Zusammenfassung
In der vorliegenden Untersuchung wird angenommen, daß
relativ zu Mädchenschulklassen in ko-
edukativen Klassen Ähnlichkeit im pubertären Reifestatus
wesentlicher für die Entstehung von informellen Gruppen ist.
Soziometrische Sympathiewahlen, die 45 Mädchen und 47 Jungen aus
koedukativen Schulklassen und 95 Mädchen aus monoedukativen
Schulklassen (N=187) von ihren jeweiligen KlassenkameradInnen
erhalten hatten, ergaben erwartungsgemäß, daß sich
in den koedukativen, nicht aber in den Mädchenschulklassen die
Jugendlichen in Abhängigkeit von hoher Ähnlichkeit im
körperlichen Entwicklungsstand gewählt hatten. Es wird
diskutiert, inwieweit die in koedukativen Klassen gefundene
Gruppenbildung nach Ähnlichkeit im Reifestatus eine stärker
geschlechtsrollentypisierte Interessenentwicklung erklären kann.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
It is the hypothesis of the present investigation that for the formation of informal groups, similarity in pubertal maturation status is more important in coeducational classes than in a single-sex class-room environment. 45 girls and 47 boys from coed schools as well as 95 girls (N=187) from single-sex schools were asked to nominate students who they like to interact with in class. As expected, in coed classes interaction groups were formed according to similarity in the degree of maturation whereas in single-sex classes choices were independent of students' pubertal status. The discussion focuses on the question; can the formation of groups according to pubertal maturation status explain why girls from coed classes develop stronger sex-role typed interests than girls from single-sex classes.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
Zusammenfassung
Es wird ein Überblick über die Situation der
Pädagogischen Psychologie in Spanien gegeben. Im
ersten Teil des Artikels wird auf historische Entwicklungen
eingegangen, wobei die Entstehungsgeschichte und Krisen des Faches
genauer beleuchtet werden. Im zweiten Hauptteil der Arbeit wird der
Konsolidierungsprozeß im wissenschaftlichen und
berufspraktischen Bereich genauer analysiert. Abschließend
werden wesentliche Perspektiven des Faches und neuere
Forschungsbereiche kurz skizziert. Ein wesentliches Ziel des
Überblicks ist darin zu sehen, daß die Pädagogische
Psychologie in Spanien nicht nur im Hinblick auf ihre Parallelen,
sondern auch hinsichtlich ihrer Unterschiedlichkeit dargestellt wird,
was den Vergleich mit anderen Ländern angeht.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
This paper presents an overview of Spanish Educational Psychology. Firstly we will give a brief historical summary, outlining its antecedents, birth and the crisis it went through in the middle of this century. Secondly, we will analyse its process of definitive consolidation in scientific-academic and socio-professional fields. To conclude, a brief description of the main perspectives and most recent areas of research and intervention is given. Throughout this work we have tried to highlight not only the parallels but also the differences in Spanish EP with respect to other countries.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
Zusammenfassung
Um mit verfügbarem Wissen Probleme lösen zu können, muß es mit Anwendungsbedingungen (Konditionen) und Problemlösezielen (Funktionen) verknüpft werden. In einer experimentellen Untersuchung wurden nach wissensstrukturellen Aspekten klassifizierte Lernaufgaben verwendet, um die Konditionalisierung und Funktionalisierung von Wissen bei KFZ-Mechanikern in einem Bereich des technischen Rechnens zu fördern. Problemorientierte Lernaufgaben, bei denen Anwendungsbedingungen (Konditionen) für Rechenregeln durch die Lernenden selbst generiert werden mußten, waren dafür effektiver als konventionelle Problemstellungen und als vollständig ausgearbeitete worked examples, die lediglich zu rezipieren waren. Die Ergebnisse tragen zur Realisierung wissensgenerierenden aktiven Lernens im Unterricht und damit zu einer konstruktivistisch ausgerichteten Instruktion bei.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
Knowledge for solving problems must be related to conditions and attainable goals which represent the functions of such knowledge. In an experiment structurally varied learning tasks were used. Their effects on conditionalizing and functionalizing rule knowledge of car mechanics in a domain of technical calculation were measured. Problem oriented learning tasks requiring the generation of information necessary for applying the rules promoted the conditionalizing of such knowledge better than conventional problems and worked examples as learning tasks. These results contribute to promote knowledge generating active learning within the scope of a constructivistically oriented instruction.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
Zusammenfassung
Es wurde untersucht, inwieweit «was-wenn»-Rückfragen beim Lernen durch Erklären motivationale und kognitive Auswirkungen zeigen. Zu diesem Zweck lernten unter zwei experimentellen Bedingungen jeweils 22 Pädagogikstudenten Wahrscheinlichkeitsrechnung anhand von Lösungsbeispielen. In der Kontrollgruppe erklärten die Lernenden vorgegebene Aufgabenlösungen einem Strohmann, der sich weitgehend passiv verhielt und keine Rückfragen stellte. In der Experimentalgruppe hingegen stellte der Strohmann halbstandardisierte Rückfragen. Die Lernzeit wurde in beiden Gruppen konstant gehalten. Eine allgemein lernförderliche Wirkung der Rückfragen im Sinne eines Haupteffektes konnte nicht nachgewiesen werden. Auch in Hinblick auf motivationale Auswirkungen (intrinsische Motivation, Angst) erwiesen sich die Rückfragen als neutral. Es ergab sich jedoch eine aptitude treatment-Interaktion in dem Sinne, daß speziell Lernende mit geringer intrinsischer Motivation von den Rückfragen profitierten. Die vorliegenden Befunde zeigten zudem, daß guter Lernerfolg mit der korrekten Beantwortung der Rückfragen verbunden war.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
This study investigated to what extent «what-if»-questions to persons who learned by explaining affected motivation and learning gains. To this end, two groups, each consisting of 22 students of education, learned probability calculation from worked-out examples under two experimental conditions. In the control group, the learners explained problem solutions to a dummy who was passive and did not ask any questions. In the experimental group, in contrast, the dummy asked semi-standardized questions. The time-on-task was kept constant for both groups. The questions did not have a main effect on learnig gains and motivation (anxiety, intrinsic motivation). However, an aptitude-treatment interaction was found. «What-if»-questions fostered the success of learners with low intrinsic motivation. Furthermore, correct answers to these questions were associated with high learning gains.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
Zusammenfassung
Untersucht wird, inwieweit das studentische Erleben von Studienbedingungen und die am Studienende erzielte Examensnote mit der subjektiven Bewertung des eigenen Studienerfolgs kovariieren und ob ein angenehmes Erleben von Prüfungssituationen von der Güte der erreichten Zensuren abhängt. Die Analysen stützen sich auf einen längsschnittlich erhobenen Datensatz von 320 Absolventen ingenieur-, wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher Studiengänge. Die Absolventen wurden nach dem Examen zum Erleben der Prüfungssituation, zur empfundenen Situationskontrolle und nach der Einschätzung, persönlich wichtige Studienziele realisiert zu haben, befragt. Zum Studienerleben waren sowohl zur Studienmitte als auch nach dem Studienende Befragungen durchgeführt worden. Die Ergebnisse zeigen, daß es nicht von der Examensnote abhängt, ob Prüfungen als angenehm erlebt wurden. Sie werden dann eher als angenehm erlebt, wenn Lehrende als kompetent und kollegial wahrgenommen wurden. Absolventen, die ihr Studium rückblickend als fachlich qualifizierend erlebt haben, weisen die besseren Examensnoten auf.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
It is investigated whether final academic grades and the quality of student-perceived university environment are connected to students' evaluations of their own educational success. Is it true that oral examinations resulting in higher grades are remembered in a more agreeable way? The data base was provided by a longitudinal study of 320 university graduates. Subjects were questioned about examination experiences and about their opinion in having realized personal study goals. Measures of student-perceived university environment were taken both while enrolled and after having passed the examination. It is shown that receiving higher final grades does not necessarily result in a more agreeably experienced examination situation. Positive experiences were reported when students perceived their teachers as being highly professional and interacting with students in a cooperative manner.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
Zusammenfassung
Anhand zweier repräsentativer Stichproben deutscher Schüler der 9. Klassenstufe (Studie 1: k = 98 Klassen, Studie 2: k = 94 Klassen) wurde der Frage nachgegangen, ob es einen Zusammenhang zwischen Klassengröße und Geschichtsleistung gibt. Während in Studie 1 die Leistung in einem Geschichtstest von der Klassengröße unabhängig war, erzielten in Studie 2 größere Klassen etwas bessere Ergebnisse.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern
The relationship of class size and achievement in the subject history was investigated on the basis of two representative samples of German 9th graders (study 1: k = 98 classes, study 2: k = 94 classes). In study 1 no mean difference in achievement between pupils attending larger and smaller classes could be observed. In study 2 pupils stemming from larger classes achieved slightly better than those stemming from smaller classes.
Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Band 11, 1997, Heft 1, © Verlag Hans Huber, Bern