ergaben dabei im Mittel 722,5 (SD = 310) bei den offenen gebliebenen bzw. 735,9 (SD = 228,1) mPRU bei den verschlossenen Bypasses (T-Wert = 0,1681; n.s.). Die entsprechenden Werte betrugen jeweils für den TBF 176,8 (SD = 94,2) bzw. 196,4 (SD = 93,6) ml/min (T-Wert = 0,7342; n.s.) sowie für den FI 0,53 (SD = 0,34) bzw. 0,45 (SD = 0,25) PRU (T-Wert = 0,8905; n.s.). In einer multivariaten Analyse erwiesen sich lediglich die Bypasslänge sowie die Notwendigkeit intraoperativer Korrekturen als signifikante Determinanten der Bypassfrühfunktion (R2 adjusted = 0,46; p = 0,006).
Zusammenfassung: Nach den Ergebnissen der vorliegenden Studie erlaubt weder die Bestimmung des Flußvolumens im Bypass noch die derzeit geübte Erfassung des peripheren Abflußwiderstandes eine Unterscheidung der frühen (< 30 Tage) Transplantatfunktion

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 34­41, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Background: At present, the importance of functional parameters as determinants for graft patency is under debate. Therefore, in our institution a prospective study was undertaken to evaluate the influence of graft blood flow as well as the currently applied methods for outflow resistance measurement on early (< 30 days) graft outcome.
Patient and methods: 101 arterial revascularisations with infrageniculate graft insertion were entered into this study. After having verified the morphological integrity of the reconstruction, during temporary inflow occlusion total outflow resistance (TOR) was determined as a pressure/flow relationship by perfusion of the graft with saline (flow rates 25, 50, 100, 150 ml/min before and after papaverine) while simultaneously recording pressure generated at the distal anastomosis. In addition, after restoration of blood flow, flow index (FI) was calculated in an analogous way from the TBF through the graft and the respective mean distal anastomotic pressure. Graft patency at 30 days was determined by Duplex ultrasound.
Results: Functional parameters were found to be unable to differentiate between patent and failed reconstructions during the 30 day period: The mean TORaveraged values amounted to 722.5 (SD = 310) in patent and 735.9 (SD = 228,1 ) mPRU in occluded bypasses (T-value = 0.1681; n.s.). The corresponding figures were 176.8 (SD = 94.2) and 196.4 (SD = 93.6) ml/min for TBF (T-value = 0.7342; n.s.) and were 0.53 (SD = 0.34) and 0.45 (SD = 0.25 ) PRU for FI (T-value = 0.8905; n.s.). Using multiple logistic regression analysis functional parameters showed no influence on graft patency while graft length and the necessity for intraoperative graft modification emerged to be significant determinants of early graft outcome (R2 adjusted = 0.46; p = 0.006).
Conclusion: The results of our study suggest that neither blood flow nor the presently used methods to assess outflow resistance are relevant prognostic factors for early (< 30 days) graft performance

Key words

Femorodistal arterial reconstructions, outflow resistance, electromagnetic flowmetry, early graft patency

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 34­41, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Behandlung einer aortobifemoralen Protheseninfektion durch Rekonstruktion mit kryokonservierten homologen Arterien aus der European Homograft Bank
Aortobifemoral prosthetic infection treated by cryopreserved arterial homografts of the European Homograft Bank

A. Schroeder, S. Meierling, G. Riepe, S. Braun and H. Imig

Abteilung für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Allgemeines Krankenhaus Harburg, Hamburg, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Nach Ausbau einer infizierten aortobifemoralen Dacron Prothese 9 Jahre nach Implantation und bilateralem axillofemoralem Dacron-Bypass kam es zur erneuten Infektion der extraanatomischen Bypassprothesen. Eine neue aortobifemorale Rekonstruktion wurde mit kryokonservierten homologen Arterien, die von der European Homograft Bank in Brüsssel geliefert wurden, vorgenommen, und beide axillofemoralen Prothesen wurden entfernt. 3 Jahre später sind Zeichen einer Infektion und degenerative Veränderungen der homologen Transplantate nicht erkennbar

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 42­45, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

The excision of an infected aortobifemoral Dacron graft 9 years after implantation and bilateral axillofemoral Dacron bypass reconstruction led to reinfection of the extra-anatomic bypass grafts. A new aorto-bifemoral reconstruction was performed using cryopreserved homografts delivered by the European Homograft Bank in Brussels and both axillo-femoral prostheses were removed. No signs of infection and no alterations of the homografts can be detected 3 years later.

Key words

Arterial prosthesis, arterial infection, cryopreserved homograft, homograft bank

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 42­45, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Spontan reversible frühe Restenose nach perkutaner transluminaler Angioplastie
Spontaneous reversibility of early reobstruction following percutaneous transluminal angioplasty

A.J. Leu1, Th. Pfammatter2, E. Schneider, M. Enzler3, D. Leung2 and U. Hoffmann1

Division of Angiology, Department of Internal Medicine1; Department of Radiology2 and Department of Surgery3, University Hospital, Zurich, Switzerland

(Summary)

Zusammenfassung

Frühverschluß und späte Restenose nach perkutaner transluminaler Angioplastie (PTA) sind wohlbekannte Probleme. Wir berichten über ein bisher in der Literatur nicht beschriebenes Phänomen bei zwei Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit nach PTA von Stenosen der A. iliaca communis bzw. A. femoralis superficialis. Beide Patienten wiesen ein gutes initiales postinterventionelles Resultat auf. Innert zwei Tagen kam es jedoch zu einer symptomatischen Restenose, welche nichtinvasiv dokumentiert werden konnte. Diese Restenose war innert Tagen spontan reversibel. Der mögliche Pathomechanismus wird diskutiert.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 46­49, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Early reocclusion and late restenosis are well-known problems after percutaneous transluminal angioplasty (PTA). We report here on a phenomenon not described so far in two patients with peripheral arterial occlusive disease who had PTA of the common iliac and the superficial femoral artery, respectively. Both had a good hemodynamic and clinical initial result. However, within two days after PTA symptomatic reobstruction occurred documented by noninvasive measurements. Noteworthy, this reobstruction was spontaneously reversible within days. The possible pathomechanism is discussed.

Key words

Percutaneous transluminal angioplasty, restenosis, reobstruction, intramural hematoma

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 46­49, Seite 240­243, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Symptomatisches Bauchaortenaneurysma und linksseitige infrarenale Vena cava
Symptomatic abdominal aortic aneurysm and left sided infrarenal vena cava

W. Lindemann1, G. Schüder1, S. Frick2 und P. Walter1

Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Abdominal und Gefäßchirurgie, Universitätskliniken des Saarlandes Homburg / Saar1, Caritasklinik St. Theresia Saarbrücken2

(Summary)

Zusammenfassung

Die Koinzidenz eines abdominellen Aortenaneurysmas mit einer anatomischen Variante der Vena cava inferior ist eine zwar seltene, für den Chirurgen jedoch bedeutsame Konstellation. Durch den Einsatz verschiedener bildgebender Verfahren und einer angepaßten Operationstechnik kann das Operationsrisiko minimiert werden.
Am Beispiel eines eigenen Falles wird die operative Therapie eines symptomatischen Aortenaneurysmas bei linksseitiger infrarenaler Vena cava geschildert und die Bedeutung der präoperativen Diagnostik und des operationstaktischen Vorgehens diskutiert.h.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 50­52, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

Coincidence of an abdominal aortic aneurysm and abnormalities of the inferior vena cava is a rare condition but has significance for surgical therapy. By the preoperative use of various imaging techniques and adapted surgical procedure the risk of the operation is decreasing to a minimal level.
A case of symptomatic abdominal aneurysm and leftsided infrarenal vena cava is presented and the importance of preoperative examinations and operative strategy is discussed.

Key words

Aortic aneurysm, vena cava abnormalities

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 50­52, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Plazierung eines Pulmonaliskatheters über eine bis dahin unbekannte persistierende Vena cava superior sinistra
Placement of a pulmonary artery catheter via a previously unrecognized persistent left superior vena cava

B. Stoiser, F. Vorbeck, J. Kofler, G. J. Locker and H. Burgmann

Departments of Medicine and Radiology, University of Vienna, Austria

(Summary)

Zusammenfassung

Dieser Fallbericht beschreibt einen Patienten mit

einer persistierenden linken Vena subclavia superior, die erst durch die Schwierigkeiten beim Plazieren eines Pulmonaliskatheters entdeckt wurde. Das Thoraxröntgen zur Kontrolle der korrekten Lage in wedge Position zeigte den Verlauf des Katheters in einer vermutlich persistierenden Vena cava superior. Da diese Abnormität zu schwerwiegenden klinischen Komplikationen führen kann, sollte bei allen problematischen zentralvenösen Zugängen an diese Möglichkeit gedacht werden.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 53­54, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

This case report describes a patient with persistent left superior vena cava (LSVC) as discovered by difficult placement of a pulmonary artery catheter via the left subclavian vein. After positioning in wedge position, chest x-ray showed a catheter route suggestive of persistent LSVC. Since this abnormality may yield potential clinical complications, this possibility should be considered in every difficult central venous access.

Key words

Left superior vena cava, pulmonary artery catheter

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 53­54, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Intraabdomineller pulsierender Tumor nach endovaskulärer Behandlung eines infrarenalen Aortenaneurysmas
Abdominal pulsatile tumor after endovascular abdominal aortic aneurysm repair

M. Lachat1, Th. Pfammatter2, U. Moehrlen1, P. Hilfiker2, S. P. Hoerstrup1 and M. I. Turina1

Department of Cardiovascular Surgery1, Institute of Radiology2, University Hospital, Zurich, Switzerland

(Summary)

Zusammenfassung

Bei einem 70jährigen Patienten wurde ein Bauchaortenaneurysma mit einer Y-endoaortalen Prothese problemlos und erfolgreich saniert. 3 Monate später, anlässlich einer urologischen Untersuchung wegen Dysurie wurde ein pulsatiler abdomineller Tumor festgestellt. Bei Verdacht auf symptomatische Endoleckage wurde der Patient unserer chirurgischen Notfallstation zugewiesen. Das durchgeführte CT und die MR-Angiographie zeigten ein tadelloses postoperatives Resultat ohne Nachweis einer Endoleckage. Der Patient wurde demzufolge medikamentös behandelt und ist bis zum heutigen Zeitpunkt beschwerdefrei.
Im Gegensatz zur chirurgischen Sanierung bleibt bei der minimal-invasiven Technik das Aneurysma in situ belassen. Demzufolge kann auch postoperativ eine pulsatile abdominelle Masse tastbar sein: ein Befund, dessen klinische Bedeutung unklar ist und radiologisch abgeklärt werden sollte. Die MR-Angiographie hat diesbezüglich gegenüber den CT zwei Vorteile: kein nephrotoxisches Kontrastmittel und weniger Metall-induzierte Artefakte. Bei nachgewiesener fehlender Reperfusion des Aneurysmas dürfte es sich am ehesten um eine mitgeteilte Pulsation handeln.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 55­57, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

A 70 years old patient was successfully treated for infrarenal aortic aneurysm by an endovascular bifurcated prosthesis. Three months later, because of dysuria, he underwent urological examination revealing an abdominal pulsatile tumor. Thereafter, the patient was sent to our emergency ward with suspected symptomatical endoleak. Radiological screening by computer tomography and magnetic resonance angiography showed good post-operative results without endoleak. Patient was treated with antispasmodic medication and is doing well today.
Because endovascular repair of aortic aneurysm, in contrast to an open approach, does not eliminate the aneurysm itself, post-operative abdominal palpation can be ambigous. Magnetic resonance angiography ­ without the need of nephrotoxic contrast medium ­ compares favourabely to CT and provides excellent pictures with less artefacts for post-operative screening of endoleak. If reperfusion can be excluded, pulsation is due to the transmission of the blood-pressure wave to the thrombosed aneurysm.

Key words

Endovascular grafting, abdominal aortic aneurysm, post-operative pulsatile tumor

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 55­57, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Andreas Grüntzigs Ballon-Katheter zur Angioplastie von peripheren Arterien (PTA) ist 25 Jahre alt
Andreas Grüntzig's balloon catheter for angioplasty of peripheral arteries (PTA) is 25 years old

F. A. Spengel1, P. Lehert2 and S. Dietze3

Klinik Feldafing1, Feldafing, Germany, Statistical Department, University of Mons2, FUCAM, Belgium Sciencia3, München, Germany

(Summary)

Zusammenfassung

Medizinhistorische Abhandlung über die angiologische und radiologische Zeit des Pioniers in Kathetertherapie an der Zürcher Universitätsklinik (1969­1975). Zunächst entdeckte Grüntzig, daß sich die Relaxationsphase des Achillessehnenreflexes während des Klaudikationsschmerzes signifikant verlängert. Auch in der klinischen Evaluation der damals neuen Doppler-Ultraschalltechnik wirkte er maßgeblich mit.
Nach einem Aufenthalt in der Aggertalklinik, wo er bei Eberhard Zeitler die Originaltechnik von Charles Dotter erlernte, führte er die Behandlungsmethode in Zürich ein. Parallel dazu bastelte er auf dem Küchentisch mit seiner Frau Michaela und dem Ehepaar Walter und Maria Schlumpf einen neuen, rigiden, wurstförmig aufblasbaren Katheter aus Polyvinylchlorid, den er erstmals am 12. Februar 1974 bei einem 67jährigen Patienten mit einer Claudicatio intermittens aufgrund einer subtotalen Stenose der A. femoralis superficialis erfolgreich einsetzte. Am 23. Januar 1975 gelangte der erste doppellumige Ballon-Katheter zum praktischen Einsatz in einer Iliakalarterie. Diese Version, die bald durch die Firmen Cook und Schneider kommerziell hergestellt wurde, entwickelte Grüntzig zum bekannten Koronar-Katheter weiter.
Andreas Grüntzig zeichnete sich nicht nur durch bahnbrechende Innovationen und technisches Geschick aus, sondern zusätzlich durch vorbildliche Information der Patienten, durch prospektive Langzeitkontrollen, deren Ergebnisse nach 15 Jahren bei 242 eigenen Patienten kurz zusammengefaßt werden, durch die Errichtung einer Schule von Schweizer Kathetertherapeuten (Felix Mahler, Ernst Schneider, Bernhard Meier und viele andere im Ausland) sowie die Organisation von weltweit beachteten Demonstrationen.
Seine kardiologische Laufbahn, sein Wirken in Atlanta Georgia, USA, und sein frühzeitiger tragischer Tod bei einem Flugzeugunglück werden kurz gestreift.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 58­64, © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

History of Andreas Grüntzig's time spent in Angiology and Radiology of the Zürich University Hospital (1969­1975). First, the pioneer of catheter therapy discovered that the Achilles tendon reflex is significantly prolongued during claudication pain. Furthermore, he participated actively in the clinical evaluation of Doppler ultrasound.
After a stay in the Aggertalklinik (Engelskirchen near Köln, Germany), where he learnt Charles Dotter's original procedure with Eberhard Zeitler, he introduced catheter therapy of peripheral arteries in Zürich. In the same period he developed a new, rigid, sausage-shaped balloon catheter (polyvinylchloride), manufactered the device on his kitchen table together with his wife Michaela, Maria and Walter Schlumpf, and used it first on February 12, 1974 in a patient with intermittent claudication due to subtotal stenosis of the superficial femoral artery. The first successful dilatation of an iliac artery stenosis by his double-lumen catheter, which was modified later on into the famous coronary catheter, followed on January 23, 1975. Soon, the innovative catheter became commercially available (Cook and Schneider Companies).
Andreas Grüntzig not only excelled in pioneering novel techniques, but also in patient care, in a prospective follow-up study of his own 242 patients lasting 15 years (results summarized in this article), in the teaching of Swiss scholars like Felix Mahler, Ernst Schneider and Bernhard Meier and many more in the world, and in organizing life demonstrations for large numbers of participants. His career in Cardiology, his work in Atlanta Georgia, USA, and his early tragic death in an airplane accident are briefly mentioned.

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 58­64, © Verlag Hans Huber AG, Bern


Der distale femoro-popliteale Bypass unter Verwendung der Esmarchschen Blutleere. Ist die Gewichtung der Methode ausreichend? Ein opponierender Kommentar

H. Rimpler, J. Heyne und M. Bartel

Klinische Abteilung für Gefäßchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie, Wien

VASA, Band 28, 1999, Heft 1, Seite 65­66, © Verlag Hans Huber AG, Bern


wwwadmin@hanshuber.com, 17. Februar 1999