Zusammenfassung
In 39 hochtechnisierten Produktionsbetrieben wurden Unternehmens-, Arbeitsplatz- und Persondaten von 427 Beschäftigten erhoben, um Einflußfaktoren auf die Einstellung zur Weiterbildung der Arbeitnehmer zu ermitteln. Mit Hilfe des Strukturgleichungsansatzes konnte ein Mehrebenenmodell anhand der Daten von 319 Probanden mit Weiterbildungserfahrung kreuzvalidiert werden. Als besonders bedeutsam für die Einstellung zur Weiterbildung erwiesen sich zum einen Aspekte der Erfahrung mit Weiterbildungsmaßnahmen - Erleben und Nutzen besuchter Maßnahmen, Bewertung der durch die Teilnahme bewirkten Änderungen - und zum anderen ein übergeordnetes Persönlichkeitskonstrukt, das durch dieFacetten Selbstkonzept, Zukunftsbezug, technikbezogene Neigungen und Interessen und Intelligenz konstituiert wird. Weitere positive Einflüsse auf die Zielvariable ließen sich vom Lebensalter der Probanden sowie vom Ausmaß der Weiterbildungsförderung und vom Technisierungsgrad der Unternehmen feststellen. Die 108 nicht weitergebildeten Arbeitnehmer unterschieden sich von den weitergebildeten vor allem dadurch, daß sie an weniger komplexen Arbeitsplätzen eingesetzt wurden und weniger Arbeitzufriedenheit und Eigeninitiative bei Problemlösungen zeigten.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 73-82 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Interviews and tests were conducted with 427 workers from 39 highly automated production plants, and data on their working places and firms were taken in order to gain insight into the factors influencing the workers' attitudes to advanced training. A three-level multivariate model was cross-validated by linear structural equation modelling with the data of 319 workers with advanced training experience. Such experience (its agreeableness and usefulness) as well as aspects of personality (self concept, aspirations for the future, technical interests and intelligence) showed to be especially influential on the workers' attitudes to advanced training. Their age as well as organizational characteristics like the amount of advanced training promoted by the firms and the degree of automation were further influencing factors. The 108 workers without previous advanced training had less complex working places and showed less job satisfaction and problem solving initiative.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 73-82 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Nach einer kurzen Erörterung der Vernachlässigung empirischer Forschung zur Arbeits- und Berufszufriedenheit des Lehrpersonals an Sonderschulen werden die Ergebnisse einer standardisierten Befragung von 129 Lehrern an Lernbehinderten-, Geistigbehinderten- und Sprachbehinderten-Schulen geschildert. Zu diesem Zweck werden die Grade der , einiger Einzelaspekte der Zufriedenheit sowie Tendenzen der Resignation und Wechselbereitschaft dargestellt. Weiterhin wird der Versuch unternommen, mit Hilfe der Multidimensionalen Skalierung zu erfassen. Ein besonderes Augenmerk gehört dabei dem Vergleich zwischen den Schulformen und ihren strukturellen Unterschieden.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 63-71 © Verlag Hans Huber AG, Bern
After a short discussion of the lack of empirical research regarding job and vocational satisfaction of special education teachers, the results of the administration of a standardized questionnaire to 129 teachers of learning disabled, language disabled and mentally retarded children are described. The degrees of , some specific aspects of satisfaction as well as tendencies of resignation and are presented. Furthermore, the structures of job satisfaction, using multidimensional scaling techniques, are analyzed. Attention is focused on the comparison between the kinds of schools and their structural differences.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 63-71 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit widmet sich der quantitativen Diagnose von Wissen. In dem Beitrag geht es um die Entwicklung und Erprobung eines systemspezifischen Wissenstests zum Problemlöseszenario . Für die Testentwicklung wurde die Methode zur Konstruktion kontentvalider Meßinstrumente gewählt. Diese Wahl wird einerseits testtheoretisch begründet, andererseits wird auf die günstigen Voraussetzungen zur Anwendung dieser Methode bei modernen computergestützten Problemlöseaufgaben aufmerksam gemacht. Neben der testtheoretischen Begründung und konstruktionstechnischen Erläuterung handelt der Artikel von der Erprobung des Tests in einer ersten Untersuchung mit 198 Oberschülerinnen und -schülern und (für einen Teil derAufgaben) in einer mit Abstand von einem Jahr durchgeführten Wiederholungsuntersuchung mit gut der Hälfte derselben Stichprobe.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 83-93 © Verlag Hans Huber AG, Bern
The present paper deals with the quantitative assessment of knowledge. The article focusses on the development and validation of a system-specific knowledge-test aimed at the problem-solving scenario . The method of content-valid test construction was chosen. The rationality of this choice is based on test-theoretical criteria as well as on the applicability of this method for modern computer-based problem-solving tasks. Above and beyond the test-theoretical explanations and descriptions of the technical aspects of the test construction process, the article focusses on the validation of the test in a study on 198 high school students and (for a part of the tasks) a replication with about half of the original sample.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 83-93 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Meta-Analysen und Einzeluntersuchungen belegen, daß Multimedia über beträchtliche Potentiale zur Verbesserung der Lernleistung verfügen. Dennoch hat die Mehrzahl der heutigen Multimediaanwendungen nur wenig oder keine positive Auswirkungen auf die Lernleistung. Die Lernwirksamkeit von Multimedia wird durch eine Reihe innerer und äußerer Bedingungen beeinflußt. Dazu gehören Vorwissen, Lernstrategien und Lernmotivation, Art und Inhalt der Medien sowie deren Kombination, curriculare Einbindung der Bildungsmaßnahme sowie die Art des Arbeitens. Das Untersuchungsdesign hat einen erheblichen Einfluß auf die beobachteten Ergebnisse: Art und Menge der erhobenen Akzeptanz- und Performanzdaten, Umfang und Inhalt des Untersuchungsmaterials sowie Zeitpunkt, Art und Umfang der Wissensdiagnose. Es kann daher keine einfache Patentlösung für den effektiven Multimediaeinsatz geben.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 95-103 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Meta-analysis and other studies show that multimedia has enormous potentials to enhance and facilitate learning. Most of the recent multimedia systems, however, show only small positive effects on learning or none at all. Learning with multimedia is influenced by many internal and external factors: Knowledge, learning strategies and motivation, mode and contents of media and their combination, application to the curriculum, and the conditions of studying. The design of the study has a strong impact of the data observed: Mode and amount of data representing acceptance and performance, amount and subject of the study materials, and time, contents, and extent of the knowledge diagnosis. Therefore, no simple criteria can guide the effective application of multimedia.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 95-103 © Verlag Hans Huber AG, Bern
Zusammenfassung
Personen denken nicht nur über die Ursachen von Ereignissen nach (Attributionen), sondern entwickeln auch Kognitionen, was im Vorfeld eines Ereignisses hätte passieren müssen, damit es nicht eingetreten wäre (). Bei N = 267 Schülerinnen und Schülern wurde der Einfluß des fachspezifischen Selbstkonzepts eigener Begabung und des Leistungsergebnisses (Erfolg vs. Mißerfolg) auf das kontrafaktische Denken in den Fächern Deutsch, Mathematik, Geschichte und Physik überprüft. Die Ergebnisse zeigen u.a., daß beim Ungeschehenmachen von Erfolgen/Mißerfolgen hauptsächlich auf die eigene Person bezogene Kontrafakten produziert wurden. Weiterhin äußerten Probanden mit einem niedrigen fachspezifischen Selbstkonzept der Begabung signifikant mehr kontrafaktische Gedanken nach Mißerfolg als Probanden mit einem hohen fachspezifischen Selbstkonzept.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 105-110 © Verlag Hans Huber AG, Bern
People not only ponder over the sources of events (causal attributions), but they also generate cognitions which undo antecedents of an outcome to simulate an alternative reality in which the actual event would not have happened ("counterfactual reasoning" or "counterfactual thinking"). N = 267 students were instructed to produce counterfactual thoughts according to scholastic success or failure. The domain-specific self-concept of ability and different subjects (German, history, mathematics, and physics) served as additional independent variables. Findings show that students produce mainly self-related counterfactuals instead of other-related counterfactuals. Students with a low domain-specific self-concept of ability in one subject produce significantly more counterfactual thoughts following failure than students with a high domain-specific self-concept of ability.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (2), 1995, 105-110 © Verlag Hans Huber AG, Bern