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Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Nr. 1, 1996


Originalarbeiten / Original communications

Stellenwert des Heidelberger Sprachentwicklungstests (HSET) in der Diagnostik von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen
The usefulness of the Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET) in diagnosing children with developmental language disorders

W. v. Suchodoletz und Ch. Höfler

Institut und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Direktor: Prof. Dr. J. Martinius)

(Summary)

Zusammenfassung

Eine operationalisierte Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen erfordert die quantitative Erfassung sprachlicher Leistungen. In der vorliegenden Studie überprüften wir die klinische Validität des Heidelberger Sprachentwicklungstests zur Bewertung von Defiziten in der Sprachproduktion. Bei 92 Kindern mit Sprachstörungen wurde der Grad des Dysgrammatismus logopädisch eingeschätzt und mit dem HSET und zum Teil zusätzlich mit dem Agrammatismus-Prüfverfahren nach Remmler beurteilt. Außerdem wurde die non-verbale und verbale Intelligenz bestimmt. Die Ergebnisse im HSET weisen deutliche Beziehungen zur verbalen, aber nur geringe zur non-verbalen Intelligenz auf. Damit bestätigt sich, daß der HSET Bereiche erfaßt, die von der allgemeinen geistigen Leistungsfähigkeit des Kindes weitgehend unabhängig sind. Die klinische und psychometrische Beurteilung der expressiven Sprachfertigkeiten der Kinder korrelieren untereinander nur mäßig. Am aussagefähigsten ist der Untertest «Imitation grammatischer Strukturformen». Der HSET-Gesamtwert und der Summenwerte der Subtests, die die Sprachproduktion betreffen, liegen auch bei hochgradig dysgrammatisch sprechenden Kindern nur selten außerhalb der doppelten Standardabweichung. Eine ausreichend sichere Falldefinition aufgrund des Untersuchungsbefundes im HSET ist somit nicht möglich. Eine psychometrische Beurteilung der Sprache mit Hilfe des HSET kann wertvolle Hinweise auf das Profil der jeweiligen Störung geben, nicht aber die klinische Beurteilung zur diagnostischen Zuordnung nach der ICD-10 ersetzen.

Schlüsselwörter

Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET) - Sprachentwicklungsstörung - Psychometrische Diagnostik

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 24, 1996, Heft 1, Seite 4-11 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Diagnosis of developmental speech and language disorders in accordance with the ICD-10 is to be based on the psychometric assessment of speech and language performance. In the present study the clinical validity of the Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET) for diagnosing expressive language disorders was assessed by comparing HSET subtest results for 92 children aged 4 to 10 years who had various speech and language disorders with the children's scores on another language test, a cognitive test and clinical findings. The HSET scores differed considerably from the clinical ratings of the severity of the language disturbance. The correlations between the HSET scores and the score on the other language test was also low. Although the correlations of the HSET scores with the performance IQ was low, the correlations with the verbal IQ were high. The implications of these findings for the use of the HSET in diagnosing children with language impairments are discussed.

Keywords

Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET) - developmental speech and language disorders - psychometrics

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 24, 1996, Heft 1, Seite 4-11 © Verlag Hans Huber, Bern


Aus Klinik und Praxis / From Clinic and Practice

Apparative Verhaltenstherapie bei zwei enuretischen eineiigen Zwillingspaaren
Behavior therapy of enuresis with a conditioning apparatus in two sets of indentical twins

H. Stegat

(Summary)

Zusammenfassung

Zwei enuretische eineiige Zwillingspaare wurden mit der Apparativen Verhaltenstherapie behandelt. Die erstaunlichen Übereinstimmungen in den Behandlungsverläufen werden dargestellt und besprochen.

Schlüsselwörter

Enuresis - eineiige Zwillinge - Apparative Verhaltenstherapie

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 24, 1996, Heft 1, Seite 12-17 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Two sets of identical twins with enuresis were treated with behavior therapy involving a conditioning apparatus. The surprising similarities in the course and outcome are described and discussed.

Keywords

behavior therapy - conditioning apparatus - identical twins - enuresis

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 24, 1996, Heft 1, Seite 12-17 © Verlag Hans Huber, Bern


Übersichtsarbeiten / Review Articles

Pharmakotherapie der Enuresis
Pharmacotherapy of enuresis

A. von Gontard, G.Lehmkuhl

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der
Universität zu Köln (Direktor: Univ.-Professor Dr. G. Lehmkuhl)

Schlüsselwörter

Enuresis - Idiopathische Dranginkontinenz - Pharmakotherapie - Desmopressin - Imipramin - Trizyklische Antidepressiva - Oxybutinin

Keywords

enuresis - idiopathic urge incontinence - pharmacotherapy - desmopressin - imipramine - tricyclic antidepressants oxybutynin

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 24, 1996, Heft 1, Seite 18-33 © Verlag Hans Huber, Bern


Neurotransmitter und die Ontogenese des
zentralen Nervensystems des Menschen
Neurotransmitters and the ontogeny of the human central nervous system

W. Retz, J. Kornhuber, P. Riederer

Psychiatrische Klinik und Poliklinik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
(Direktor: Prof. Dr. H. Beckmann)

Schlüsselwörter

Biochemische Ontogenese - hirnentwicklung, urotransmitter - naptogenese - exzitatorischeAminosäuren

Keywords

biochemical ontogeny - ain development - urotransmitters - naptogenesis - citatory amino acids

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 24, 1996, Heft 1, Seite 34-43 © Verlag Hans Huber, Bern


Sexueller Mißbrauch und Eßstörungen - Mögliche Zusammenhänge und Konsequenzen
Sexual abuse and eating disorders: Possible relationships and implications for diagnosis and treatment

A. Brink

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Dr. M. Schmidt)

Schlüsselwörter

Sexueller Mißbrauch - Eßstörungen - orexia nervosa - sikofaktoren - rperschemastörung - rsönlichkeitsstörung

Keywords

sexual abuse - eating disorders - anorexia nervosa - risk factors - body image disorder - personality disorder

Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 24, 1996, Heft 1, Seite 44-51 © Verlag Hans Huber, Bern


wwwadmin@hanshuber.com, 26. Juni 1997