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Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Heft 3, 1999


Gasteditorial: Situated Learning: Paradigmenwechsel oder alter Wein in neuen Schläuchen?
Situated Learning: Change of Paradigm or Old Wine in New Bottles?

K.J. Klauer

Rheinisch-Westfälische Hochschule Aachen

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology, 3/1999; 117-121; Hans Huber AG, Bern


Educational Psychology in Poland
Pädagogische Psychology in Polen

V. Martinez-Reyes

University of Warsaw, Institute of Political Science

(Summary)

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit dem historischen Hintergrund und vor allem der gegenwärtigen Lage der Pädagogischen Psychologie und Schulpsychologie in Polen. Es wird ein Überblick über die aktuellen Schwerpunkte in Forschung und Lehre gegeben, wobei besonders auf die Probleme, die sich aus der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation ergeben, eingegangen wird.

Summary

The article deals with the historical background and especially with the present status of Educational and School Psychology in Poland. Research and teaching activities are reviewed, and basic lines of the conception of Educational Psychology are discussed. Special emphasis is placed on specific issues emerging out of the social changes in the Poland.

Keywords

Ausbildung, Schulpsychologie, historischer Wandel

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology, 3/1999; 122-127; Hans Huber AG, Bern


Eine längsschnittliche Überprüfung des Modells des Internal/External Frame of Reference
A Longitudinal Test of the Internal/External Frame of Reference Model

O. Köller, H. Klemmert, J. Möller & J. Baumert

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

(Summary)

Zusammenfassung

Im Internal/External Frame of Reference (I/E) Modell von Marsh werden zwei zentrale Informationsquellen für die Bildung fachspezifischer Selbstkonzepte eigener Begabung angenommen: (1) Der soziale Vergleich (external frame of reference), bei dem die eigenen Leistungen in einem Schulfach mit denen der Mitschüler verglichen werden, und (2) der dimensionale Vergleich (internal frame of reference), bei dem die Leistungen in einem Fach mit denen in einem anderen Fach verglichen werden. Empirische Belege für dieses Modell stammen überwiegend aus Querschnittsuntersuchungen, die wegen ihrer Beschränkung auf einen Meßzeitpunkt die Einflüsse des Vergleichsrahmens auf Selbstkonzeptveränderungen nicht zufriedenstellend prüfen können. Dementsprechend wurde ein Teildatensatz (N = 1754 Schüler der 7. Jahrgangsstufe) aus einer großen Kohorten-Längsschnittstudie ausgewertet. Analysen mit Hilfe von Strukturgleichungsmodellen und hierarchisch linearen Modellen belegen die Gültigkeit des I/E Modells auch bei Selbstkonzeptveränderungen, wobei die im Modell beschriebenen Vergleichsprozesse weitgehend von den institutionellen Rahmenbedingungen entkoppelt sind.

Summary

The internal/external frame of reference (I/E) model by Marsh assumes two central information sources for the constitution of domain-specific academic self-concepts: (1) Social comparisons (external frame of reference), in which students compare their own achievements with those of their classmates, and (2) intraindividual (dimensional) comparisons (internal frame of reference), in which students compare their own achievement in one subject with those in other subjects. Empirical support for this model is mainly provided by cross-sectional studies, which are not fully appropriate to investigate the influence of the frame of reference on changes in self-concept variables. Therefore, we analyzed data from a subsample of a German longitudinal study. Participants were n = 1754 7th graders. Analyses on the basis of structural equation modeling and hierarchical linear modeling supported the validity of the I/E model with respect to changes in academic self-concept variables that are more or less independent of the academic environment.

Keywords

Soziale Vergleiche, Selbstkonzept, Schulleistung, Mehrebenenanalyse

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology, 3/1999; 128-134; Hans Huber AG, Bern


Golem und Enhancement: Elternkognitionen und das schulische Leistungshandeln in Physik
Golem and Enhancement: Parental Cognitions and Their Children’s Scholastic Achievement Behavior Patterns in Physics

A. Ziegler, P. Broome & K. A. Heller

TU München

(Summary)

Zusammenfassung

In einer Forschungsstudie mit 311 Gymnasiast(inn)en und ihren Eltern wurde untersucht, ob und gegebenfalls wie Elternkognitionen das schulische Leistungshandeln ihrer Kinder im Fach Physik beeinflussen. Vor Beginn des erstmaligen Physikunterrichts wurden auf der Basis des Eccles-Modells der Leistungsmotivation Kontrollvariablen bei den Eltern und den Schüler(inne)n erhoben. Es zeigte sich, daß sich bereits zu diesem Zeitpunkt geschlechtsgebundene Unterschiede in den Einstellungen und Interessen der Schüler/innen und in den Elternkognitionen nachweisen lassen. Elternkognitionen beeinflußten mediiert durch das domänspezifische Selbstkonzept das schulische Leistungshandeln im ersten Unterrichtshalbjahr. Dabei profitierten Jungen für ihr schulisches Leistungshandeln von einer traditionellen Sichtweise ihrer Eltern der Physik als Jungenfach (Enhancement-Effekt), während Mädchen dadurch beeinträchtigt wurden (Golem-Effekt).

Summary

In a research study with 311 male and female students and their parents, an investigation was made to determine if parental cognitions have any influence on scholastic performances of their children with respect to the subject of physics. Prior to the start of the initial physics courses, control variables (based on the Eccles model) of the students and the parents were measured. One could already prove at this measurement point in time that gender-related differences in the attitudes and interests of the students and in the parental cognitions. Parental cognitions affected the scholastic performances in the first half-year of physics instruction through domain-specific self-concept mediation. The scholastic performances of the boys profited from the traditional positive view of their parents that physics is a subject for boys (Enhancement-effect), while the girls were hindered by these attitudes (Golem-effect).

Keywords

Golem-Effekt, Enhancement-Effekt, Physik, Elternkognitionen, Selbstkonzept

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology, 3/1999; 135-147; Hans Huber AG, Bern


Die Gestaltung von Feedback in computergestützten Lernumgebungen: Modelle und Befunde
The Design of Feedback in Computer Based Trainings: Models and Findings

J. Musch

Universität Bonn

(Summary)

Zusammenfassung

Die Hardware-Revolution der jüngsten Vergangenheit hat die Voraussetzungen für den umfangreichen Einsatz von Computern in der schulischen und betrieblichen Aus- und Weiterbildung geschaffen. Bei der Implementierung von Lernprogrammen wird lernpsychologischen Erkenntnissen jedoch nicht immer im erforderlichen Maße Rechnung getragen. Die grundlegenden theoretischen Modelle zur Konzeptualisierung von Feedback in computergestützten Lernumgebungen werden vorgestellt. Dabei stehen behavioristische, kognitive und konstruktivistische Positionen im Vordergrund. Die für die Gestaltung von Feedback relevanten Aspekte dieser Positionen werden erörtert, und ihre empirische Bewährung wird diskutiert. Behandelt wird die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt für die Darbietung von Rückmeldungen, die Gestaltung von informativem Feedback, die Verfügbarkeit von vorgezogenem Feedback (Feedforward), die Rolle der Antwortsicherheit, die Bedeutung motivationaler Aspekte und der Einsatz von Multimedia. Abgeschlossen wird die Übersicht mit einer Reihe von Schlußfolgerungen aus den bisherigen Untersuchungen und der Formulierung eines Ausblicks auf wünschenswerte und notwendige Richtungen der weiteren Forschung.

Summary

The recent hardware revolution has provided the prerequisites for the extensive use of computers both for school and vocational education and training. The findings of the psychology of learning, however, are not always adequately taken into account in the design of computer-based instructions. The fundamental theoretical models for the conceptualization of feedback in computer-based learning environments are reviewed: the behavioristic, cognitive and constructivistic point of view. Aspects of these models that are relevant for the design of feedback and their empirical evaluation are discussed. In particular, the questions of the optimal point of time of feedback, the elaboration of informative feedback, the presearch availability of feedback (feedforward), the role of the response certitude, the importance of motivational aspects, and the use of multimedia are dealt with. The review is completed with conclusions drawn from the present investigations and the formulation of an outlook on desirable and necessary directions for future research.

Keywords

Feedback, computergestützte Instruktion, Motivation, Multimedia, CBT

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology, 3/1999; 148-160; Hans Huber AG, Bern


Lernbedingungen und Lernmotivation in der Ausbildung – Ergebnisse einer Untersuchung mit Bürokaufleuten
Conditions of Learning and Academic Motivation in Vocational Education – Results from a Study with Mercantile Apprentices

V. Zaib, B. Hardt, U. Kleinbeck & H. Metz-Göckel

Universität Dortmund

(Summary)

Zusammenfassung

Die Bedingungen, unter denen Lernen in der beruflichen Ausbildung gestaltet wird, bestimmen wesentlich die Chancen für die Entwicklung von Lernmotivation der Auszubildenden. Eine ansprechende und motivierende Ausbildung muß Anreize zur Mitarbeit in der Weise geben, daß den Auszubildenden ein ausreichendes Maß an Handlungsspielraum gegeben wird, die Inhalte als ganzheitlich und wichtig wahrgenommen werden, die Anforderungen hin und wieder wechseln und kontinuierliche Rückmeldungen über das Geleistete den Lernfortschritt erkennen lassen. Eine in dieser Weise gestaltete Ausbildungskonzeption vermag leistungsthematische Motive der Auszubildenden anzusprechen und so die Bereitschaft zur Mitarbeit zu erhöhen. Die berichteten Untersuchungsergebnisse basieren auf einer Stichprobe von 220 angehenden Bürokaufleuten an berufsspezifischen Lernorten innerhalb der Berufsschule. Sie weisen anhand einer Untersuchung im Unterricht darauf hin, daß die Motivtendenz, unter Leistungsaspekten erfolgreich sein zu wollen, lediglich unter anregenden Bedingungen aktiviert wird und zu gesteigerter Lernmotivation beiträgt, während unter wenig ansprechenden Bedingungen in erster Linie gelernt wird, um Mißerfolge zu vermeiden.

Summary

The chances of developing academic motivation among students in vocational education are essentially determined by the conditions of learning in schools. Appealing and motivating lessons ought to arouse interest in participation and active learning in a way that the students have sufficient motivating potentials. Furthermore, the students should consider the classes important with task variety, importance of the task, and autonomy. Motivation should also increase when a continuous feedback of achievement shows the progress in learning. Classes designed in this way can appeal to school related motives of the students and therefore increase their willingness to participate. The results of the study are based on a sample of 220 mercantile apprentencies in two specific situations of learning in vocational schools. They imply that motives to be successful can only be activated under stimulating conditions. Motivation for learning can thus be increased. Under less appealing conditions, however, the students seem to participate only in order to avoid failure.

Keywords

Motivation, Motive, Lernen, Berufsausbildung, Unterrichtskonzepte

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie/German Journal of Educational Psychology, 3/1999; 161-171; Hans Huber AG, Bern


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