Zusammenfassung
Das von Klauer 1989 veröffentlichte dient der bereichsspezifischen Förderung des induktiven Denkens. Es hat sowohl in der pädagogischen Praxis wie in der Fachwelt einige Aufmerksamkeit erfahren. Allerdings sind die Meinungen über die Wirksamkeit des Denktrainings geteilt. Aufgrund dessen werden die acht Untersuchungen der Arbeitsgruppe Klauers, die der Evaluation der veröffentlichten Version seines Trainings bis 1991 dienten und die als Rechtfertigung dieser Veröffentlichung angesehen werden können (Klauer 1989; 1991), einer methodischen und methodologischen Reanalyse unterzogen. Als Maßstab und Kriterium dienen dabei diejenigen Schritte eines von Klauer (1993) später vorgeschlagenen Evaluationsschemas, die Entsprechungen in Form von Fragen in den früheren Publikationen haben. Die Beurteilung der Wirksamkeit des Trainings fällt insgesamt positiv aus, auch wenn einschränkend festgestellt werden muß, daß diese Wirksamkeit in den Darstellungen von Cranen (1989) und von Klauer (1991) durchgängig im Vergleich mit nicht-trainierten Versuchsgruppen festgestellt wird. Aber auch bei einigen von uns zusätzlich angestellten Vergleichen mit trainierten Versuchsgruppen erweist sich das Programm als wirksam, wenn auch nicht so überzeugend. Daneben zeigt unsere Reanalyse, daß der erwartete bereichsspezifische Transfer nur in einem Falle nachgewiesen werden konnte, während der Nachweis des Ausbleibens eines unspezifischen Transfers nicht unternommen wurde. Bei dieser Beurteilung werden jedoch die zahlreichen Untersuchungen mit Vorformen des Programmes nicht berücksichtigt.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 1-11 © Verlag Hans Huber AG, Bern
The (training of inductive reasoning) by Klauer (1989; 1991) has experienced a great deal of attention by practioners as well as by scientists. The evaluation of the efficacy of the training, however, is not unambiguous. To identify possible reasons for this ambiguity, the eight studies Klauer cites as demonstrating the efficacy of his training are reanalyzed on methodical and methodological grounds. As a criterion for this secondary analysis and re-evaluation we take some steps from a scheme which has been developed by Klauer later to evaluate trainings of the type of his . The steps chosen are those that have counterparts in earlier publications by Klauer (1989; 1991). The results of this secondary analysis are unambiguous with respect to the efficacy of the training, although the adequacy of the control groups can be questioned for each investigation. But the studies do not match another aim concerning transfer which Klauer has formulated for his , and they are inconclusive concerning a third aim.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 1-11 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Hager, Hasselhorn & Elsner (1995) prüfen die bis 1991 vorgelegte empirische Evidenz zur Wirksamkeit des Denktrainings. Sieht man von einigen Einzelheiten ab, so komme ich insbesondere in der Frage der angemessenen Kontrollgruppe zu anderen Konsequenzen und, damit zusammenhängend, in der Frage der optimalen Schätzung der Effektstärke. Diese Differenzen werden auch anhand neuer Daten und metaanalytischer Synthesen diskutiert, was in weiterführende Vorschläge zur Trainingsforschung mündet.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 13-23 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Hager, Hasselhorn & Elsner (1995) examine the empirical evidence available until 1991 concerning the effectivity of a program aimed at fostering inductive reasoning. Irrespective of some minor points, different views are to be stated particularly concerning the question of the appropriate control group and, closely related to it, concerning the question of how to optimally estimate the effect size of a training program. These differences are discussed using new data and meta-analytic syntheses so that new solutions for research in training processes can be proposed.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 13-23 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Klauers Festhalten an dem Vorschlag, bei der Evaluation von Trainingsprogrammen vor allem nicht-trainierte Vergleichsgruppen heranzuziehen, stößt auf methodische Probleme und wirft ethische Bedenken auf. Seinen Argumenten gegen die von uns vorgeschlagene Unterteilung verschiedener Arten von Vergleichstrainings liegt offensichtlich ein Mißverständnis zugrunde, da unser Vorschlag weniger für analytische Komponentenevaluationen als vielmehr für globale bzw. summative Evaluationen fertiggestellter Programme gedacht ist. Es wird allerdings eingeräumt, daß Klauers Argumente auf dem Boden der klassischen Trainingsforschung kaum kritisierbar sind, wohl aber vor dem Hintergrund der von uns vertretenen Perspektive der Evaluationsforschung. Aus dem von uns bevorzugten methodologischen Zugang werden schließlich einige kritische Anmerkungen zu Metaanalysen im Dienste der Beurteilung der Wirksamkeit eines Programmes gemacht.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 25-32 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Klauer's defense of untrained control groups is rejected because of methodological and ethical reasons. Also rejected are his arguments against our classification scheme of different types of control groups representing different types of evaluations. It is stated, however, that Klauer's arguments mostly are valid when considered from the perspective of traditional research on trainings, but can be criticized from the perspective of evaluation research. In addition, some aspects of Klauer's use of meta-analyses in the evaluation of the efficacy of training programs are criticized.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 25-32 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
In diesem Schlußwort werden sechs Punkte kurz diskutiert, die die Autoren Hager, Hasselhorn & Elsner (1995) in ihrer Entgegnung angesprochen haben.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 33-36 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Summary
In this final word six points are shortly discussed which have been raised by Hager, Hasselhorn & Elsner (1995) in their reply.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 33-36 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Nach einer kurzen Diskussion der Verwendung des Zufallsbegriffs in der psychologischen und soziologischen Literatur erfolgt dieEntwicklung eines Modells, das den Zufall in ein rationales Kalkül einbettet. Am Beispiel derStudienfachwahl wird erörtert, welche Relevanz zufälligen Erfahrungen beizumessen ist und inwiefern diese mit der Differenziertheit des Interessenprofils einer Person in Beziehung stehen. Eine in diesem Zusammenhang durchgeführte Fragebogenerhebung an 217 Studienanfängern zeigt, daß 61.3% der Befragten mindestens eine zufällige Erfahrung berichten. Zufallserfahrungen werden von diesen Personen im Durchschnitt als eher wichtig für die Studienfachwahl eingestuft. Die Anzahl erinnerter Zufallserfahrungen sowie die Einschätzung ihrer Bedeutung korrelieren schwach negativ mit der Differenziertheit des Interessenprofils. Aus den Ergebnissen läßt sich ableiten, daß Zufallserfahrungen im Rahmen beruflicher Entwicklungsprozesse angemessen berücksichtigt werden sollten.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 37-44 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Starting with a brief discussion of the concept of chance as presented in psychological and sociological literature, a model is developed embedding chance in a rational framework. Referring to choice of college major, it is discussed which importance has to be attached to chance events and whether these can be related to the differentiation of the interest profile of a person. The evaluation of the answers of 217 freshmen to a questionnaire shows that 61.3 percent of the investigated subjects report chance events to be important for the choice of college major. The number of chance events remembered as well as the estimation of their importance demonstrate a weak negative correlation with the differentiation of the interest profile. The results suggest that chance events should be considered in vocational development.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 37-44 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Es wird über die prädiktive Validität eines Multimodalen Interviews im Vergleich zu einem kognitiven Fähigkeitstest zur Prognose des Ausbildungserfolgs im Bereich nicht-kognitiver Leistungen () für den Ausbildungsberuf Bankkaufmann/-frau berichtet. Die IHK-Note (Noten bei der Abschlußprüfung vor der Industrie- und Handelskammer) läßt sich durch den Kognitiven Fähigkeitstest besser vorhersagen als durch das Interview (r = 0.55 vs. r = 0.21, alle Werte attenuationskorrigiert). Hingegen läßt sich das Potential für Kundenberatung besser durch das Interview vorhersagen (r = 0.27 vs. r = 0.12; z = 2.23; p <.05). Des weiteren zeigt sich, daß das Interview tendenziell besser das Potential für Kundenberatung (r = 0.27) als das Potentialurteil für Stabsaufgaben (r = 0.18) vorherzusagen vermag (z = 1.40; p <.10), während für den Kognitiven Fähigkeitstest das Umgekehrte zutrifft (r = 0.12 vs. r = 0.27; z = 2.08; p <.05). Die IHK-Noten können durch die zusätzliche Berücksichtigung der Interviewergebnisse nicht besser vorhergesagt werden, während das Potentialurteil für Kundenberatung durch den Interviewwert alleine prognostiziert wird - die Hinzunahme des Kognitiven Fähigkeitstests verbessert diese Prognose nicht.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 45-54 © Verlag Hans Huber AG, Bern
A predictive validity study of a multimodal interview (in comparison with a cognitive abilities test) for the selection of apprentices in a financial organization is reported. The interview was developed to predict non-cognitive aspects of performance (). Grades at the end of the apprenticeship training can be predicted better by means of the cognitive abilities test than by interview (r = 0.55 vs. r = 0.21, all validity coefficients are corrected for attenuation). However, potential for doing qualified customer consulting can be better predicted by the interview than by the cognitive abilities test (r = 0.27 vs. r = 0.12; z = 2.23; p <.05). In addition, the interview tends to better predict potential for doing qualified customer consulting than to predict potential for doing qualified staff work (r = 0.27 vs. r = 0.18; z = 1.40; p <.10), whereas the reverse is true for the cognitive abilities test (r = 0.12 vs. r = 0.27; z = 2.08; p <.05). Prediction of training grades by means of the cognitive abilities test cannot be improved by the inclusion of the interview. However, prediction of potential for qualified customer consulting cannot be improved by inclusion of the cognitive abilities test - beyond the interview.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 45-54 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Aus 19 Fallstudien wurde ein hypothetisches Modell des Dropout konstruiert, das Hinweise zu seiner Verhinderung sowie Hypothesen für die weitere Forschung liefert. Es qualifiziert die psychosoziale Belastung der jeweiligen Familie als Schlüsselvariable und identifiziert drei miteinander verzahnte symmetrisch-eskalierende Rückkoppungskreise, die zu verschiedenen Formen des Dropout führen können, je nachdem wer am Ende die Ausstiegsentscheidung trifft.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 55-57 © Verlag Hans Huber AG, Bern
19 case studies were integrated to a hypothetical model of drop-out which gives practical hints to prevent drop-out. The model qualifies the amount of social problems of a family as an important factor and identifies three feedback loops, which are leading to different kinds of drop-out depending on the persons, who decide that the child must leave the group.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (1), 1995, 55-57 © Verlag Hans Huber AG, Bern