Verlag Hans Huber


Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Nr. 2, 2001

Contents/Inhalt

G. Nummer und I. Seiffge-Krenke
Können Unterschiede in Stresswahrnehmung und -bewältigung Geschlechtsunterschiede in der depressiven Symptombelastung bei Jugendlichen erklären?
Can differences in recognition of and coping with stress explain gender differences in depressive symptoms of adolescents?
Zuammenfassung
Summary
B. Gasteiger Klicpera und C. Klicpera
Viktimisierung durch Gleichaltrige als Entwicklungsrisiko
Victimization by peers as a developmental risk factor
Zusammenfassung
Summary
G. Schulte-Körne, W. Deimel und H. Remschmidt
Zur Diagnostik der Lese-Rechtschreibstörung
On the diagnostics of dyslexia
Zusammenfassung
Summary
S. Walitza, U. Schulze und A. Warnke
Unterschiede zwischen jugendlichen Patientinnen mit Anorexia und Bulimia nervosa im Hinblick auf psychologische und psychosoziale Merkmale
Differences between female patients with anorexia nervosa and bulimia nervosa in respect to psychological and psychosocial features
Zusammenfassung
Summary
K. Becker und M.H. Schmidt
«Es hätte mich nichts davon abhalten können, Gott und die Welt nicht!» - Kasuistik einer 14-jährigen Imitationssuizidentin
«There was nothing which could stop me!» Case report of an imitation suicide by a 14-yearold girl
Zusammenfassung
Summary
K. Reitzle, A. Warnke, C. Wewetzer und H. Müller
Agranulozytose bei einem Kind mit Schizophrenie unter Clozapintherapie - klinisches Bild und Therapie, eine Kasuistik
Agranulocytosis in a schizophrenic child receiving clozapine therapy - clinical picture and therapy, a case report
Zusammenfassung
Summary



Zusammenfassungen / Summaries



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Originalarbeiten

Können Unterschiede in Stresswahrnehmung und -bewältigung Geschlechtsunterschiede in der depressiven Symptombelastung bei Jugendlichen erklären?
Can differences in recognition of and coping with stress explain gender differences in depressive symptoms of adolescents?

G. Nummer und I. Seiffge-Krenke

Psychologisches Institut, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke)


(Summary)

Zusammenfassung

Die vorliegende Längsschnittstudie untersucht den differentiellen Beitrag von Belastung, Bewältigung und sozialen Beziehungen zur Erklärung depressiver Symptombelastung im Jugendalter. 101 weibliche und 89 männliche Jugendliche nahmen an vier jährlichen Erhebungswellen teil, in denen depressive Symptome, Alltagsbelastungen, Konflikte mit Eltern und Freunden, der Copingstil sowie das Selbstkonzept untersucht wurden. Im Alter von 14 Jahren wurden bei weiblichen im Vergleich zu männlichen Jugendlichen ein höheres Ausmaß an Alltagsstressoren, mehr Konflikte in der Beziehung zur Mutter sowie mehr vermeidendes Coping festgestellt; männliche Jugendliche wiesen zu allen Messzeitpunkten weniger depressive Symptome und ein positiveres Selbstkonzept auf. Regressionsanalysen ergaben, dass depressive Symptombelastung bei weiblichen Jugendlichen in der späten Adoleszenz konsistent durch alltägliche Belastungen und vermeidendes Coping in der frühen und mittleren Adoleszenz vorhergesagt werden konnte. Bei männlichen Jugendlichen hingegen trug lediglich das Ausmaß an Konflikten in der Beziehung zu Freunden in der frühen Adoleszenz zur Erklärung der depressiven Symptombelastung in der späten Adoleszenz bei.

Schlüsselwörter

Depressive Symptome, Stress, Coping, Geschlechtsunterschiede

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern

Summary

A four-year longitudinal study explored the different contribution of low self-esteem, different types of stressors, conflict in close relationships and avoidant coping to the explanation of depressive symptomatology in adolescents. One hundred and ninety adolescents, 101 females and 89 males, participated in four annual assessments using diverse instruments. ANOVAs repeated measurements revealed a higher stress level, more conflicts with mothers and more avoidant coping in females as compared to males at the age of 14 years. Males showed fewer depressive symptoms and higher positive self-esteem at all times. Multiple regression analysis revealed that stress and avoidant coping in early and mid-adolescence explained a significant proportion of depressive symptoms among females in late adolescence. Among males, only the level of conflicts with friends in early adolescence contributed to their level of depressive outcome in late adolescence.

Key words

Depressive symptoms, stress, avoidant coping, gender differences

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern


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Viktimisierung durch Gleichaltrige als Entwicklungsrisiko
Victimization by peers as a developmental risk factor

B. Gasteiger Klicpera und C. Klicpera

Arbeitsgruppe für klinische Psychologie des Instituts für Psychologie der Universität Wien (Leitung: Prof. Dr. I. Kryspin-Exner)

(Summary)

Zusammenfassung

Das Phänomen der Viktimisierung unter Schülern ist in den letzten Jahren immer stärker in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. In der vorliegenden Übersicht werden aktuelle Forschungsergebnisse zu diesem neuen Thema zusammengetragen. Von Viktimisierung betroffen sind etwa 10% der Schüler, die regelmäßig von einem oder mehreren ihrer Mitschüler verbal oder physisch attackiert werden. Die Ursachen sind sowohl im sozialen Kontext zu suchen als auch in einem individuellen Mangel an sozialen Fähigkeiten, aber auch in den sozial-kognitiven Attributionsmustern der Kinder. Als weiterer wichtiger Risikofaktor ist die Eltern-Kind-Beziehung zu betrachten. Die Stabilität der Viktimisierung ist relativ hoch. Kurzfristige Folgen bestehen in einer negativen Stimmung und einem geringeren Selbstbewusstsein, längerfristig fühlen sich die Kinder zudem oft einsam, hilflos und traurig. Neuere Untersuchungen belegen einen Zusammenhang zwischen Viktimisierung und der Entwicklung von depressiven Verstimmungen. Als protektive Faktoren wirken sowohl eine bestimmte Nonchalance in konkreten Situationen, aber vor allem der Schutz durch wenigstens einen guten Freund. Therapeutische Folgerungen sollten sowohl auf der individuellen als auch der Klassenebene gezogen werden. Für die Kinder selbst wäre ein Training in bestimmten Bereichen sozialer Kompetenz hilfreich, wichtig wäre aber auch die Beratung der Eltern, und schließlich die Beratung der Lehrer, damit die Dynamik in der Klasse unterbrochen werden kann. Für die Forschung wäre es notwendig, auch über diese Form der Viktimisierung bei klinischen Stichproben Näheres zu erfahren.

Schlüsselwörter

Viktimisierung, depressive Störungen, soziale Kompetenz, Aggression

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern

Summary

The phenomenon of victimization in the peer group has received considerable attention in recent years. This review examines the current state of research in this area. About 10% of all students are affected by peer victimization and are repeatedly verbally or physically attacked by one or more of their fellow students. The causes are to be sought in the social context as well as in individual deficits in social skills, but also in the social-cognitive attributional patterns of the children. The parent-child relationship is another important risk factor. The stability of victimization is relatively high. Its short-term consequences consist of a negative mood and low self-esteem. In the long-term children feel lonely, helpless and sad. Recent research underscores a connection between victimization and the development of depressive disorders. Protective factors are composure in conflict situations, and especially the availability of at least one good friend. Therapeutic interventions are to be considered at the individual level as well as at the level of the classroom unit. Training in certain areas of social competence would be helpful for the children, but consultation for their parents and teachers is important in order to interrupt certain group dynamic processes in the classroom. Future research should address the topic of peer victimization in clinical samples.

Key words

Victimization, depressive disorders, social competence, aggression

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern


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Zur Diagnostik der Lese-Rechtschreibstörung
On the diagnostics of dyslexia

G. Schulte-Körne, W. Deimel und H. Remschmidt

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Philipps-Universität Marburg
(Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Dr. H. Remschmidt)

(Summary)

Zusammenfassung

Das ICD-10 fordert für die klinische Diagnose der Lese-Rechtschreibstörung die Verwendung von Tabellen, die die Korrelation von Rechtschreibung bzw. Lesen und Intelligenz berücksichtigen (Regressionsmodell). Im vorliegenden Beitrag werden die Konsequenzen für die Interpretation psychometrischer Tests zur Diagnostik der Lese-Rechtschreibstörung erörtert. Außerdem wird eine Tabelle vorgestellt, mit Hilfe derer diagnostische Entscheidungen unter Berücksichtigung des Regressionsmodells getroffen werden können. Darüber hinaus wird eine Abschätzung der zu erwartenden Prävalenz auf Grund einer Computer-Simulation mitgeteilt.

Schlüsselwörter

Lese-Rechtschreibstörung, Diagnostik, Regression, psychometrische Tests

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern

Summary

The ICD-10 calls for the use of tables that account for the correlation between intelligence and spelling or reading, respectively (regression model) in the diagnosis of dyslexia. In this paper we discuss the consequences that arise from this recommendation with respect to the interpretation of psychometric tests. In addition, a table is presented that contains the data required to make diagnostic decisions based on the regression model. Furthermore, an expected prevalence rate was calculated using randomized computer data.

Key words

Dyslexia, diagnostics, regression model, psychometric tests

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern


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Unterschiede zwischen jugendlichen Patientinnen mit Anorexia und Bulimia nervosa im Hinblick auf psychologische und psychosoziale Merkmale
Differences between female patients with anorexia nervosa and bulimia nervosa in respect to psychological and psychosocial features

S. Walitza, U. Schulze und A. Warnke

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Direktor: Prof. Dr. med. A. Warnke)

(Summary)

Zusammenfassung

Fragestellung: Die Studie widmet sich der Frage, inwieweit sich jugendliche Patientinnen mit Anorexia und Bulimia nervosa in psychologischen Merkmalen und Lebensverhältnissen unterscheiden.
Methode: Die Krankengeschichten von 140 Patientinnen (110 mit Anorexia nervosa und 30 mit Bulimia nervosa), die in den Jahren 1982 bis 1992 in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Würzburg stationär behandelt wurden, wurden im Rahmen einer retrospektiven Studie ausgewertet. Alle Patientinnen erfüllen die Kriterien nach ICD-10 für Anorexia- oder Bulimia nervosa. Daten aus der Basis-Dokumentation und aus der multiaxialen Klassifikation (MAS) wurden herangezogen, standardisierte Verfahren wie der Anis-32, MMPI, BDI, HAWIK-R und HAWIE kamen zur Auswertung.
Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede zwischen den beiden Stichproben. Das häufigste Alter bei erster stationärer Aufnahme war bei anorektischen Patientinnen 14,5 und bei bulimischen Patientinnen 16,5 Jahre. Die störungsspezifischen Symptome betreffend unterschieden sich die beiden Stichproben hinsichtlich ihres Essverhaltens im Faktor Bulimie des Anis-32. Beim Vergleich der Persönlichkeitsmerkmale beschrieben sich die anorektischen Patientinnen im MMPI weniger psychopathisch als die Bulimia nervosa Patientinnen. Im BDI war die depressive Symptomatik bei Anorexia nervosa als klinisch relevant einzustufen. Andere Charakteristika der anorektischen Patientinnen waren ein überdurchschnittlicher IQ, Überfürsorglichkeit innerhalb der familiären Beziehungen, vermehrte Trennungsängste und Kontaktstörungen in der Schule. Im Vergleich dazu zeigten die bulimischen Patientinnen häufiger Leistungs- und Disziplinierungsschwierigkeiten in der Schule, innerhalb der Familie wurde das Kontaktverhalten und die Kommunikation beeinträchtigter als bei Familien anorektischer Patientinnen erlebt.

Schlüsselwörter

Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, psychologische Merkmale, psychosoziale Merkmale, Jugendliche

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Objectives: We present a retrospective study of 140 patients (110 with anorexia nervosa, 30 with bulimia nervosa), hospitalized between 1982­1992 at the Department of Child and Adolescent Psychiatry at the University of Wuerzburg, Germany.
Methods: All patients met the ICD-10 criteria for anorexia nervosa or bulimia nervosa. We collected data from basic documentation and the multiaxial classification (MAS), using a variety of standard instruments such as Anis 32, MMPI, BDI, HAWIK-R and HAWIE.
Results: Our findings show significant differences between the two populations. At the time of their first admission anorectic patients were somewhat younger than their bulimic counterparts (14.5 years vs. 16.5 years, respectively). With regard to the typical symptoms of either disorder, the two populations differ in their eating behavior on the factor bulimia described by Anis-32. A comparison of personality features reveals that anorectic patients scored lower than bulimic patients on the MMPI scales, especially on psychopathology, but higher on depression in the BDI. Other characteristics of anorectic patients include a higher-than-average IQ, more enmeshment and overprotectiveness in family relations, more separation anxiety and insufficient communication skills at school. By contrast, bulimic patients demonstrated poorer scholastic performance and more discipline problems at school, while communication among family members was impaired.

Key words

Anorexia nervosa, bulimia nervosa, psychological features, psychosocial features, adolescents

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern


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Kasuistik

«Es hätte mich nichts davon abhalten können, Gott und die Welt nicht!» - Kasuistik
einer 14-jährigen Imitationssuizidentin
«There was nothing which could stop me!» Case report of an imitation suicide by a 14-yearold girl

K. Becker und M.H. Schmidt

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Dr. M.H. Schmidt)

(Summary)

Zusammenfassung

Wir berichten über eine 14-jährige Patientin, die fünf Tage nach dem Eisenbahnsuizid
ihres neu erworbenen Freundes den Suizid als Problemlösemechanismus bei vorher nicht vorhandener Suizidalität imitierte und dessen Methode kopierte. Theorien zu Ursachen von Suizidalität im Allgemeinen und in der Adoleszenz im Besonderen werden diskutiert.

Schlüsselwörter

Suizidalität, Imitationssuizid, Adoleszenz, Kasuistik, Krise, Werther-Effekt

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern

Summary

We present the case of a 14-yearold girl who imitated the railway suicide of her boyfriend as a problem-solving strategy. Theories about the etiology of suicide behavior, particularly among vulnerable adolescents, are discussed.

Key words

Suicide, imitation, adolescent, case report, crisis, Werther effect

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern


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Agranulozytose bei einem Kind mit Schizophrenie unter Clozapintherapie - klinisches Bild und Therapie, eine Kasuistik
Agranulocytosis in a schizophrenic child receiving clozapine therapy - clinical picture and therapy, a case report

K. Reitzle1, A. Warnke1, C. Wewetzer1 und H. Müller2

1 Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
(Direktor: Prof. Dr. A. Warnke)
2 Kinderklinik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Direktor: Prof. Dr. Ch. Speer)

(Summary)

Zusammenfassung

Fragestellung: Clozapin ist aufgrund des 1- bis 3%igen Risikos medikamentös induzierter Agranulozytose besonderen Verordnungsrichtlinien unterworfen. Bislang gibt es keine Falldarstellung, dass unter der Behandlung einer Schizophrenie im Kindesalter unter Clozapintherapie eine Agranulozytose auftrat. Die kasuistische Darstellung widmet sich der Frage, wie das klinische Bild sich darstellen kann und welche Behandlungsschritte zu ergreifen sind.
Methodik: Dargelegt wird die Kasuistik eines bei Behandlungsbeginn 12-jährigen Kindes mit schizophrener Psychose. Beschrieben wird die psychotische Symptomatik vor Behandlungsbeginn und im Behandlungsverlauf. Dargelegt werden die notwendigen diagnostischen Schritte zur Feststellung der Agranulozytose und die einzelnen Schritte zur Therapie.
Schlussfolgerung: Unter Clozapinmedikation kann auch beim Kind mit schizophrener Psychose eine Agranulozytose ausgelöst werden. So sind auch im Kindesalter die von der Herstellerfirma vorgegebenen Kontrolluntersuchungen unbedingt einzuhalten. Eine Agranulozytose kann auch erst nach 15 Wochen der Clozapinmedikation auftreten. Die Behandlung mit granulozytenstimulierendem Faktor unterstützt entscheidend Erholung und Normalisierung des Blutbildes.

Schlüsselwörter

Clozapintherapie, Agranulozytose, kindliche Schizophrenie, Kasuistik

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001 Verlag Hans Huber Bern

Summary

Objectives: The indication of clozapine therapy is governed by special guidelines due to a 1%­3 % risk of clozapine-induced agranulocytosis. Up to now there has never been a report of such a case in a child with schizophrenia. The case report presented here is concerned with the clinical features and the treatment of clozapine-induced agranulocytosis in childhood schizophrenia.
Methods: It deals with the treatment of a 12-yearold boy with a schizophrenic psychosis. The psychotic symptoms before treatment and during inpatient treatment are described. The procedures for the diagnosis and treatment of the clozapine-induced agranulocytosis are presented.
Results: Clozapine medication may induce agranulocytosis in the treatment of a child with a schizophrenic psychosis. The highly specific guidelines governing its use must be followed as well in the treatment of very early onset schizophrenia. An agranulocytosis may result following 15 weeks of clozapine medication. The treatment with granulocyte colony-stimulating factor seems to support normalization of the blood picture.

Key words

Clozapine treatment, clozapine-induced agranulocytosis, childhood schizophrenia, case report

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 29, 2001, Heft 2, © 2001Verlag Hans Huber Bern


wwwadmin@HansHuber.com, 12. April 2001