Zusammenfassung
Die folgende Studie stellt Ergebnisse einer 4 1/2jährigen
Längsschnittstudie an 91 diabetischen und 107 gesunden
Jugendlichen dar. Es wurde der Frage nachgegangen, ob chronisch
kranke Jugendliche psychopathologisch auffälliger sind als
gesunde Jugendliche bzw. wie sich diese psychische Belastung
über einen 4 1/2jährigen Zeitraum verändert. Weiterhin
untersuchten wir, ob sich diabetische von gesunden Jugendlichen im
Selbstwerterleben und im Entwicklungsstand unterscheiden.
Die gesunden und die diabetischen Jugendlichen wiesen ein sehr
ähnliches und über die Zeit stabiles Selbstkonzept auf. Die
Entwicklungsverzögerungen, die wir bei den erkrankten
Jugendlichen zum ersten Meßzeitpunkt noch gefunden hatten,
waren im Verlauf von über vier Jahren verschwunden. Allerdings
stellten sich die diabetischen Jugendlichen über den gesamten
Untersuchungsverlauf hinweg als "normaler", d.h. klinisch
unauffälliger dar als die gesunde Vergleichsgruppe. Auch die
erhöhten Werte in der sozialen Erwünschtheit
bestätigen, daß die Verleugnungstendenzen der chronisch
kranken Jugendlichen über die Jahre erhalten geblieben sind.
Schlüsselwörter
Juveniler Diabetes - Psychopathologie - Selbstkonzept - Längsschnittstudie
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 231 - 239, © Verlag Hans Huber AG, Bern
This contribution presents results obtained in a 4 1/2-year
longitudinal study on 91 adolescents with diabetes and 107 healthy
adolescents. We addressed the question of whether chronically ill
adolescents show more psychopathological behaviors than healthy
adolescents, and if so, whether there are changes within a time span
of 4 1/2-years. In addition, we investigated whether adolescents with
diabetes differ from healthy adolescents in their feelings of
self-esteem and in their developmental status.
The self-concept of healthy and diabetic adolescents proved to be
very similar, and stable over time as well. As regards developmental
status, the developmental delays seen in the diabetic subjects at the
beginning of the study had disappeared by the end of the study.
Throughout the study the diabetic adolescents appeared to be more
"normal", showing significantly fewer symptoms of psychopathology
than the healthy control group.
Furthermore, the consistently higher values in social desirability
among the diabetic subjects show that the strong denial in these
subjects was stable over the 4 1/2-year period.
Keywords
insulin-dependent diabetes mellitus - psychopathology - self-concept - longitudinal study
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 231 - 239, © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Abnorme psychosoziale Umstände zeigen zu psychischen Störungen in der Kindheit und im Jugendalter bedeutsame Zusammenhänge. Sie gefährden die psychische Gesundheit und stellen zum Teil verursachende Faktoren für psychiatrische Auffälligkeiten dar. Informationen über die psychosozialen Lebensbedingungen eines Patienten dienen daher als Grundlage für die Planung und Durchführung therapeutischer Maßnahmen. Bis heute ist allerdings die Spezifität der Zusammenhänge zwischen psychosozialen Faktoren und psychischen Störungen unklar geblieben. Deshalb wird hier mit Hilfe eines clusteranalytischen Verfahrens untersucht, ob sich in einer psychiatrischen Stichprobe von Kindern und Jugendlichen Gruppen mit typischen Konfigurationen psychosozialer Belastungsfaktoren finden lassen. Fünf Gruppen werden beschrieben und anhand der externen Variablen Alter, Geschlecht, psychiatrische Diagnose und Intelligenzniveau miteinander verglichen. Es wurden qualitative und quantitative Unterschiede gefunden. Eine der fünf Gruppen ist durch keine oder sehr wenig psychosoziale Belastungsfaktoren gekennzeichnet. Die vorliegenden Konfigurationen der psychosozialen Belastungsfaktoren in den anderen vier Gruppen legen es nahe, davon auszugehen, daß "psychische Störungen bzw. abweichendes Verhalten oder Behinderung eines Elternteils" und "abweichende Elternsituation" Belastungsfaktoren von zentraler Bedeutung sind. Sie treten in jeder Gruppe mit einer spezifischen Kombination weiterer Belastungsfaktoren auf. In der einzigen Gruppe, für die beide zentralen Belastungsfaktoren von Bedeutung sind, treten auch die begleitenden Kategorien, die in den anderen Gruppen jeweils nur einzeln zu beobachten sind, gemeinsam auf.
Schlüsselwörter
abnorme psychosoziale Umstände - Risikofaktoren - psychosoziale Belastungen - Clusteranalyse
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 240 - 252, © Verlag Hans Huber AG, Bern
Abnormal psychosocial situations are strongly associated with psychiatric disorders in children and adolescents. They are significant risk factors, and sometimes play a causative role. Information about such situations can therefore serve as a basis for planning and implementation of therapeutic interventions. Up till now, however, there has been little evidence for the specificity of the relationship between psychosocial factors and psychiatric disorders. Therfore, in the present study cluster analysis was used to group a psychiatric population of children and adolescents by typical configurations of psychosocial stressors, and the subjects in these clusters were then compared with regard to age, gender, psychiatric disorders and level of intelligence. Five clusters were formed, with qualitative and quantitative differences. One cluster consists of cases with various psychiatric disorders but few psychosocial stressors or none at all. In the other four clusters, "parental handicap, mental disorder or deviation" and "anomalous parenting situation" are variables of key importance as one of them occurs in each cluster, together with different cominations of other psychosocial factors. In the one cluster where both of the previously mentioned key variables occur all of the additional factors also occur.
Keywords
abnormal psychosocial situations - risk factors - psychosocial stressors - cluster analysis
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 240 - 252, © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die Beziehungen zwischen Händigkeit und kognitiven Fähigkeiten werden an einer epidemiologischen Stichprobe Jugendlicher und junger Erwachsener im Alter von 16-30 jahren untersucht. Die Arbeit ist als Versuch einer Replikation der Befunde von Annett angelegt, mit denen diese ihre right-shift-theory (RST) stützt, führt aber auch andere als die von Annett verwendeten Händigkeitsmasse mit.-Wie Annett finden wir, dass eine starke Rechtshandüberlegenheit vor allem auf eine schwache linke Handleistung und nicht auf eine starke Rechtshandleistung zurückgeht.-Zwei weitere Voraussagen der RST werden durch unsere Daten nicht bestätigt: Die nichtsprachliche Intelligenz ist in den beiden extremen Gruppen der Handüberlegenheit geringfügig schwächer als in den beiden ausgeglicheneren Gruppen, was aufgrund der Grösse der Stichprobe auch gerade signifikant wird, aber nur 1,9% der Varianz erklärt und bei etwas anderer Gruppenbildung auch nicht mehr nachweisbar ist. Den von der RST postulierten Abfall der nichtsprachlichen Intelligenzleistungen hin zu den extremen Rechtshändern können wir nicht bestätigen - Auch hinsichtlich der Rechtschreibleistung findet sich ein sehr kleiner, aufgrund der Stichprobengrösse wieder gerade signifikanter Effekt der Handüberlegenheitsgruppen auf die Rechtschreibleistung, der allerdings nur 2,4% der Varianz aufklärt. Die Werte im ersten Quartil liegen niedriger als im zweiten und vierten Quartil. Den von der RST erwarteten umgekehrt U-förmigen Verlauf mit signifikant schwächeren Leistungen in den Extremgruppen der Handüberlegenheit findet sich in unseren Daten nicht. Bei multivariater Analyse mit Variablen, die einen wesentlich höheren Varianzanteil erklären (Schulbildung, Nichtverbaler IQ, Geschlecht) verschwindet der kleine Effekt der Handüberlegenheitsgruppen wieder völlig. - Ein schwacher Zusammenhang zwischen Linkshändigkeit und Legasthenie findet sich nur bei strengster Definition der Legasthenie unabhängig von den angewandten Händigkeitsmassen.-Die Bedeutung dieser Befunde für die RST wird diskutiert.
Schlüsselwörter
Händigkeit - epidemiologische Stichprobe - right-shift-theory - Legasthenie
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 253 - 264, © Verlag Hans Huber AG, Bern
The relationship between laterality and cognitive ability was examined in a representative sample of adolescents and young adults between 16 and 30 years of age. The study was designed as a possible replication of Annett’s data supporting her right-schift theory (rst), but included other measures of laterality as well. We found, as Annett did, that strong right-handedness was associated with a weak left hand rather than a strong right hand. However, we could not confirm two other predictions ot the rst with our data: The nonverbal IQ was significantly lower in both extreme groups of handedness than in the two middle groups. Because of the sample size this rather small effect, explaining only 1.9% of the variance, is significant, but it disappears with other kinds of grouping for handedness. We could not find the linear decline in nonverbal IQ from the left to the right extreme of handedness as predicted by the rst. In spelling, too, there was a rather small, but significant effect of handedness, explaining 2.4% of the variance. Spelling in the first (left most) quartile of handedness was worse than in quartiles two and four. The predicted poorer spelling in the extreme groups than in the middle groups (inverted U) was not found in our sample. In multivariate analysis with variables explaining larger proportions of the variance in spelling (education, nonverbal IQ and sex) the small effect of handedness on spelling completely disappeared. A weak relationship between left-handedness and dyslexia was evident only with the strictest definition of dyslexia, regardless of how handedness was defined. The implications of these data for the rst are discussed.
Keywords
handedness - representative sample - right-shift theory - dislexia
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 253 - 264, © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie werden die Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit verschiedener Parameter der Welle P3 überprüft. Hierzu werden bei 21 gesunden Probanden visuell und akustisch evozierte P3-Potentiale im Oddball-Paradigma abgeleitet. Die Untersuchung wird im Abstand von ein bis zwei Wochen wiederholt. Amplitude und Latenz des Gipfels und die Fläche zwischen P3 und Grundlinie werden nach unterschiedlichen Auswertverfahren bestimmt. die Stabilität während einer Ableitung und zwischen den Ableitungen wird anhand der Split-Half-bzw. Retest-Reliabilität errechnet. Bei der Bestimmung der Latenz erweist sich die in der Literatur übliche Computer-Peak-Messung als deutlich unzuverlässiger als die visuelle Auswertung mit Interpolation überlagernder Artefakte. Die Interrater-Reliabilität der visuellen Befundung ist bei Einhaltung fester Regeln recht hoch. Die Amplituden- und Flächenmasse sind sowohl computergestützt als auch visuell ausreichend sicher zu beurteilen. Die Werte für die Fläche sind sowohl innerhalb einer Sitzung als auch über die Zeit weitgehend stabil. Dieser Parameter ist ein geeignetes Mass zur Beurteilung der Stärke der zerebralen Aktivierung und sollte deshalb zur Charakterisierung der P3 mit herangezogen werden. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen für die Beurteilung kognitiver Potentiale abgeleitet. Es wird die Notwendigkeit betont, die Fehlervarianz neurophysiologischer Messmethoden zu kontrollieren. Nur so lässt sich eine Optimierung der Methodik und eine Aussage in der Einzelfalldiagnostik erreichen.
Schlüsselwörter
P2 Welle - Reliabilität - Oddball-Paradigma - Fehlervarianz - Einzelfalldiagnostik
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 265 - 271, © Verlag Hans Huber AG, Bern
Various parameters of the P3 wave were tested for reliability and testretest stability. To this end, event-related P3 waves were evoked in 21 subjects during visual and auditory oddball tasks. The protocol was repeated one to two weeks later. Amplitude, latency and area between P3 and baseline were estimated by different procedures. The stability within and between sessions was assessed with the split-half method and a measure of test-retest reliability, respectively. A literature review revealed that latency estimation is most commonly done by computer-aided peak measurement, but determining peak parameters visually after interpelating superimposed artifacts turned out to be significantly more reliable. Interrater reliability for this visual inspection was very high if preestablished rules were employed. Amplitude and area were measured reliably by both computer-aided procedures and visual inspection. The area was quite stable both within and between sessions. Area can serve as a measure of cerebral activation and should therfore be determined. Based on the results recommendations are made about analyzing components of event-related potentials. The need to control for error variance is emphasized. This is the only way to improve methods enough that they will be suitable for use in single case diagnosis.
Keywords
P3 wave - reliability - oddball paradigm - error variance - single case diagnosis
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 265 - 271, © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Zur Überprüfung der Häufigkeit fokaler hypersynchroner Aktivität (HSA) in den EEGs einer vollständigen kinder- und jugendpsychiatrischen Inanspruchnahmepopulation, untersuchten wir 762 Patienten zwischen 3 und 15 Jahren. Kinder mit neurologischen Erkrankungen, inklusive Epilepsien und Schädel-Hirn-Traumata, psychotischen Erkrankungen und medikamentös behandelte Patienten wurden nicht berücksichtigt. Ebenfalls ausgeschlossen wurden Patienten mit allgemeinen Entwicklungsverzögerungen oder auffälligem EEG-Befund, ausser fokaler HSA. Unsere Ergebnisse verglichen wir mit zwei epidemiologischen Untersuchungen, die bei 1,9% bzw. 2,4% der untersuchten klinisch unauffälligen Kinder fokale HSA gefunden hatten. Im Vergleich zeigten die Kinder mit Legasthenien und motorisch-koordinativen Störungen signifikant häufiger fokals HSA. die fokale HSA scheint bei kinder- und jugend-psychiatrisch auffälligen Jungen, mit Ausnahme bei Sprachentwicklungsstörungen, häufiger vorzukommen. Diese Befunde stützen die Hypothese, dass die fokale HSA wahrscheinlich Ausdruck einer genetisch bedingten Hirnfunktionsstörung ist. Die Symptomatik erscheint vom Zeitpunkt des Auftretens und der Lokalisation abhängig.
Schlüsselwörter
fokale hypersynchrone Aktivität - Legasthenie - Sprachentwicklungsstörung - Hirnfunktionsstörung - Elektroenzephalographie
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 272 - 281, © Verlag Hans Huber AG, Bern
To determine the frequency of focal hypersynchronous activity (HSA) in the EEGs of a child and adolescent psychiatry client population we evaluated 762 patients between 3 and 15 years old. Children with neurological problems, including epilepsy, craniocerebral trauma and psychotic disorders, and children on medication were excluded, as well as those with general developmental delays or abnormal EEG findings (except focal HSA). We then compared our data with those of two epidemiological investigations, in which 1.9% and 2.4%, respectively, of the children without psychiatric problems were found to have focal HSA. The children in our study with dyslexia or disorders of motor function had significantly higher rates of HSA. The boys with psychiatric findings (except those with speech and language disorders) appeared to have a higher rate of HSA. These findings support the hypothesis that focal HSA is probably an expression of a cerebral dysfunction of genetic origin. The symptomatology seems to depend on the moment of manifestation and the localization.
Keywords
focal hypersynchronous activity - dyslexia - language disorder - cerebral dysfunction - EEG
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 272 - 281, © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Im Rahmen eines Forschungsprojekts, welches elektrophysiologische Korrelate verschiedener Aspekte von Aufmerksamkeit in genetischen Risikopopulationen für Schizophrenie untersucht, wurden akustische ereigniskorrelierte Potentiale (EKPs) zur Erfassung selektiver Aufmerksamkeit und automatischer Informationsverarbeitung bei 21 jugendlichen Nachkommen schizophrener Eltern und 21 streng nach Alter, Geschlecht und sozialem Status adaptierten Kontrollpersonen abgeleitet. Die Probanden führten eine dichotische Höraufgabe aus; die die selektive Beachtung von Tonpips in einem Ohr bei gleichzeitiger Ausblendung der Töne im kontralateralen Ohr verlangte. Als psychometrische Kontrollvariable diente die Zählleistung hinsichtlich erkannter Signaltöne. die Ergebnisse zeigten gruppenspezifische Unterschiede der EKPs, welche sich im Einzelnen in einer signifikanten Amplitudenreduktion der fronto-praecentral lokalisierten Verarbeitungsnegativität (Nd-Welle) und der parietalen P3-Komponente in der Risikogruppe widerspiegelten. Im Einzelpaarvergleich wurden reduzierte Nds bei 14/21 und reduzierte P3 Komponenten bei 16/21 Risikopersonen gefunden. Zwischen den EKP-Verminderungen und dem psychometrischen Defizit (Zählgenauigkeit) ergaben sich signifikante positive Korrelationen. Auch die P3 Latenzen wiesen eine Tendenz zur Verlängerung auf. Die Mismatch Negativität (MMN), ein EKP-Korrelat automatischer Informationsverarbeitungsprozesse, differenzierte nicht signifikant zwischen den Gruppen, wenngleich eine deutliche Amplitudenreduktion der Risikogruppe beobachtet wurde. Die gefundenen EKP-Veränderungen deuten auf eine Beeinträchtigung selektiver Aufmerksamkeitsleistungen bei einem grösseren Teil der untersuchten Jugendlichen mit genetischem Schizophrenierisiko hin.
Schlüsselwörter
Schizophrenie - Vulnerabilität - Ereignniskorrelierte Potentiale - Aufmerksamkeit
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 282 - 292, © Verlag Hans Huber AG, Bern
As part of a research project on electrophysiological correlates of attention in young subjects at high genetic risk for schizophrenia, auditory event-related potentials (ERPs) associated with selective attention and automatic information processing were recorded in 21 adolescent (offspring of at least one parent with schizophrenia) and 21 control subjects matched for age, sex and socioeconomic status. The experimental task was a dichotic listening task, and accuracy of counting target pips served as a psychometric control variable. The results showed group-related differences in the ERPs, with a significant reduction being present in the highrisk group concerning the amplitude of the fronto-precentrally located negative difference (Nd) wave and the F3 component elicited by selectively attended stimuli. Comparison of individual matched pairs showed that reduced Nds, characterized 14/21 high-risk individuals and reduced P3s 16/21. Moreover, there were significant correlations between ERP reductions and psychometric deficit (counting accuracy). Finally, 13 latencies tended to be prolonged in the high-risk group. Mismatch negativity (MMN), an ERP correlate of automatic information processing, did not differ significantly in the two-groups, although there was a marked reduction in amplitude in the high-risk group. The ERP alterations point to impaired selective attention in a considerable proportion of subjects at high genetic risk for schizophrenia.
Keywords
schizophrenia - vulnerability - event-related potentials - attention
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Band 24, 1996, Heft 4, Seite 282 - 292, © Verlag Hans Huber AG, Bern