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Helmut Lukesch |
Zusammenfassung Summary |
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Margarete Imhof und Luzia Scherr |
Zusammenfassung Summary |
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Cordula Artelt |
Zusammenfassung
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Joachim C. Brunstein und Ulrich Mann |
Zusammenfassung
Summary |
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Jens F. Beckmann und Heike Dobat |
Zusammenfassung
Summary |
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Willi Hager, Sigrid Hübner und Marcus Hasselhorn |
Zusammenfassung
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Jens Möller und Thiemo Müller-Kalthoff |
Zusammenfassung
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Heinz Neber |
Zusammenfassung
Summary |
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Yvonne Matthes und Harald Marx |
Zusammenfassung
Summary |
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Ludwig Haag und Elsbeth Stern |
Zusammenfassung
Summary |
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Karl-Heinz Arnold |
Zusammenfassung
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Annett Kaufhold |
Zusammenfassung
Summary |
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Nachrichten / News |
Zusammenfassung
Summary |
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Neuerscheinungen / New Books |
Zusammenfassung
Summary |
Zusammenfassungen / Summaries
Der Erwerb von Wissen und anderen Handlungskompetenzen, ob in der Schule oder in anderen Kontexten, ist eine oftmals mühevolle Angelegenheit. Alle Hinweise auf die lernwirksame Gestaltung von Lehrsituationen (Mandl, Friedrich & Hron, 1986) machen die konzentrierte Eigenaktivität eines Lernenden nicht überflüssig, im Gegenteil, sie setzen dessen Bereitschaft, als effektiv erkannte Lernstrategien anzuwenden und aktiv im Prozess des Kompetenzerwerbs einzusetzen, voraus (Rheinberg & Donkoff, 1993). Im Unterschied hierzu werden mit einer auffallenden Regelmäßigkeit an Lehrende, Eltern, Schüler, Studenten oder Weiterbildungswillige aus dem betrieblichen Bereich Angebote herangetragen, die mit einer an Superlativen reichen Sprache versprechen, alles einfacher und mit weniger Aufwand haben zu können; das Internet quillt geradezu über mit Versprechungen zum «easy learning», zum «lernbiologisch fundierten Wissenserwerb», zum «hirngemäßen Lernen», zur «Neurodynamik» zum «Mega-Learning», bei dem «Lernblockaden» abgebaut und ungeahnte persönliche Lernressourcen erschlossen werden können. In der Zielgruppe der Lehrenden ist vermutlich ein Teil für solche Versprechungen erreichbar, schon allein deswegen, da man als Lehrender will, dass die Menschen, für die man Verantwortung übernommen hat, in effektiver Weise zu einem Erfolg kommen. Scheint ein Verfahren dann auch noch dem Kriterium der Wissenschaftlichkeit zu genügen, warum sollte man dann diese Methode nicht erproben? Zudem reagieren Kultusverwaltungen relativ aufgeschlossen auf den durch Eltern- und Lehrervertretungen ausgeübten Veränderungsdruck, sodass hier ein potenzielles Einfallstor für diese Ideen in das öffentliche Bildungssystem geöffnet ist. Als illustrative Beispiele für solche Versprechungen sind die Gedankengebäude (1) der Suggestopädie oder des sog. Superlearning (Edelmann, 1988; Lozanov, 1978), (2) der angewandten Kinesiologie, speziell der Edu-Kinesiologie (Dennison, 1981; La Tourelle & Courtenay, 1992), und (3) des Neurolinguistischen Programmierens (NLP; Bandler & Grinder, 1983; Bandler, 1997) zu nennen. Eine Gemeinsamkeit all dieser Gedankensysteme liegt in dem Versprechen, dass hier wirksame Methoden für schnelleres Lernen, zur Persönlichkeitsförderung und zur Behebung von Lernschwierigkeiten behauptet werden, die im Rahmen der akademischen Psychologie nicht gesehen wurden. Da Wissenschaft immer als ein Antwort- oder Problemlösungsversuch auf eine Frage zu sehen ist (Bunge, 1967, S.9) und da die Psychologie (ähnlich wie die Medizin) auch offen sein muss für Lösungsvorschläge, die sich aus einer Alltagserfahrung ergeben, sind solche Anregungen von außen durchaus prüfwürdig. In Bezug auf die aufgestellten Wirkbehauptungen ergibt sich dabei in formaler Hinsicht eine Strukturgleichheit mit dem technologischen Wissen (Perrez & Patry, 1982): Technologische Regeln stellen Handlungsempfehlungen dar, die zur Erreichung eines Zieles bei Vorliegen bestimmter Ausgangsbedingungen vorgeschlagen werden. Objektive Kennwerte über die Effizienz dieser Handlungsempfehlungen müssen vorliegen, und das vorgeschlagene Verfahren sollte nicht auf Voraussetzungen beruhen, die mit dem Korpus des rationalen Wissens unvereinbar sind. Eine Begründung durch eine wissenschaftliche Theorie ist hingegen nicht vorausgesetzt, die versuchte theoretische Begründung könnte sogar falsch sein (ein wissenschaftsgeschichtliches Beispiel dafür ist Gesetz von Paracelsus, «Feuer muss man mit Feuer bekämpfen», als unzutreffende Begründung für die Wirksamkeit von Sulfonamiden). Hinsichtlich der Suggestopädie ist Frage der Effektivität der vorgeschlagenen Methoden relativ häufig untersucht worden. Die Ergebnisse sind aber im Unterschied zu den Versprechungen der Initiatoren der Methode ernüchternd (Beitinger, Mandl & Renkl, 1993; Dieterich, 1987; Edelmann, 1991). Man kann allenfalls sagen, dass auch mit diesem Vorgehen Lernen nicht verhindert werden kann. Für den Bereich der angewandten Kinesiologie ist vor allem das zentrale diagnostische Instrument zur Aufdeckung von «Lernblockaden», der sog. Muskeltest, in Doppelblindstudien geprüft worden (Kunz, Seeber & Ring, 1997; Kenney, Clemens & Forsythe, 1988); die Resultate belegen, dass das Verfahren die Kriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität nicht erfüllt und nicht mehr als Zufallsergebnisse erbringt. Wirkstudien, die auf einem kinesiologischen Hintergrund durchgeführt wurden, sind eng und spezifisch. So wurde z.B. bei lernbehinderten Kindern von Khalsa, Morris und Sifft (1988) untersucht, ob die Durchführung von Brain-Gym-Übungen motorische Fähigkeiten verbessern. Dies war der Fall daraus kann man aber nur folgern, dass motorische Übungen motorische Fähigkeiten fördern, aber dieses erwartbare Ergebnis kann das System der Edu-K nicht wesentlich stützen. Wegen des unübersichtlichen Konglomerats an diversen Versatzstücken aus den verschiedensten psychologischen Bereichen, die von den Vertretern des NLP in Anspruch genommen werden, wäre hier die Frage der Effizienz schwieriger zu beantworten, wenn es denn solche Studien gäbe. Diese liegen aber nicht vor (Grawe, Donati & Bernauer, 1994, S.735) oder ergeben keinen Vorteil (Krugman et al., 1985). Auch Behauptungen über zentrale Verbindungen zwischen Repräsentationssystemen und Augenbewegungen (einschließlich der dadurch gegebenen diagnostischen Möglichkeiten) lassen sich nicht substantiieren (Keller & Revenstorf, 1996; Schiermann & Ringelband, 1985). Es kann allerdings Unterschiede geben zwischen den unter kontrollierten Bedingungen als so gut wie nicht nachweisbaren Veränderungen und den im Einzelfall subjektiv positiv erlebten Erfahrungen der Menschen, die sich solchen Interventionen aussetzen; also «superfeeling» statt «superlearning», wie Edelmann (1991, S.17) einmal konstatiert hat. Auch dafür lassen sich Erklärungen finden, die unter dem Stichwort Placebo-Effekt (Kienle, 1995) oder kontextabhängiger zusätzlicher Bedingungen (z.B. Zuwendung durch einen Behandler, Rosenthal-Effekt, Offerieren entlastender Selbstinterpretationen) zusammengefasst werden können. Es sei aber nicht verschwiegen, dass auch gravierend negative Erfahrungsberichte über diese Methoden vorliegen (ein entlarvendes Beispiel aus dem Bereich der angewandten Kinesiologie kann nachgelesen werden bei Foley (1999) unter http:// www.skeptics.com.au/features/qakatak/articles.htm), ebenfalls sind direkt nachteilige Wirkungen (im Sinne versäumter effektiver Maßnahmen und direkter Schädigungen) in Rechnung zu stellen. Der punktuelle Erfolg, den diese Verfahren bei bestimmten Berufsgruppen erzielen, ist vielleicht auch mit den Problemen, die Lehrer, Therapeuten oder Sozialarbeiter in ihrem Beruf antreffen, in Zusammenhang zu bringen. Diese Berufe sind durch ein hohes Ausmaß an Handlungsorientierung gekennzeichnet, dies kann zu Aktionismus unter Verzicht auf eine fachliche Begründung führen. Solange diese Richtungen auch noch einen Wachstumsmarkt ausmachen, bei dem durch die Neuausbildung weiterer Adepten (wie in einem Pyramidenspiel) Geld versprochen und wohlklingende Titel erworben werden können (Diplom-Lern-Berater, Coach), werden auch aus diesen Berufsgruppen immer wieder etliche einsteigen und sich ihr Einkommen nicht unwesentlich aufbessern wollen. Nachdem sich auf der Ebene des technologischen Wissens die Handlungsvorschläge unter kontrollierten Bedingungen als wenig oder nicht effizient erwiesen haben, lohnt es sich im Grunde nicht mehr zu untersuchen, ob die im Rahmen dieser Richtungen entwickelten Theorien fruchtbare Erklärungsmöglichkeiten bieten. Dennoch sei ein Verweis herausgegriffen: Ein für alle drei Richtungen werbewirksamer Anknüpfungspunkt scheint die Neuropsychologie zu sein. Zu den behaupteten neuropsychologischen und neurophysiologischen Grundlagen muss aber gesagt werden, dass diese Ausführungen ein Wortgemisch ohne sachliche Bedeutung sind, es kann eventuell zu etwas motivieren, ihm entspricht aber keine Realität (Ohrt, 1997, S.4). Bei all diesen Verfahren kann man deutlich machen, dass es sich nicht um psychologisch-fachwissenschaftliche Gedankengebäude handelt. Anklänge an Erkenntnisse aus der Psychologie sind zwar vorhanden, diese werden aber wie beliebige Versatzstücke instrumentalisiert und mit selbst erfundenen Bedeutungen versehen. So spricht Revenstorf (1985, S.254) davon, dass in der Wissenschaft anerkannte Autoren von den NLP-Gründern als Feigenblätter verwendet werden, um von eigenen Mängeln abzulenken. Zusammenfassend kommt er zu dem Schluss (Revenstorf, 1985, S.267f.), dass das NLP aus anderen Bereichen der Klinischen Psychologie bekannte therapeutische Interventionen übernommen hat, ohne dies kenntlich zu machen bzw. sich mit den fachlichen Hintergründen auseinandergesetzt zu haben, und z.T. auch Behauptungen zu vertreten, die anerkannten Ergebnissen z.B. der Kognitiven Therapie widersprechen. Ähnliche Schlussfolgerungen wurden auch aus pädagogischer Sicht gezogen (Theis-Scholz & Thümmel, 1995, S.488). Im Grunde handelt es sich bei all diesen Gedankengebäuden um Pseudowissenschaft (Bunge, 1967), d.h. einen Korpus von Ansichten, Überzeugungen und Praktiken, deren Anhänger naiverweise oder auch böswilligerweise dies als Wissenschaft auszugeben versuchen (die im Alltag bekannten Beispiele beziehen sich auf Wünschelrutengänger, Feng Shui, Astrologie u.a.m.). Falsch an der Pseudowissenschaft ist nicht nur, dass die Sätze nicht wahr sind auch die Sätze einer empirischen Wissenschaft sind nur eine Annäherung an die Wahrheit , sondern dass die Pseudowissenschaft einen Bruch mit dem wissenschaftlichen Erbe darstellt. Sie verzichtet auf scharfe Tests der Behauptungen, es werden positive Beispiele herausgegriffen, negative übersehen oder durch Ad-hoc-Hypothesen weg zu erklären versucht, und die Aussagen sind zum Großteil auch nicht testbar; Pseudowissenschaft fehlt schließlich der Selbstkorrekturmechanismus der Wissenschaft, Pseudowissenschaft lernt nicht von neuen Erfahrungen. Weit verbreitet ist zudem Mimikry: Innerhalb eines Eingeweihtenkreises werden Methoden nachgebildet, die dem Wissenschaftssystem ähneln, z.B. Veröffentlichung von Büchern, Herausgabe von Zeitschriften, Veranstaltung von Tagungen, Gründung von Fachgesellschaften, Erlass von Ausbildungsrichtlinien etc.; System hat auch die Methode, sich über Literaturverweise einen äußerlichen Anstrich an Wissenschaftlichkeit zu verleihen. Dabei können in den Texten und in den Literaturverzeichnissen durchaus seriöse Werke erscheinen; dies ist sogar notwendig, um den eben nicht wissenschaftlichen Gehalt der anderen Angaben zu kaschieren. Was durchgängig fehlt, ist die kritische Begleitung durch unabhängige Forscher, wie dies im Wissenschaftssystem üblich ist. Da man allerdings auch auf weit gestreute Akzeptanz setzt, wird nicht verabsäumt, an esoterische und wegen ihrer Irrationalität letztendlich wissenschaftsfeindliche Überzeugungssysteme anzuknüpfen (vgl. die Begründung des Muskeltests der angewandten Kinesiologie durch das chinesisch-ethnomedizinische Meridiansystem). Letztendlich erinnert all dies an die in Melanesien verbreiteten Cargo-Kulte (Jarvie, 1963): Da werden Lichtungen gerodet, Bambusmodelle von Flugzeugen aufgestellt, und es wird gebetet, dass endlich eine der glänzenden Maschinen, deren Ladung kultisch verehrt wird, als Bote einer überirdischen Welt landen möge. Im Unterschied dazu ist die rationale Erklärung der empirischen Wissenschaften ein langwieriges und kleinschrittiges Unternehmen, das Abschied von Wunschdenken und Allmachts- und Größenfantasien erzwingt, dafür aber die Rückkehr zur Realität erlaubt.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 5962; Hans Huber AG, Bern
(1) Institut für Pädagogische Psychologie, Universität Frankfurt, (2) Schulpsychologischer Dienst für die Förderschulen in Oberfranken, Bamberg
(Summary)
Zusammenfassung
Als Ursachen für die Symptomatik hyperaktiver Kinder werden Störungen bei der Verhaltensregulation auf mehreren Ebenen des psychischen Systems angenommen. Die Problemverhaltensweisen werden bei einer Teilgruppe von hyperaktiven Kindern in solchen Situationen verschärft, die wenig äußere Stimulation enthalten und über eine längere Zeit Aufmerksamkeitsleistungen verlangen. An drei unabhängigen Stichproben hyperaktiver Kinder (n = 19 Kinder aus Regelgrundschulen, n = 28 Kinder aus Sprachförderschulen und n = 19 Kinder aus Förderschulen zur individuellen Lernförderung, jeweils mit Kontrollgruppe) wurde eine frühere Studie repliziert, in der die förderliche Wirkung aufgabenunspezifischer Zusatzstimulation (Farbigkeit des Arbeitsmaterials) auf Fehlerzahl und Arbeitszeit bei Abschreibübungen festgestellt wurde. In allen drei Stichproben konnten diese Effekte im wesentlichen erneut gezeigt werden. Diese werden als Wirkung der Zusatzstimulation interpretiert, die die Steuerung der selektiven Aufmerksamkeit und der motorischen Koordination optimiert.
Behavioral symptoms of children diagnosed with ADD-H can be explained in terms of regulation deficits at various levels. For some children, problem behavior is aggravated in situations which are rather low in stimulation and require sustained attention. Using three independent samples of ADD-H subjects (n = 19 from regular primary education, n = 28 children with additional speech dysfunctions, and n = 19 children with additional learning disability, including an equal number of normal controls), an earlier study was replicated which had shown a positive effect of task-irrelevant color stimulation on error rates and working time during a copying exercise. At large, the results could be confirmed in the three samples. This effect is explained as additional stimulation facilitating regulation of selective attention and graphomotor coordination.
Keywords
Hyperaktivität, Stimulationsdefizit, Grundschulalter
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 6371; Hans Huber AG, Bern
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
(Summary)
Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund einiger kritischer Überlegungen zum Charakter von retrospektiven Selbstberichten wird die Notwendigkeit betont, die prädiktive Validität von Lernstrategieinventaren anhand von handlungsnahen Studien zu überprüfen. Gegenstand der hier vorgestellten Studie ist ein derartiger Vergleich zwischen dem retrospektiven Selbstbericht über das strategische Lernen von Schülern und ihrem tatsächlichem Lernverhalten in einer konkreten Anforderungssituation. Hierzu wurde in individuellen Untersuchungen mit 270 Schülern 4., 6. und 8.Klassen ihr tatsächlicher Strategiegebrauch bei der Arbeit mit Texten erhoben und mit ihren Bewertungen von Strategieitems in einem domänenspezifischen Fragebogen verglichen. Die Ergebnisse belegen, dass zumindest in diesem Alter weder auf Item- noch auf Skalenebene lineare Beziehungen zwischen den Berichten über und der tatsächlichen Anwendung von Strategien bestehen. Insgesamt neigen die untersuchten Schüler dazu, sich im Fragebogen relativ zur handlungsnahen Erfassung hinsichtlich ihrer strategischen Kompetenz und Performanz zu überschätzen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die retrospektive Einschätzung des eigenen lernstrategischen Vorgehens via Fragebogen in der Kindheit und im frühen Jugendalter hinsichtlich ihrer prädiktiven Validität begründet bezweifelt werden kann.
Following some basic thoughts concerning the quality of retrospective self-reports the necessity of analyzing the predictive validity of learning-strategy-questionnaires is pointed out. The study presented is aimed at such comparison between students retrospective self-reports about strategic learning and their actual use of these strategies. For this purpose we analyzed the use of learning strategies of 270 4th, 6th, and 8th graders while studying a text in individual sessions and compared it to students self-reported use of strategies in a questionnaire referring to the same domain. Neither for single strategies nor for strategy-scales substantial relations between retrospective self-reports and the actual use of strategies could be found. Taken together the participating students relatively to their actual use tended to overestimate their strategic competence and performance. The presented results indicate that the predictive validity of questionnaire-based strategy data of students of this age can be seriously questioned.
Keywords
Lernstrategien, Handlungsanalyse, retrospektive Selbstberichte
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 7284; Hans Huber AG, Bern
Psychologisches Institut der Universität Potsdam
(Summary)
Zusammenfassung
In einer Stichprobe von Lehramtsstudierenden wurde die Bedeutung der Bindung an berufliche Ziele sowie experimentell induzierter Erwartungen der Selbstwirksamkeit für motivationale Effekte von beruflichen Identitätsidealen untersucht. Die Teilnehmer gaben an, wie sehr sie sich dem Ziel, Lehrer zu werden, verbunden fühlten, und wurden dann gebeten, Merkmale idealer Lehrer zu beschreiben. Jeweils die Hälfte von ihnen fokussierte entweder erreichbare oder unerreichbare Merkmale dieses Ideals. Probanden einer Kontrollgruppe beschrieben einen idealen Schüler. Danach wurde eine Serie von sozialen Problemen vorgelegt, die für die Berufstätigkeit von Lehrern entweder relevant oder irrelevant waren. Die Teilnehmer erhielten 15 min Zeit, um für eine Anzahl frei wählbarer Probleme Lösungen zu unterbreiten. Teilnehmer, die erreichbare Merkmale ihres Ideals fokussierten und sich zudem dem Beruf eines Lehrers verpflichtet fühlten, investierten von allen Probanden den größten Anteil an Zeit für berufsrelevante Probleme. Demgegenüber tendierten Teilnehmer, die unerreichbare Attribute ihres Ideals fokussierten und sich zudem dem Lehrerberuf wenig verpflichtet fühlten, zur Vermeidung berufsrelevanter Aufgaben.
In a sample of students enrolled in teacher education programs, we investigated the role of vocational commitments and experimentally induced expectancies of self-efficacy in predicting motivational effects of idealized job identities. After they had indicated the extent to which they were committed to the goal of becoming a teacher, students were asked to specify various attributes characteristic of ideal teachers. Half of them was asked to focus on attainable attributes, whereas the other half was asked to focus on unattainable attributes of ideal teachers. Control participants described an ideal pupil. Students were then administered a series of social competence tasks dealing with problems that were either relevant or irrelevant to the job of a teacher. Students were given 15 min to provide solutions for a number of freely eligible problems. Of all participants, students who focused on attainable attributes of ideal teachers and were also highly committed to the goal of becoming a teacher spent the highest proportion of time at teacher-relevant problems. In contrast, students who selectively focused on unattainable attributes and who also lacked a sense of commitment to their vocational goals tended to avoid working on teacher-relevant tasks.
Keywords
Identitätsideale, selbstdefinierende Ziele, Zielbindung, Selbstwirksamkeit
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 8595; Hans Huber AG, Bern
Universität Leipzig
(Summary)
Zusammenfassung
Geprüft wird die Angemessenheit des Gültigkeitsanspruchs von Lerntests, die intellektuelle Leistungsfähigkeit unter dem Aspekt des Veränderungspotenzials zu messen. Dies erfolgt zum einen durch einen Vergleich mit «konkurrierenden» Diagnostikansätzen (traditionelle Statusdiagnostik, Diagnostik bereichsspezifischen Vorwissens) und zum anderen durch Überprüfung des eigenständigen Beitrags von Lerntests zur Prognose schulischer Lernleistungen. Referiert werden zwei Validierungsstudien, an denen 166 Schüler der 7.Klasse (konkurrente Validierung) bzw. 130 Schüler der 8.Klassenstufe (prognostische Validierung) teilnahmen. Als externe Validitätskriterien wurden Lernleistungen in computergestützten, standardisierten und curricularbezogenen Lernprogrammen herangezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Lerntests bei der Vorhersage zukünftiger Lernleistungen bewähren. Darüber hinaus kann belegt werden, dass Lerntests vom Vorwissen und vom Intelligenzstatus unabhängige Kriteriumsvarianz aufklären. Dem Diagnostiker sind durch entsprechende Lerntests relevante lernfähigkeitsbezogene Zusatzinformationen zugänglich, die durch herkömmliche statusorientierte Verfahren nicht bereit gestellt werden können.
This study investigates whether learning tests are able to assess the change potential of intellectual ability better than traditional intelligence approaches. The learning test approach is compared to competing diagnostic approaches (traditional status diagnostics, diagnostics of domain-specific prior-knowledge). Further, it is shown that learning tests make a substantial contribution to a long-term prediction of school learning performance. The article reports two validation studies with 166 pupils of the 7th grade (concurrent validation) and 130 pupils of the 8th grade level (prognostic validation). Learning performances in computer-assisted, standardized and curricular-related tutorials were used as external validity criteria. The results show that learning tests are able to predict future learning performance. It can be shown that learning tests explain criterion variance independently from measures of prior-knowledge and of intelligence status (measured by traditional intelligence tests). Learning tests provide additional information to diagnostician which cannot be supplied by conventional status-oriented procedures.
Keywords
Intellektuelle Lernfähigkeit, Lerntests, computergestützte Diagnostik
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 96105; Hans Huber AG, Bern
Universität Göttingen
(Summary)
Zusammenfassung
Soziale Interaktion und Coaching können bei kognitiven Förderprogrammen zu unspezifischen Leistungsverbesserungen und dadurch zu einer Überschätzung von Programmwirkungen führen. Obwohl der unspezifisch leistungsfördernde Einfluss von Zuwendung als besonders wichtiger Aspekt der sozialen Interaktion seit längerem bekannt ist, wird ihm bei Evaluationen von Fördermaßnahmen nicht immer Rechnung getragen. In zwei Studien wurden Hypothesen über die Bedeutung der sozialen Interaktion und des Coaching bei verschiedenen abhängigen Variablen (AVn) geprüft. Berücksichtigt wurden einerseits psychometrische Tests (CFT 1, POD) und andererseits speziell auf die Anforderungen der realisierten Denkförderprogramme zugeschnittene AVn (Konzeptbildungsaufgaben, KBA). Die Ergebnisse sind mit der Annahme vereinbar, dass die verwendeten psychometrischen Verfahren «sensitiv» für Wirkungen der sozialen Interaktion sind. Demgegenüber führen die auf die Ziele der Programme ausgerichteten KBA zu differenzierteren Ergebnissen, d.h. sie reagieren, wenn auch schwach, auf spezifische Programmwirkungen. Es wird gefolgert, dass über eine sorgfältige Kontrolle von Wirkungen der sozialen Interaktion präzisere Schätzungen der spezifischen Wirksamkeit kognitiver Förderprogramme möglich ist.
Effects of social interaction during training intervention can lead to unspecific enhancements of performances. This may result in overestimating the effectiveness of a program. Those effects of social interaction are well-known, however, they tend to be neglected in actual program evaluations. Moreover, the effectiveness of a program can be overestimated because of coaching which is to be expected when the tasks of the criterion measures are very similar to the tasks in the program. Two studies are reported aiming at testing some hypotheses concerning the effects of social interaction and of coaching. Several programs to foster childrens reasoning abilities and a memory training are evaluated with some tests of general intelligence, a test of visual perception, and a task developed to assess childrens reasoning abilities (concept formation tasks). The data lends support to the expected effects of social interaction and coaching regarding the tests of general intelligence and the test of visual perception, although it cannot be said in general that those effects will show up inevitably. In contrast, the concept formation tasks show differential patterns of results under the various programs. Moreover, effects of social interaction should not be eliminated because they usually lead to (unspecific) enhancements of performances which might be an important prerequisite of successful trainings.
Keywords
Wirkungen der sozialen Interaktion, Wirkungen des Coaching, Evaluation von kognitiven Programmen
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 106115; Hans Huber AG, Bern
Universität Bielefeld
(Summary)
Zusammenfassung
Bei der Gestaltung von Hypertext-Lernumgebungen werden häufig grafische Inhaltsübersichten als Navigationshilfen erstellt, um der Desorientierung und der kognitiven Überlastung von Benutzern zu begegnen. In einer Reihe von Experimenten hat sich gezeigt, dass das Anbieten solcher Strukturinformationen aber nicht automatisch zu besseren Behaltens- und Verstehensleistungen des Lernmaterials führt. Weitgehend offen ist bisher, inwiefern das Ausmaß des domänenspezifischen Vorwissens den Nutzen von Navigationshilfen bestimmt. Auf der Grundlage dieser Überlegungen wurde in einer empirischen Studie an N = 56 Studierenden der Psychologie der Zusammenhang zwischen domänenspezifischem Vorwissen (niedrig vs. hoch) und dem Vorhandensein von Strukturinformation (ohne vs. mit Navigationsübersicht) in einem hierarchisch strukturierten Hypertext mit gedächtnispsychologischem Inhalt untersucht. Dabei zeigte sich, dass Pbn mit niedrigem Vorwissen mehr von der Navigationsübersicht profitieren (d.h. mehr Faktenwissen erwerben) als Pbn mit hohem Vorwissen.
Graphic navigational aids are integrated into hypertexts to reduce disorientation and cognitive overload during hypertext learning. However, research shows that navigational aids do not automatically lead to better understanding or improved memory achievement. To explore whether prior knowledge influences the impact of navigational aids on learning performance, an empirical study with N = 56 university students investigated the effects of domain-specific prior knowledge (high vs. low) and availability of a graphic navigational aid (available vs non-available) in a hierarchically structured hypertext, dealing with the psychology of memory. Results reveal an interaction effect of navigational aid and prior knowledge: Availability of a navigational aid promoted a stronger improvement in knowledge level for students with low prior knowledge compared to students with high prior knowledge.
Keywords
Hypertext, Navigationshilfen, Vorwissen
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 116123; Hans Huber AG, Bern
Institut für Pädagogische Psychologie, Universität München
(Summary)
Zusammenfassung
Durch Unterricht soll nutzbares Wissen erworben werden, mit dem sich Probleme lösen lassen. Lediglich Faktenwissen wie etwa ˙Formeln oder Rechenverfahren ermöglicht allerdings keinen effektiven Zugang zum Wissen in Nutzungssituationen. Faktenwissen muss daher erweitert werden. Dies erfolgt auf der Basis eines Wissensmodells. In zwei Untersuchungen mit Auszubildenden wird deren Faktenwissen über eine elektrotechnische Anlage gezielt erweitert. Effekte auf den Wissenserwerb und auf die Fehlersuche (Transfer) werden überprüft. In der ersten Untersuchung führten Erklärungen des konditionalen (kausalen) Aufbaus der Anlage zu positiveren Effekten als Funktionsbeschreibungen. In der zweiten Untersuchung konnten diese Effekte dadurch gesteigert werden, dass die Lernenden konditionale Erklärungen und damit Wissen über den kausalen Aufbau der Anlage selbst generierten. Beide Untersuchungen liefern Informationen über Komponenten nutzbaren technischen Wissens sowie über Lernaufgaben, um dessen Erwerb zu fördern.
Instruction should contribute to acquiring knowledge, which is usable for solving problems. However, knowledge about facts (e.g. definitions, formulas or calculation procedures) appears to be insufficient for adequate access, therefore, facts must be augmented. In both of two studies apprentices in electrotechnical vocations were required to acquire elaborated factual knowledge about an electrotechnical system. Effects on knowledge acquisition and on troubleshooting (transfer) were measured. In the first study, explanations of the conditional (causal) structure resulted in significantly more positive effects than additional explanations of the functions of the system. In the second study, these effects could be further enhanced by self-generating conditional explanations by the learners. Both studies inform about components of usable knowledge and about learning tasks to promote the acquisition of usable knowledge.
Keywords
Wissensnutzung, Wissensgenerierung, technisches Wissen, Lernaufgaben, entdeckendes Lernen
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 124136; Hans Huber AG, Bern
(1) Universität Bielefeld, (2) Universität Leipzig
(Summary)
Zusammenfassung
Das Entscheidungstraining zur Berufs- und Studienwahl von Potocnik (1990) zielt auf die Verbesserung des Entscheidungsprozesses bei der Laufbahnwahl ab und soll dem Schüler generelle sowie spezielle Entscheidungsfertigkeiten vermitteln. Unter Verwendung zweier Berufswahlreifeinventare wird die Wirksamkeit des Trainings dahingehend überprüft, ob es die Berufswahlreife der teilnehmenden Jugendlichen positiv fördern kann. Das Training wurde an einer Stichprobe von 87 Schülern der 11.Jahrgangsstufe eines Gymnasiums durchgeführt und evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem Entscheidungstraining die Berufswahlreife der Trainingsteilnehmer weder kurzfristig noch langfristig positiv beeinflussbar ist. Das Training kann zwar die berufliche Entschiedenheit und Sicherheit der teilnehmenden Jugendlichen steigern, nicht jedoch die beruflichen Entscheidungsfertigkeiten verbessern. Mögliche Gründe hinsichtlich der verwendeten Inventare und des Trainingsaufbaus werden diskutiert.
The decision training for career choice by Potocnik (1990) aims at improving the decision making process, and deals with general and specific decision making skills. The efficacy of the decision training in improving vocational maturity was tested by administering two instruments to measure vocational maturity. The random sample comprised 87 high school students of 11th grade. The results indicate that the decision training is not able to improve vocational maturity. The trained pupils are more certain as to what job they wish to choose but decision making skills do not improve. Possible reasons concerning the instruments used and the structure of the training are discussed.
Keywords
Entscheidungstraining, Berufs- und Studienwahl, Berufswahlreife, Trainingsevaluation
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 137145; Hans Huber AG, Bern
(1) Universität Erlangen-Nürnberg, (2) Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
(Summary)
Zusammenfassung
Untersucht wird, inwiefern von Latein im Vergleich zu Englisch als Anfangssprache im Gymnasium allgemeine Transfereffekte auf die Intelligenztestleistung sowie eher spezifische Transfereffekte auf muttersprachliche Aktivitäten ausgehen. Im Rahmen einer Längsschnittstudie, in der Selektionseffekte bei der Fremdsprachenwahl kontrolliert werden konnten, wurden am Ende der achten Klasse Schüler mit Latein als erster Fremdsprache (vier Jahre Unterricht) mit Schülern verglichen, die entweder überhaupt kein Latein gelernt hatten oder die nur auf einen zweijährigen Lateinunterricht zurückblicken konnten. Während es nicht die geringsten Hinweise auf Unterschiede in der Intelligenzleistung zwischen Schülern mit Latein und Englisch als erster Fremdsprache gab, zeigten sich bei einigen grammatischen Aktivitäten in der Muttersprache leichte Unterschiede, die auf einen Effekt des vierjährigen Lateinlernens zurückgeführt werden können. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund kognitionspsychologischer Überlegungen zum Wissenstransfer diskutiert.
This study investigates the general transfer effects of Latin or English chosen as the first foreign language on intelligence test scores, as well as the more specific transfer effects on verbal activities in the German mother tongue. In a longitudinal study allowing control of selection effects due to foreign language choice, various achievement tests were presented to students at the end of grade eight, with Latin as the first foreign language (four years of exposure), with two years of exposure to Latin, and with no exposure to this language. Students whose first foreign language was Latin differed from the other students in certain grammar and language tests in German. No group differences were revealed by general intelligence tests. The results are discussed in the context of recent transfer theories in cognitive psychology.
Keywords
Lateinunterricht, Transfer, situierte Kognition
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 146157; Hans Huber AG, Bern
Kielmoorweg 23, D-27574 Bremerhaven
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 158; Hans Huber AG, Bern
Karl-Marx-Str. 13, D-99974 Mühlhausen
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 159; Hans Huber AG, Bern
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 163; Hans Huber AG, Bern
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology 2000; 2/3; 164; Hans Huber AG, Bern