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Zeitschrift für Gerontopsychologie und -psychiatrie Nr. 4, 1998


Bedingungen der Erhaltung und Förderung von Selbständigkeit im höheren Lebensalter (SIMA) – Teil IX: Studiendesign, Stichprobenentwicklung und Methoden der Verlaufsanalyse
Maintaining and Supporting Independent Living in Old Age (SIMA) – Part IX: Study Design, Longitudinal Description of Sample and Methods for the Longitudinal Analysis of Long-Term Training Effects

R. Rupprecht, W.D. Oswald & B. Hagen

Institut für Psychogerontologie, Universität Erlangen

(Summary)

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit beinhaltet neben der Beschreibung von Studienzielen, Design und Stichprobenentwicklung vor allem eine Diskussion der Methoden zur Analyse der Trainingseffekte im Längsschnitt. Zwischen 1991 und 1996 wurden die langfristigen Effekte der SIMA-Trainings auf die Teilnehmer bei dem Vergleich der Treatmentgruppen und der Kontrollgruppe vorrangig mit einem nonparametrischen Globaltest für den Gesamtzeitraum überprüft. Die Auswertung erfolgte mit der Stichprobe jeweils aller zu einem Zeitpunkt untersuchten Teilnehmer und mit der Stichprobe der bis 1996 verbliebenen Teilnehmer. Die Konstrukte setzen sich aus den aggregierten z- Werten einzelner klinischer und psychometrischer Testverfahren zusammen. Darüber hinaus wird beschrieben, wie über Hausbesuche und Telefoninterviews bzw. Telefoninterviews mit Angehörigen Verstorbener die für die Studie relevanten Informationen bei Teilnehmern erhoben werden, die nicht mehr vollständig untersucht wurden.

Summary

The main focus of this publication lays on the discussion of methods for the analysis of long-term treatment effects. Additionally the goals and the design of the SIMA-study as well as the development of the sample are described. From 1991 until 1996 the long-term effects of the SIMA training programs were analysed predominantly testing the global differences between each treatment group and the control group. Data analysis was based on data from the decreasing sample and on data from the constant sample of participants who still took part in the examinations in 1996. Constructs were based on aggregated z- scores of clinical and psychometric test procedures. Furthermore strategies are described to obtain basic information from those participants who could not participate in the complete psychometric and medical test program. For this purpose interviews by phone, home visits and interviews with relatives were used.

Keywords

Hohes Alter, Längsschnittstudie, Langzeittrainingseffekte, Globaleffekte, Varianzanalyse, Effektstärke

Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie 1998; 4; 190-201; Hans Huber AG, Bern


Bedingungen der Erhaltung und Förderung von Selbständigkeit im höheren Lebensalter (SIMA) – Teil X: Verlaufsanalyse des kognitiven Status
Maintaining and Supporting Independent Living in Old Age (SIMA) – Part X: Longitudinal Analysis of Long-Term Training Effects on the Cognitive Status

W.D. Oswald, B. Hagen & R. Rupprecht

Institut für Psychogerontologie, Universität Erlangen

(Summary)

Zusammenfassung

Zwischen 1991 und 1996 wurden die langfristigen Effekte der SIMA-Trainings auf den kognitiven Status der Teilnehmer im Alter zwischen 75 und 93 Jahren (mittleres Alter 79.5 Jahre) untersucht. Der kognitive Status wurde aus insgesamt 20 einzelnen Testergebnissen aggregiert. Die Auswertung erfolgte mit der Stichprobe jeweils aller zu einem Zeitpunkt untersuchten Teilnehmer und mit der Stichprobe der 1996 verbliebenen Teilnehmer. Ferner wurden geschlechtsspezifische Unterschiede analysiert. Es zeigte sich, daß sowohl das einfache Gedächtnistraining, vor allem aber das kombinierte Gedächtnis- und Psychomotoriktraining hochsignifikante langfristige Effekte erbrachte, die in der letztgenannten Trainingsgruppe auch vier Jahre nach Trainingsende nachweisbar waren. Gegenüber den Ausgangswerten erreichte die Gedächtnis- und Psychomotorikgruppe noch 1996 um 0.39 z höhere Werte im kognitiven Status (Effektstärke d+ = 0.75), während die Teilnehmer in der Kontrollgruppe wieder auf ihrem Ausgangsniveau lagen. Die Auswertung mit den unterschiedlichen Stichproben erbrachte analoge Ergebnisse. Geschlechtsspezifische Treatmenteffekte konnten nicht nachgewiesen werden. Die Befunde werden mit den in der Literatur genannten langfristigen Effekten von Gedächtnistrainings mit älteren Teilnehmern verglichen.

Summary

From 1991 until 1996 the long-term effects of the SIMA training programs were analysed on the cognitive status of the participants aged 75 to 93 years (mean age 79.5 years). Cognitive status was evaluated by aggregating 20 different test scores. Data analysis was based on data from the decreasing sample and on data from the constant sample of participants who still took part in the examinations in 1996. Furthermore gender specific differences were analysed. The single memory training program and the combined memory and psychomotor training program resulted in significant long-term effects. For the combined memory and psychomotor training program these effects could be demonstrated even four years after finishing the training program. Compared to baseline values the cognitive status of the memory and psychomotor group was 0.39 z- values higher even in 1996 (effect size d+ = 0.75). Participants of the control group reached baseline values. Data analysis based on the different samples showed similar results. Gender specific treatment effects were not demonstrated. Results are compared with long-term effects of memory training programs in old age published in the literature.

Keywords

Hohes Alter, Kognitiver Status, Kombiniertes Gedächtnis- und Psychomotoriktraining, Langzeittrainingseffekte

Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie 1998; 4; 202-221; Hans Huber AG, Bern


Bedingungen der Erhaltung und Förderung von Selbständigkeit im höheren Lebensalter (SIMA) – Teil XI: Verlaufsanalyse des psychopathologischen Status
Maintaining and Supporting Independent Living in Old Age (SIMA) – Part XI: Longitudinal Analysis of Long-Term Training Effects on the Psychopathological Status

K.C. Steinwachs, W.D. Oswald, B. Hagen & R. Rupprecht

Institut für Psychogerontologie, Universität Erlangen

(Summary)

Zusammenfassung

Als ein Teil der SIMA-Studie wurden die Veränderungen im psychopathologischen Status der Teilnehmer untersucht. Der psychopathologische Status wurde über eine Reihe von Skalen (SCAG, SDS, BPRS) erhoben. Die Verlaufsanalyse erbrachte den Nachweis langfristiger Effekte eines kombinierten Gedächtnis- und Psychomotoriktrainings. Im Gegensatz zu den im Beobachtungszeitraum zwischen 1991 und 1996 sinkenden oder stagnierenden Werten der Kontrollgruppe erreichte die Gruppe mit Gedächtnis- und Psychomotoriktraining Werte, die durchschnittlich um 0.5 z- Werte über denen der Kontrollgruppe lagen. Dieses Trainingsprogramm erwies sich dabei auch in anderen Bereichen wie dem kognitiven Status und der Selbständigkeit als effektiv. Für die übrigen einfachen und ein kombiniertes Kompetenz- und Psychomotoriktraining konnten diese Effekte nicht bestätigt werden. Somit konnten langfristige Effekte eines speziellen Trainingansatzes auch auf einer psychopathologisch-phänomenologischen Ebene bei hochbetagten Teilnehmern nachgewiesen werden.

Summary

Being part of the SIMA study changes of the participants’ psychopathological status were examined. Psychopathological status was evaluated by a set of scales (SCAG, SDS, BPRS). Longitudinal analysis statistically confirmed long-term effects of a combined memory and psychomotor training program. In contrast to the control groups’ decreasing or stagnating test scores which were observed between 1991 and 1996 the memory and psychomotor training group showed higher scores. There was an average difference between both groups of approximately 0.5 z- scores. Memory and psychomotor training was successful too in increasing the participants’ cognitive status and independent living. Similar long-term effects were not confirmed for one of the other simple training programs or the combined competence and psychomotor training program. Hence long-term effects of a special training program were demonstrated on a psychopathological and phenomenological level of the aged participants’ performance.

Keywords

Hohes Alter, Psychopathologischer Status, Kombiniertes Gedächtnis- und Psychomotoriktraining, Langzeittrainingseffekte

Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie 1998; 4; 222-239; Hans Huber AG, Bern


Bedingungen der Erhaltung und Förderung von Selbständigkeit im höheren Lebensalter (SIMA) – Teil XII: Verlaufsanalyse der Selbständigkeit und der Alltagsbewältigung
Maintaining and Supporting Independent Living in Old Age (SIMA) – Part XII: Longitudinal Analysis of Long-Term Training Effects on Independent Living and Coping with Everyday Problems

B. Hagen, W.D. Oswald & R. Rupprecht

Institut für Psychogerontologie, Universität Erlangen

(Summary)

Zusammenfassung

Zwischen 1991 und 1996 wurden die langfristigen Effekte der SIMA-Trainings auf die Selbständigkeit und die Alltagsbewältigung der Teilnehmer untersucht. Während in der Kontrollgruppe die Selbständigkeit und die Alltagsbewältigung stagnierten oder leicht zurückgingen, konnte in den Gruppen mit einem kombinierten Training der Kompetenz und Psychomotorik bzw. des Gedächtnisses und der Psychomotorik langfristig eine stabile Aufrechterhaltung der Selbständigkeit und der Alltagsbewältigung nachgewiesen werden. Das auf eine Erhöhung der Selbständigkeit und Alltagsbewältigung hin konzipierte Kompetenztraining hatte langfristig keine bedeutsamen Verhaltensänderungen zur Folge. Dagegen erhöhte sich vor allem bei den Teilnehmern des kombinierten Gedächtnis- und Psychomotoriktrainings die Aktivität, mit der alltagsrelevante Gedächtnisprobleme gelöst wurden, was auch die günstigen Ergebnisse im kognitiven Status dieser Gruppe erklärt. Die durch dieses Kombinationstraining insgesamt erhöhte geistige und körperliche Aktivierung der Teilnehmer wird ebenfalls als günstig im Hinblick auf neurophysiologische Defizite des höheren Lebensalters betrachtet.

Summary

From 1991 until 1996 the long-term effects of the SIMA training programs were analysed on the participants’ independent living and coping with everyday problems. In both variables participants of the control group showed an invariable or slightly decreased performance. A steady long-term maintenance of independent living and coping with everyday problems was observed among the participants of the combined competence and psychomotor training or the memory and psychomotor training. The single competence training program, which was especially designed to improve independent living and coping with everyday problems, did not cause any long-term effects. On the contrary there was a higher amount of activity in coping with everyday memory problems among the participants of the combined memory and psychomotor training. Maybe this explains also the positive cognitive status which was observed in the combined memory and psychomotor training group. A training program which leads to an increased mental and physical activity of the participants should be also beneficial with regard to neurophysiological deficits in old age.

Keywords

Hohes Alter, Selbständigkeit, Alltagsbewältigung, Kompetenztraining, Kombiniertes Gedächtnis- und Psychomotoriktraining, Langzeittrainingseffekte

Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie 1998; 4; 240-256; Hans Huber AG, Bern


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