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Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995

Welche Bedeutung hat das Konzept "Tadel" für Schüler? Eine Überprüfung sprachpsychologisch-sprechakttheoretischer Hypothesen zu den scheinbar paradoxalen Wirkungen von Tadel
What is the meaning of the concept "blame" for students? Testing psycholinguistic speech-act-theoretical hypotheses concerning the seemingly paradoxical effects of blame

Gerhard Blickle

(Summary)

Zusammenfassung

Es wird die sprachpsychologisch-sprechakttheoretische Hypothese geprüft, daß die Alltagsbedeutung von Tadel folgende Bestandteile umfaßt: die Zuschreibung ungenügender Anstrengung, eine aufgabenentsprechende positive Kompetenzzuschreibung sowie eine normative Erwartungsenttäuschung, bei der der Tadelnde seine Unzufriedenheit zum Ausdruck bringt und sich für berechtigt hält, eine bessere Leistung vom Getadelten zu fordern. Dazu wurden drei Kategorisierungsexperimente mit insgesamt 301 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten im Alter zwischen 14 und 20 Jahren durchgeführt. Die Kategorisierungen wurden sowohl mit Zwangswahlverfahren als auch mit abgestuften Beurteilungen erhoben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß die Bedeutung von Tadel für Schüler lediglich die Zuschreibung ungenügender Anstrengung enthält. Entgegen den theoretischen Erwartungen zeigte sich außerdem, daß der scheinbar eher technische Ausdruck von den Schülern am häufigsten zur Kategorisierung verwendet wurde und daß seine Anwendung in Abhängigkeit von der wahrgenommenen Anstrengung variierte. Die Ergebnisse lassen sich im Sinne der attributionstheoretischen Erklärung der scheinbar paradoxen Effekte von Lob und Tadel interpretieren.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 129-138 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

According to psycholinguistic speech act theory blame has the following meaning in ordinary language: attribution of insufficient effort, attribution of ability equivalent to task difficulty, and normative disappointment, i.e., the blaming person is disappointed and believes to be entitled to demand better performance. Three categorization experiments were conducted with 301 high-school students aging between 14 and 20 years. Forced choice and free choice categorization methods were used. Results indicate that ordinary language meaning of blame implies only attribution of insufficient effort. In contrast to theoretical expectations the technical term was used most frequently by subjects. Its use varies depending on the attribution of insufficient effort. Results can be interpreted as supporting the attributional explanation of the seemingly paradoxical effects of praise and blame.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 129-138 © Verlag Hans Huber, Bern


Erziehungsziele von Lehrern und individuelle Bezugsnormen der Leistungsbewertung
Educational goals and teachers' preference of individual reference-norms in evaluating academic achievement

Christoph Mischo & Falko Rheinberg

(Summary)

Zusammenfassung

Lehrer lassen sich danach unterscheiden, ob sie Schülerleistungen bevorzugt im Vergleich mit den Leistungen anderer Schüler bewerten (soziale Bezugsnorm-Orientierung BnO) oder ob sie bei hinreichendem Spielraum Schülerleistungen auch daran messen, was dieser Schüler bislang geschafft hat (individuelle BnO). Die letztere Strategie hat sich als motivational günstig erwiesen. Unklar blieb bislang, wovon der Lehrerunterschied seinerseits abhängt. Im Unterschied zur bisherigen persönlichkeitszentrierten Forschungsstrategie wird hier untersucht, inwieweit sich der Lehrerunterschied auf unterschiedliche Erziehungsziele zurückführen läßt. Dazu wurden 38 Erziehungsziele zunächst faktorisiert und zwar getrennt danach, wie wünschbar sie dem Lehrer erscheinen (Wünschbarkeit) und wie sehr sie sein Unterrichtshandeln leiten (Handlungsleitung). Bei den Faktoren der Wünschbarkeit gab es keine Beziehung zur BnO, wohl aber bei der Handlungsleitung. Lehrer mit individueller BnO haben hier höhere Werte im Faktor I und Faktor IV . Insgesamt läßt sich die Varianz der BnO aber nur zu 18% über Erziehungsziele erklären. Es wird deshalb vermutet, daß sich die BnO nur zum Teil als instrumentelle Strategie zur Erreichung von Erziehungszielen verstehen läßt und daß sie zum anderen Teil eigenwertig ist.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 139-151 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

In evaluating student's achievement teachers can be differentiated whether they prefer a social or an individual reference standard (Reference-Norm Orientation, RNO). Using a social reference standard (soc. RNO) means that the results of the student to be evaluated are compared with the results of other students. Using an individual reference standard (ind. RNO) means that the student's results are evaluated with regard to his past achievements. The latter strategy has proven to be motivationally effective. Until now it has remained unclear where the RNO-differences between teachers come from. In contrast to the prevailing trait oriented research strategy this study is focussed on the question, if the RNO-difference between teachers is due to different educational goals. 38 educational goals were rated in a first step according to their general desirability, in a second step according to the extent in which the goals guide the teacher's classroom activities. Each set of variables was intercorrelated and factorized (separatly). Teachers with different RNO did not differ with regard to the educational goals' general desirability, but they did however differ in the extent that these goals guide their classroom actions: Teachers with (relatively) high individual RNO had higher factor scores on factor I named () and on factor IV (). As only 18% of the RNO variance can be explained by educational goals, it is assumed, that the evaluating standards partly function as an instrumental strategy for the realisation of educational goals and partly have it's own value.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 139-151 © Verlag Hans Huber, Bern


Geschlechtstypische Erwartungen von Lehrkräften im Mathematikunterricht der Grundschule
Gender specific expectancies in elementary school mathematics

Joachim Tiedemann

(Summary)

Zusammenfassung

Daten von 312 Schülerinnen und Schülern wurden unter dem Gesichtspunkt geschlechtsbezogener Erwartungen von 52 Mathematiklehrkräften der Grundschule überprüft. Jede Lehrkraft äußerte sich zu faktischen und fiktiven Leistungssituationen von sechs ihrer Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Jahrgangsstufe. Im Urteil der Lehrerinnen und Lehrer können Mädchen, die im Mathematikunterricht im mittleren oder unteren Leistungsbereich liegen, weniger gut logisch denken als Jungen mit vergleichbarer Leistung. Mädchen lassen bei erhöhter Anstrengung geringere Leistungsverbesserungen im Mathematikunterricht erwarten als Jungen. Im Urteil der Lehrkräfte schöpfen Mädchen ihre Fähigkeiten im Mathematikunterricht eher aus als Jungen. Mathematik wird für die Mädchen im mittleren Leistungsbereich im Vergleich zu denJungen als ein schwereres Fach eingeschätzt. Erwartungswidrige Leistungseinbrüche werden bei Mädchen eher auf mangelnde Fähigkeiten und weniger auf fehlende Anstrengung zurückgeführt als bei denJungen. Leistungsschwachen Mädchen wird eine ungünstigere Leistungsprognose gemacht als leistungsschwachen Jungen. Die Lehrkräfte nehmen ein geringeres Selbstkonzept eigener mathematischer Leistungstüchtigkeit bei den Mädchen wahr. Die Ergebnisse erweitern unser Wissen über stereotype Erwartungen der Lehrkräfte im Mathematikunterricht und könnten die spätere geschlechtstypische Leistungsentwicklung und das Berufswahlverhalten miterklären.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 153-161 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Fifty-two third and fourth grade teachers were asked to consider boys' and girls' performance in mathematics, giving their views on the reasons for the pupils' successes and failures and describing their learning characteristics. The girls and boys included low, average and high achievers in mathematics. Teachers thought that their low and average achieving girls were less logical than equally achieving boys. The girls were thought to profit less than boys from additional effort and to exert relatively more effort to achieve the level of actual performance in mathematics. Teachers rated mathematics as more difficult for average achieving girls than for equally achieving boys. With regard to girls, teachers attributed unexpected failure more to low ability and less to lack of effort than with boys. Low achieving girls were expected to do less well in future in mathematics than low achieving boys. Teachers were aware of the girls' lower self-concept of mathematical ability. The results increase our understanding of stereotypical teacher expectations that might explain gender differences in performance and in subsequent occupational choices.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 153-161 © Verlag Hans Huber, Bern


Zuwendung als Faktor der Wirksamkeit kognitiver Trainings für Kinder
Effects of special attention directed to children as a determinant of the effectiveness of cognitive training programs

Willi Hager & Marcus Hasselhorn

(Summary)

Zusammenfassung

Verschiedene Faktoren wie etwa die nicht-ordnungsgemäße Durchführung können dazu führen, ein Programm als nicht wirksam anzusehen, obwohl es wirksam ist. In der gleichen Weise können andere Umstände auch dazu führen, daß ein Training als wirksam beurteilt wird, ohne daß dies tatsächlich der Fall ist. Mit dieser zweiten Möglichkeit befaßt sich die vorliegende Arbeit. In ihr wird die Bedeutung der Zuwendung bei der Beurteilung der Wirksamkeit des Denktrainings I von Klauer (1989) untersucht. Mit diesem soll das induktive Denken trainiert werden. Aber auch unter einem zweiten Training, das auf eine Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses, nicht aber auf eine Verbesserung des induktiven Denkens abzielt, resultieren bedeutsame Verbesserungen auf abhängigen Variablen, die zur Erfassung des induktiven Denkens eingesetzt werden. Die Verbesserungen unterscheiden sich darüber hinaus unter beiden Programmen nicht. Dieser Befund scheint geeignet, ein neues Licht auf das Ausmaß der spezifischen Effekte des Denktrainings als solchem zu werfen, ohne allerdings seinen Wert für die praktische Arbeit in Frage zu stellen, bei der die Trainingsdurchführung ja stets von einer besonderen Zuwendung zu den zu Trainierenden begleitet sein sollte.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 163-179 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Various factors, such as inappropriate execution, may lead to evaluating a program as , although it is effective. On the other hand, there are also some factors that can lead to evaluating a program as , although this is not the case. This article deals with the second possibility. It examines the importance of special attention directed to children during training for the (Klauer & Phye 1994), which has been developed to foster children's inductive reasoning ability. It is shown that a second program which tries to enhance short-term memory capabilities may lead to statistically significant improvements with diagnostic tests that are used to assess inductive reasoning in children. The improvements gained with the program for inductive reasoning, moreover, do not differ significantly from those with the second program. These results shed a new light on the size of effects due to the as such without, however, questioning its usefulness in practical circumstances.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 163-179 © Verlag Hans Huber, Bern


Lernaufwand und Elaborationsstrategien als Mediatoren der Beziehung von Studieninteresse und Studienleistung
Amount of learning and elaboration strategies as mediators of the relation between study interest and achievement

Ulrich Schiefele, Klaus-Peter Wild & Adolf Winteler

(Summary)

Zusammenfassung

In einer zweijährigen Längsschnittstudie wurde der Frage nachgegangen, inwiefern Lernaufwand und Elaborationsstrategien den vermuteten Einfluß des Studieninteresses auf die zu einem späteren Zeitpunkt erbrachte Studienleistung vermitteln. An der Studie nahmen 92 Studenten verschiedener Studiengänge teil. Zum ersten Erhebungszeitpunkt wurde mit Hilfe von Fragebogenverfahren das Studieninteresse, der Lernaufwand und die Verwendung von Elaborationsstrategien erfaßt. Zwei Jahre später wurden die Noten der inzwischen absolvierten Diplomvorprüfung erhoben. Die Ergebnisse von Pfadanalysen mit latenten Variablen zeigen, daß der Lernaufwand - im Unterschied zu Elaborationsstrategien - als signifikanter Mediator des Interesseneffekts auf die Studienleistung angesehen werden kann. Elaborationsstrategien erscheinen als ein Nebenprodukt hohen Studieninteresses ohneAuswirkung auf die erreichten Leistungsbeurteilungen.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 181-188 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

In a two-year longitudinal study, the role of two important components of learning behavior - elaboration strategies and investment of time and effort - as mediators of the interest-achievement relation was investigated. Ninety-two university freshmen with different majors participated in the study. In the first session, the students had to indicate their study interest, investment of effort and time, and use of elaboration strategies. Two years later, grades from a major examination were collected. Path analyses with latent variables revealed that investment of effort and time significantly mediated the interest-achievement relation. Contrastingly, elaboration strategies did not mediate the effects of interest on achievement. Elaboration strategies seem to be a by-product of interest without any impact on achievement.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 181-188 © Verlag Hans Huber, Bern


Qualität der Lehre: Bedingungsvariablen des studentischen Urteils
Quality of instruction: Determinants of students' ratings

Martin K.W. Schweer & Bernhard Rosemann

(Summary)

Zusammenfassung

Ausgehend vom transaktionalen Ansatz der Person-Situation-Interaktion werden die Bedingungen der Heterogenität studentischer Lehrveranstaltungs-Evaluation untersucht. Zu diesem Zweck werden in mehreren Interviewstudien und Fragebogenerhebungen die prototypischen Vorstellungen der Studierenden von einer Lehre, ihr Bild vom Dozenten sowie die studentischen Erwartungssysteme erfaßt. Zusammenhänge zur Bewertung der Lehrveranstaltung werden aufgezeigt und Folgerungen hinsichtlich der Bedeutung hochschuldidaktischer Beurteilungen von Lehrveranstaltungen diskutiert.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 189-196 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Starting from the transactional theory of the person-situation-interaction the determinants of the fact that the students' evaluation of instruction is heterogeneous are investigated. For this purpose the students' prototypes of a instruction, their own image of the instructor and their anticipations are registered. Correlations concerning the students' evaluation of instruction are presented and conclusions relating to the importance of university didactic ratings are discussed.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 189-196 © Verlag Hans Huber, Bern


Verbesserung des Arbeitsverhaltens von Studierenden: Evaluation von Maßnahmen am Beispiel eines Trainingsprogramms
Improving the study behavior of students: Evaluation of measures by means of a training program

Friederike Holz-Ebeling & Birgit Buchloh

(Summary)

Zusammenfassung

Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, das Arbeitstrainingsprogramm von Günther, Heinze & Schott (1977) auf seine Wirksamkeit hin zu überprüfen. Im Rahmen einer Prä-Post-Studie mit Wartekontrollgruppe, an der Studierende der Rechtswissenschaften teilnahmen, führten die Probanden der Trainingsgruppe das Interventionsprogramm vier Wochen lang durch. Die Arbeitseffektivität und die Strategie bei der Bearbeitung fachwissenschaftlicher Texte konnten bereits in dieser kurzen Zeit verbessert werden. Eine Erhöhung der Arbeitszeit und eine Steigerung in der Behaltensleistung in einem Text-Test wurden nicht erzielt. In einer Nachbefragung nach einem Jahr berichteten die Teilnehmer selbst damit in Übereinstimmung vor allem Verbesserungen in der Arbeitseffektivität und beim Umgang mit Fachliteratur, aber kaum in der Arbeitszeit. Direkt im Anschluß an das Programm hatten sie selbst zunächst lediglich den Eindruck gehabt, nun besser die Bedingungen eigener Probleme zu kennen. Insgesamt erhielt das Programm eine recht gute Bewertung und wurde nach einem Jahr von fast allen Teilnehmern weiterempfohlen.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 197-209 © Verlag Hans Huber AG, Bern

Summary

The aim of this study was to test the efficacy of the study training program of Günther, Heinze & Schott (1977). Law students served as subjects in an experiment using a pre-post-design with a waiting control group. The intervention extended over a four week period. Study effectiveness and the strategy in dealing with scientific literature were after this short period already improved, but no immediate effect was found for the amount of study time invested and for the memory efficiency in a text-test. In a one year follow-up, the participants themselves accordingly reported improvements primarily in study effectiveness and in dealing with scientific literature. Only a few subjects, however, reported increases in study time. The only perceived change directly following the training had been the feeling that they know more about the reasons for their study problems. On the whole, the evaluations of the program were quite positive. One year afterwards, nearly all participants had recommended the program to other students.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 197-209 © Verlag Hans Huber AG, Bern


Academic achievement, self-concept, and conformity to school norms: A developmental analysis
Die Entwicklung von Schulleistung. Selbstkonzept und Schulanpassung

Einar M. Skaalvik & Knut A. Hagtvet

(Summary)

Zusammenfassung

An zwei Kohorten norwegischer Kinder wurden die Beziehungen von Schulleistung, Fähigkeitsselbstkonzept und Schulanpassung (Rolle als Lernender und Schülerrolle) untersucht. Diese vier Variablen wurden in der dritten bzw. sechsten Klasse sowie 18 Monate danach erhoben. Ihre Beziehungen zueinander wurden im Rahmen struktureller Kovarianzmodelle mit latenten Variablen (via LISREL 8) exploriert. Unabhängig von der Strukturparameterschätzung konnte die Annahme der Unterscheidbarkeit und faktoriellen Invarianz der Konzepte gestützt werden. Dabei scheint die Schulleistung das Fähigkeitsselbstkonzept kausal zu prädominieren. Es ergaben sich auch Hinweise auf eine reziproke Beziehung dieser beiden Variablen. Außerdem zeigte sich, daß die Anpassung an die Rolle des Lernenden von der Leistung abhängt. Dieser Effekt ist aber erst nach der Grundschulzeit zu beobachten.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 211-220 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Relations among academic achievement, self-concept of ability, and conformity to student roles (learner role and pupil role) were examined for two cohorts of Norwegian school children. Measures of the four variables were collected when the students in the two cohorts were attending third and sixth grade and 18 months later. Relations between the variables were explored by a methodology developed in the frame of structural covariance models with latent variables and carried out by means of the LISREL 8 program. Support for the assumptions of discriminability and factorial invariance of the concepts across time were obtained independently from estimating the structural parameters. The results suggested a causal predominance of academic achievement over self-concept of ability for both cohorts, but also indicated a reciprocal relation between the two variables. Also, the results indicated that conformity to the learner role is affected by achievement, but that such an effect does not manifest itself before the end of primary school.

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie / German Journal of Educational Psychology, 9 (3/4), 1995, 211-220 © Verlag Hans Huber, Bern


wwwadmin@hanshuber.com, 30. Juni 1997