Originalarbeiten / Original communications
W. v. Suchodoletz, Ch. Höfler: Stellenwert des Heidelberger Sprachentwicklungstests (HSET) in der Diagnostik von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen / The usefulness of the Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET) in diagnosing children with developmental language disorders 4
Aus Klinik und Praxis / From Clinic and Practice
H. Stegat: Apparative Verhaltenstherapie bei zwei enuretischen eineiigen Zwillingspaaren / Behavior therapy of enuresis with a conditioning apparatus in two sets of identical twins 12
Übersichtsarbeiten / Review Article
A. v. Gontard, G. Lehmkuhl: Pharmakotherapie der Enuresis / Pharmacotherapy of enuresis 18
W. Retz, J. Kornhuber, P. Riederer: Neurotransmitter und die Ontogenese des zentralen Nervensystems des Menschen / Neurotransmitters and the ontogeny of the human central nervous system 34
A. Brink: Sexueller Mißbrauch und Eßstörungen - Mögliche Zusammenhänge und Konsequenzen / Sexual abuse and eating disorders: Possible relationships and implications for diagnosis and treatment 44
Originalarbeiten
Institut und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Direktor: Prof. Dr. J. Martinius)
Eine operationalisierte Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen erfordert die quantitative Erfassung sprachlicher Leistungen. In der vorliegenden Studie überprüften wir die klinische Validität des Heidelberger Sprachentwicklungstests zur Bewertung von Defiziten in der Sprachproduktion. Bei 92 Kindern mit Sprachstörungen wurde der Grad des Dysgrammatismus logopädisch eingeschätzt und mit dem HSET und zum Teil zusätzlich mit dem Agrammatismus-Prüfverfahren nach Remmler beurteilt. Außerdem wurde die non-verbale und verbale Intelligenz bestimmt. Die Ergebnisse im HSET weisen deutliche Beziehungen zur verbalen, aber nur geringe zur non-verbalen Intelligenz auf. Damit bestätigt sich, daß der HSET Bereiche erfaßt, die von der allgemeinen geistigen Leistungsfähigkeit des Kindes weitgehend unabhängig sind. Die klinische und psychometrische Beurteilung der expressiven Sprachfertigkeiten der Kinder korrelieren untereinander nur mäßig. Am aussagefähigsten ist der Untertest "Imitation grammatischer Strukturformen". Der HSET-Gesamtwert und der Summenwerte der Subtests, die die Sprachproduktion betreffen, liegen auch bei hochgradig dysgrammatisch sprechenden Kindern nur selten außerhalb der doppelten Standardabweichung. Eine ausreichend sichere Falldefinition aufgrund des Untersuchungsbefundes im HSET ist somit nicht möglich. Eine psychometrische Beurteilung der Sprache mit Hilfe des HSET kann wertvolle Hinweise auf das Profil der jeweiligen Störung geben, nicht aber die klinische Beurteilung zur diagnostischen Zuordnung nach der ICD-10 ersetzen.
Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET), Sprachentwicklungsstörung, Psychometrische Diagnostik
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 24, 1995, Heft 1, S. 4-11 © Verlag Hans Huber, Bern
Summary
The usefulness of the Heidelberger Sprachentwick-lungstest (HSET) in diagnosing children with developmental language disorders. Diagnosis of developmental speech and language disorders in accordance with the ICD-10 is to be based on the psychometric assessment of speech and language performance. In the present study the clinical validity of the Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET) for diagnosing expressive language disorders was assessed by comparing HSET subtest results for 92 children aged 4 to 10 years who had various speech and language disorders with the children's scores on another language test, a cognitive test and clinical findings. The HSET scores differed considerably from the clinical ratings of the severity of the language disturbance. The correlations between the HSET scores and the score on the other language test was also low. Although the correlations of the HSET scores with the performance IQ was low, the correlations with the verbal IQ were high. The implications of these findings for the use of the HSET in diagnosing children with language impairments are discussed.
Keywords
Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET), developmental speech and language disorders, psychometrics
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 24, 1995, Heft 1, S. 4-11 © Verlag Hans Huber, Bern
Aus Klinik und Praxis
Zwei enuretische eineiige Zwillingspaare wurden mit der Apparativen Verhaltenstherapie behandelt. Die erstaunlichen Übereinstimmungen in den Behandlungsverläufen werden dargestellt und besprochen.
Schlüsselwörter
Enuresis, eineiige Zwillinge, Apparative Verhaltenstherapie
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 24, 1995, Heft 1, S. 12-17 © Verlag Hans Huber, Bern
Behavior therapy of enuresis with a conditioning apparatus in two sets of indentical twins. Two sets of identical twins with enuresis were treated with behavior therapy involving a conditioning apparatus. The surprising similarities in the course and outcome are described and discussed.
Keywords
behavior therapy, conditioning apparatus, identical twins, enuresis
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 24, 1995, Heft 1, S. 12-17 © Verlag Hans Huber, Bern
Übersichtsarbeiten
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
des Kindes- und Jugendalters der
Universität zu Köln (Direktor: Univ.-Professor Dr. G.
Lehmkuhl)
Stichwörter
Enuresis, Idiopathische Dranginkontinenz, Pharmakotherapie, Desmopressin, Imipramin, Trizyklische Antidepressiva, Oxybutinin
Keywords
enuresis, idiopathic urge incontinence, pharmacotherapy, desmopressin, imipramine, tricyclic antidepressants oxybutynin
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 24, 1995, Heft 1, S. 18-33 © Verlag Hans Huber, Bern
Psychiatrische Klinik und Poliklinik der Julius-Maximilians-Universität
Würzburg
(Direktor: Prof. Dr. H. Beckmann)
Stichwörter
Biochemische Ontogenese, hirnentwicklung, urotransmitter, naptogenese, exzitatorischeAminosäuren
Keywords
biochemical ontogeny, ain development, urotransmitters, naptogenesis, citatory amino acids
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 24, 1995, Heft 1, S. 34-43 © Verlag Hans Huber, Bern
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Dr. M. Schmidt)
Stichwörter
Sexueller Mißbrauch, Eßstörungen, orexia nervosa, sikofaktoren, rperschemastörung, rsönlichkeitsstörung
Keywords
sexual abuse ,eating disorders, anorexia nervosa, risk factors, body image disorder, personality disorder
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 24, 1995, Heft 1, S. 44.51 © Verlag Hans Huber, Bern