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Contents/Inhalt |
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B. Müller, S. Herpertz, N. Heussen, A.
Neudörfl, Ch. Wewetzer, H. Remschmidt, B. Herpertz-Dahlmann Persönlichkeitsstörungen und psychiatrische Morbidität im Verlauf der adoleszenten Anorexia nervosa Ergebnisse einer prospektiven 10-Jahres-Katamnese Personality Disorders and Psychiatric Morbidity over the Course of Juvenile anorexia nervosa: Results of a Prospective 10-year Catamnesis |
Zusammenfassung Summary |
| Ch.M. Freitag, K. Lenz und U. Lehmkuhl Psychosoziale Belastung und ihre Bedeutung für Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen aus migrierten und deutschen Familien Psychosocial Stress and Its Impact upon Conspicuous Behavior in German and Migrant Adolescents/Adolescents from Migrant and German Families |
Zusammenfassung Summary |
| U. Rüth, J. Mayer-Rosa, D. Schlamp und
F. J. Freisleder Tourette-Syndrom und Antidepressiva-Therapie: Exazerbation einer Ticstörung unter Paroxetin Tourette's Syndrome and Antidepressant Therapy: Exacerbation of Nervous Tics by Paroxetine |
Zusammenfassung Summary |
| N. Barth, M. Riegels, J. Hebebrand und H.
Remschmidt Das «zyklische Erbrechen» im Kindes- und Jugendalter «Cyclical Vomiting Syndrome» in Childhood and Adolescence |
Zusammenfassung Summary |
| H. Remschmidt, K. Hennighausen, H.-W. Clement,
P. Heiser und E. Schulz Referenztabellen zur Abbildung von ICD-10 Diagnosen im DSM-IV Tables of Reference for the Representation of ICD-10 Diagnoses in DSM-IV |
Zusammenfassung Summary |
Zusammenfassungen / Summaries
Zusammenfassung
Fragestellung: Es war das Ziel der vorliegenden prospektiven
Studie, den Verlauf der Essstörungssymptomatik und die psychiatrische
(Ko-)Morbidität einschließlich der Persönlichkeitsstörungen
bei jugendlichen Patienten, die die DSM-III-R-Kriterien für
Anorexia nervosa erfüllten, in regelmäßigen Zeitabständen
zu untersuchen. Zehn Jahre nach Entlassung konnten alle 39 Patienten
(100%) sowie eine in Bezug auf Alter, Geschlecht und beruflichen
Status parallelisierte Kontrollgruppe persönlich nachuntersucht
werden.
Methodik: Zur Erfassung der Essstörungssymptomatik wurde
das Standardisierte Interview für Anorexia und Bulimia nervosa
verwandt, das Composite International Diagnostic Interview für
die Diagnostik der psychiatrischen (Ko-)Morbidität und das
Strukturierte Klinische Interview für Persönlichkeitsstörungen.
Ergebnisse: Im Vergleich zu der Kontrollgruppe litten zum Nachuntersuchungszeitpunkt
signifikant mehr Patienten an einer psychiatrischen Störung,
vorwiegend an einer Angststörung, affektiven Erkrankung oder
Drogen- bzw. Alkoholabusus. Bei annähernd einem Viertel der
Patienten wurden Persönlichkeitsstörungen, vorwiegend
aus dem ängstlich-vermeidenden Formenkreis des DSM-III-R
diagnostiziert.
Schlussfolgerungen: Unsere Befunde weisen darauf hin, dass die
Anorexia nervosa keine auf die Pubertät beschränkte,
entwicklungsbedingte Erkrankung ist, sondern sowohl im Querschnitt
als auch im Längsschnitt mit anderen psychiatrischen Erkrankungen
assoziiert ist.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Anorexia nervosa, Adoleszenz, Psychiatrische Komorbidität, Persönlichkeitsstörungen
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The aim of the current prospective study was to examine at regular intervals the course of the eating disorder symptoms and the psychiatric (co-) morbidity including personality disorders among juvenile patients who fulfilled the DSM-III-R criteria for anorexia nervosa. Ten years after release from hospital all 39 patients (100%), as well as a control group parallelized for age, gender and occupational status were personally followed-up. Symptoms of eating disorders were documented by means of the Standardized Interview for Anorexia and Bulimia nervosa (SIAB, Fichter et al., 1991), the Composite International Diagnostic Interview (WHO, 1990) was applied to diagnose psychiatric (co-) morbidity, and the Structured Clinical Interview (SKID-II, Spitzer et al., 1993) to assess personality disorders. Compared to the control group, at the time of follow-up a significantly greater number of patients were suffering from a psychiatric disorder, primarily an anxiety disorder, an affective disorder or from drug, respectively alcohol abuse. Personality disorders, chiefly anxious-avoidant types on the DSM-III-R were diagnosed among almost one-fourth of the patients. Our findings indicate that anorexia nervosa is not a developmental disorder limited to puberty but a disorder associated both cross-sectionally as well as longitudinally with other psychiatric disorders.
Key words
Eating disorders, anorexia nervosa, adolescence, psychiatric co-morbidity, personality disorders
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Fragestellung: Vergleich familiärer, sozioökonomischer
und kultureller Faktoren bei Jugendlichen aus deutschen und migrierten
Familien; Untersuchung von Risikofaktoren für Verhaltensauffälligkeiten
bei den Jugendlichen.
Methodik: 224 Abiturient/innen an Schulen des Berliner Bezirkes
Kreuzberg beantworteten drei Fragebögen zu Lebensumständen,
psychosozialer Belastung und Verhaltensauffälligkeiten.
Ergebnisse: Die Lebensumstände der Jugendlichen aus migrierten
Familien zeichneten sich im Vergleich zu den deutschen durch die
sozioökonomische Benachteiligung, vor allem der türkischen
Familien aus, aber auch durch höhere familiäre Stabilität.
Daneben zeigten sich kulturelle Unterschiede. Risikofaktoren im
Zusammenhang mit den Verhaltensauffälligkeiten waren neben
familiären und sozioökonomischen Faktoren vor allem
chronische Erkrankung und Verfolgung und Diskriminierung, wobei
chronische Erkrankungen signifikant am häufigsten bei den
deutschen, Verfolgung und Diskriminierung signifikant am häufigsten
bei den türkischen Jugendlichen vorkamen. Kulturelle Unterschiede
stellten keine Risiken für die Verhaltensauffälligkeit
dar.
Schlüsselwörter
Migrierte Familien, Untersuchungen von Risikofaktoren, Verhaltensauffälligkeiten, kulturelle Unterschiede
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Objectives: Comparison of the familial, socio-economic and
cultural factors among adolescents from German and migrant families;
analysis of the risk factors for conspicuous behavior among the
adolescents.
Methods: 224 graduates of secondary schools in the Kreuzberg district
of Berlin replied to three questionnaires on living situations,
psychosocial stress and conspicuous behavior.
Results: The living situation of the adolescents from migrant,
above all Turkish families as compared to their German counterparts,
is characterized by psychosocial disadvantage, but also by a greater
stability within the family. Cultural differences are also noted.
Risk factors in conjunction with conspicuous behavior included
in addition to familial and socioeconomic factors, above all chronic
illness, and persecution and discrimination, whereby chronic illnesses
were most significantly frequent among the German, while persecution
and discrimination were most significantly frequent among the
Turkish adolescents. Cultural differences posed no risks for conspicuous
behavior.
Key words
Migrant families, studies of risk factors, conspicuous behavior, cultural differences
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Als eine mögliche Nebenwirkung selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wird die Exazerbation einer mit Tiaprid behandelten Ticstörung bei einem 12-jährigen Jungen unter Verordnung von Paroxetin wegen eines depressiven Syndroms beschrieben. Als ursächliche Faktoren sind hierbei zu diskutieren eine cholinerge Restaktivität von Paroxetin, die beobachtbare Antriebssteigerung unter Paroxetin, metabolische Eigenschaften sowie die Proteinbindung. Auf die Problematik der Nebenwirkungen selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie der Komorbidität und Komedikation bei Ticstörungen und Tourette-Syndrom wird hingewiesen.
Schlüsselwörter
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, SSRI, Paroxetin, Ticstörung, Tourette-Syndrom, Nebenwirkungen
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
One possible side effect of selective serotonin re-uptake inhibitors (SSRI) is the exacerbation of nervous tics in a 12-year-old boy treated with tiapride following prescription of paroxetine for a depressive syndrome. Potential causal factors include residual cholinergic activity of paroxetine, the observably increased drive under paroxetine, metabolic properties, and protein binding. The problem of side effects under selective serotonin re-uptake inhibitors, as well as the issues of co-morbidity and co-medication in the treatment of nervous tics and Tourette's Synrome are discussed.
Key words
Selective serotonin re-uptake inhibitors, SSRI, paroxetine, tic disorder, Tourette's Syndrome, side effects
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Anhand eines Fallbeispiels eines 5,5 Jahre alten Kindes wird das Krankheitsbild des «zyklischen Erbrechens» vorgestellt. Kernsymptom dieser rezidivierenden Störung ist ein aus völligem Wohlbefinden heraus schwer zu beeinflussendes Erbrechen, welches in regelmäßigen Zyklen auftritt. Die Symptomatik, die Differentialdiagnose und die Therapie dieser hauptsächlich im Kindesalter auftretenden Erkrankung wird dargestellt. Ätiologisch wird die enge Verwandtschaft zur kindlichen Migräne diskutiert. Wir diskutieren kritisch die Diagnose «psychogenes Erbrechen», die in Deutschland häufig für Störungsbilder herangezogen wird, die dem zyklischen Erbrechen ähnlich sind.
Schlüsselwörter
Zyklisches Erbrechen, kindliche Migräne, psychogenes Erbrechen
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
The clinical picture of the «cyclical vomiting syndrome» is discussed in the case of a 51/2-year-old child. The core symptom of this recurrent disorder is vomiting that occurs in regular cycles and while the patient is in a state of complete well-being, and which is hard to influence. The symptoms, the differential diagnosis, and the therapy of this disorder, which occurs primarily in childhood, are discussed along with the close etiological relationship to infantile migraine. The diagnosis of «psychogenic vomiting» is addressed critically, since it is frequently applied in Germany to disorder pictures that are similar to cyclical vomiting.
Key words
Cyclical vomiting, core symptom, infantile migraine, psychogenic vomiting
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Zusammenfassung
Ausgehend von den Klinischen Beschreibungen und diagnostischen Leitlinien der ICD-10 wird für die psychischen Störungen eine Referenztabelle zum DSM-IV vorgelegt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbildern. Größeren inhaltlichen Differenzen in der Operationalisierung einzelner Störungsbilder wird durch entsprechende Anmerkungen Rechnung getragen. Die Tabelle kann jedoch lediglich einen Hinweis auf die zu ICD-10 korrespondierenden DSM-IV Diagnosen geben, die zur größeren diagnostischen Sicherheit im Einzelfall anhand der diagnostischen Kriterien überprüft werden sollten. Vorangestellt sind einige theoretische Überlegungen zum Vergleich der beiden Klassifikationssysteme, die beispielhaft an ausgewählten Störungsbildern illustriert werden.
Schlüsselwörter
Diagnostische Leitlinien, ICD-10, Referenztabelle, DSM-IV, diagnostische Sicherheit, diagnostische Kriterien
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern
Proceeding from the Clinical Descriptions and Diagnostic Guidelines of the ICD-10, a table of reference to DSM-IV is presented for mental disorders. Emphasis is placed upon childhood and adolescent mental disorder pictures. Allowance is made in the corresponding notes for greater content differences in the operationalization of individual disorder pictures. However, the table can only serve as a pointer to diagnoses in DSM-IV that correspond to those in ICD-10. In the interests of greater diagnostic security, these should be checked in individual cases against the diagnostic criteria. In the forefront certain theoretical considerations with regard to the comparison of the two classification systems are illustrated by means of selected disorder pictures.
Key words
Diagnostics criteria, ICD-10, DSM-IV, cross-system comparison
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 28, 2000, Heft 2, © 2000 Verlag Hans Huber Bern